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Stimme der Toten - Elisabeth Herrmann



    • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (14. August 2017)
    • ISBN-10: 3442313910
    • ISBN-13: 978-3442313914
    • Genre: Krimi, Wirtschaftskrimi
    • Reihe: ja - Band 2 um Tatortreinigerin Judith Kepler


Goldmann Kurzbeschreibung:
Judith Kepler ist Tatortreinigerin. Sie wird gerufen, wenn der Tod Spuren hinterlässt, die niemand sonst beseitigen kann. In einem großen Berliner Bankhaus ist ein Mann in die Tiefe gestürzt. Unfall oder Selbstmord? Judith entdeckt Hinweise, die Zweifel wecken. Als sie die Polizei informiert, ahnt sie nicht, welche Lawine sie damit lostritt: Sie gerät ins Visier einer Gruppe von Verschwörern, die planen, die Bank zu hacken. Ihr Anführer ist Bastide Larcan, ein ebenso mächtiger wie geheimnisvoller Mann, der Judith zur Zusammenarbeit zwingt. Denn er kennt Details aus ihrer Vergangenheit, die für sie selbst bis heute im Dunklen liegen. Und in Judith keimt ein furchtbarer Verdacht – kann es sein, dass Larcan in die Ermordung ihres Vaters verstrickt war? Sie weiß, sie wird nicht ruhen, bis sie endlich die Wahrheit erfährt, was als Kind mit ihr wirklich geschah …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Goldmann Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Elisabeth Herrmann kenne ich bereits den Jugendthriller "Schattengrund", der mich absolut begeistern konnte, obwohl mir sonst Thriller für Jugendliche zu harmlos sind. Dieser war großartig! Gelesen habe ich außerdem noch die beiden Krimis der "Sanela Beara" Reihe ("Das Dorf der Mörder" und "Der Schneegänger"), einen weiteren Jugendthriller ("Seefeuer"), de rmir nicht so gut gefiel und "Versunkene Gräber" aus der Joachim Vernau Reihe - also bereits jede Menge! Ich denke ich kenne kaum eine Autorin oder einen Autor, der so unterschiedliche Themen hat und bei dem man nicht sofort am Schreibstil erkennt, wer dieses Buch geschrieben hat. Jeder Krimi ist anders!

Den ersten Band um Tatortreinigerin Judith Kepler ("Zeugin der Toten") habe ich leider nicht gelesen, aber nachdem ich bereits in die Leseprobe (Prolog) reingeschnuppert hatte, musste ich mir den Krimi in der Bücherei reservieren lassen.
Dieser Prolog führt den Leser 6 Jahre zurück und offenbart einen kleinen Einblick in Judiths Vergangenheit. Danach geht es zurück in die Gegenwart. Judith, die als Cleanerin arbeitet, wird zu einem Toten in der CHL Bank gerufen. Dieser ist von der Galerie gestürzt und alles deutet auf Selbstmord hin. Beim Reinigen findet Judith jedoch einen blutigen Fingerabdruck im Waschraum und meldet dies der Polizei. Ab diesen Zeitpunkt gerät Judiths Leben aus dem Fugen.....

Mit "Stimme der Toten" hat die Autorin einen vielschichtigen Krimi geschrieben, der auch als Wirtschafts- oder Agentenkrimi durchgehen könnte. Neben der Cyberkriminalität werden auch die Themen  Stasivergangenheit und Rechtsradikalismus angesprochen. Somit haben wir es mit mehreren Handlungssträngen zu tun, die einiges an Konzentration erfordern! Perfekt hat die Autorin diese verknüpft, was sicher keine leichte Aufgabe war. In allen davon verstrickt sich Judith Kepler, die eigentlich nichts anderes möchte, als so wenig wie möglich aufzufallen. Denn bald weiß sie nicht mehr, wer hier Freund und wer Feind ist...

