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The Castaways - Lucy Clarke

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 464 Seiten
    • Verlag: ‎ Piper Taschenbuch, 3. Auflage (31. August 2023)
    • Übersetzer: Karin Dufner
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3492320457
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3492320450
    • Originaltitel: ‎ The Castaways
    • Genre: Spannungsroman, Drama


Piper Kurzbeschreibung:
Lori wacht auf einer wunderschönen, einsamen Insel auf. Glitzerndes blaues Meer, goldene Sonnenuntergänge, dunkelgrüner Urwald. Und dennoch ist es nicht der Urlaub, den sie und ihre Schwester Erin geplant haben. Denn neben einem Flugzeugwrack steht ein Fremder, ein zweiter Mann ritzt mit einem Messer die Anzahl der Toten in den Stamm einer Palme. Andere beobachten Lori über die Flammen eines Lagerfeuers hinweg – und jeder einzelne verschweigt eine Geschichte und hütet Geheimnisse. Während Erin zu Hause in London denkt, ihre Schwester für immer verloren zu haben, gerät diese auf der Insel in höchste Gefahr … 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Gleich vorweg: Diese Geschichte ist bereits mit einem anderen Titel und Cover erschienen und zwar unter "Der Ozean unserer Erinnerung" als Broschur. Ich bin damals darauf reingefallen und habe das Buch nun doppelt hier liegen.
Generell werden in der letzten Zeit viele ältere Bücher von Lucy Clarke mit neuem Titel und Cover aufgelegt, wie erst kürzlich auch "The Seasisters", welches ihr erstes oder eines der ersten auf deutsch übersetzten Bücher war und "Die Landkarte der Liebe" hieß. Also lieber immer doppelt checken! Und die beiden Cover vermitteln eigentlich auch einen ganz anderen Inhalt......oder was denkt ihr?

Gefallen hat mir "The Castaways" sehr gut! Es ist ein Spannungsroman oder Survivalroman und entführt uns in die paradiesische Südsee: den Fidschi Inseln.
Die Schwestern Erin und Lori haben sich einen Traumurlaub im Südpazifik gebucht. Strand, Palmen und Meer und endlich etwas Entspannung. Doch bevor die Schwestern die Weiterreise von der Hauptinsel zu einer kleineren Pazifikinsel antreten, kommt es zu einem heftigen Streit und Erin erscheint nicht am Flughafen. Lori fliegt deshalb alleine voraus, doch Flug FJ209 kommt nie am Ziel an und bleibt verschollen. Erins Welt gerät dadurch komplett aus den Fugen. Auch zwei Jahre nach dem vermeintlichen Absturz der Maschine mit neun Insassen hat Erin noch nicht aufgegeben und sucht nach ihrer Schwester Lori. Als plötzlich der Pilot der Maschine auftaucht, hält Erin nichts mehr in London. Sie fliegt nochmals nach Fidschi um den Piloten zu befragen.....

Durch die wechselnden Perspektiven von Lori in der Vergangenheit und der Ich-Erzählerin Erin in der Gegenwart, erfahren wir nach und nach mehr über die Ereignisse und lernen die beiden Schwestern immer besser kennen.
Während Erin versucht die Hintergründe zum Auftauchen des Piloten und dem Verbleib ihrer Schwester zu ergründen, blendet die Autorin zurück zum Flug FJ209. Wir sitzen mit Lori in der Maschine und überleben den Absturz auf eine unbewohnte Insel. Diesen Aufenthalt und der tägliche Überlebenskampf hat mir sehr gut gefallen. Ich liebe Survival-Geschichten und habe mit Lori mitgelitten, habe ihre Angst und Verzweiflung gespürt und die körperlichen Einschränkungen wahrgenommen. Die weiteren Überlebenden und die Toten der abgestürzten Maschine sind gut beschrieben. Als einzige Frau unter Männern ist Lori mit der Zeit auch zusätzlichen Gefahren ausgeliefert.

In der Gegenwart begleiten wir Erin bei ihrer Suche. Ihr Leben gleicht seit Loris Verschwinden einer Abwärtsspirale. Die Schuldgefühle lassen sie nicht los und das Auftauchen des Piloten gibt ihr neue Hoffnung ihre Schwester zu finden oder endlich Gewissheit zu haben.

Der Schreibstil ist fesselnd und atmosphärisch. Die Gefühle der beiden Schwestern werden nachvollziehbar und berührend beschrieben. Beide leiden unter der Trennung, vermissen einander und wünschen sich, den Streit ungeschehen machen zu können.
Auch die Entwicklung zwischen den verschiedenen Figuren auf der Insel und die Beziehung zueinander sind genau beschrieben und teilweise schwer auszuhalten. Lucy Clarke begibt sich besonders in Loris Abschnitten sehr auf die hintergründige, psychologische Ebene.
Die wechselnden Sichtweisen und die damit verbundenen Cliffhanger am Ende der Kapitel haben mir sehr gut gefallen und die Spannung weiter angehoben. Ein Thriller ist "The Castaways" allerdings nicht, wie viele irrtümlich meinen. Es steht auch auf keinen der beiden Cover. Es ist viel mehr ein Spannungsroman, ein Drama und ein Survivaltrip in einem. Ich fand es sehr spannend, auch wenn das Ende ein bisschen schwächelt.

Cover:
von links nach rechts:
das englische Originalcover, die Cover aus Finnland, Frankreich, Litauen, Serbien, Norwegen und noch ein englischsprachiges Cover.

Fazit:
Ein wahrer Pageturner mit einem paradiesischen Setting, welches zum Alptraum wird. Spannend, atmosphärisch und für mich bisher das beste Buch der Autorin.


[Die Orphan-Saga] Dunkler Schmetterling und Geliebte Crystal - V.C. Andrews

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
    • Verlag: Weltbild Sammleredition, Erscheinungstermin 1999
    • Übersetzer: Susanne Althoetmar-Smarczyk‎ 
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442361729
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442361724
    • Genre: Drama, Roman
    • Reihe: Band 1 und 2 der Orphan Saga


Kurzbeschreibung:
Die dreizehnjährige Janet ist überglücklich als sie von dem jungen Ehepaar Delorice adoptiert wird. Endlich kann sie den Demütigungen im Waisenhaus entkommen. Doch Celine Delorice hat Janet nur wegen ihres zierlichen Körpersbaus ausgesucht. Sie möchte Janet zu einer berühmten Primaballerina machen - ein Traum, den sie sich selbst nicht erfüllen konnte.
Enttäuschende Erfahrungen muss auch Crystal machen. Nach einer Kindheit als Waise zerbrechen ihre jugendlichen Hoffnungen an der Wirklichkeit bei ihren neuen Eltern....

