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Wer blind vertraut - Tessa Duncan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 1. Auflage  (18. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 342322178X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423221788
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 3 der Canterbury Fälle


dtv Kurzbeschreibung:
Ein neuer Fall aus ihrer therapeutischen Praxis bringt Lily Brown an ihre Grenzen und sogar in höchste Lebensgefahr. Was ist der Tochter ihrer schwer depressiven Patientin Mary-Ann zugestoßen, die seit fast drei Jahren vermisst wird? Lebt die inzwischen 13-jährige Laura noch? Und wie kann sie dem Heiratsschwindler Paul das Handwerk legen, der ihre Patientin Caroline um viel Geld betrogen hat? Aber nicht nur das: Ist dieser Mann womöglich ein Mörder?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challege

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur Book Special ABC Challenge

Meine Meinung:
"Wer blind vertraut" ist der dritte Teil der Canterbury Reihe von Tessa Duncan aka Marita Spang aka Marie Lacrosse. Diese Reihe rund um Psychotherapeutin und ehemaliger Polizeipsychologin Lily Brown wird von Band zu Band spannender. Man kann die abgeschlossenen Fälle auch alleinstehend lesen, jedoch erschließt sich Lilys Background viel besser, wenn man diese ab dem ersten Band kennenlernt.

Lily hat es diesmal mit zwei sehr unterschiedlichen Patientinnen zu tun, deren Fälle sie sehr beschäftigen: Mary-Ann Lewis, eine extrem verschüchterte Mutter, deren Tochter Laura vor etwas mehr als zwei Jahren spurlos verschwand. Der Fall wurde zu den Akten gelegt, doch Mary-Ann kann den Verlust ihrer Tochter nicht verwinden. Außerdem fürchtet sie um ihre zweite Tochter Emma, denn die Lebensumstände im Haus von Mary-Anns Mutter sind prekär. Zusätzlich sind ihre Aussagen sehr widersprüchlich, was Lily verdächtig erscheint. Sie erkennt schnell, dass es in Mary-Anns Familie etwas nicht stimmt. Kurz bevor Lily einen Platz für sie und ihre Tochter Emma im Frauenhaus findet, verschwindet Mary-Ann spurlos...

Die zweite Patientin ist das genaue Gegenteil von Mary-Ann. Die selbstbewusste und alleinstehende Witwe Caroline scheint von einem Heiratsschwindler betrogen worden zu sein. Auch Sally ist ein Opfer dieses Mannes, der sich Paul Taylor nennt und der sie ebenfalls um ihr Erspartes betrogen hat. Gemeinsam und mit Lilys Hilfe wollen die beiden Frauen den Mann überführen, doch dann passiert etwas Schreckliches....
Lily findet ebenfalls heraus, dass einige der Frauen, die auf diesen Mann hereingefallen sind, angeblich Selbstmord verübt haben. Lily wäre nicht Lily, wenn sie nicht ihre Verbindungen zur MET ausnützen würde. Sie bittet ihren Lebenspartner Dan nach weiteren Opfern des Heiratsschwindlers zu suchen.

In einem weiteren Strang verschwinden junge Mädchen in Canterbury, die die zuständige Polizei bei ihren Ermittlungen an ihre Grenzen bringt. Als Leser bekommen wir einen kleinen Einblick in die Methode des Killers, wie er seine Opfer aussucht und seine grausame Methode sie für immer verschwinden zu lassen....

Durch die beiden Erzählstränge und so einigen Figuren ist der Beginn des Krimis noch etwas langsamer, um in die Geschichte hineinzukommen. Hat man alles intus, wird es immer rasanter und spannender. Ab der Hälfte konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. 
Man rätselt, ob und wie die beiden Handlungsstränge zusammengehören und wer hinter all diesen Grausamkeiten und psychischen Manipulationen dahinterstecken könnte. 
Natürlich kann sich Lily wieder nicht zurückhalten und gerät abermals in große Gefahr...

Dank ihrer Ausbildung als Psychotherapeutin versteht es die Autorin hervorragend, die Gedanken und das Verhalten ihrer Figuren nachvollziehbar und authentisch darzustellen. Die Charaktere sind vielschichtig, glaubwürdig und alles andere als perfekt. Die hochschwangere Lily hat diesmal nicht nur mit den Fällen in ihrer Praxis zu kämpfen, sondern auch um Lebenspartner Dan, dessen Noch-Frau ihnen das Leben schwer macht. Auch Katerchen Mick hat in diesem Band seinen eigenen Krimi zu bestehen.

Im Nachwort beschreibt die Autorin welche realen Fälle sie zu ihrem Krimi inspiriert haben und betont, dass die Wirklichkeit leider noch viel grausamer ist, als ihre Handlung rund um häusliche Gewalt, Kindesmisshandlung, Missbrauch, dem Messie-Syndrom und psychischer Manipulation. 

Das Finale ist temporeich, schlüssig aufgebaut und führt die verschiedenen Handlungsstränge auf überzeugende Weise zusammen.