Die Charaktere sind facettenreich, eben Menschen mit Ecken und Kanten. Richtig sympathisch ist mir irgendwie keiner, nicht einmal Judith selbst. Dazu ist sie zu eigenwillig und ruppig. Denn Judith ist gezeichnet durch ihre Vergangenheit. Nach dem Fall der Mauer und dem Tod des Vaters, der ein erfolgreicher Agent der DDR war, wurde sie ins Heim gesteckt. Ihr Name wurde in Judith Kepler umgeändert. Noch heute versucht sie ihr Leben zu leben und kommt aus ihrer Negativspirale nicht wirklich heraus. Denn noch immer rätselt sie, was damals genau geschehen ist. Alte Seilschaften, Erpressungen, Verschwörungen und eine Portion Cyberkriminalität sorgen für Spannung. Trotz der vielen Perspektiven-, Zeit- und Handlungswechsel hat die Autorin einen komplexen und packenden Thriller im Agentenmilieu mit einiger Portion Sozialkritik abgeliefert.

Schreibstil:
Elisabeth Herrmann schreibt flüssig und ansprechend. Die Autorin hat viele Dialoge eingebaut, die die Handlung auflockern. Obwohl man sich bei ihrem aktuellen Buch doch etwas mehr konzentrieren muss, kann man dem Inhalt leicht folgen. Die Charaktere sind facettenreich. Die Atmosphäre ist düster und bedrückt.

Fazit:
Ein vielschichter Krimi, der mehr wie ein Spionage- und Wirtschaftskrimi daherkommt. Viele Themen wie Cyberkriminalität, der kalte Krieg, Stasivergangenheit und Rechtsradikalismus werden in doch einigen Handlungssträngen verarbeitet und verlangen etwas Konzentration. Aktuell und spannend....


Der Schneegänger - Elisabeth Herrmann


    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (26. Januar 2015)
    • ISBN-10: 3442313864
    • ISBN-13: 978-3442313860
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 2 um Sanela Beara





Goldmann Kurzbeschreibung: 
Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Nach "Das Dorf der Mörder" (meine Rezi) war ich schon gespannt auf die Fortsetzung der Reihe rund um Sanela Beara, die nach erfolgreicher Lösung in Band 1 von der "gewöhnlichen" Straßenpolizistin aufsteigt und sich zum Studium an der Polizeihochschule einschreibt.
Doch zuerst begegnen wir Kommissar Lutz Gehring, der an einem eisigen Wintermorgen zu einem Leichenfund im Wald gerufen wird. Der skelettierte Tote ist ein kleiner Junge, der vor vier Jahren entführt und seitdem vermisst wurde.  Dieser Fall ist einer der wenigen, die Kommissar Gehring damals untersucht und nicht aufgeklärt hat und der ihm lange schlaflose Nächte beschert hat. Nach dem Fund kommen seine Erinnerungen wieder hoch und quälen ihn erneut. Deshalb möchte er nun diesen Falll unbedingt aufklären. Da es sich bei dem Jungen um ein Kind aus einer kroatischen Familie handelt, zieht Hauptkommissar Gehring Sanela als Übersetzerin zu seinem Fall hinzu. Doch in den vier Jahren ist viel passiert und die Eltern des Jungen sind mittlerweile getrennt. Darko, sein Vater ist Wolfsforscher und lebt auf einer Wolfsstation in den brandenburgischen Wäldern. Seine Mutter Lida hat in der Zwischenzeit ihren Arbeitgeber geheiratet und lebt in der Villa, in der sie früher als Haushälterin gearbeitet hat. Alle Personen aus der Familie und dem Umkreis bleiben genauso ablehnend wie damals. Wurde der Junge ermordet, weil das Lösegeld nicht übergeben wurde? Gab es etwa eine Verwechslung? Und wurde der kleine Darijo tatsächlich gequält und misshandelt? Warum sind die beiden Söhne von Reinartz kurz nach dem Vorfall in Schulen und Internate geschickt worden?

Sanela versucht ihrerseits auf ihre gewohnt unkonventionelle Art hinter die Fassade dieser Familie zu kommen und schleust sich in die Villa als Haushälterin ein. So erfährt sie bald einige Dinge, die sich damals hinter den Mauern der Villa abgespielt haben müssen, jedoch neue Fragen aufwerfen. Gehring ist dies gar nicht recht, doch schon bald bemerkt er, das er ohne Hilfe von Sanela bei diesem Fall genauso auf der Stelle tritt, wie schon damals.

