Der Glanz der Novemberrosen - Martha Sophie Marcus

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    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Goldmann Verlag; Originalausgabe Edition (18. Oktober 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442492165
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442492169
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: Band 1 der Fünf Schwestern Reihe




Goldmann Kurzbeschreibung:
Hannover Mitte des 19. Jahrhunderts: Als Töchter des Lokomotivfabrikanten Georg Brinkhoff wachsen Sophie und ihre Schwestern in Reichtum auf. Aber anders als ihre Familie sieht Sophie die Nöte der Arbeiter. Als sie sich für soziale Gerechtigkeit engagiert, lernt sie den verheirateten Fabrikschmied Karl kennen. Es ist für beide Liebe auf den ersten Blick. Doch hin- und hergerissen zwischen ihrer verbotenen Beziehung und dem Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie heiratet sie schließlich den Ingenieur Ernst Drave, für den sie nichts empfindet. Ihre Liebe zu Karl ist jedoch stärker denn je. Und so beginnen beide ein gefährliches Doppelleben ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Der Glanz der Novemberrosen" ist der erste Band um die fünf Brinkoff Schwestern und beginnt mit Sophie, der zweitältesten Tochter. Die Töchter des Industriellen Georg Brinkhoff, der eine Lokomotivfabrik leitet, wachsen gutsituiert auf und sollen alle eine passende Partie machen, wie es zu dieser Zeit Sitte war. Während die älteste Tochter Dorette demnächst einen Ingenieur aus dem väterlichen Unternehmen heiraten wird, macht ein weiterer Angestellter der Eisenbahnkommission Sophie den Hof. Die unerfahrene junge Frau ist dem Werben von Ernst Drave nicht abgeneigt. Doch als sich Sophie mehr für die Fabrik ihres Vaters zu interessierenn beginnt, lernt sie den Fabriksschmied Karl kennen. Als Frau hat sie allerdings keine Möglichkeiten öfters die Arbeitsstätte von Karl aufzusuchen. Deshalb greift sie zu einer kleinen List...

Die letzte Zeit vermeide ich es oftmals den Klappentext zu lesen und war deshalb etwas enttäuscht, weil der Prolog mir einfach zu viel verraten hat. Ich wusste sofort, wohin der Weg gehen würde und genauso ist es gekommen. Trotzdem konnte mich die Autorin nach anfänglicher Skepsis mit ihrer Geschichte fesseln.
Sophie ist eine aufgeweckte junge Frau, die sich nicht mit Stickerei und Kaffeeklatsch zufrieden gibt. Sie blickt über den Tellerrand und möchte mehr von der Welt wissen. Dabei kommt sie mit einigen Menschen aus unteren Schichten in Kontakt und möchte ebenso mehr über die Arbeit ihres Vaters wissen. Durch Karl erfährt sie mehr über die Missstände in der Arbeiterschicht.
Martha Sophie Marcus geht sehr detailreich auf die Arbeitsbedingungen der Fabriksarbeiter zu dieser Zeit ein. 12-14 Stunden Arbeitszeit und meistens nur ein halber Tag frei, sind standard. Der Lohn reicht kaum zum Überleben. Die Industralisierung gewinnt immer mehr an Bedeutung und die Fabrikanten stehen vor neuen Forderungen der unteren Schicht, der sie nicht nachgeben wollen. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird im Roman sehr deutlich dargestellt.
Der historische Hintergrund um die Revolution 1848 und den Eisenbahnbau im Brinkhoffschen Unternehmen hat mich fasziniert.

Die Autorin hebt in ihrem Roman die Rolle der Frau zur damaligen Zeit stark hervor. Diese ist starr definiert und gespickt von Konventionen. Sophie versucht sich, so weit wie möglich, dagegen aufzulehnen....in allen Bereichen.
Die Nebencharaktere sind teilweise sehr detailliert gezeichnet. Man erhält bereits einen genauen Blick auf zwei Schwestern von Sophie, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Minna, die jüngere Schwester, möchte sich ebenfalls nicht den strengen Konventionen beugen. Sie interessiert sich für Medizin und hat nicht vor zu heiraten. Im Gegenteil zu Dorette, der ältesten Tochter der Brinkhoffs, die bereits im ersten Band heiratet und sich mit Sophie einen Wettstreit liefert. Sie passt perfekt in die Rolle der verwöhnten adeligen Frau, deren Liebe aber auch nur zu Beginn ihrem Mann und danach wieder den Pferden gehört. Ich denke von ihr werden wir auch noch mehr lesen, auch wenn die Reihe mit der zweitältesten Tochter beginnt.

Einige kleine Kritikpunkte habe ich neben dem Prolog, der mir zu viel verraten hat. Es gibt oftmals größere Zeitsprünge. Ein Fakt, den ich nicht wirklich mag, da ich oft das Gefühl habe etwas würde mir in der Geschichte fehlen. Zum Ende hin nahm mir das Liebesgeplänkel zwischen Sophie und Karls Liebe einen zu großen Raum ein. Trotzdem fühlte ich mich durchweg bestens unterhalten und runde bei anderen Plattformen gerne auf vier Sterne auf.

Schreibstil:
Martha Sophie Marcus schreibt sehr lebendig und die Sprache ist der damaligen Zeit angepasst. Man merkt sofort, dass man einen historischen Roman in Händen hält. Vorallem die Gepflogenheiten und Sitten der damaligen Zeit, sowie die bildhafte Darstellung der Schauplätze sind gelungen. Die Autorin hat sich für ihre  Fabrikantenfamilie Brinkhoff die Lindener Unternehmerdynastie Egestorff zum Vorbild genommen. Die historischen Hintergründe wurden sehr gut recherchiert.

Fazit:
Der Beginn der fünfteiligen Reihe rund um die Familie Brinkhoff und ihre Töchter bringt einiges an geschichtliches Wissen rund um die Industralisierung, der Revoloution und der Rolle der Frau in der Mitte des 19. Jahrhunderts - verpackt in einer Familiensaga - mit. Mir hat der Start der Reihe gut gefallen, auch wenn es für mich einige kleine Kritikpunkte gibt.


1 Kommentar:

  1. Liebe Martina

    Wie schade, dass dich der Prolog so sehr gespoilert hat, aber immerhin kontne dich die Geschichte insgesamt überzeugen. Ich freue mich schon auf deine Meinung zu den weiteren Bänden und grüsse dich sehr herzlich.

    Alles Liebe
    Livia

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