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bei Jessi von "In Büchern leben" gab es eine gemeinsame Leserunde mit Nicole und Andrea zur Orphan-Saga von V.C. Andrews, eine weitere Reihe der Autorin.
Erst als ich mit dem Lesen bzw. dem Einteilen der Leseabschnitte begann, bemerkte ich, dass meine Weltbild-Ausgabe nur zwei statt vier Geschichten  (Band 5 steht für sich allein) beinhaltet. So kurzfristig wollte ich mich nicht um die fehlenden zwei Geschichten umsehen bzw. hätte ich erst wieder eine Ausgabe mit vier Geschichten kaufen müssen, wo ich dann die Hälfte davon doppelt gehabt hätte. Deshalb habe ich nur diese zwei Geschichten gelesen. Als eBook gibt es allerdings jede einzelne der fünf Geschichten. 

 Dies sind die ersten beiden Teile, die über die Waisenkinder Janet und Crystal erzählen als eBook.

Alle fünf Geschichten erzählen über Waisenmädchen, die alle ein dramatisches Schicksal erleiden. Wer V.C. Andrews kennt weiß, was uns hier erwarten wird.

Janet:
Die dreizehnjährige Janet ist ein zartes und kleines Mädchen, welches seit vielen Jahren im Waisenhaus lebt und immer wieder von Paaren, die adoptionswillig sind, abgelehnt wird. Sie wird als kränklich oder kleinwüchsig empfunden. Umso erfreuter ist Janet, als endlich ein Paar sie zu sich nach Hause holen will. Das Ehepaar ist reich und bietet ihr jeden Luxus, den sie sich nie zu erträumen wagte. Doch dafür soll Janet Ballettunterricht nehmen, denn ihre neue Mutter Celine möchte sie zur erfolgreichen Primaballerina ausbilden lassen. Damit möchte sie sich ihren eigenen Traum erfüllen, der durch einen schweren Autounfall verhindert wurde. Celine geht mit großer Härte vor. Janet muss jeden Tag trainieren und bekommt eine der erfolgreichsten Ballettlehrerinnen zugewiesen. Als auch diese Celine zu bremsen versucht, macht diese einfach weiter. Janet versucht ihre Eltern glücklich zu machen und möchte endlich geliebt werden. Dafür nimmt sie alles in Kauf....bis sie zusammenbricht.

Celine ist richtig besessen davon ihren Jugendtraum nun mit Janet zu erleben. Dabei kennt sie keine Grenzen. Es ist erschütternd zu lesen, wie sie Janet quält und keinerlei Rücksicht nimmt. Ihr Mann Sanford schreitet kaum ein, denn er ist von Schuldgefühlen zerfressen. Er fuhr damals das Auto, welches Celines für immer an den Rollstuhr band. 

Obwohl diese Geschichte nur etwa 177 Seiten lang ist, ist sie extrem intensiv und ein starker Reihenauftakt.

Crystal:
Mit Crystal lernen wir ein sehr intelligentes Mädchen kennen, welche etwas mehr Glück mit ihren neuen Adoptiveltern hat, als Janet. Ihre Adoptivmutter ist allerdings süchtig nach Soaps und lebt täglich mit den TV-Serien mit, die sie ansieht. Dabei plant sie ihren Tag nach den Sendungsterminen und lebt ihre Gefühle dabei aus, während sie im echten Leben kaum davon zeigt. Auch ihr Ehemann lebt mehr nach Plan, als frei von der Leber weg und so halten sie es auch mit Crystal. Bis kurz vor dem Ende war mir unklar, wohin uns diese Geschichte auf nur 160 Seiten führen wird. Wie erwartet gibt es auch hier ein schlimmes Ende, das wir lange nicht kommen sahen.
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Die Geschichte um Janet hat uns alle mitfiebern lassen und ist typisch für die Autorin, auch wenn diese Saga bereits von einem Ghostwriter geschrieben wurde. Es sind jedoch die typischen Merkmale, die V.C. Andrews immer wieder in ihren Romanen einbaut.
Crystals Geschichte ist etwas weniger intensiv und ihr geht es auch lange nicht so schlecht bei ihren neuen Eltern, wie Janet. Trotzdem landen beide wieder im Waisenhaus.

Fazit:
Zwei starke Geschichten in alter V.A. Andrews Manier, auch wenn bereits von einem Ghostwriter geschrieben. "Dunkler Schmetterling" hat mich mehr beeindruckt, als "Geliebte Crystal" - trotzdem kann ich beide wieder empfehlen. 

Die Suche - Jane Harper

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 382 Seiten
    • Verlag: ‎ Rütten & Loening; 1. Edition (19. September 2023)
    • Übersetzer: ‎ Matthias Frings
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3352009783
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3352009785
    • Originaltitel: ‎ Exiles
    • Genre: Roman, Drama, Thriller
    • Reihe: ja - Band 3 Aaron Falk ermittelt



Rütten & Loening Kurzbeschreibung:
Der Bundesermittler Aaron Falk ist auf dem Weg ins südaustralische Weinland, um bei einer Taufe dabei zu sein. Genau vor einem Jahr ist dort eine Frau verschwunden: Kim Gillespie hat offenbar ihr schlafendes Kind auf einer Kirmes zurückgelassen. Danach hat sie niemand mehr gesehen. Das Rätsel ihres Verschwindens ist immer noch nicht gelöst, und eine neue Suche beginnt. Falk versucht, die letzten Schritte von Kim zu rekonstruieren. Er begreift, dass die Ermittler vermutlich einen Fehler begangen haben: Sie haben das gesehen, was sie sehen wollten – und sind auf eine große Täuschung hereingefallen. 

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich bin eigentlich ein Fan der Autorin, doch bereits der letzte "Thriller", der mehr Spannungsroman oder Drama war, hat mich etwas enttäuscht zurückgelassen. Auch hier hat der Verlag groß "Thriller" draufgeschrieben, aber diesmal ist nicht einmal ein Spannungsroman drinnen. Auf dem englischsprachigen Original steht "A Novel" drauf, was der Sache auf jeden Fall näher kommt.

Diesmal kann ich leider auch nicht sagen, dass die Atmosphäre gelungen war. Die Geschichte spielte sich rund um den südaustralischen Ort Marralee ab. Finanzermittler Aaron Falk ist als Taufpate bei seinem Freund und Kollegen Greg Raco eingeladen. Vor einem Jahr wurde die Taufe verschoben, weil Kim Gillespie, die Ex-Partnerin von Greg's Bruder Charlie und Mutter der gemeinsamen Tochther Zara, verschwand. Kim reiste mit ihrem Ehemann Rohan und der sechs Wochen alten gemeinsamen Tochter Zoe zum großen Marralee Valley Festival an. Sie wollte sich mit Zara und der Familie Raco treffen, während Rohan mit seinen Eltern unterwegs war. Kim tauchte jedoch nie auf und auf dem Festgelände fand man nur den abgestellten Kinderwagen mit der sechs Wochen alten Zoe. Seitdem fragen sich die Einwohner, ob Kim Selbstmord begangen und sich im anliegenden Stausee ertränkt hat? Aber würde sie ihre kleine Tochter wirklich alleine lassen? Wurde sie entführt und ermordet?
Dieses Ereignis bewegt die Einwohner von Marralee noch immer und genau ein Jahr später versuchen Zara und Rohan weitere Zeugen zu finden, die Kim damals gesehen haben könnten. Auch Aaron lässt der Fall nicht kalt. Neben dem Verschwinden von Kim beschäftigt ihn auch der tödliche Unfall mit Fahrerflucht, der seit sechs Jahren ungeklärt ist. Hängen die beiden Vorfälle zusammen? Gemeinsam mit der Familie Raco und dem Polizisten Dwyer versucht er mehr zu erfahren und beginnt nachzuforschen.