Sanela Beara und Lutz Gehring gefielen mir als Ermittlerpaar, das sich immer wieder mit gegenseitiger Skepsis begegnet, sehr gut. Sanela ist die Unkonventionelle, die aus dem Bauch heraus agiert, während Gehring versucht die Vorschriften einzuhalten. Leider blieben die restlichen Personen etwas blass, sind zu stereotyp und zeigen zu wenig Tiefe. Vorallem die Mutter des getöteten Jungen ließ bis auf einen Zusammenbruch so überhaupt keine Emotionen erkennen. Interessant und sehr gut recherchiert waren die Zusammenhänge zu den Wölfen und deren Leben in der Wildnis, sowie die Arbeit in der Wolfstation.

Im Vergleich zum ersten Band der Reihe konnte mich „Der Schneegänger“ nicht so fesseln. Einige Längen in der Mitte des Krimis förderten nicht gerade meinen Lesefluss. Zudem konzentriert sich hier die Handlung viel mehr auf die Gefühle und das Leben der beteiligten Charaktere, die besser ausgearbeitet hätten werden können. Die Aufklärung des Falles, die Gehring bereits vor vier Jahren keine Ruhe ließ und die damit einhergehende Polizeiarbeit tritt eher in den Hintergrund. Oft hatte ich das Gefühl nur Sanela arbeitet noch am Fall, awährend das restliche Polizeiteam kaum auf ihre Ideen, noch auf ihre Berichte eingingen. Doch die Wendungen und Irrwege, die die Autorin geschickt einsetzte, konnten diese Längen wieder gut ausgleichen.

Cover:
Die düstere Stimmung wird hier sehr gut vermittelt, allerdings spielt im Buch ein See keine Rolle, sondern der Wald. Genauso fand ich den Titel nicht unbedingt gut gewählt. Dieser wurde zwar kurz erwähnt, jedoch im weiteren Verlauf des Buches weder aufgegriffen, noch aufgeklärt.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich gut lesen. Nicht umsonst habe ich schon einige ihrer Bücher gelesen.

Fazit:
Der zweite Band rund um Sanela Beara und Lutz Gehring konnte leider an Band 1 der Reihe nicht anschließen. Einige Längen in der Mitte des Kriminalromans und die eher stereotypen Charaktere rund um das Ermittlerpaar konnten mich nicht richtig überzeugen. Trotzdem ein MUSS für Elisabeth Herrmann Fans und alle die diese Reihe noch weiterlesen möchten....so wie ich.


Seefeuer - Elisabeth Herrmann


    • Broschiert: 416 Seiten
    • Verlag: cbt (23. Juni 2014)
    • ISBN-10: 3570162672
    • ISBN-13: 978-3570162675
    • Genre: Jugendthriller

cbt Kurzbeschreibung:
Marie Vosskamp kann nicht fassen, welchen Freund sich ihre Mutter nach dem Tod ihres Vaters zugelegt hat! Kein Stück traut sie Magnus, der in Windeseile das Kommando über das Vosskamp´sche Familienunternehmen übernimmt - und ihre Mutter auch noch heiraten will! Marie haut ab, um endlich ihre Träume zu verwirklichen, nach Friedrichskoog an die Nordsee, wo sie mit einem begehrten Praktikum ihrem Wunsch, Meeresbiologin zu werden, ein bisschen näher kommt. Dort lernt sie auch den attraktiven Vince kennen, der sich als Schatzsucher für das alte Schiffswrack der Trinity interessiert, das vor der Küste aufgetaucht ist. Mit der Trinity, die in den 50er Jahren in einem schrecklichen Unglück gesunken ist, heben sich dunkle Geheimnisse, die viel mehr mit Marie zu tun haben, als sie sich je hätte vorstellen können. Geheimnisse, die manche lüften und andere um jeden Preis verbergen wollen ...

