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Nachtwald - Tríona Walsh

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch; 1. Edition (27. November 2024)
    • Übersetzer: ‎ Birgit Schmitz
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3596709016
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596709014
    • Originaltitel ‏ : ‎ The Party
    • Genre: Thriller


Fischer Kurzbeschreibung:
Butler Hall, ein düsteres, etwas verfallenes Herrenhaus im Westen Irlands. Nach Monaten ohne Kontakt trifft Lizzie hier wieder auf ihre Familie, um die Hochzeit ihrer Mutter zu feiern. Lizzie hat einiges wiedergutzumachen und ist fest entschlossen, dass dieses Wochenende ein Erfolg wird. Doch bereits das Haus von George, dem neuen Ehemann ihrer Mutter, ist anders als erwartet: Butler Hall liegt mitten in einem dunklen Wald, selbst die Straße dorthin ist so zugewachsen, dass das Haus nur zu Fuß erreicht werden kann. Trotzdem findet noch jemand den Weg durch den Wald – und dieser Gast wird nicht einfach wieder weggehen. Ein alptraumhaftes Wochenende beginnt, währenddem ein Geheimnis nach dem anderen ans Licht kommt. Und danach ist nichts mehr so, wie es vorher war.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Auf diesen Thriller war ich sehr gespannt, denn die Inhaltsangabe hat mich sofort angesprochen. Nachdem ich bei Lovelybooks leider kein Glück hatte, entdeckte ich "Nachtwald" in meiner Bücherei. Natürlich nahm ich es sofort mit nach Hause.

Ich liebe Thriller mit einer begrenzten Personenzahl, die in einer abgeschiedenen Umgebung oder überhaupt abgeschnitten von der Welt, um ihr Überleben kämpfen müssen. 
Schauplatz ist diesmal "Butler Hall", ein altes Herrenhaus in Irland, umgeben von dunklen Wäldern und nur zu Fuß erreichbar. Handyempfang gibt es ebenfalls kaum.
Lizzie hat gerade eine sechsmonatige Therapie hinter sich und versucht sich langsam wieder ihrer Mutter und ihrem Bruder Liam anzunähern. Sie ist zu einem Familienzusammentreffen in Butlers Hall eingeladen, nachdem ihre Mutter überraschend geheiratet hat. Das teilrenovierte Herrenhaus gehört ihrem frisch angetrauten Ehemann George, den Lizzie zum ersten Mal treffen soll. Unverhofft taucht auch Georges Tochter Freya mit ihrem Ehemann Hudson auf. Doch Freya und Hudson sind nicht die einzigen Überraschungsgäste, denn am Abend taucht plötzlich ein ungebetener Gast auf mit dem niemand gerechnet hat. Am nächsten Morgen wird eine Leiche gefunden und jeder wird verdächtigt den Mord begangen zu haben....

Wir erleben die Geschichte aus der Perspektive von Lizzie. Ihr Charakter steht im Mittelpunkt der Handlung und als Leser sind wir auf ihre Sichtweise angewiesen. Man weiß deswegen nicht, ob sie eine zuverlässige Erzählerin ist.
Trotzdem erfährt man als Leser am meisten über sie und ihren Charakter, der von der Autorin sehr lebendig beschrieben wird. Die anderen Figuren bleiben hingegen teilweise eher blass.
Lizzie hat von Beginn an ein ungutes Gefühl und vertraut der überschwänglichen Fröhlichkeit und Freundlichkeit nicht. Diese wechselt auch kaum, nachdem die Leiche gefunden wird und man versucht, diese irgendwie loszuwerden. Erst als sich die Bewohner des Hauses langsam gegenseitig mehr beobachten und verdächtigen, wird die Atmosphäre zusätzlich beklemmend. Als Leser versucht man herauszufinden, wer die Wahrheit spricht oder wer etwas vertuschen möchte.
Leider fand ich die Entwicklung der Handlung etwas an den Haaren herbeigezogen - vor allem das Benehmen der anderen Familienmitglieder war teilweise befremdlich. Einzig Lizzies Gefühlsregungen und Ängste konnte ich richtig nachvollziehen. Sie war für mich auch der Charakter, der als Einziger rational handelte und Mut und Stärke bewies.

