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Die Blüte der Novemberrosen - Martha Sophie Marcus

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ Goldmann Verlag; Originalausgabe Edition (14. März 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442492173
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442492176
    • Genre: Familiensaga, Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 2 der Fünf Schwestern Saga


Goldmann Kurzbeschreibung:
Hannover 1868: Sophie Brinkhoff erarbeitet sich heimlich und gegen den Willen ihrer Familie eine eigene berufliche Existenz. Doch die Summe ihrer Geheimnisse droht sie in den Untergang zu ziehen, als ihr Ehemann Ernst sie vor ein Ultimatum und damit vor die größte Herausforderung ihres bisherigen Daseins stellt: Sie soll ihr Leben in Hannover aufgeben und mit ihm nach Oldenburg ziehen, um die für ihren gesellschaftlichen Stand katastrophale Scheidung ihrer Ehe zu verhindern. Sophie will frei sein von gesellschaftlichen und privaten Zwängen. Und so kämpft sie für ein selbstbestimmtes Leben – und für ihre Liebe zu dem Arbeiter Karl.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Vor kurzem habe ich den ersten Teil um Sophie Brinkhoff und ihre Familie gelesen, der mir gut gefallen hat. Ich nahm eigentlich an, dass die Teile der "Fünf Schwestern Saga" auf die einzelnen Schwestern aufgeteilt sind, was jedoch ein Irrtum ist. Sophie ist auch in Band zwei wieder unsere Hauptfigur.
Die Ehe mit Ernst wird zunehmen schwieriger. Karl und Sophie bleiben weiterhin in Kontakt, auch wenn Ernst seiner Frau das Leben immer schwerer macht. Er versucht Sophie noch mehr zu unterdrücken und bei ihrer Familie als leidend darzustellen. Doch sie lässt sich nicht so schnell unterkriegen und kämpft um ein eigenständiges Leben und ihre große Liebe. Doch als Frau hat sie keinerlei Rechte....

In "Die Blüte der Novemberrosen" begleiten wir Sophie im Zeitraum von 1852 bis 1871. Sie legt auch in diesem Band eine tolle Charakterentwicklung hin. Dabei lesen wir abwechselnd aus der Sicht von Sophie und Karl.
Als Leser erfahren wir mehr über das Leben von Sophies Schwestern, die jedoch weiterhin Randfiguren bleiben, Karls karges Leben mit Ehefrau und Tochter, sowie die Weiterentwicklung in der Brinkhoffschen Lokomotivfabrik. Die Industralisierung, sowie die Kluft zwischen Bürgertum, den Neureichen und Arbeitern ist wieder ein großes Thema.
Die Klassenunterschiede der Gesellschaftsschichten werden dem Leser fantastisch und anschaulich nähergebracht. 1866 gibt es einen weiteren historischen Punkt: der deutsch-deutsche Krieg, der die Handlung vorantreibt.
Die Autorin hat sehr gut recherchiert. Die Sprache ist der Zeit angepasst. Die Sitten der damaligen Zeit, sowie die bildhafte Darstellung der Schauplätze sind gelungen. Besonders gefallen hat mir auch die Einbindung einer der ersten Heißluftballon-Fahrten in die Handlung.

Ich möchte nicht zu viel über den Inhalt von Band zwei erzählen, der auf die Handlung des ersten Bandes aufbaut. Martha Sophie Marcus hat mich jedoch mit diesem Teil eine Achterbahn der Gefühle erleben lassen. Die Figuren sind lebendig und ich habe mit ihnen mitgelitten oder mich furchtbar über sie geärgert. Auch diesmal konnte mich die Autorin mit ihrem bildhaften Schreibstil richtig fesseln und auch überraschen. Beim ersten Band habe ich ja noch kritisiert, dass mir vieles zu offensichtlich war. Das ist diesmal nicht der Fall. Im Gegenteil! Auf den letzten hundert Seiten hat sie mir mit einer unerwarteten Wendung das Herz herausgerissen. Zum Ende hin häufen sich die vielen Schicksalschläge, was mir fast zu viel war. 

Fazit:
Eine sehr gelungene Fortsetzung der Reihe, die mir um einiges besser gefallen hat als Band Eins. Die Autorin punktet auch diesmal wieder mit viel Gefühl, Spannung und Drama. Ich bin schon sehr auf den nächsten Band gespannt!