Meine Bewertung: * * * *


Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Buch zur Deutsche Autoren Challenge 

Meine Meinung:
Die Freude war groß, als ich bei cbt den neuen Jugendthriller von Elisabeth Herrman gewonnen habe. "Schattengrund", ihr letzter Jugendthriller, war ein tolles Buch und auch die Erwachsenenthriller der Autorin finde ich klasse. Die Bücher sind alle sehr unterschiedlich und nicht - wie so oft bei manchen Autoren -  ähnlich. Das gefällt mir sehr!

Der Roman entführt den Leser an die Nordsee. Im Prolog im Jahre 1951 erlebt der Leuchtturmwärter Hinner Johannsen ein Unwetter, wie nie zuvor. Drei Schiffe hatte er ausgemacht bevor der Strom ausfiel, doch nur mehr zwei erreichen das Ufer. Die "Trinity", die aus den USA nach Deutschland segelte, sank und nur ein elfjähriges Mädchen konnte aus den Fluten gerettet werden, während das Schiff spurlos verschwand.

Zwei Generationen später wird das Wrack der "Trinity" vom Kutter der örtlichen Seehund-Rettungsstation gefunden, als er die alten Decksaufbauten rammt.
Marie Vosskamp, die Enkelin der einzigen Überlebenden von damals, macht dort gerade ihr Praktikum. Sie will Meeresbiologin werden. Zuhause fühlt sie sich nicht mehr wohl seit ihr Vater verstorben ist. Ihre Mutter Viola ist eine lebensfremde Künstlerin und lebt einzig und allein für ihre Bilder. Und der neue Freund an der Seite ihrer Mutter, ist ihr alles andere als sympathisch. Als dann auch noch ihre geliebte Großmutter einen Schlaganfall erleidet, fühlt sie sich komplett alleine.
Die Medien stürzen sich auf das Ereignis und auch Marie lässt die Geschichte der "Trinity" nicht mehr los, seit sie weiß, dass ihre Vorfahren damals mit dem Schiff nach Deutschland zurückkehren wollten. Ihre Großmutter, die als Einzige das Schiffsunglück überlebt hat, hat daraus immer eine Geheimnis gemacht. So weiß Marie kaum etwas über ihre Urgroßeltern oder über das Leben von Clara. Es scheint Geheimnisse zu geben, die niemand mehr außer ihre Großmutter beantworten kann....Als es dann auch noch heißt,  im Wrack wäre wertvolles Porzellan, das Millionen wert sei, beginnt der Kampf um die Bergung des Schiffes und seinen Inhalt.

Das Setting der Seehundestation und später auf dem Schiff der Sea Fire, deren Mannschaft nach Schiffswracks taucht, fand ich - besonders als Binnenmädchen ;) - sehr interessant. Man konnte praktisch die ganze Zeit über das Salzwasser riechen. Auch die Geschichte um die Vergangenheit der Vosskamps, ihre Geheimnisse und der Kampf um das Heben "des Schatzes" gefiel mir. Verbunden mit einer kleinen Liebesgeschichte ist es ein wirklich interessanter Roman für Jugendliche geworden, der aber nicht an "Schattengrund" heranreicht. Auch als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen! "Schattengrund" war hier viel spannender und hatte mehr Gruselelemente zu bieten. In "Seefeuer" hatte man zwar einen und später zwei Verdächtige, die aber zu offentlichlich verdächtig waren. Trotzdem liegt über der ganzen Geschichte etwas Bedrohliches, das die Spannung hält.

Cover:
Absolut perfekt, meiner Meinung nach. Die stürmische See, die tosenden Wellen, der einsame Leuchtturm inmitten....die Szene am Beginn des Buches findet sich im Cover zu 100% wieder. Auch die Farbgebung ist absolut gelungen.

Schreibstil:
Elisabeth Herrmanns Schreibstil ist sowohl bei ihren Erwachsenen-, als auch bei ihren Jugendthrillern sehr flüssig und gut zu lesen. Man erkennt den Unterschied, ob es sich um ein Jugendbuch handelt oder nicht und das beherrscht die Autorin wirklich hervorragend, denn so sollte es sein!