Fazit:
Ein äußerst spannender Kriminalroman, der vom Verlag erneut als Roman eingestuft wird, was ich nicht nachvollziehen kann. Auch die Themen, die Tessa Duncan aufgreift sind nicht leicht und alleine schon der Prolog hat mir richtige Gänsehaut bereitet. 
Ich finde diese Reihe von Band zu Band besser und empfehle sie gerne weiter!


Vielen Dank an die Autorin und an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!


Die Canterburry Falle:

  1. Wer das Vergessen stört  *Rezi*
  2. Wer mit den Wölfen heult  *Rezi*
  3. Wer blind vertraut
 

In Bloom - Liz Allan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
    • Verlag: ‎ Unionsverlag, 1. Auflage ( 9. Juli 2026)
    • Übersetzer: Lisa Kögeböhn
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3293006361
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3293006362
    • Originaltitel: ‎ In Bloom
    • Genre: Coming of Age Roman


Unionverlag Kurzbeschreibung: 
1994, eine abgehängte australische Kleinstadt: Vier Freundinnen wollen dem Mindestlohn-Schicksal ihrer Mütter entkommen und mit ihrer Musik beim Battle of the Bands durchstarten. Kurt Cobain ist ihr Kompass, Grunge ihr Rhythmus, und dieser Wettbewerb soll ihr Ticket in die Freiheit werden – auch wenn sie nur drei Akkorde können. Doch als die Leadsängerin Lily ihren verehrten Musiklehrer Mr P des Missbrauchs beschuldigt, droht alles zu zerbrechen. Wie weit sind die übrigen drei Mädchen bereit zu gehen, um ihren Traum zu retten – und was sind sie bereit zu opfern?
Eine kritische Hommage an die nicht so rosigen 90er und ihre zweifelhaften Helden, ein ungeschönter Blick auf Freundschaft und das Aufwachsen in prekären sozialen Verhältnissen – smells like disillusioned teen spirit.

Meine Bewertung: * * * 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Als ich in der Verlagsvorschau des Unionverlages diesen Roman sah, war ich sofort Feuer und Flamme. Ein Coming-of-Age Roman aus den Neunziger Jahren rund um die Musik von Nirvana und vier Mädchen, die Kurt Cobain verehren. Das ist genau das Richtige für mich - dachte ich.

Liz Allan erzählt jedoch eine Geschichte von vier Freundinnen aus prekären Familienverhältnissen, denen jegliche Perspektive fehlt.
Lily, Amy, Violet und Jade sind vierzehn Jahre alt und alle vier wachsen bei ihren alleinerziehenden Müttern auf. Ihr Leben ist geprägt von Armut und Perspektivlosigkeit. Während der nächste arbeitslose Freund ihrer Mütter sich im Wohnzimmer mit einer Flasche Bier breit macht, wissen die Frauen nicht, wie sie über die Runden kommen sollen.  Sie kämpfen mit finanziellen Sorgen und der Herausforderung mehrere Kinder zu versorgen, die alle unterschiedliche Väter haben.
Nur der Musiklehrer, genannt Mr. P, gibt den Mädchen etwas Selbstvertrauen. Die Mädchen verehren Kurt Cobain und die Band Nirvana. Sie nennen sich "The Bastards", weil sie alle ohne Vater aufwachsen. Der "Battle of the Bands", ein Bandwettbewerb, soll ihre triste Lage ändern, damit sie die ungeliebte Küsten-Kleinstadt in Australien verlassen können. Die Mädchen möchten dem Schicksal ihrer Mütter entkommen, doch dann wird Mr. P. von Lily wegen Belästigung angezeigt. Es kommt zum Streit zwischen Lily und den drei Freundinnen, die daraufhin die Band verlässt. Ohne Leadsängerin und in Folge auch ohne Hilfe von Mr. P., der festgenommen wird, sehen die Freundinnen ihren Traum platzen und wollen die Unschuld des Musiklehrers beweisen....

Ihre Selbsttäuschung, der Band-Wettbewerb allein werde sie aus der Kleinstadt führen und schlechte schulische Leistungen hätten keine Konsequenzen, ließ mich immer wieder enttäuscht den Kopf schütteln. Gerade diese Illusion führt die Mädchen immer weiter weg von ihrem Traum und auf einen gefährlichen Irrweg.
 
Die Kapitel sind kurz und manche Seiten nur halb befüllt. Das verleitet immer weiterzulesen, aber es hat auch die Folge, dass ich mich nicht wirklich in die ganze Situation hineinfühlen konnte und mir die Freundinnen fremd blieben. 
Die Sprache ist rotzig und frech, wie die drei Mädchen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ihren Heimatort in Australien endlich zu verlassen. Liz Allan erzählt dabei aus der ungewöhnlichen "Wir-Perspekitve", wodurch die einzelnen Hauptfiguren kaum voneinander zu unterscheiden sind – und genau das ist beabsichtigt. Die Mädchen treten als Einheit auf: als Freundinnen, als Opfer und zugleich als Täterinnen. Die Sprache wirkt authentisch und zeigt auch auf, wie unsicher die jungen Mädchen sind. Sie haben nicht wirklich einen Plan, aber wissen, dass sie nicht so enden wollen, wie viele junge Frauen aus ihrem Stadtviertel.