Die Fünf Schwestern Reihe:

  1. Der Glanz der Novemberrosen  *Rezi*
  2. Die Blüte der Novemberrosen
     

Der Glanz der Novemberrosen - Martha Sophie Marcus

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Goldmann Verlag; Originalausgabe Edition (18. Oktober 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442492165
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442492169
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: Band 1 der Fünf Schwestern Reihe




Goldmann Kurzbeschreibung:
Hannover Mitte des 19. Jahrhunderts: Als Töchter des Lokomotivfabrikanten Georg Brinkhoff wachsen Sophie und ihre Schwestern in Reichtum auf. Aber anders als ihre Familie sieht Sophie die Nöte der Arbeiter. Als sie sich für soziale Gerechtigkeit engagiert, lernt sie den verheirateten Fabrikschmied Karl kennen. Es ist für beide Liebe auf den ersten Blick. Doch hin- und hergerissen zwischen ihrer verbotenen Beziehung und dem Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie heiratet sie schließlich den Ingenieur Ernst Drave, für den sie nichts empfindet. Ihre Liebe zu Karl ist jedoch stärker denn je. Und so beginnen beide ein gefährliches Doppelleben ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Der Glanz der Novemberrosen" ist der erste Band um die fünf Brinkoff Schwestern und beginnt mit Sophie, der zweitältesten Tochter. Die Töchter des Industriellen Georg Brinkhoff, der eine Lokomotivfabrik leitet, wachsen gutsituiert auf und sollen alle eine passende Partie machen, wie es zu dieser Zeit Sitte war. Während die älteste Tochter Dorette demnächst einen Ingenieur aus dem väterlichen Unternehmen heiraten wird, macht ein weiterer Angestellter der Eisenbahnkommission Sophie den Hof. Die unerfahrene junge Frau ist dem Werben von Ernst Drave nicht abgeneigt. Doch als sich Sophie mehr für die Fabrik ihres Vaters zu interessierenn beginnt, lernt sie den Fabriksschmied Karl kennen. Als Frau hat sie allerdings keine Möglichkeiten öfters die Arbeitsstätte von Karl aufzusuchen. Deshalb greift sie zu einer kleinen List...

Die letzte Zeit vermeide ich es oftmals den Klappentext zu lesen und war deshalb etwas enttäuscht, weil der Prolog mir einfach zu viel verraten hat. Ich wusste sofort, wohin der Weg gehen würde und genauso ist es gekommen. Trotzdem konnte mich die Autorin nach anfänglicher Skepsis mit ihrer Geschichte fesseln.
Sophie ist eine aufgeweckte junge Frau, die sich nicht mit Stickerei und Kaffeeklatsch zufrieden gibt. Sie blickt über den Tellerrand und möchte mehr von der Welt wissen. Dabei kommt sie mit einigen Menschen aus unteren Schichten in Kontakt und möchte ebenso mehr über die Arbeit ihres Vaters wissen. Durch Karl erfährt sie mehr über die Missstände in der Arbeiterschicht.
Martha Sophie Marcus geht sehr detailreich auf die Arbeitsbedingungen der Fabriksarbeiter zu dieser Zeit ein. 12-14 Stunden Arbeitszeit und meistens nur ein halber Tag frei, sind standard. Der Lohn reicht kaum zum Überleben. Die Industralisierung gewinnt immer mehr an Bedeutung und die Fabrikanten stehen vor neuen Forderungen der unteren Schicht, der sie nicht nachgeben wollen. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird im Roman sehr deutlich dargestellt.
Der historische Hintergrund um die Revolution 1848 und den Eisenbahnbau im Brinkhoffschen Unternehmen hat mich fasziniert.

Die Autorin hebt in ihrem Roman die Rolle der Frau zur damaligen Zeit stark hervor. Diese ist starr definiert und gespickt von Konventionen. Sophie versucht sich, so weit wie möglich, dagegen aufzulehnen....in allen Bereichen.
Die Nebencharaktere sind teilweise sehr detailliert gezeichnet. Man erhält bereits einen genauen Blick auf zwei Schwestern von Sophie, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Minna, die jüngere Schwester, möchte sich ebenfalls nicht den strengen Konventionen beugen. Sie interessiert sich für Medizin und hat nicht vor zu heiraten. Im Gegenteil zu Dorette, der ältesten Tochter der Brinkhoffs, die bereits im ersten Band heiratet und sich mit Sophie einen Wettstreit liefert. Sie passt perfekt in die Rolle der verwöhnten adeligen Frau, deren Liebe aber auch nur zu Beginn ihrem Mann und danach wieder den Pferden gehört. Ich denke von ihr werden wir auch noch mehr lesen, auch wenn die Reihe mit der zweitältesten Tochter beginnt.