Gefallen haben mir die Naturbeschreibungen und die kleinen Einblicke in die Pflanzenkunde. Der Garten hinter "Butler Hall" verbirgt nämlich auch giftige Pflanzen. Außerdem fühlte man in jeder Zeile die Abgeschiedenheit des Hauses und die dunklen, undurchdringlichen Wälder.
Vieles fand ich zu jedoch zu konstruiert und unglaubwürdig, auch wenn die Handlung spannend erzählt wird. 

Cover:


Zu diesem Buch habe ich leider nur das englischsprachige Originalcover entdeckt. Den englischsprachigen Titel finde ich übrigens nicht wirklich passend. Eine Party fand im verlassenen Herrenhaus nicht wirklich statt, sondern eher eine Familienfeier mit übersichtlicher Personenanzahl.

Fazit:
Ein Thriller mit Stärken und Schwächen. Atmosphärisch top, aber mit kleinen Längen, einigen unglaubwürdigen Handlungen und Eigenheiten, die mir zu konstruiert waren. So richtig überzeugen konnte mich Tríona Walsh mit "Nachtwald" nicht. 



Rauhnächte - Ulrike Gerold & Wolfram Hänel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch; 2. Edition (26. Oktober 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 359670698X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596706983
    • Genre: Thriller, Krimi


Fischer Kurzbeschreibung:
Junge Frauen verschwinden. In diesen magischen Nächten zwischen den Jahren. Nach zwölf Tagen kehren sie zurück, verwirrt und verstört. Zwei von ihnen haben es nicht mehr ausgehalten, sie gingen freiwillig in den Tod. Andere sind aus dem Tal weggezogen und nie wieder zurückgekehrt. Die wenigen, die geblieben sind, sprechen nicht darüber. Als Lisa an Weihnachten zu ihren Großeltern ins Tal fährt, sucht sie Antworten. Was geschah damals mit ihr? Auch dieses Jahr ist wieder ein Mädchen verschwunden. Warum spricht niemand darüber?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Gemeinsam mit der lieben Nicole von Zeit für neue Genres und der lieben Jessi von In Büchern leben haben wir diesen Thriller/Krimi, der bei uns in Westösterreich in den Bergen spielt, gelesen.

Die Rauhnächte, die zwölf Nächte, die vom 25. Dezember bis zum 5. Januar angesiedelt sind, sind die magische Zeit des Jahres. Es geht um Rückschau, innehalten, Ruhe und zu sich finden. Doch es gibt auch die andere Variante, denn zu dieser Zeit steht das Geisterreich offen und die Seelen der Verstorbenen haben "Ausgang". Und zur Mitte der Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, soll die Wilde Jagd aufbrechen. Diesem Thema widmen sich die Autorin Ulrike Gerold und der Autor Wolfram Hänel in diesem Thriller/Krimi. Deshalb hat mich auch der Klappentext sofort angesprochen. Ich liebe die Berge bei uns in Österreich, das Brauchtum zum Thema Krampus oder den Schiach-Perchten, die die bösen Geister des Winters austreiben sollen.

Der Einstieg war auch gelungen. Lisa kommt nach einigen Jahren in München zu den Weihnachtsfeiertagen wieder zurück in das Dorf in Salzburg, wo sie gelebt und von ihren Großeltern aufgezogen wurde. Schon immer hat sie die besondere Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag fasziniert. Im Rahmen ihrer Professur recherchiert sie über die Rauhnächte und kehrt noch einmal nach Oberalmdorf zurück, obwohl sie kein gutes Verhältnis zu ihren Großeltern hat.
Immer wieder verschwinden im kleinen Dorf in diesen Tagen junge Frauen, die nach acht Tagen verwirrt und völlig verstört zurückkehren. Das Dorf sucht weder nach ihnen, noch sprechen die Frauen darüber, was vorgefallen ist. Manche ziehen danach weg oder verüben sogar Selbstmord - und die Dorfbewohner schweigen dazu.
Auch Lisas Familie wirkt geheimnisvoll, denn sowohl ihre Mutter, als auch ihr Vater sind unabhängig voneinander verunglückt und das Schicksal ihrer Schwester Kathi bleibt unklar.
Da wird ein Mann, aufgespießt mit einem Horn einer Perchtenmaske, tot aufgefunden. Als Ermittler kommt Max, ein alter Freund von Lisa, von Salzburg in ihr Heimatdorf. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was hinter diesen mysteriösen verschwinden der Frauen steckt und wer den Mann ermordet haben könnte....