Fazit:
Seefeuer ist ein gelungener Jugendroman mit einem tollen Thema, allerdings kommt er an "Schattengrund" nicht heran. Zu wenig Thrillerelemente, aber eine gute Geschichte, sowie hervorragend erzählt. Für Jugendliche, die Zielgruppe des Buches, eine Leseempfehlung! Für richtige (ältere) Thrillerfans fehlt der "richtige Thrill" ;)


Vielen Dank an Randomhouse und den cbt Verlag für das gewonnene Exemplar!

Versunkene Gräber - Elisabeth Herrmann


    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (16. Dezember 2013)
    • ISBN-10: 3442479959
    • ISBN-13: 978-3442479955
    • Genre: Thriller, Krimi 
    • Reihe: ja - Band 4


Amazon Kurzbeschreibung: 

Einige Jahre sind vergangen, seit Anwalt Joachim Vernau den Drahtziehern eines Mordkomplotts das Handwerk gelegt hat. Auch die gemeinsame Kanzlei mit seiner Ex-Partnerin Marie-Luise ist längst Geschichte. Bis ihn ein Hilferuf aus Polen erreicht: Jazek, der gemeinsame Freund aus längst vergangen Tagen und durchzechten Nächten, sitzt mit einer Mordanklage im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Vernau ist entschlossen, Jazek zu helfen, und reist nach Polen. Versunkene Gräber auf einem alten Friedhof sind die erste Spur. Verlorene Briefe und vergessenes Leid ziehen Vernau immer weiter hinein in den Strudel der Ereignisse des Jahres 1945. Flucht und Vertreibung, Ende und Neuanfang - damals kreuzten sich die Schicksale von Tätern und Opfern, und Entsetzliches geschah. Doch erst Generationen später steigt das Grauen noch einmal aus dem Grab, und wer sich ihm entgegenstellt, muss sterben.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Deutsche Autoren Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein drittes Buch der Autorin und ich muss sagen, es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Themen und die Krimis sind. Viele erfolgreiche Krimi und Thrillerautoren schreiben ähnlich oder bleiben ihren Schema treu....Elisabeth Herrmann nicht! Sie findet immer wieder neue Ideen und Themen, die sie  - sei es in ihren Jugendkrimis oder eben die Erwachsenenschiene - hervorragend beschreibt.
Leider habe ich die Vorgängerbände um den Anwalt Joachim Vernau noch nicht gelesen, was ich jedoch nachholen möchte, wenn ich die Bücher in der Bücherei finde. Man kann jedoch die Reihe auch einzeln lesen. Ich hatte jetzt nicht das Gefühl, dass ich etwas versäumt hätte, noch wurde auf Vorgängerbände zurückgegriffen.

Diesmal hat Elisabeth Herrmann einiges aus der deutschen und polnischen Geschichte während und nach des zweiten Weltkrieges in ihrem Krimi verarbeitet. Als Österreicherin habe ich, ehrlich gesagt, davon nicht sehr viel mitbekommen. Hier waren immer andere Themen präsenter. So war es für mich sehr interessant etwas über Schlesien und der Zwangsaussiedlung der Deutschen in diesem Gebiet zu erfahren.

Anfangs hatte ich ein bisschen Schwierigkeiten in die Geschichte zu kommen und die vielen Personen auseinanderzuhalten. Während alle Personen in der dritten Person vorgestellt werden, erzählt unser Anwalt aus der Ich-Perspektive.
Während also Joachim Vernau bei einem Geschäftsessen mit seinem Vorgesetzten Sebastian Marquardt im Restaurant sitzt, bekommt er Besuch von der polnischen Rechtsanwältin Zusanna Markowska. Sie sucht Vernaus ehemalige Expartnerin Marie-Luise, die in Polen unter Mordverdacht steht. Sie und ein weiterer Freund Vernaus, Jacek Zielinski, sollen Horst Schwerdtfeger auf dem alten Friedhof nahe der Siedlung Janekpolana erschlagen  haben. Während Jacek bereits in Untersuchungshaft sitzt, läuft die Fahndung nach Marie-Luise. Vernau, der von der Unschuld seiner beiden Freunde überzeugt ist, macht sich auf den Weg nach Polen.