Die Autorin erzählt bildhaft und zeigt auf, wie das Drama seinen Lauf nimmt. Die durchgehend düstere Atmosphäre drückt auf die Stimmung und zieht einen beim Lesen etwas runter.
Liz Allan erzählt davon, wie Armut, Perspektivlosigkeit und fehlende Chancen Jugendliche formen und wie Freundschaft und Musik Hoffnung schenken kann, wenn das Zuhause keinen Halt bietet. Der Zusammenhalt der drei Freundinnen hat mich berührt.

Lisa Kögeböhn hat bei der Übersetzung die bedrückende Atmosphäre perfekt transportiert. 
Ein Pluspunkt an den Verlag, der die Übersetzerin am Cover namentlich genannt hat. Das würde ich gerne auch bei anderen sehen! 

Leider hat der Coming-of-Age Roman nicht ganz meinen Nerv getroffen, obwohl mir die Geschichte eigentlich gefallen hat. Die Handlung konnte mich jedoch nicht vollständig überzeugen und manchmal war mir auch die Sprache zu jugendlich. Das passt natürlich perfekt zur Geschichte - ich bin wohl schon zu alt dafür.

Cover:
von links nach rechts:
die beiden englischsprachigen Cover aus Großbritannien und den USA

Fazit:
"Smells like Teen Spirit" passt perfekt zu diesem Coming-of-Age Roman, der mich jedoch nicht gänzlich überzeugen konnte. Im bin beim Lesen oft abgeschweift und konnte mich nicht wirklich hineinfühlen. Das kann nicht nur an meinem Alter liegen, denn mein letzter gelesener Roman - ebenfalls aus den Neunziger Jahren und aus diesem Genre - war für mich ein Highlight.


Vielen Dank an den Unionsverlag für das Rezensionsexemplar!

Pfötchen, Strand und Liebesglück - Petra Schier

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins Taschenbuch, 1. Auflage (23. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365013024
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365013021
    • Genre: Liebesroman
    • Reihe: Band 9 der Licherhaven Reihe


HarperCollins Kurzbeschreibung:
Für Chloe bricht eine Welt zusammen, als ihr Verlobter ihr gesteht, dass er sie zwar heiraten möchte, aber nicht liebt. Als wäre das nicht genug, verliert sie ein Jahr später auch noch ihren Job. Um ihr Herz zu heilen und einen Neustart zu wagen, zieht sie zu ihrer Zwillingsschwester Isalie nach Lichterhaven und beginnt auf dem Erlebnishof ihrer Familie zu arbeiten. Langsam kehrt wieder Ruhe in ihr Leben ein – bis sie auf den mürrischen Nachbarn Tristan trifft. Trotz anfänglicher Abneigung entdecken beide, dass sie mehr verbindet, als sie erwartet hatten. Kann die Liebe, unterstützt von einem kleinen Dackel namens Cooper, alte Wunden heilen und neues Glück schenken?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Wie jedes Jahr im Sommer muss ich einfach zurück nach Lichterhaven und den neuen Roman von Petra Schier lesen. 
Für mich fühlt sich die Rückkehr nach Lichterhaven wie ein Wiedersehen mit alten Freunden an. Bekannte und liebgewonnene Figuren sorgen für ein schönes Wiedersehen, während neue Charaktere frischen Wind in die Geschichte bringen. Immer dabei ist ein vierbeiniges Fellknäuel, welches alleine schon mein Herz in Rekordtempo erobert. Diesmal ist es der zuckersüße Dackel Cooper...

"Pfötchen, Strand und Liebesglück" ist der achte Band der Reihe, die man auch einzeln lesen kann. Die Figuren sind immer nur lose verbunden. Im letzten Band hat es die Influencerin Isalie nach Lichterhaven verschlagen und im aktuellen Buch reist ihre Zwillingsschwester Chloe zu ihr, um ihr gebrochenes Herz zu heilen.
Kurz vor der Hochzeit hat ihr ihr Verlobter gestanden, sie zwar heiraten zu wollen, aber sie nicht zu lieben. Chloe fällt aus allen Wolken und sagt die Hochzeit ab. Kurze Zeit später verliert sie auch noch ihren Job und flieht zu ihrer Schwester. Dort findet sie Schritt für Schritt zurück zu sich selbst. Sie hilft Isalie bei der Buchhaltung des Erlebnishofes, den sie und Max führen, und lernt immer mehr Menschen kennen - wie auch ihrem mürrischen und abweisenden Nachbarn Tristan. Doch auch Tristan hat sein Päckchen zu tragen und fasst nach einer großen Enttäuschung nur schwer Vertrauen zum weiblichen Geschlecht. Nur ganz langsam nähern sich die beiden an. Dabei spielt der süße Dackel Cooper eine wesentliche Rolle.....

Sowohl Tristan, als auch Chloe sind zwei Charaktere, die sich nur schwer von ihren Enttäuschungen in Sachen Liebe erholen. Beide wurden zu tief verletzt. Wie sich Chloe und Tristan langsam annähern ist wunderbar erzählt. Der lockere Schreibstil lässt sich wie immer großartig lesen. Die Dialoge sind spritzig und humorvoll.
Wie in jedem Band dieser Reihe werden die Gedanken des Hunde-Protagonisten in kursiver Schrift dargestellt und sehr humorvoll wiedergegeben. Diesmal sind sie jedoch weniger präsent als in den vorherigen Geschichten.