Wir haben hier zwei Cold Cases, die aufgerollt werden. Der deutsche Titel "Die Suche" beschreibt den Großteil der Handlung des Romans: Man sucht nach Kim und spekuliert immer und immer wieder, was damals passiert sein könnte. Deshalb wechselt die Autorin oftmals - leider ohne Kennzeichnung - die Zeitebene. Wir sind meistens in der Gegenwart unterwegs, wechseln aber auch zur Vergangenheit vor einem Jahr und in die Zeit, als die jugendliche Freundesclique um die Gebrüder Raco, Kim, Shane, Naomi und Dean, gemeinsam unterwegs war. Wir bekommen somit jede Menge Figuren vor die Nase gesetzt.  Der  laufende Wechsel zwischen Vor- und Nachname vieler Charaktere ist oftmals sehr irreführend, vorallem, wenn es um die drei Brüder der Raco Familie geht.

Während sich der Schreibstil der Autorin gewohnt flüssig liest, zieht sich die Handlung immer mehr und mehr in die Länge. Falks Überlegungen und die Rückblicke seiner Freunde in Marralee kommen immer wieder an einem Punkt, wo sich die Gedanken im Kreis drehen. Dies führt zu Längen und lässt Langeweile aufkommen, weil ebenfalls keinerlei Spannung aufkommt.
Die Auflösung beider Cold Cases ist am Ende allerdings passend und alle offenen Fragen werden beantwortet. Dies ist für mich leider einer der wenigen positiven Punkte der Geschichte.

Die ersten drei Bücher der Autorin haben mir sehr gut gefallen. "Der Sturm" konnte mich hingegen nicht mehr wirklich begeistern und für "Die Suche" kann ich leider keine Lese-Empfehlung mehr abgeben.

Cover:

von links nach rechts:
drei englischsprachige Ausgaben, das französische und das bulgarische Cover

Fazit:
Weder Thriller noch Spannungsdrama, sondern ein Roman mit Längen und einem Ausgangspunkt, der sich immer wieder im Kreis dreht. Obwohl die Auflösung schlussendlich gelungen ist, kann ich für den neuen Roman von Jane Harper leider keine Lese-Empfehlung abgeben. Sehr, sehr schade!


Vielen Dank an den Rütten & Loening Verlag für das Rezensionsexemplar!

Das Meer von Mississippi - Beth Ann Fennelly/Tom Franklin

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag (24. Mai 2021)
    • Übersetzer: ‎ Eva Bonné
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453272854
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453272859
    • Originaltitel: ‎ The Tilted World
    • Genre: Historischer Roman, Drama 

     

Heyne Kurzbeschreibung:
1927, im Süden der USA. Es regnet seit Tagen, und der mächtige Mississippi droht über die Ufer zu treten, als die Prohibitionsagenten Ingersoll und Johnson die kleine Ortschaft Hobnob erreichen. Sie sind auf der Suche nach zwei verschwundenen Kollegen, die einem örtlichen Schwarzbrenner auf der Spur waren. Am Schauplatz eines Verbrechens finden sie ein schreiendes Baby, das Ingersoll nicht zurücklassen will. Bei Dixie Clay Holliver, einer jungen Frau aus dem Ort, findet er ein Zuhause für das Kind. Die beiden mögen sich auf Anhieb, doch Ingersoll weiß nicht, dass Dixie Clay die beste Schwarzbrennerin des Landes ist und etwas mit den vermissten Ermittlern zu tun haben könnte.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
In einer geplanten gemeinsamen Leserunde wollten Nicole von "Zeit für neue Genres", Andrea vom "Leseblick" und ich dieses Historiendrama lesen. Leider ging es sich zeitmäßig bei uns dann doch nicht so aus, wie wir wollten und jeder hat schlussendlich alleine gelesen.

Der Roman ist eine Mischung aus Historiendrama und Kriminalfall und einem Schuss Liebesgeschichte. Das Grundthema ist sehr interessant und wird leider auch hierzulande immer aktueller. Angelehnt an die furchtbare Jahrhundertflut von 1927 erzählen Tom Franklin und Beth Ann Fennelly die fiktive Geschichte von Jesse und Dixie Clay, sowie den beiden Prohibitionsagenten Ham Johnson und Ted Ingersoll.

Jesse und Dixie leben im kleinen fiktiven Ort Hobnob, welches auch Ziel von Ham und Ted ist. Sie suchen nach zwei verschwundenen Kollegen, die sich zuletzt in der Gegend aufgehalten haben. Als Deich-Ingenieure getarnt, kommen sie in Hobnob an und stoßen unterwegs auf eine Farm, die scheinbar erst vor kurzem überfallen wurde. Neben den Toten finden sie ein Baby, welches unversehrt ist. Ingersoll, der selbst im Waisenhaus aufgewachsen ist, nimmt das Kind mit und möchte ein gutes Zuhause für den kleinen Jungen finden. Bei Dixie Clay Holliver, einer jungen Frau aus dem Ort, die ihren Sohn verloren hat, findet er ein Zuhause für das Kind. Die beiden mögen sich auf Anhieb, doch Ingersoll weiß nicht, dass Dixie Clay die beste Schwarzbrennerin des Landes und er bereits auf der richtigen Spur ist.....

Wir verfolgen die Geschichte rund um Dixie Clay, ihren Mann Jesse und den beiden Prohibitionsagenten auf verschiedenen Handlungsebenen. Dabei erhält der Leser immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit der vier Protagonisten. Diese Einblicke haben mir sehr gut gefallen und die Figuren näher gebracht.

Trotzdem hatte ich mir eine doch etwas andere Geschichte erwartet, vorallem weil das Buch im Heyne Hardcore Verlag erschienen ist. Die erhoffte durchgehene Spannung hat mir dabei am meisten gefehlt, obwohl ich durch den flüssigen Schreibstil gut durch die Geschichte gekommen bin. Die Handlung ist an manchen Stellen jedoch etwas vorhersehbar.
Das Historiendrama ist eher ruhig und fängt die Zeit vor und während der Jahrhundertflut sehr atmosphärisch ein. Das eigene Wetter vor der Haustür brachte hingegen leider keine Abwechslung, denn während des Lesens hat es auch bei uns ohne Unterlass geregnet. Das drückte die Stimmung noch zusätzlich. Bis es dann jedoch soweit war und man zum eigentlichen Hauptthema, der Jahrhundertflut, kommt, zieht sich die Handlung allerdings doch sehr. Erst zum Ende hin wird es dramatischer, aber auch etwas zu "perfekt"

Cover:

von links nach rechts:
Eigentlich habe ich nur englischsprachoge Cover gefunden - davon aber viele. Nur das ganz rechte Cover kommt aus Frankreich.