Dabei bedient er sich auch manchmal nicht ganz legalen Hilfsmitteln, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Die polnische Rechtsanwältin Zusanna steht Vernau und seinen Freunden zuerst skeptisch gegenüber, doch schon bald ist auch sie von der Unschuld der Beiden überzeugt. Doch welches Motiv hatte der oder die Täter? Und wer steckt hinter all den Spukgeschichten rund um den Friedhof und schreckt auch nicht vor neuen Morden zurück? Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass die Tat mit der Vergangenheit zu tun hat.
Dabei müssen deutsche und Polen gemeinsam der Geschichte auf den Grund gehen.

Schreibstil:
Der Autorin gelingt es in diesem Krimi hervorragend ohne jedweige Schuldzuweisungen auszukommen. Nebenbei erfährt man noch eine Menge über Polen, Wein und dem Leid auf beiden Seiten während des Zweiten Weltkrieges. Doch auch die Spannung kommt nicht zu kurz, wobei sich diese erst nach dem ersten Viertel einstellt. Trotz der vielen Perspektiven-, Zeit- und Handlungswechsel belohnt uns die Autorin mit einem aufregenden Finale..

Fazit:
Wieder ein guter Krimi aus der Feder von Elisabeth Herrmann, der diesmal auch jede Menge Geschichte beeinhaltet. Ich werde mir auch die restlichen Bücher der Autorin ausleihen bzw. kaufen.


Die Reihe um Anwalt Vernau:
  1. Das Kindermädchen
  2. Die siebte Sünde
  3. Die letzte Instanz
  4. Versunkene Gräber

Schattengrund - Elisabeth Herrman


    • Broschiert: 416 Seiten
    • Verlag: cbt (12. November 2012)
    • ISBN-10: 3570161269
    • ISBN-13: 978-3570161265
    • Genre: Jugendthriller

Amazon Kurzbeschreibung: 
Als die 17-jährige Nicola das Haus ihrer verstorbenen Tante erbt, ahnt sie nicht, wie bedeutsam dieser Name für sie wird. Es ist ein einsames Haus in einem abgelegenen Dorf, in dem sie als Kind oft zu Gast war. Ein Haus, in dem die Vergangenheit schlummert. Und ein Haus, das Nicos Eltern auf keinen Fall annehmen wollen. Als die Eltern das Erbe stellvertretend für ihre Tochter ausschlagen, reißt Nico heimlich aus, um Schattengrund wiederzufinden. Und kaum hat sie die Schwelle übertreten, da scheint eine lange verdrängte Wahrheit nach ihr zu greifen. Wie konnte sie das alles bloß vergessen? Die knarrenden Treppen, den staubigen Dachboden – und das Mädchen, mit dem sie hier immer gespielt hat? Fili, ihre allerbeste Freundin. Ihre Seelenschwester. Ihre tote Freundin. Ein grauenhaftes Verbrechen hat die Mädchen damals auseinander gerissen. Aber Nico kann ihren eigenen Erinnerungen nicht trauen. Und der Täter von damals ist noch immer im Dorf.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Meine Meinung:
Als Thriller-Leser war ich wirklich überrascht über diesen als "Jugendthriller" titulierten Roman. Wow...so manche Thrillerautoren, die nur für Erwachsene schreiben (macht ja Elisabeth Herrmann auch), könnten sich hier eine Scheibe an Spannung und Thrill abschneiden!
Für mich findet der Unterschied zwischen Jugendthriller und Thriller für Erwachsene in dieser Geschichte nur durch die jugendlichen Protagonisten statt.
Nicola, gennant Nico, erfährt kurz vor ihrem 18. Geburtstag, dass sie das Haus ihrer Tante Kiana geerbt hat. Ihre Eltern lehnen allerdings dieses Erbe ab. Nico, die sich nur schwach an ihre Tante und die Zeit, die sie bei ihr im Haus verbracht hat, erinnern kann, will wissen, warum ihre Eltern sich so gegen das Erbe sträuben und packt heimlich ihren Koffer. Während sie ihren Eltern erzählt, sie übernachte bei einer Freundin, macht sie sich auf nach Siebenleben, einen abgelegenen Dorf im Harz. Ein Schneesturm macht ihr fast einen Strich durch die Rechnung, denn der Autobus fährt nicht weiter und Nico muss zu Fuß weiter und verirrt sich. Ein vorbeikommender Geländewagen nimmt sie mit und bringt sie nach Schattengrund, dem Haus ihrer Tante. Leon, der hilfreiche Retter, hilft ihr auch noch beim Schneeschippen und hackt ihr etwas Holz für den Ofen, denn die kommenden Tage sollen die Schneefälle noch schlimmer werden.
Als Nico am nächsten Tag ins Dorf geht und Lebensmittel einkaufen will, begegnen ihr die Dorfbewohner mit Feindseligkeit. Sie wird beschimpft und beschuldigt für den Tod der kleinen Fili verantwortlich zu sein. Zuerst ist Nico nur verwirrt, doch langsam beginnt sie sich zu erinnen...an ihre damals beste Freundin Philomenia, genannt Fili, und an die Gruselgeschichten ihrer Tante und an das Märchen vom Ritter, der Höhle und dem silbernen Grab....
Gemeinsam mit Leon versucht sie den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Doch das sehen einige der Dorfbewohner gar nicht gerne und so ist Nico bald nicht mehr sicher in dem alten Häuschen. Durch den Schneesturm, der den Ort von der Umwelt abgechnitten hat und einigen unerklärlichen Begebenheiten in Schattengrund fühlt sie sich immer unbehaglicher und bedroht....