Einige kleine Kritikpunkte habe ich neben dem Prolog, der mir zu viel verraten hat. Es gibt oftmals größere Zeitsprünge. Ein Fakt, den ich nicht wirklich mag, da ich oft das Gefühl habe etwas würde mir in der Geschichte fehlen. Zum Ende hin nahm mir das Liebesgeplänkel zwischen Sophie und Karls Liebe einen zu großen Raum ein. Trotzdem fühlte ich mich durchweg bestens unterhalten und runde bei anderen Plattformen gerne auf vier Sterne auf.

Schreibstil:
Martha Sophie Marcus schreibt sehr lebendig und die Sprache ist der damaligen Zeit angepasst. Man merkt sofort, dass man einen historischen Roman in Händen hält. Vorallem die Gepflogenheiten und Sitten der damaligen Zeit, sowie die bildhafte Darstellung der Schauplätze sind gelungen. Die Autorin hat sich für ihre  Fabrikantenfamilie Brinkhoff die Lindener Unternehmerdynastie Egestorff zum Vorbild genommen. Die historischen Hintergründe wurden sehr gut recherchiert.

Fazit:
Der Beginn der fünfteiligen Reihe rund um die Familie Brinkhoff und ihre Töchter bringt einiges an geschichtliches Wissen rund um die Industralisierung, der Revoloution und der Rolle der Frau in der Mitte des 19. Jahrhunderts - verpackt in einer Familiensaga - mit. Mir hat der Start der Reihe gut gefallen, auch wenn es für mich einige kleine Kritikpunkte gibt.


Das blaue Medaillon - Martha Sophie Marcus


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: Bastei Lübbe Taschenbuch; Auflage: 1. Aufl. 2017 (25. August 2017)
    • ISBN-10: 3404175646
    • ISBN-13: 978-3404175642
    • Genre: Historischer Roman, Abenteuerroman


Bastei Lübbe Kurzbeschreibung:
An einem einzigen Tag gerät Alessas Leben völlig aus den Fugen. Ihre Tante stirbt, kurz nachdem sie ihr ein geheimnisvolles Medaillon gegeben hat. Am selben Abend wird ihr Großvater ermordet, der sie nach dem Tod ihrer Eltern großgezogen und zur Diebin ausgebildet hat. Alessa selbst entgeht nur knapp einem Anschlag und flieht mit Mühe und Not aus Venedig. Ihr Ziel: Celle, wo ihr einziger verbliebener Verwandter lebt. Doch auch hier, am Hof des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg, ist sie nicht sicher. Der Mörder ihres Großvaters ist ihr dicht auf den Fersen, und er ist nicht der Einzige, der es auf das Medaillon abgesehen hat ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Venedig 1676: Die 21jährige Alessa wurde von ihrem Großvater in der Kunst des Diebstahls ausgebildet. Als junge Meisterdiebin klettert sie, behände wie eine Katze, auf den Dächern Venedigs umher, um durchs Fenster in fremde Gemächer einzusteigen. Auf dem Sterbebett erzählt ihre Tante Zenobia, eine Schauspielerin, Alessa ein Geheimnis. Ihre Eltern wurden ermordet, weil sie bei einem Einbruch kompromittierende Dokumente gefunden haben. Ein blaues Medaillon, das Zenobia Alessa aushändigt, ist der Schlüssel zum Versteck. Doch Alessa hat kaum Zeit sich Gedanken darüber zu machen, denn kurz darauf wird ihr Großvater ermordet und der Auftragsmörder ist der jungen Frau bereits auf den Fersen. Alessa schließt sich einem Wandertheater an, die auf dem Weg nach Deutschland an den Hof des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg sind. Dort will Alessa auch ihren einzig noch verbliebenen Verwandten aufsuchen, den unehelichen Sohn von Zenobia und Herzog Georg Wilhelm...