Was mir allerdings aufgefallen ist, ist das zweite Cover von links. Es ist daselbe, wie bei einem Roman von Michel Bussi. Mittlerweile wurden die Cover bei seinen alten Romanen wieder geändert, aber ich habe hier auf dem Blog noch das alte Cover. Wer also neugierig ist, kann hier nachsehen!

Fazit:
Obwohl ich mir von dieser Geschichte etwas anderes erwartet hatte und mir vorallem die Spannung gefehlt hat, wird die Atmosphäre der 1920er Jahre in Mississippi sehr gut umgesetzt. Ich war zu jeder Zeit mitten im Geschehen. Trotzdem konnte mich "Das Meer von Mississippi" nur mäßig unterhalten. Mein Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht.

Der Sturm - Jane Harper

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    • Gebundene Ausgabe: 396 Seiten
    • Verlag: ‎ Rütten & Loening; 1. Edition (20. September 2022)
    • Übersetzer: ‎ Matthias Frings
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3352009686
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3352009686
    • Originaltitel: ‎ The Survivors
    • Genre: Thriller, Spannungsroman, Drama



Rütten&Loening Kurzbeschreibung:
Ein Sturm hat Kierans Lebens vor zwölf Jahren von einem Tag auf den anderen verändert: Ein Mädchen verschwand spurlos in der See, sein Bruder kam durch seine Schuld ums Leben. Als er nun in seinen Heimatort auf die australische Insel Tasmanien zurückkehrt, spürt er die Schuld noch immer. Nun aber hat er mit seiner Freundin Mia ein Kind und glaubt, die Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Kurz nach seiner Rückkehr jedoch wird am Strand eine tote Frau gefunden – und plötzlich brechen alte Wunden wieder auf. Bald wird Kieran klar, dass dieser Mord mit ihm zu tun hat – und mit all dem, was während des Sturms vor zwölf Jahren geschah und niemals wirklich ans Tageslicht kam. 

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein viertes Buch der australischen Autorin Jane Harper. "Der Sturm" ist diesmal im Rütten&Loening Verlag, statt bei Rowohlt, erschienen.
Die Bezeichnung Thriller finde ich nicht passend für die Geschichte, die ich eher als Spannungsroman, Drama oder Krimi bezeichnen würde.

Obwohl ich alle ihre Bücher zwischen 3 1/2 und 4 Sternen bewertet habe, lese ich die Autorin unheimlich gerne. In jedem ihrer Romane versteht sie es eine unfassbar tolle Atmosphäre zu schaffen, die einem die Schauplätze näher bringt. War es bei "The Dry/Hitze" und "Zu Staub" die flirrende Hitze, sind wir bei "Ins Dunkel" im Dschungel und seinen Gefahren und bei "Der Sturm" erleben wir die Gewalt des Wassers und des Windes. Eindrucksvoll und rau beschreibt Jane Harper die Küste der Evelyn Bay in Tasmanien.
Der Kriminalfall bleibt dabei mehr oder weniger im Hintergrund. Die Autorin legt den Fokus stärker auf zwischenmenschliche Aspekte.
In den ersten beiden Büchern, die ich von der Autorin gelesen habe, bei denen Ermittler Aaron Falk auf Spurensuche geht, werden die Kriminalfälle mehr herausgearbeitet, als in "Der Sturm" oder "Zu Staub". In diesen Einzelbänden steht das Zwischenmenschliche mehr im Fokus.

Der titelgebende Sturm hat das Leben vieler Menschen in Evelyn Bay verändert. Am meisten betroffend sind davon Kieran und seine Eltern Brian und Verity, die ihren Sohn Finn verloren haben. Kieran gibt sich seitdem die Schuld am Tod seines Bruders. Außerdem Sean und Liam, die wegen Toby trauern, der mit Finn gemeinsam auf dem gekenterten Boot war und dann noch Trish, deren Tochter Gabby am Tag des Sturms spurlos verschwunden ist.
Als Kieran mit seiner Freundin Mia und der gemeinsamen Tochter Audrey von Sydney zurück nach Evelyn Bay kommt, um seinen Eltern beim Umzug zu helfen, kommt es zu einem weiteren Todesfall. Bronte, die junge Aushilfskellnerin aus dem "Surf and Turf" wird tot am Strand gefunden. Sehr schnell wird der junge Liam verdächtigt, der sie nach Hause gebracht hat. Doch hat er die junge Frau tatsächlich ermordet? Doch dann kommen alte Schuldzuweisungen hoch und Kieran wird plötzlich ebenso verdächtigt, wie sein demenzkranker Vater Brian....

Das Setting in Tasmanien fand ich sehr interessant, auch wenn wir uns lesetechnisch nur zwischen Strand, dem Restaurant Surf and Turf, den Klippen und Höhlen rund um die Statuen »Die Überlebenden« (die eine große Rolle spielen) und einigen Strandhäusern herumreiben. Der Radius des Geschehens ist also sehr eingeschränkt, dafür ist die Personenzahl hoch.
Die Charaktere bleiben diesmal leider etwas blass, obwohl die Autorin verstanden hat die Schuldgefühle von Kieran, die Verzweiflung von Gabbys Mutter Trish oder den Hass von Liam auf Kieran, sehr plastisch darzustellen. Alle anderen jedoch bleiben an der Oberfläche.

Mit der Zeit tritt die Frage, wer die junge Frau am Strand ermordet hat, in den Hintergrund. E
s dauert lange, bis erste Details zum zwölf Jahre zurückliegenden Unglück preisgegeben werden. Die hintergründige und schwelende Spannung bleibt trotz einiger Längen bestehen, denn man möchte unbedingt wissen, was damals wirklich vorgefallen ist und ob der Tod von Bronte mit den Ereignissen vor zwölf Jahren zusammenhängt. Das Ende kommt dann jedoch etwas zu plötzlich und ich habe in der Hoffnung weitergeblättert, noch mehr Hintergründe zu erfahren, was leider nicht der Fall war.
Trotz meiner Kritik ist es ein lesenswertes und leises Drama mit kleineren Längen.

Cover:

von links nach rechts:
Das englischsprachige Cover, die Titelbilder aus Kroatien, Frankreich, Rumänien und Italien

Fazit:
Ein eher ruhiges Drama mit großartiger atmosphärischer Stimmung und einem wohldosierten Spannungsaufbau. Trotz einigere Längen im Mittelteil bleibt eine unterschwellige Spannung bestehen. Nicht das beste Buch der Autorin.