Schreibstil:
Kurze prägnante Sätze, flüssiger Schreibstil und ein spannender Aufbau der Geschichte, verwoben mit den Sagen und Märchen aus dem Harz, machen diesen Jugenthriller zu einen Pageturner. Die Landschaft und die Menschen im Dorf sind wunderbar beschrieben und tolle Charaktere, die ich mir sehr gut und bildhaft vorstellen konnte. Der viele Schnee ließ mich frösteln und die plötzlichen Wendungen in der Geschichte enthielten immer wieder neue Überraschungen. Besonders durch die Abgeschiedenheit und spätere Abgeschlossenheit des Dorfes kommt eine sehr mysteriöse und düstere Stimmung auf.

Fazit:
Spannend vom Anfang bis zum Ende! Düster, gespenstisch, unheimlich......aber ohne Blutvergießen.
Da ich für den Thriller "Das Dorf der Mörder"  der Autorin bereits 4 1/2 Sterne vergeben habe und ich diesen Jugendthriller um einiges besser fand, gibt es diesmal für mich 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

Das Dorf der Mörder - Elisabeth Herrmann


    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (25. Februar 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442313252
    • ISBN-13: 978-3442313259
    • Genre: Krimi, Thriller

Amazon Kurzbeschreibung: 
Ein grausamer Mord ereignet sich im Berliner Tierpark. Eine der Ersten, die am Tatort eintrifft, ist die junge Streifenpolizistin Sanela Beara: ehrgeizig, voller Tatendrang und entschlossen, dem Fall auch gegen den Willen ihres Vorgesetzten auf den Grund zu gehen. Denn die Schuldige ist schnell gefasst – zu schnell, wie Sanela glaubt. Während der Öffentlichkeit die geständige Mörderin Charlie Rubin präsentiert wird, hat Beara Zweifel. Zweifel, die auch den Psychologen Jeremy Saaler plagen, der ein Gutachten über Charlies Zurechnungsfähigkeit erstellen soll. Unabhängig voneinander haben beide den gleichen Verdacht: Der Mord im Tierpark hängt mit Charlies Kindheit in einem kleinen Dorf in Brandenburg zusammen. Ein dunkles, mörderisches Rätsel lockt sie nach Wendisch Bruch – direkt ins Visier eines Gegners, der die Totenruhe im Dorf um jeden Preis bewahren will ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Deutschsprachigen Autoren Challenge 2013