Die bildhafte Darstellung des fiktiven Ortes Lichterhavens finde ich jedes mal wieder richtig ansprechend. Die vorhandene Dorfgemeinschaft, die versteckte Piratenbucht, das Watt und die Ostsee....am liebsten würde ich sofort in Lichterhaven Urlaub machen =)

„Pfötchen, Strand und Liebesglück“ ist für mich ein rundum gelungener Wohlfühlroman, der mit viel Charme, liebenswerten Figuren, romantischen Augenblicken und einer guten Prise Humor überzeugt. Besonders Dackel Cooper sorgt immer wieder für herzerwärmende Momente.

Fazit:
Eine herzerwärmende Wohlfühl-Geschichte, die den Alltag für ein paar Stunden vergessen lässt und daran erinnert, dass das Glück manchmal genau dort auf uns wartet, wo wir es am wenigsten vermuten.



Vielen Dank an die Autorin und an HarperCollins für das Rezensionsexemplar!


Die Lichterhaven Reihe:

  1. Körbchen mit Meerblick
  2. Vier Pfoten am Strand  *Rezi*
  3. Strandkörbchen und Wellenfunkeln  *Rezi*
  4. Die Liebe gibt Pfötchen  *Rezi*
  5. Vier Pfoten im Sommerwind  *Rezi*
  6. Nur eine Fellnase vom Glück entfernt  *Rezi*
  7. Kuschelglück und Gummistiefel  *Rezi*
  8. Pfotenglück und Sommerwellen  *Rezi*

Raub in der Wiener Werkstätte - Beate Maly

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 256 Seiten
    • Verlag: ‎ Emons Verlag, 1. Auflage  (28. Mai 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740826282
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740826284
    • Genre: Historischer Kriminalroman
    • Reihe: ja - Band 3 der Wiener Werkstätte



Emons Kurzbeschreibung:
Wien, 1907: Eine Serie dreister Juwelendiebstähle beunruhigt die Villenviertel der Stadt. Als einer der Einbrüche tödlich endet, wird Oberkommissar Max von Krause mit dem Fall betraut. Seine Nachforschungen führen ihn in die Wiener Werkstätte, wo er Lili Feigl wieder trifft. Gemeinsam nehmen sie die Ermittlungen auf und geraten in ein Geflecht aus Lügen, Erpressung und gesellschaftlichen Zwängen. Bald wird klar: Es geht nicht nur um Diamanten – sondern um Macht.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Wien, 1907. Seit einiger Zeit kommt es in den Villenviertel der Stadt zu Einbrüchen. Als es jedoch eine Tote gibt, deren auffälliger Schmuck entwendet wurde, scheinen die Täter sich nicht mehr nur mit Einbrüchen zu begnügen. Die Angst geht um und Max von Krause hat nun als Oberkommissar alle Hände voll zu tun. Weil das verschwundene Collier in seiner ursprünglichen Form kaum zu verkaufen ist, führen Max’ Ermittlungen wieder zu Lili Feigl. In ihrem Atelier der Wiener Werkstätte ließe sich das Schmuckstück umarbeiten oder seiner Steine berauben. Nicht nur Max von Krause hat diese Idee, sondern auch der Reporter Herbert Rossberg möchte von Lili erfahren, ob jemand aus der Wiener Werkstätte daran verdienen könnte. Doch Lili hat diesmal ganz andere Sorgen....

In diesem dritten Teil der Reihe um Oberkommissar Max von Krause und Lili Feigl tritt die Wiener Werkstätte im Laufe der Geschichte etwas in den Hintergrund.
Lili hat diesmal ziemliche Probleme mit ihrem Vater, aber vor allem mit Oskar, ihrem ehemaligen Verlobten, der aus dem Gefängnis entlassen wurde. Er taucht bei Lili auf und stellt Ansprüche, droht Vater und Tochter und schlägt auch gerne mal zu. Lili lebt in großer Angst und muss sich einen anderen Schlafplatz suchen. Ich habe mit ihr mitgelitten und hatte vor jedem Kapitel, wo es um Oskar ging, leichte Angst um die sympathische Putzfrau aus der Wiener Werkstätte. 

Max von Krause ist endlich zum Oberkommissar aufgestiegen und mit Carel Novak, seinem Polizeidiener, hat er einen intelligenten und fleißigen Mitarbeiter auf den er sich verlassen kann - wenn seine Mutter nicht dazwischenfunkt. Diese versucht auch im dritten Teil ihren Sohn mit einer reichen Tochter aus Adelsgeschlecht zu verkuppeln und schreckt dabei nicht einmal vor einem Besuch im Polizeipräsidium zurück.

Die Geschichte wird wieder äußerst lebendig und bildhaft erzählt. Die (meisten) Figuren sind liebenswert und originell. Durch den Wiener Dialekt der damaligen Zeit wird das Lokalkolorit besonders authentisch vermittelt. 