Das Unrecht - Ellen Sandberg

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    • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ Penguin Verlag; Originalausgabe Edition (26. Oktober 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328602542
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328602545
    • Genre: Spannungsroman, Drama



Penguin Kurzbeschreibung:
Jedes Jahr, wenn der Herbst naht, wird Annett von einer inneren Unruhe erfasst. Dann macht sich die Narbe an ihrem Arm bemerkbar, dann werden die Erinnerungen an den Sommer 1988 und an die Clique von damals wach. Fünf Freunde, die sich blind vertrauten, bis einer von ihnen zum Verräter wurde. Jetzt, Jahrzehnte später, begreift Annett, dass sie ihren inneren Frieden erst finden wird, wenn sie sich der Vergangenheit stellt. Kurz entschlossen fährt sie nach Wismar. Zurück an die Ostsee, in ihre alte Heimat. Doch je mehr sie dort über die Ereignisse jenes Sommers herausfindet, umso deutlicher wird: Sie hätte die Vergangenheit besser ruhen lassen, denn der Verrat von damals reißt ihr Leben erneut in einen Abgrund …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Das Unrecht" ist der neuerste Roman von Ellen Sandberg aka Inge Löhnig. Mit ihren Spannungsromanen begeistert sie mich immer wieder - manchmal mehr und manchmal weniger, aber "Must reads" sind ihre Geschichten bisher alle gewesen. Und dieses Buch hat mich wieder richtig beeindruckt.

Ellen Sandberg erzählt wieder auf zwei Zeitebenen. Der Roman wechselt zwischen den Jahren 1988 und 2016.
Im Jahr 1988 treffen sich die Freunde Peggy, Sandro, Volker, Annett und Mischa regelmäßig in einer alten Villa. Sie leben in der DDR, in Wismar, und als junge Student:innen träumten sie von Freiheit und Gerechtigkeit. Doch das System unterdrückt ihre Träume und Wünsche auf vielen Ebenen und selbst der gewünschte Studienplatz hängt von der Parteitreue und der Familie ab. Vorallem Mischa setzt diese Bevormundung zu und er denkt an Flucht...

Der Handlungsstrang aus dem Jahre 2016 wird abwechselnd aus der Sicht von Annett und ihrem Ehemann Volker erzählt. Nicht ganz dreißig Jahre später knabbert Annett noch immer an einem Vorfall in diesem Spätsommer im Jahr 1988, ein Jahr vor dem Mauerfall. Und jedes Jahr um diese Zeit wird sie unruhig und zerbricht sich den Kopf, wer von den Freunden Verrat begangen hat. Bis sie es nicht mehr aushält und nach Wismar aufbricht und der Vergangenheit auf die Spur kommt.

In Annets Ehe kristelt es gewaltig, denn Volker will nicht akzeptieren, dass sich seine Frau der Vergangenheit endlich stellen will. Sie möchte unbedingt herausfinden, was damals wirklich passiert ist, als sie selbst im Gefängnis wegen Staatsflucht saß. Die Szenen der Flucht, die Folgen der Verhöre und die Zeit im Gefängnis in der DDR-Zeit werden mit aller Gnadenlosigkeit auserzählt. Was Ellen Sandberg hier offen legt, hat mich entsetzt und mir teilweise die Luft zum Atmen genommen. Es grenzt fast an Psychothriller und hat mich wirklich mitgenommen.
Ich habe an den Seiten geklebt und konnte diese Story über Verrat, Schuld, b
esitzergreifende manische Liebe und Rache kaum aus der Hand legen. Auch wenn ich bald einen Verdacht hatte, wer der Verräter war, war mir noch nicht klar, wie er es geschafft hat bzw. die Fluchtpläne erfahren hat.

Zum Ende hin gibt einen gewaltigen Knall! Ich habe einige Dinge schon kommen sehen, wollte aber nicht glauben, dass die Autorin diesen Schluss wählt. Ich war richtig entsetzt und trotzdem fand ich es passend - auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte. Vielleicht sind einige Leser mit diesem Ende nicht zufrieden - ich finde es aber absolut gelungen. 

Fazit:
Wieder ein sehr interessanter und spannender Roman, der mich fesseln konnte und für mich zu den besten Büchern der Autorin zählt. Leseempfehlung!


Sprachlos in Cornwall - Loreen Harper




    • Taschenbuch: 224 Seiten
    • Verlag: Independently published (22. Februar 2020)
    • ISBN-10: 1676301046
    • ISBN-13: 978-1676301042
    • Genre: Schucksalsroman, Drama


Amazon Kurzbeschreibung:
Das Leben meint es wahrlich nicht gerade gut mit Ruby. Ihre Kindheit im Cornwall der Fünfziger- und Sechzigerjahre ist geprägt von der Strenge ihres Vaters und der emotionalen Überforderung ihrer Mutter. Die vermeintlich dörfliche Idylle, in der sie aufwächst, entpuppt sich als eine scheinheilige Welt voller Doppelmoral, Neid und Missgunst. Als böse Erlebnisse ihre Kindheit jäh beenden, droht sie daran zu zerbrechen. Kann es für sie noch einen Weg in ein glückliches und erfülltes Leben geben?Der Familienroman um Ruby, inspiriert von wahren Begebenheiten, ist von einer beklemmenden Aktualität und Authentizität. Wie viele Rubys gibt es in unserer eigenen Umgebung?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Sprachlos in Cornwall" erzählt die Lebensgeschichte von Ruby, die als Findelkind von Clark und Lucille adoptiert wird. Das in einer Scheune zurückgelassene Baby erfährt jedoch bei ihren Adoptiveltern keine Liebe, Geborgenheit und Zuneigung.
Doch bevor wir Ruby besser kennenlernen, erfahren wir im Prolog mehr über Clark und Lucille. Dass Liebespaar kennt sich noch nicht lange, als sie sich entscheiden zu heiraten und Lucille in Clarks Heimat, einem  kleinen Küstendorf in Cornwall, zieht. Clark ist, wie so viele im Ort, Fischer und träumt von einem eigenen Boot, während Lucille erst langsam dämmert, dass sie auch in der Ehe nicht die gewünschte Freiheit findet, die sie sich erträumt hat. Eigentlich möchte sie ihr Leben leben, doch Clark möchte Kinder. Als es nicht klappt, wird er immer unzulänglicher. Um den Frieden in der Ehe zu bewahren, stimmt Lucille der Adoption zu.

Danach lesen wir aus der Ich-Perspektive von Ruby. Wir erkennen schnell, dass Lucille keinerlei Gefühle für Ruby aufbringen kann. Clark kontrolliert seine Frau und das Kind und schottet sie von den anderen Dorfbewohnern ab. Kontakt zu anderen Frauen oder Freundschaften sind nicht erwünscht. Beide werden zu Außenseitern.  Ruby wird in der Schule gemobbt. Dann wird Lucille plötzlich unerwartet schwanger und Rubys Leidensweg noch um einiges schlimmer. Sie wird in den Ferien abgeschoben und kommt zu Ava and Henk, beides schwere Alkoholiker. Henk hat allerdings auch noch andere Interessen. Für Ruby wird die Ferienzeit zum Alptraum und zieht sich immer mehr in sich selbst zurück.