Die Geschichte wird aus der Sicht von Lisa erzählt. Dabei gibt es immer wieder kurze Einschübe einer jungen Frau, die anscheinend von den Perchten entführt wurde. Man weiß nicht wer sie ist und auch nicht, ob die Erzählung bereits vergangen oder gerade aktuell ist. Dies bringt noch einen Hauch mehr Spannung in den Thriller. Denn auch im selben Jahr, als Lisa nach Oberalmdorf zurückkehrt, ist wieder eine junge Frau verschwunden. 
Und das erste Drittel wird auch sehr spannend erzählt, während in der Mitte die Spannung etwas abflaut. Hier hatte ich das Gefühl, dass sich die Autoren etwas verloren haben in ihrer Geschichte. Was bleibt, ist die düstere und beklemmende Stimmung, die von Beginn an anwesend ist.

Die Nebenfiguren, allen voran Moni, Lisas beste Freundin, und Max bleiben undurchsichtig. Man rätselt die gesamte Zeit fleißig mit und hat seine eigenen Verdächtigen. Bei manchen Aktionen musste ich allerdings auch den Kopf schütteln und habe mich gefragt, ob das in Wirklichkeit überhaupt durchführbar wäre. Aber hier kann man getrost ein Auge zudrücken, denn dieses "Phänomen" hat man doch sehr oft in diesem Genre.

Was ich richtig gut fand war, wie das norddeutsche Autorenpaar diese mystische Atmosphäre und das Dorfleben eingefangen haben. Ich hatte als Österreicherin nie das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmen und nicht in die salzburgische Bergwelt passen könnte. Die Eigenheiten der Dörfler wurden lebendig beschrieben und man hatte laufend das Gefühl, dass jeder der Einwohner Dreck am Stecken hat. Die Bedrohung war konstant durch die Zeilen zu spüren. Authentische Ermittlungsarbeit gibt es hingegen eher weniger, denn auch der Dorfpolizist unterschlägt jegliche Beweismittel und wird auch nicht wirklich aktiv.

Die Auflösung fand ich hingegen etwas oberflächlich und es bleiben einige Fragen offen. Hier haben es sich die Autoren etwas leicht gemacht. Trotzdem hat mich dieser atmosphärische Krimi gut unterhalten und vor allem die unheimliche Stimmung im Dorf hat mir gut gefallen.

Fazit:
Ein sehr atmosphärischer Thriller/Krimi, der vom Brauchtum und die Eigenheiten eines kleines Dorfes in den Bergen, das sich ihre eigenen Gesetze schafft, erzählt. Einige ungelöste Fragen und ein Abfallen der Spannung im Mittelteil begründen meine Bewertung.


Wo die Wölfe sind - Charlotte McConaghy

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


     

    • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten 
    • Verlag: ‎ FISCHER Verlag 1. Edition (26. April 2023)
    • Übersetzer: ‎ Tanja Handels
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3596706424
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596706426
    • Originaltitel: ‎ Once There Were Wolves
    • Genre: Roman, Gegewartsliteratur


Fischer Kurzbeschreibung:
Inti Flynn kommt nach Schottland, um Wölfe in den Highlands wiederanzusiedeln. Als Wissenschaftlerin weiß sie, dass die wilden Tiere die einzige Rettung für die zerstörte Landschaft sind. Als Frau hofft sie auf einen Neuanfang. Sie ist nicht mehr die, die sie einst war, hat sich von den Menschen zurückgezogen. Denn die Wolfsbiologin besitzt die seltene Fähigkeit, Gefühle von anderen Lebewesen körperlich nachzuempfinden. Als ein Farmer tot aufgefunden wird und eine Hetzjagd auf ihre Tiere beginnt, muss sie sich ihren Ängsten stellen: Ist der Wolf oder der Mensch die Bestie in den Wäldern? Und wird sie je wieder menschliche Nähe zulassen können – oder von der Wildnis verschlungen werden, die sie retten will? 

Meine Bewertung: * * * * uneinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem die liebe Livia und ich gemeinsam "Zugvögel" von Charlotte McConaghy gelesen haben, war uns schnell klar, dass wir auch den zweiten Roman der Autorin miteinander lesen möchten.