Beate Maly hat die Unterschiede zwischen Arm und Reich zu dieser Zeit wieder grandios beschrieben. Die Arbeits- und Lebensbedingungen sind teilweise unzumutbar. Das Donauhochwasser aus dem Jahr 1907 wurde ebenfalls in den historischen Roman integriert. Die Auswirkungen des Hochwassers beschleunigten den schon länger geplanten Bau von Entlastungskanälen. Doch viele sehr ärmliche Familien, die entlang des Donaukanals lebten, hatten kaum ein Dach über dem Kopf und durch das dem Hochwasser noch stärker von Armut betroffen.

Das Ende kam diesmal etwas zu abrupt. Ich musste nochmals zurückblättern, denn ich konnte gar nicht fassen, dass die Geschichte plötzlich zu Ende war. Das hat mich doch etwas irritiert.
Obwohl die Handlung um Lili und Oskar sehr spannend war, war dieser dritte Band der Reihe etwas schwächer als die beiden Vorgänger (allerdings ist das Meckern auf hohem Niveau!)

Fazit:
Der kurzweilige dritte Band der historischen Krimireihe um die Wiener Werkstätte hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich mag die einzelnen Charaktere und das Wiener Flair ganz besonders! Hoffentlich gibt es bald den vierten Band der Reihe!


Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar!


Die Reihe um Max von Krause und Lili Feigl:
  1. Mord in der Wiener Werkstätte  *Rezi*
  2. Gold aus der Wiener Werkstätte  *Rezi*
  3. Raub in der Weiner Werkstätte

Schlafende Vulkane - Michael Hjorth und Bjarni Thorsson

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    • Gebundenes Buch: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Wunderlich, 1. Auflage (15. Mai 2026)
    • Übersetzer: Wibke‎ Kuhn
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3805201311
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3805201315
    • Originaltitel: ‎ Våldets ö
    • Genre: Kriminalroman
    • Reihe: ja - Band aus der Helga und Bjarki Reihe


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Blond, blass und splitterfasernackt ist die junge Frau, die ermordet in einem Reitstall am Rande von Reykjavik liegt, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. Es ist die erste Mordermittlung für Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen. Die frischgebackene Polizistin vermutet, dass der Junge vor seinem gewaltbereiten Vater geflohen ist und sich in den Höhlen der isländischen Vulkanlandschaften versteckt. Eine lange Überlebenschance hat er nicht. Um ihn zu finden, bittet sie Bjarki um Hilfe, denn niemand kennt die Wildnis besser als er. Während Helga und Bjarki fieberhaft nach dem Jungen suchen, wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Der Mörder scheint seine Taten akribisch zu planen. Er ist, das wird Helga klar, so genial wie skrupellos; und bereit, über alle Grenzen zu gehen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Thriller vom Michael Hjorth, dessen Thriller mir meine Freundin Claudia laufend ans Herz legt. Sie hat die gesamte Sebastian Bergmann Reihe verschlungen.
Hier schreibt der schwedische Autor jedoch gemeinsam mit dem Isländer Bjarni Thorsson. Der Thriller spielt auf Island.

Schon die Leseprobe hat mir sehr gut gefallen und den Wunsch geweckt, unbedingt weiter lesen zu wollen.
Als Hilmar frühmorgens die Pferde im Reitstall versorgen möchte, findet er in der einzigen leeren Pferdebox eine nackte Frauenleiche. Helga Jónsdóttir, die erst die Polizeischule beendet hat, wird wegen Personalmangels zum Tatort gerufen. Es ist ihr erster Mordfall und sie fühlt sich noch etwas unsicher. Nachdem die Tote identifiziert ist, ist man auf der Suche nach ihrem zehnjährigen Sohn Kristoffer, der anscheinend aus dem Elternhaus geflüchtet ist. Die Suche nach ihm gestaltet sich äußerst schwierig, denn Kristoffer scheint in die Richtung der gefährlichen Lavafelder gelaufen zu sein. Verkehrspolizist Bjarki, der früher bei der Mordkommission gearbeitet hat, aber wegen seiner Eigengänge versetzt wurde, macht sich mit Spürhund Salka auf die Suche. Er ist ein Einzelgänger und kennt die Gegend wie kein anderer.
Doch bald darauf passiert ein weiterer Mord. Wieder ist es eine junge alleinerziehende Frau, die in die Fänge des Täters gelangt ist. Bald ist klar: Wir haben es mit einem Incel, einem frauenverachtenden Täter zu tun, der seine Morde filmt und an den Meistbietenden im Darknet verkauft. Opfer sind alleinstehende Frauen mit Kind.

Wir lesen aus verschiedenen Sichten und raschen Perspektivwechsel erhöhen die Spannung. Auch der Täter kommt in eingeschobenen Kapiteln zu Wort. Wir dürfen in seinem Kopf schauen, was viele Szenen noch unangenehmer macht. Man ist hautnah dabei, wie er seine perversen Ideen umsetzt und diese zu Geld machen will. Er ist schlau und entkommt der Polizei immer wieder aufs Neue, was Helgas Platz als Teamleiterin nicht unbedingt stärkt. Sogar die Hintergrundgeschichte des Mörders wurde mit erstaunlicher Tiefe ausgearbeitet.