Bis hierhin musste ich meine Lektüre ab und zu unterbrechen, vorallem weil ich parallel einen ebenso belastenden Roman über einen zum Tode verurteilten Schwarzen las (Mercy Seat). Im Doppelpack und mit der momentanen Corona-Krise war mir das einfach zu viel.
Rubys Kindheit ist einfach nur schockiernd und machte mich sprachlos. Man denkt, es kann nicht mehr schlimmer werden - doch weit gefehlt! Was kann einem kleinen Mädchen noch alles angetan werden?
Ruby erfährt in ihren ersten sechzehn Lebensjahren nur Ablehnung, wird missbraucht, sowohl seelisch, als auch körperlich. Der Roman, der in den 1960iger und 70iger Jahre spielt, ist harter Tobak und hat mich oftmals fassunglos zurückgelassen.

Schonungslos erzählt Loreen Harper, das Pseudonym für die österreichische Autorin Renate Londer, über Rubys Schicksal und ihrem Psychotrauma, das sie bis ins späte Erwachsenenleben verfolgt. Die Vergangenheit lässt sich nicht verdrängen. Die Stimmung ist beklemmend und düster, wird zum Ende hin aber etwas leichter und heller.
Im Epilog erinnert die Autorin daran, dass es viel zu viele "Rubys" auf dieser Welt gibt und appeliert an diese Frauen sich therapeutischer Hilfe nicht zu verwehren.

Schreibstil und Charaktere:
Obwohl es mich zu Beginn etwas irritiert hat, dass die Erzählweise für Ruby, die anfangs als Kind zu uns spricht, nicht angepasst wurde, fand ich die Wahl mit den zunehmenden Seiten genau richtig gewählt.
Der ausgereifte und lebendige Schreibstil hat mich begeistert. Trotz der düsteren Atmosphäre kann man schwer aufhören zu lesen und legt das Buch nur zur Seite, wenn es einem vom Thema her zu viel wird.

Die Charakterstudie ist der Autorin absolut gelungen. Die Figuren wirken authentisch, selbst in ihrer Kälte und Agressivität. Ruby ist eine Mädchen, das trotzallem immmer wieder an das Gute glaubt und nie die Hoffnung verliert, sich aber am Ende ihren Ängsten stellen muss um zu leben.
Nach einer wahren Achterbahn der Gefühle gibt der letzte Abschnitt Hoffnung. Das Ende fand ich aber nach dieser erschütternden Erzählung fast ein bisschen zu glatt.

Fazit:
Ein erschütternder und berührender Schicksalsroman, der gegen Ende Hoffnung verspricht und den Leser mit einem guten Gefühl die letzte Seite zuklappen lässt. Trotzdem kein Buch für schwache Nerven, aber eines das berührt und sehr lange in Erinnerung bleibt.

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!


Liebe & Verderben - Kristin Hannah

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 591 Seiten
    • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1. (14. September 2018)
    • Übersetzer: Gabriele Weber-Jaric
    • ISBN-10: 3352009139
    • ISBN-13: 978-3352009136
    • Originaltitel: The Great Alone
    • Genre: Drama, Roman, Familienroman


Rütten & Loenig Kurzbeschreibung:
1974: Als Lenora Allbright mit ihren Eltern nach Alaska zieht, ist die Familie voller Hoffnung, das Trauma des Krieges, das der Vater in Vietnam davongetragen hat, hinter sich zu lassen. In Matthew, dem Sohn der Nachbarn, findet Leni einen engen Freund, und aus ihrer Vertrautheit entwickelt sich bald eine junge Liebe. Doch auf die Schönheit des Sommers in Alaska folgt unweigerlich die Finsternis des Winters, und je länger diese andauert, desto weniger vermag Lenis Vater die in ihm wohnenden Dämonen zu bändigen. Schon bald müssen die beiden jungen Liebenden um ihr Miteinander kämpfen – bis sie eines Tages auszubrechen versuchen …

Meine Bewertung: * * * * * ergreifend!

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Ich war noch niemals in New York Challenge

Meine Meinung:
Es sind die Siebziger Jahre des letztesn Jahrhunderts. Hippiekultur und Vietnamkrieg sind vorüber, aber die 12jährige Leni erlebt jeden Tag dieses Lebensgefühl aufs Neue. Seit ihrer Geburt ziehen ihre Eltern Cora und Ernt Allbright von Ort zu Ort. So findet sie schwer Anschluss und hat keine gleichaltrigen Freunde. Ernt leidet seit seiner Rückkehr aus dem Vietnamkrieg an einer posttraumatischen Störung. Er trinkt zu viel, wird gewalttätig und jobmäßig hält er es nie länger an ein und demselben Arbeitsplatz. Als er von einem befreundeten Vietnamveteran ein Stück Land in Alaska erbt, ist er erstmals voller Tatendrang. Er beschließt mit Frau und Tochter nach Alaska zu ziehen, um nochmals einen Neuanfang zu wagen. Als sie in Kaneq ankommen, werden die Allbrights herzlich aufgenommen. Gemeinschaft wird großgeschrieben und alle packen tatkräftig mit an, um ihre Blockhütte wintersicher zu machen. Hier hilft jeder jeden, denn nur gemeinsam kann man in der Wildnis überleben. Die Gastfreundschaft und die wunderbare Natur geben Leni Hoffnung, dass ihre Eltern endlich einen Platz gefunden haben, wo sie zusammen glücklich werden können. In Matthew findet sie endlich einen gleichaltrigen Freund. Doch die Familie ist nicht auf den langen und rauhen Winter vorbereitet. Es gibt keinen Strom, kein fließendes Wasser und der Weg in die Schule ist weit. Bald werden die Tage kürzer und während die Drei auf engen Raum zusammenleben, kehren die Depressionen und die schrecklichen Dämonen von Ernt zurück. Cora liebt Ernt und wie jede Frau, die geschlagen wird, sucht sie die Schuld bei sich selbst. Doch Ernts Aussetzer und Wahnvorstellungen werden immer schlimmer...

Kristin Hannah begeistert mich immer wieder aufs Neue! Nicht alle ihre Romane konnten mich überzeugen, aber diejenigen, die von mir 5 Sterne bekommen haben ("Die Nachtigall" und "Wie Blüten im Wind") sind Bücher, die mir immer im Gedächtnis bleiben werden und einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal haben. "Liebe und Verderben" gehört nun definitiv dazu!
Der Roman ist jedoch nicht einfach zu lesen, denn Leni muss so einiges in ihrem Leben verkraften. Wir begleiten sie über eine Zeitspanne von ungefähr fünfzehn Jahren und erleben so ihre Entwicklung hautnah mit. Dabei gewinnt sie an Stärke und verliebt sich in das rauhe Alaska. Sie findet endlich so etwas wie Heimat. Ihre einzige Stütze ist Matthew, doch sein Vater Tom ist Ernt's größter Feind. Es hat mir in der Seele weh getan, wie Leni sich nichts sehnlicher wünscht, als eine normale Familie, Liebe und Geborgenheit. Sie versucht so wenig wie möglich aufzufallen, um nicht den Ärger ihres Vaters heraufzubeschwören, während dieser immer verrücktere Wahnvorstellungen hat.