Ich bewarb mich bei der Lesejury für ein Manuskript des Romans von Martha Sophie Marcus, nachdem mich die Leseprobe sofort begeistern konnte. Hier schrie alles nach einem historischen Abenteuerroman und einer wirklich außergewöhnlichen Protagonistin. Irgendwie hatte ich den Film von Alfred Hitchcock mit Grace Kelly und Gray Grant aus den Fünfziger Jahren im Hinterkopf. Auch hier klettert ein Juwelendieb auf den Dächern und Hausfassaden von Nizza herum....
Doch bei "Das blaue Medaillon" befinden wir uns natürlich nicht im Zwanzigsten, sondern im Siebzehnten Jahrhundert. Das bemerkt man auch sehr schnell, wenn man sich mit Alessa und der Schauspieltruppe nach Celle aufmacht. Am Hof des Herzogs erlebt man das höfische Leben hautnah mit: Intrigen, Katz- und Mausspielchen, Liebeleien und Machtdemonstrationen. Natürlich durfte auch eine kleine Liebesgeschichte nicht fehlen...die von meiner Seite her aber nicht unbedingt nötig gewesen wäre.

Besonders im Mittelteil hatte ich Probleme an der Geschichte dranzubleiben. Nach der Ankunft der Schauspieltruppe am herzoglichen Hof zog sich die Handlung etwas und ich hatte das Gefühl auf der Stelle zu treten. Erst im letzten Drittel kam wieder etwas mehr Spannung auf, wobei mir die Auflösung rund um das Geheimnis dann wiederum fast zu schnell vonstatten ging.

Die Charaktere waren teilweise sehr lebendig dargestellt, andere wiederum treten nur kurz auf und bleiben farblos, wie Alessas Cousin. Besonders am Herzen lag mit der kleine Flori, hingegen fand ich Arthur etwas eindimensional. Auf jeden Fall bereicherten die vielen Figuren und Charaktere die Geschichte. Unsere Hauptprotagonistin Alessa hat das Herz am richtigen Fleck. Obwohl sie von Kind auf lernte zu stehlen, ist sie aufrichtig und ziemlich tough. Manche Aktionen, die die Autorin der jungen Frau auf dem Leib schrieb, fand ich jedoch etwas zu übertrieben und unglaubwürdig. Das Ende rund um das Geheimnis fand ich dann etwas zu schnell abgefertigt.

Mich konnte die Geschichte leider nicht gänzlich packen. Trotz der Kritikpunkte ist es ein etwas anderer historischer Roman, der in der Leserunde sehr gut ankam und von meinen Mitlesern großteils besser aufgenommen wurde, als von mir. Deswegen empfehle ich euch selbst ein Bild davon zu machen, denn Gott sei Dank sind Geschmäcker verschieden...

Schreibstil:
Ich kenne die Autorin bereits von einem Roman aus der Gegenwartsliteratur und war schon gespannt auf meinen ersten historischen Roman von Martha Sophie Marcus. Auch hier ist der Schreibstil genauso flüssig und lebendig. Vorallem die Gepflogenheiten und Sitten der damaligen Zeit, sowie die bildhafte Darstellung der Schauplätze sind absolut gelungen. Obwohl das Setting perfekt ins 17. jahrhundert passt, war mir der Schreibstil etwas zu "modern"für einen historischen Roman.

Die historischen Hintergründe wurden von der Autorin sehr gut recherchiert. Sie hat in ihrem Roman historische Persönlichkeiten und fiktive Figuren zu einer abenteuerlichen Geschichte verbunden.
Am Ende der Geschichte findet man ein Verzeichnis der mitwirkendenen historischer Personen.

Fazit :
Ein historischer Abenteuerroman mit einer sehr charismatischen Hauptprotagonistin. Für mich war der Mittelteil leider etwas zu langatmig und das Ende zu schnell abgehandelt. Trotzdem bot der Roman nette Unterhaltung - nicht mehr und nicht weniger.

Vielen Dank an die Lesejury für die Bereitstsellung des Manuskriptes

Kaffeeklatsch mit Goldfisch - Martha Sophie Marcus



    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (16. Februar 2015)
    • ISBN-10: 3442481058
    • ISBN-13: 978-344248105
    • Genre: Roman


Goldmann Kurzbeschreibung: 