Ich muss auch zugeben, dass mir das Thema Wölfe mehr liegt, als die Seevögel und das Meer des ersten Romans der Autorin. Außerdem ist das Thema zur Zeit auch sehr präsent. Erst vor ein paar Tagen habe ich wieder von einer Wolfssichtung im angrenzenden Bundesland gelesen und die Meinungen dazu sind noch immer zwiegespalten und ähneln dem im Roman sehr. Denn auch in "Wo die Wölfe sind" geht es um die Wiederansiedlung dieser wunderschönen Wesen, die jedoch auch gefahren für Weidetiere bringen.

In den schottischen Highlands, den Cairngorms, sollen Wölfe wieder angesiedelt werden, um den Rothwildbestand zu regulieren und die Renaturierung der Natur und das Ökosystem wiederzustellen. Die Wolfsbiologin Inti Flynn und ihr Team statten die Wölfe mit Halsbändern und einer Nummer aus, damit sie deren Bewegungen in den umliegenden Wäldern überwachen können. Die einzelnen Rudel sollen sich entwickeln und die neue Heimat annehmen. Doch dann wird ein Farmer tot aufgefunden und die Einwohner fühlen sich noch mehr von den Wölfen bedroht. Es beginnt eine Jagd, die nicht nur die Wölfe, sondern auch das Team der Wissenschaftler und ganz besonders Inti umfasst.

Wie schon in ihrem ersten Roman ist auch diesmal die Protagonistin eine Einzelgängerin und hat ein schweres Schicksal hinter sich. Schon als Kind war Inti von Wölfen fasziniert. Von ihrem Vater hat sie gelernt die Natur zu schätzen und mit ihr zu leben. Doch Inti ist auch eigenwillig, aufbrausend und sie verhält sich nicht wirklich diplomatisch gegenüber den Schafbauern der Gegend, die gegen die Wiederansidlung der Wölfe sind.
Inti misstraut den Menschen und fühlt sich zu Tieren mehr hingezogen - was ich selbst gut nachvollziehen kann. Zu Inti fand ich eher Zugang, als zu Franny aus "Zugvögel".
Durch jede Zeile konnte ich die Liebe und ihr Verständnis für die Lebensart der Wölfe fühlen. Die Natur- und Landschaftsbeschreibungen sind sehr gelungen und man begleitet Inti durch die Schottischen Highlands und auf den Wegen ihrer Schützlinge.
Trotzallem versteht es die Autorin den Leser immer wieder darauf hinzuweisen, dass es sich um Raubtiere und keine Kuscheltiere handelt.
Inti hat zusätzlich die "Mirror-Touch-Synästhesie, eine seltene "Krankheit" oder Gabe, bei der man die Schmerzen anderer Menschen am eigenen Leib spürt. 

Charlotte McConaghy hat neben dem Thema der Wolfsansiedlung und deren Probleme und Tücken, weitere Handlungsstränge miteingeführt. Dabei kommt es auch zu Rückblicken in die Kindheit von Inti und ihrer Zwillingsschwester Aggy und Intis Synästhesie spielt ebenfalls eine größere Rolle. Es gibt einige überraschende und auch dramatische Wendungen und als Leserin von Krimis und Thrillern war ich zusätzlich gespannt, welche Bestie hinter dem Tod des Farmers steckt - Mensch oder Tier?

Man bemerkt, dass sich die Autorin mit dem Thema wirklich stark auseinandergesetzt hat und uns unwissenden Leser:innen sehr viel vermitteln kann. Sie versteht es großartig, ihre Figuren lebendig werden zu lassen und ein Thema, welches ihr am Herzen liegt, zu transportieren. Zusätzlich lassen die Landschafts- und Naturbeschreibungen lebendige Bilder vor meinem inneren Auge entstehen. Der Schreibstil der Autorin ist einfach unverwechselbar und hat mir schon in ihrem Debüt sehr gut gefallen.

Zum Ende hin wird es richtig spannend, jedoch war ich mit der Auflösung nicht ganz zufrieden. Sie war mir nicht plausibel genug.

Cover:

von links nach rechts:
die beiden englischsprachigen Cover, das französische, das niederländische, das finnische, schwedische und das slowakische Cover

Fazit:
Ein weiterer Roman von Charlotte McConaghy über "Climate Fiction", wobei vieles davon schon zur Realität wird. Eine Ode an die Wölfe und an die Renaturierung der Natur. Ich empfehle den Roman sehr gerne weiter!


 

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