Die Charaktere sind sehr authentisch dargestellt. Cora ist eine eher schwache Frau, die ihren Mann abgöttisch liebt und ihm immer wieder verzeiht. Doch mit der Zeit entdeckt man, dass sie nicht so schwach ist, wie sie erscheint und vorallem ihre Tochter schützen will. Trotzdem konnte ich ihre Handlungen oft  nicht verstehen.
Versöhnlich stimmen hingegen die einzigartigen Landschaftsbeschreibungen von Alaska. Die Autorin fängt die Atmosphäre wundervoll ein. Die ausdrucksstarken Beschreibungen der Umgebung, der Wildnis und der Tierwelt, sowie die Unterwerfung der Menschen an die Natur und die Jahreszeiten, werden hervoragend dargestellt. Der intensive und emotionale Schreibstil lassen einem in der Geschichte versinken. Meine Gefühle spielten verrückt, während ich darauf hoffte, dass Leni und Cora endlich nicht mehr leiden müssen. Der Roman ist tiefgründig und spricht einige Themen wie häusliche Gewalt, Eifersucht, das Schicksal der Kriegsveteranen, die unberührte Natur und Traumabewältigung an.Dieses Familiendrama fesselte mich so sehr, dass sich einige Thrillerautoren ein Beispiel nehmen könnten!

Mein einziger kleiner Kritikpunkt an diesem wundervollen Roman ist eine etwas unglaubwürdige Wandlung einer Figur am Ende des Buches. Mehr kann ich nicht dazu sagen, sonst würde ich spoilern.

Schreibstil:
Der emotionale Schreibstil von Kristin Hannah hat mich wieder sofort gepackt und an die Geschichte gefesselt. Die Autorin schreibt intensiv und ausdrucksstark. Die Spannung ist dauerhaft greifbar, lässt aber auch immer wieder nach, um den Leser verschnaufen zu lassen. Keine andere Autorin hat es bis jetzt geschafft mich emotional so zu packen!

Cover:
von links nach rechts:
Das englische Hardcover, die Spanier haben das Cover übernommen. Danach das italienische Cover, das sehr ähnlich ist, welches auch die Portugiesen ausgewählt haben. Das englische paperback macht den Schluss und gefällt mir am allerbesten. Es spiegelt die wunderschöne Landschaft Alaskas wieder.

Fazit:
Was für eine Achterbahn der Gefühle! Ein grandioses Buch mit unglaublicher Spannung und wunderbarer Landschaftsbeschreibung. Ein Familiendrama, das alles bietet, was man sich von einem 5 Sterne Buch erwartet. Kristin Hannah hat hier wieder ein Meisterwerk abgeliefert. Eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an die Lesejury und an den Aufbau Verlag für das Rezensiosnexemplar!

Die Tochter des Pianisten - Lilan Kim




    • Taschenbuch: 404 Seiten
    • Verlag: Independently published (5. Juli 2018)
    • ISBN-10: 1983370304
    • ISBN-13: 978-1983370304
    • Genre: Drama, Familiengeschichte



Amazon Kurzbeschreibung:
Japan 1987
Yasuko, eine junge Musikerin, wird mit ihrem Mann Jake von einem einsamen Strand entführt. Sie finden sich im Bauch eines Schiffes wieder, das sie an einen Ort bringt, der völlig von der Außenwelt abgeschottet ist und wo Recht und Gesetz nicht gelten. Nordkorea. Dort wird Yasuko gefangen gehalten und gezwungen, nordkoreanischen Spionen zu einer falschen, japanischen Identität zu verhelfen, während Jake spurlos verschwindet.

Kalifornien 2016
28 Jahre nach den Ereignissen sucht eine junge Frau, die nach ihrer Geburtadoptiert wurde, nach ihren Wurzeln. Mit nichts, außer einem verblassten Stück Papier, auf dem der Name eines unbekannten Arztes und ein Datum vermerkt sind. Ihre Suche führt sie auf eine Reise, an deren Ende ihr Leben in größte Gefahr gerät.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Dieser Debütroman der Autorin lässt sich nicht eindeutig einem Genre zuordnen. Es ist sowohl ein Drama, als auch eine Familiengeschichte, enthält viele politische Einsichten und kann auch als Gegenwartsliteratur bezeichnet werden.

Der Prolog entführt den Leser in das Jahr 1986 ins chinesischen Macau. Die eigentliche Handlung des ersten Teiles startet aber ein Jahr später, wo der Leser sofort mitten ins Geschehen geworfen wird. Die japanische Musikerin Yasuko wird gemeinsam mit ihrem amerikanischen Mann Jake bei einem Strandspaziergang entführt. Schnellboote bringen die Beiden nach Nordkorea, wo sie als Gefangene das Regime unterstützen sollen. Yasuko soll nordkoreanischen zukünftigen Agenten die japanische Sprache und Lebensweise erlernen, damit diese später mit neuer Scheinidentität als Spione ins Ausland reisen können. Yasuko will dies nicht unterstützen und kann sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden. Sie rebelliert gegen das System. Doch schon bald ist ihr klar, dass sie keine Wahl hat, wenn sie überleben will. Ihr Mann Jake ist ihr keine Hilfe. Er scheint mit den Nordkoreanern zu sympathisieren. Ihr wird immer mehr klar, dass er sie benutzt hat. Als sie eine weitere Japanerin kennenlernt, die ebenfalls ein Entführungsopfer ist, sowie den aus Südkorea kommenden Seung-jim, der aus Zwang für das Regime arbeitet, freundet sie sich mit Beiden an, soweit das möglich ist. Denn Vertrauen kann sie eigentlich niemanden.... 
Der zweite Teil handelt von Sarah, einer jungen Japanerin, die von einem deutschen Ehepaar adoptiert wurde und in Berlin lebt. Die junge Frau hat ihren Job gekündigt, nachdem sich ihr Freund und Kollege von ihr getrennt hat. Ihr Wunsch mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren wird immer dringlicher. Deswegen begibt sie sich auf die Suche nach ihren Wurzeln. Alles was sie hat ist ein Stück Papier mit dem Namen eines Arztes und einem Datum...