Die Charaktere sind alle voller Ecken und Kanten. Durch die verschiedenen Perspektivwechsel und Sichten der Ermittler, lernen wir alle von ihnen gut kennen. Das Team wirkt dynamisch, auch wenn Kollege Benni immer wieder seine Spitzen gegen Helga austeilt, die er abfällig "Die Schwedin" nennt. Helga, halb Schwedin und halb Isländerin, lebt gerade in Scheidung. Sie ist jung, ehrgeizig und äußerst sympathisch. Als "Frischling" im Team wird es ihr nicht immer leicht gemacht. Ihr passieren im Laufe des Falles auch noch einige Fehler, die vor allem Benni, aber auch ihren geltungssüchtigen Chef Gisli Freyr, kritisieren. Doch Helga hat ein gutes Gespür und mit Bjarki, der sich nicht immer an die Regeln hält, einen starken Partner an ihrer Seite. 

Der Schreibstil ist wunderbar atmosphärisch und bildhaft, hat aber auch ein sehr hohes Tempo. Die kurzen Kapitel verleiten einem "schnell noch ein weiteres" lesen zu wollen. Vor allem die düsteren Schauplätze, die beklemmende Stimmung und die Einblicke in das Darknet haben den Thriller noch eindringlicher wirken lassen. Nicht nur, die für uns ungewöhnlichen Namen, sondern auch die wunderbaren Naturbeschreibungen geben dem Leser das Gefühl, mit auf dieser einzigartigen Insel im Norden zu sein. Erst vor Kurzem habe ich zwei Thriller gelesen, die zwar mit einem spannenden Setting überzeugt haben, bei denen jedoch nie wirklich das Gefühl entstanden ist, tatsächlich vor Ort zu sein.
Im Gegensatz zu vielen skandinavischen bzw. isländischen Thrillern, die eher ruhig erzählt sind, setzen Hjorth und Thorsson auf ein hohes Tempo, wodurch man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Zum Ende hin wird die Spannungskurve nochmals erhöht und endet in einem richtigen Showdown, der nicht zu überzogen wirkt, wie oftmals bei anderen Thrillern. 

Cover:
von links nach rechts:
das schwedische Originalcover, das niederländische und das norwegische Cover

Fazit:
Ein fulminanter Start der neuen Island-Thriller-Reihe von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson, die ich auf jeden Fall weiterlesen werde. Spannend, atmosphärisch und düster. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Vielen Dank an vorablesen und den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Mirabellentage - Martina Bogdahn

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ Kiepenheuer&Witsch, 2. Auflage (16. April 2026)
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 352 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3462013548
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462013542
    • Genre: Roman



KiWi Kurzbeschreibung:
Als der Ortspfarrer Josef überraschend stirbt, gerät die geordnete Welt seiner Haushälterin Anna ins Wanken. Was soll nun werden? Erst mal muss sie die Beerdigung organisieren, den jungen Ersatzpriester Fridtjof in Empfang nehmen – und dann soll auch noch Josefs Asche ans Meer. Dafür nimmt Anna, Anfang fünfzig, Fahrstunden bei ihrem ehemaligen Fahrlehrer und heimlichen Schwarm Herrn Tanner. Gemeinsam erkunden sie die fränkische Gegend um Blumfeld und erinnern sich an ein fast vergessenes Leben. An den Geruch des Sommers, die Farbe reifer Mirabellen, an harte Arbeit und kleine Alltagsfluchten. Je näher der Aufbruch rückt, desto drängender werden Annas Fragen, denn die Fahrt bedeutet eine Reise ins Ungewisse. Es braucht eine Entscheidung. Wie gut, dass sie die nicht alleine treffen muss.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur ABC Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur Book Special ABC Challenge

Meine Meinung:
Was habe ich mich auf diesen Roman gefreut, nachdem mir "Mühlensommer" der Autorin sehr gut gefallen hat. Das war eine schöne Erzählung, nostalgisch und liebevoll erzählt.
Leider erfüllt "Mirabellentage" keines dieser Punkte. 

Anna ist knapp über 50 und mit Leib und Seele Pfarrersköchin. Als Josef, der hiesige Pfarrer überraschend stirbt, ist sie um ihre Zukunft besorgt. Wird sie auch der neue Pfarrer als seine Haushälterin einstellen? Dieser kommt hoch aus dem Norden, heißt Fridtjof und spricht plattdeutsch. Für die Dorfbewohner in Bayern hört sich das wie eine Fremdsprache an. Und so kommt auch gleich das Gerücht auf, dass der neue Pfarrer italienisch spricht und direkt aus Rom kommt. Letzteres stimmt auch, denn er kommt frisch vom Studium. Doch Anna hat noch eine Aufgabe - egal, ob sie weiterhin im Pfarrhaus bleiben darf oder nicht: Sie muss die Asche von Josef ans Meer bringen. Das war sein letzter Wunsch und niemand aus dem Dorf (außer dem Bestatter) darf dies erfahren, denn eine Feuerbestattung ist einem katholischen Pfarrer unwürdig.

Martina Bogdahn erzählt in ihrem neuen Roman über ein Dorf in Bayern und ihren Einwohnern. Im Mittelpunkt steht Anna. Sie ist das Herz der Gemeinde. Sie organisiert nicht nur das Begräbnis von Josef, den sie schon seit ihrer Kindheit kennt, sondern auch sämtliche Zusammenkünfte und die Mriabellenernte.