Buch zur Wir lesen dicke Dinger Challenge

Meine Meinung:
Dies war mein erstes Buch der Autorin, wobei ich schon mit ihrem vorherigen Buch "Schattengrund" geliebäugelt hatte. Es fällt mir ein bischen schwer die Geschichte einzuordnen, denn auf dem Cover steht "Roman"...das ist es definitv NICHT! Es ist eine Mischung aus Krimi und Thriller, wie es auch schon der Titel andeutet.
Die ehrgeizige Straßenpolizistin Sanela Beara, die gerne in einem anderen Zustandsbereich der Polizei wechseln möchte, kommt schneller zu dieser Ehre, als ihr lieb ist. Im Zoo von Berlin wird die Leiche eines Mannes im Gehege der Pekari-Schweine gefunden, als gerade eine Kindergartengruppe die lieben Tierchen ansehen will. Der Mann wurde bei lebendigen Leib gefressen, nachdem er durch Injektionen bewegungsunfähig  gemacht wurde. Da die zuständige Kriminalpolizei länger zum Fundort benötigt, als die Straßenpolizistin, ist sie früher am Tatort und spricht noch mit der Kinderbetreuerin, zwei kleinen Mädchen und der Zooangestellten Charlie Rubin, bevor sie niedergeschlagen wird. Lutz Gehring, der Kriminalhauptkommissar, ist darüber alles andere als erfreut. Die Polizei ist an einer schnellen Aufklärung des brutal verübten Mordes interessiert und nimmt bald darauf Charlie Rubin als Täterin fest. Doch Sanela hält die Zooangestellte nicht für die Mörderin und ermittelt im Alleingang weiter. So führt ihr Weg nach Wendisch Bruch, dem Ort der Kindheit der beiden Schwestern.

Hier wechseln wir zum zweiten Erzählstrang und zum Psychologen Doktor Brock und seinem Assistenten Jeremy Saaler. Sie sind diejenigen, die das psychiatrische Gutachten der Täterin erstellen sollen: Ist sie zurechnungsfähig oder nicht ? Wird ihr der Prozess gemacht oder kommt sie in die Psychatrie? So versucht Jeremy auch etwas über die Familie rund um Charlie herauszufinden und stößt auf ihre Schwester Cara, eine Tierärztin. Schon bald beginnt auch er zu ahnen, dass viel mehr hinter dieser Sache steckt, als es anfänglich aussieht.

Immer wieder wird Wendisch Bruch, der ehemalige Wohnort aus Charlie's und Cara's Kindheit, erwähnt - ein kleines Dorf aus der ehemaligen DDR. Besonders die Trostlosigkeit des kleinen Ortes, das bald nur mehr ein Geisterdorf sein wird, konnte die Autorin anschaulich und beklemmend darstellen. Obwohl die wunderschönen Obstgärten bildhaft beschrieben werden, vermittelt uns Elisabeth Herrmann gekonnt auch die Trostlosigkeit der letzten acht Einwohner, der Arbeitslosigkeit, dem halb verfallenen Dorf und vorallem das dunkle Geheimnis der Dorfbewohner.

Schreibstil:
Bildhafte Schilderungen, wundervoller und toll formulierter Schreibstil mit einem Spannungsbogen, der zum Ende hin wirklich sehr fesselnd ist. Die Charaktere sind Menschen mit Ecken und Kanten...manche mehr und manche weniger sympathisch. Die Autorin versteht es allerdings den Leser immer im Zweifel zu lassen, ob diese(r) nun "gut oder böse" ist und wartet mit einer finalen Überraschung auf!

Cover:
Düsterer Hintergrund, verfallene Scheune - sehr passend zur Geschichte.

Fazit:
Spannend und sehr gut geschrieben mit einem interessanten Hintergrund. Stellenweise etwas brutal, jedoch passend zur Geschichte. Ich würde noch gerne mehr von Sanela Beara und Lutz Gehring lesen!


 

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