Der erste Teil war grandios und hat mich wirklich beeindruckt. Lilian Kim schafft es dem Leser einen Einblick in das Regime Nordkoreas zu gewähren. Sie erzählt von den sogenannten Rachi Mondai, Entführungen von japanischen Bürgern durch Nordkorea in den 80er Jahren. Die düstere Stimmung spiegelt die Grausamkeiten des nordkoreanischen Systems wider. Man merkt ebenfalls, dass die Autorin vor Ort war. Lilian Kim erzählt informativ und mehrfache Wendungen bringen immer wieder Überraschungsmomente in die Geschichte. Man klebt an den Seiten und kann teilweise nicht glauben, was man hier über das restriktivste Land der Welt erfährt.
Im zweiten Teil blieb die Erzählung weiter dramatisch, jedoch hatte für mich das Ende etwas zu viel an Happy End.
„Die Tochter des Pianisten“ ist ein tolles Debüt, das mir noch lange in Erwinnerung bleiben wird. Das wunderschöne Cover muss ich ebenfalls noch erwähnen, denn ich finde es wirklich mehr als gelungen.

Warum ich trotzdem kein fünf Sterne vergebe?
Mich haben die vielen, vielen Fehler - seien es Tippfehler, Schreibfehler oder sogar Druckfehler - mit der Zeit wirklich mehr als genervt. Das Lektoriat hat hier der Autorin einen schlechten Dienst erwiesen! Die vielen Fehler haben meinen Lesefluss deutlich gestoppt. Vermisst habe ich auch eine stärkere Präsenz der Musik. Das Ende hat mich nicht zu 100% überzeugen können - trotzdem ein richtig gutes Buch!

Schreibstil:
Lilian Kim erzählt gefühlvoll, fesselnd und bildhaft. Als Debüt ist dieser Roman wirklich mehr als gelungen. Der Plot ist sehr interessant und erzählt aus einer Ecke der Welt, die kaum in Büchern vorkommt und von der man auch sonst wenig hört (außer Drohungen des jetzigen Diktators und die Spielchen von und mit Trump). Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So hat man die Möglichkeit auch andere Charaktere näher kennenzulernen. Mit den detaillierten Erzählungen fesselt Lilian Kim den Leser an die Seiten. Die Liebesgeschichte

Die Recherchen für ihren Debütroman: "Die Tochter des Pianisten", führten die Autorin nach Japan, Korea und Malaysia.

Fazit:
Eine Perle in der Flut von Selfpublishern! Ein Roman, der so anders ist als vieles, was ich bisher gelesen habe. Vorallem der erste Teil des Romans beeindruckt und bekommt von mir 5 Sterne. Teil zwei ist etwas schwächer und die vielen Fehler im Printbuch haben meinen Lesefluss oft richtig gestoppt, was mich sehr nervte. Deswegen muss ich leider einen halben Punkt abziehen. Trotzdem möchte ich diesen Roman sehr gerne weiterempfehlen!
 
 Vielen Dank an Lovelybooks und an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Samy - Zdenka Becker



    • Gebundene Ausgabe: 264 Seiten
    • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2018 (7. Februar 2018)
    • ISBN-10: 3839222540
    • ISBN-13: 978-3839222546
    • Genre: Drama, Gegenwartsliteratur


Gmeiner Kurzbeschreibung:
Samy, der Sohn eines indischen Psychiaters aus Wien, wächst bei seiner slowakischen Mutter in der Nähe von Bratislava auf. Das Schicksal meint es nicht gut mit dem schüchternen Samy – sein Leben ist von Enttäuschungen und Niederlagen geprägt. Weil er dunkelhäutig ist, wird er von frühester Kindheit an mit Ablehnung und Anfeindungen konfrontiert. Vor allem Harry, sein Freund aus Kindertagen, macht ihm das Leben schwer. Als Harry im Erwachsenenalter Leader einer Skinhead-Gruppe wird, spitzt sich die Situation für Samy dramatisch zu ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge:

Meine Meinung:
Zdenka Becker hat einen wahren, sehr ähnlichen Fall, als Grundgerüst für ihr neues Buch "Samy" angewendet. Diese Aussage hat mich umso betroffener gemacht, denn in diesem Roman geht es um Rassismus in vielen Formen. Der Inhalt macht bestürzt und nachdenklich und hält uns allen einen Spiegel vor.

Die Geschichte beginnt vor der Wende in der kommunistischen Tschechoslowakei, genauer in Bratislava, der heutigen Hauptstadt der Slowakei. Dort wurde auch die Autorin geboren und gibt uns deshalb einen sehr authentischen Blick in die Zeit von 1970 bis heute.

Samy Slowak ist der uneheliche Sohn einer tschechischen und linientreuen Studentin und einem indischen Medizinstudenten, der in Wien lebt und studiert. Die beiden lernen sich in Ostberlin kennen, doch der Kontakt bricht nach einer kurzen Romanze ab. Olga stellt fest, dass sie schwanger ist und zieht ihren Sohn alleine auf.
Als Mischlingskind mit dunkler Hautfarbe wird er von klein auf abgelehnt. Sogar seine Großeltern wollen anfangs nichts mit dem Kind zu tun haben. Die immer wiederkehrende Feindseligkeit gegen "Zigeuner", wie Samy oft beschimpft wird, erfährt er bereits als Kleinkind und versteht sie nicht. Egal ob im Kindergarten, wo die Kindergärtnerin die Ausgrenzung bewusst herbeiführt, als auch in der Schule, bleibt Samy ein Außenseiter. Olga, seine Mutter, die nach der Wende als Sozialarbeiterin mit sozial schwachen Kindern, die auf die schiefe Bahn geraten zu tun hat, erkennt die Nöte und Hilflosigkeit ihres eigenes Sohnes nicht. Sie verharmlost das Verhalten der anderen Kinder ebenso, wie die der Erwachsenen. Dies macht den Leser sprachlos! Samy hat eigentlich von Anfang an keine Chance, obwohl er ein aufgeweckter und intelligenter Junge ist. Alleine durch sein andersartiges Aussehen ist er immer derjenige, der Schwierigkeiten macht und sofort als Täter abgestempelt wird.
Einzig die kurze Zeit mit seiner Freundin verschafft ihm etwas Glück und sein Selbstvertrauen wird gestärkt. Aber auch dieser Liebe stehen andere Menschen negativ gegenüber...

Samys Suche nach seiner Identität, nach Liebe und Freundschaft, wird ihm immer wieder unmöglich gemacht. Diese erschütternde Geschichte macht sprachlos und traurig.
Immer wieder findet man Parallelen zur heutigen Zeit - die Verhaltensweisen vieler Menschen hat sich seit der 1970er nicht wirklich verändert.

Einzig der zu schnelle Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der oft übergangslos mitten im Geschehen passierte, hat mich öfters verwirrt zurückgelassen. So wurde man hin und wieder unsanft aus der Geschichte gerissen. Auch zum Ende hin konnte ich Samys Verhalten nicht mehr ganz verstehen, der sich der Wirklichkeit immer mehr entfernte. Trotzdem lässt dieser Roman von Zdenka Becker den Leser erschütternd und sprachlos zurück. Ich wünsche der Autorin viele Leser für ihre eindringliche Geschichte!

Fazit:
Erschütternd, verstörend und leider noch immer brandaktuell. Kein einfacher Roman, der einem wütend, traurig und sprachlos zurücklässt.

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar und die Möglichkeit bei Lovelybooks für die Leserunde.

 

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