 Antonia, 42, besitzt eine Apotheke im hübschen Jeetzeburg an der Elbe. Sie liebt ihre Arbeit, ihre beiden Töchter und ihren Mann Monty. Und doch plagt sie die Midlife-Crisis: Das Privatleben kommt zu kurz, die pubertierenden Töchter nerven, und Monty scheint jegliches erotische Interesse an ihr verloren zu haben. Als der Fluss über die Ufer tritt und halb Jeetzeburg unter Wasser setzt, zögert Antonia dennoch nicht lang. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Helen, der Stammkundin Petra und ihrer Angestellten Carolin hilft sie beherzt der betagten Frau Lilienthal, deren geliebtes Haus bedroht ist. Und plötzlich erscheinen ihre eigenen Probleme in einem ganz anderen Licht ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Martha Sophie Marcus ist vorallem durch ihre historischen Romane bekannt. Ihr neuerster Roman ist ein unterhaltsamer Frauenroman, der trotzdem ein sehr ernsthaftes Thema zur Sprache bringt: Hochwasser.
Da ich selbst nicht sehr weit von der Donau entfernt wohne und unsere Garage schon zweimal überflutet war, ist mir das Thema (leider) vertraut.
Bei einer Leserunde bei Lovelybooks durften ich mit der Autorin über ihren Roman und warum sie das Thema aufgegriffen hat, diskutieren.

Die vier Hauptprotagonistinnen Antonia, Helen, Petra und Carolin sind sehr unterschiedliche Charaktere und  jede von ihnen hat mit anderen Problemen zu kämpfen. Während Antonia durch ihren übertriebenen Perfektionismus das Gefühl hat ihre Familie zu verlieren, kämpft Helen mit einem alkoholkranken Ehemann. Petra hat sechs Kinder, dreht jeden Cent dreimal um und kämpft jeden Monat ums Überleben. Nun  muss sie auch noch um ihr Haus bangen, das der Besitzer wegen Eigennutzung zurückfordert. Carolin, die Jüngste, arbeitet in der Apotheke von Antonia und ist in medizinischen Dingen sehr kompetent, doch was junge Männer betrifft furchtbar schüchtern.
Während jede der Frauen mit ihren eigenen Problemen beschäftigt ist, steigt der Wasserpegel rund um die kleine Stadt Jeetzeburg an der Elbe kontinuierlich. Als die ehemalige Lehrerin, Frau Lilienthal, in ihrem Haus festsitzt, nehmen Antonia, Petra, Helen und Carolin die Sache in die Hand, wachsen über sich hinaus  und vergessen kurzfristig ihre eigenen Sorgen.

Über jedem Kapitel steht einer der Vornamen der vier Frauen, während der Roman abwechselnd aus der Sicht dieser Protagonistin geschrieben ist. Antonia ist diejenige, die in dieser Geschichte den Hauptpart einnimmt. Sie ist eine Perfektionistin, die Job und Familie top unter einem Hut bringt, jedoch mehr und mehr den Bezug zu ihren Töchtern und vorallem zu ihrem Mann Monty verliert. Sie will einfach in jeder Hinsicht perfekt sein und verliert langsam die Kontrolle über die Apotheke und Familie.
Helen ist die Lebenslustigste der Gruppe, verschließt jedoch immer wieder die Augen vor der Wirklichkeit und der Alkoholsucht ihres Mannes Tom.
Petra ist eine sehr warmherzige Frau, die alles für ihre Kinder tut und sie trotz Geldmangel auf den rechten Weg schickt.
Und Carolin ist jobmäßig richtig kompetent und gibt im Internet Antworten auf knifflige medizinische Fragen,  jedoch in der realen Welt kriegt sie Männern gegenüber kaum einen Satz heraus.

Schreibstil:
Alle Protagonistinnen sind wunderbar lebendig beschrieben - Frauen, mit Ecken und Kanten, Frauen wie du und ich. Man fühlt sich wohl in der Runde und schließt alle sofort ins Herz. Der Leser lernt wie klein große Probleme sein können, wenn man auf jemanden trifft, der mit noch größeren Problemen zu kämpfen hat. Die Länge der einzelnen Kapitel ist eher kurz und liest sich schnell. Und sogar wie der Goldfisch zum Kaffeeklatsch kommt, wird mit allerlei Humor glaubwürdig eingebracht.

Fazit:
Der Autorin ist es mit ihrem flüssigen und lebendigen Schreibstil gelungen ein ernstes Thema in eine unterhaltsame Geschichte zu verpacken.Ein Roman über Frauen und Freundschaften.


Vielen Dank an die Autorin Martha Sophie Marcus für die nette Leserunde, an den Goldmann Verlag und Lovelybooks.
 

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