Der Schreibstil ist bildhaft und liest sich leicht. Zu Beginn habe ich noch ganz gut in die Geschichte gefunden, aber irgendwann legte ich das Buch lieber zur Seite, als weiterzulesen. Martina Bogdahn lässt Anna in Anekdoten über die Vergangenheit erzählen. Dabei erfahren wir auch, wie Anna und Josef zu den Menschen wurden, die sie sind.
Doch mit der Zeit überwogen die Rückblicke und verschiedenen Anekdoten über einzelne Dorfbewohner. Man bekommt das Gefühl, dass vieles total überzogen ist und die Autorin humorvolle Anekdoten einstreuen möchte - was ihr nur teilweise gelingt. Diese Rückblenden reihen sich oftmals nur aneinander und die Gegenwart tritt dabei in den Hintergrund. Durch die ständigen Unterbrechungen entstand kein wirklicher Lesefluss.
Zusätzlich hatte ich permanent das Gefühl nicht im Jahre 2010, sondern eine Geschichte aus den 50igern oder 60igern zu lesen. Ich lebe selbst am Land und bin älter als Anna, trotzdem konnte ich mich so überhaupt nicht in sie hineinfühlen. Alles wirkte furchtbar altbacken und manche Ereignisse rund um die Dorfbewohner auch sehr unglaubwürdig. Vieles blieb sehr an der Oberfläche und auch die kleine eingestreute "Liebesgeschichte" hatte keinen wirklichen Tiefgang. Die Handlung zog eher gemächlich dahin, und gerade als es spannend zu werden scheint, endet das Buch ziemlich abrupt.

Der Klappentext suggerierte mir außerdem eine andere Erwartung. Die Asche des Pfarrers ist auch fünfzig Seiten vor Schluss noch nicht auf der im Klappentext groß angekündigten letzten Reise. 
Man könnte denken, dass ältere Leserinnen sich eher in dieser Geschichte wiederfinden - dem muss ich allerdings widersprechen. 

Fazit:
Das war leider so gar nicht mein Buch, was ich wirklich sehr schade finde. Nach "Mühlensommer" hatte ich mir wieder eine interessante Geschichte erwartet, die mich unterhält. Hier habe ich immer nur zögerlich zum Buch gegriffen und habe außerdem ziemlich lange dafür gebraucht. Leider keine Leseempfehlung!


Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar!
 

Restsommer - Kea von Garnier

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Karl Blessing Verlag, (18. März 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3896677853
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3896677853
    • Genre: Coming-of-Age Roman 



Blessing Kurzbeschreibung:
Der Sommer 2003 in der niedersächsischen Kleinstadt beginnt wie immer: Freibad, Bandproben, die Leichen in Papas Keller. Dominik ist der Sohn des Bestatters und soll den Familienbetrieb in naher Zukunft von seinem alleinerziehenden Vater übernehmen. Bislang sprach nichts dagegen, denn Domi ist erstaunlich routiniert im Umgang mit Trauernden und weiß mehr über Tod und Verlust als die meisten Erwachsenen. Worüber er allerdings wenig weiß, ist das Leben selbst. Das ändert sich, als kurz vor den großen Ferien ein Neuer in seiner Klasse auftaucht: Biff ist unangepasst, lässig, impulsiv. Gegen seinen Willen fühlt Domi sich von dessen scheinbar endlosem Hunger auf das Leben angezogen, und so entsteht im Laufe dieses heißen, flirrenden Sommers zwischen den beiden etwas Größeres, etwas, das in seiner Intensität alles andere, Freunde, Familie, Zukunft, an den Rand drängt.

Meine Bewertung: * * * * *
♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥

Buch zur ABC Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Was hat mich dieser wundervolle Coming-of-Age Roman überrascht! Wer auf der Suche nach einem anspruchsvollen Sommerroman ist, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Sommer 2003. Dominik, 16 Jahre, lebt mit seinem Vater in einem kleinen Ort an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Hier kennt jeder jeden. Seinem Vater gehört das örtliche Bestattungsunternehmen, welches Dominik einmal übernehmen soll. Damit hatte er bislang noch kein Problem, denn er geht mit den Toten und der Vergänglichkeit routiniert um. Neben der Schule und den Bandproben mit seinem Freunden, ist er manchmal auch bei seiner Mutter, die die Familie wegen einem anderen Mann verlassen hat.
Trotzdem hat Dominik irgendwie Angst in seinem Heimatort zu versauern und das Leben gar nicht richtig kennenzulernen, bevor er sich, wie sein Vater, den Toten widmet.

»Es ist nur so, dass ich, bevor ich mich den Rest meines Lebens nur noch mit Toten beschäftige, gern selbst richtig gelebt hätte.«

Als er bei einer Bandprobe auf Benjamin, kurz Biff genannt, trifft, ändert sich sein Leben. Biff kommt aus der Großstadt Berlin und in seine Klasse. Mit seinen blonden kurzen Haaren, der Lederjacke und seinem eher rotzigen Auftreten fällt er auf. Bald werden die beiden Freunde und Dominik möchte am liebsten nur mehr mit seinem neuen Freund zusammen sein. Biffs Hunger nach Leben ist spürbar und Dominiks Wunsch, das Kaff in dem er wohnt, zu verlassen, wird immer größer. Als die zwei für ein Wochenende nach Berlin abhauen, ist danach nichts mehr, wie es war.....

Kea von Garnier schafft es, die Leichtigkeit des Sommers, die Zeit zwischen Teenie sein und erwachsen werden, wunderbar einzufangen. Die Unsicherheit, die man in diesem Alter verspürt und das Kribbeln der ersten Liebe wird sehr sensibel erzählt. Ihr gelingt es dieses Gefühl so authentisch einzufangen, dass die Seiten nur so dahinflogen.

Dominik fühlt plötzlich den Druck, dass sein weiteres Leben so aussehen wird, wie das des Vaters. Dieser geht in seinem Beruf auf. Dabei erfahren auch wir Leser jede Menge darüber, wie man mit den Trauernden umgeht,  Leichen präpariert und diese ansehnlich herrichtet. Diese Einblicke in die Arbeit sind sehr respektvoll erzählt.

Wir erleben aber auch, wie Erwachsene ihre Wünsche und Träume in die eigenen Kinder projizieren und sie nicht nach ihren eigenen Wünschen leben lassen. Sie müssen lernen, dass es nicht ihr Leben ist, sondern das der Kinder. Dominiks Zwiespalt zwischen den Erwartungen seines Vaters und dem Wunsch, seinen eigenen Weg zu gehen, hat mich schnell mit ihm mitfühlen lassen. Generell ist die Vater/Sohn Beziehung zwischen Dominik und seinem Vater empfindsam dargestellt.

Im krassen Gegensatz dazu die Familie von Biff. Der Vater Alkoholiker und Schläger. Er duldet Biffs Homosexualität nicht und terrorisiert ihn und den Rest der Familie. Nach und nach kristallisiert sich dadurch Biffs Verhalten heraus, seine Gegenwehr und seine Wut, aber auch seine Traurigleit und Einsamkeit..

Man kann gar nicht glauben, dass dies Kea von Garniers Debütroman ist. Die Geschichte wird sehr sensibel erzählt, ist nah an der Realität und wahnsinnig toll geschrieben. 
Trotz der ernsteren Themen strahlt das Buch insgesamt eine sommerlich-leichte Stimmung aus und fängt die Unbeschwertheit der Jugend auf authentische Weise ein. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe mit Dominik und Biff mitgelitten, habe die Leichtigkeit des Sommers, aber auch die Angst vor der Zukunft gespürt. Das Einfangen all der Emotionen ist der Autorin so wunderbar gelungen, dass ich richtig ins Schwärmen gerate.

Fazit:
"Restsommer" ist ein bittersüßer Coming-of-Age Roman, melancholisch, aber auch humorvoll und kein bisschen kitschig.
Wem "Hard Land" von Benedict Wells oder "Der große Sommer" von Ewald Arenz gefallen hat, dem kann ich auch diese tolle Geschichte empfehlen! Ein Highlight!


Vielen Dank an das Randomhouse Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Just Friends - Haley Pham

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 288 Seiten
    • Verlag: ‎ Adrian & Wimmelbuchverlag, 1. Auflage (‎ 2. April 2026)
    • Übersetzer: ‎Sabine Schulte
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 288 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3985853746
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3985853748
    • Originaltitel: Just Friends
    • Genre: Young Adult, Liebesroman


Adrian Kurzbeschreibung:
Blair und Declan waren in ihrer Kindheit unzertrennlich – beste Freunde, die einander besser kannten als jeden anderen. Doch als ein impulsiver Kuss sie von Freunden zu Mehr machte, änderte sich alles. So schnell wie ihre Romanze begann, zerstörte ein Moment alles und hinterließ nur Herzschmerz und Stille. Jetzt, vier Jahre später, kehrt Blair in ihre Heimatstadt Seabrook zurück, um ihre Mutter zu unterstützen und sich um ihre Großtante Lottie zu kümmern, deren Gesundheit sich zunehmend verschlechtert. Um über die Runden zu kommen, bewirbt sich Blair um eine Arbeit in einem Café – nur um herauszufinden, dass es von niemand anderem als Declan geleitet wird. Dem Jungen, den sie liebte. Dem Jungen, den sie verlor. Dem Jungen, der ihr Herz immer noch schneller schlagen lässt. Als Blairs Weg sich immer wieder mit dem von Declan kreuzt, reißen alte Wunden wieder auf, Geheimnisse werden enthüllt und die Funken fliegen erneut. Aber könnte ihre Zukunft jemals frei von ihrer Vergangenheit sein?

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur ABC Challengne

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Diesen Young Adult oder Liebesroman mit dem Trope Second Chance habe ich über Buchcontact erhalten. Ich lese ja zwischendurch immer wieder gerne Liebesromane, die aber oftmals sehr unterschiedlich bei mir "ankommen". Dieses Debüt der (mir unbekannten) Contant Createrin Haley Pham  hat noch etwas Luft nach oben.

Auf zwei Zeitebenen, wobei der Gegenwartsstrang den größeren Teil einnimmt, lernen wir Blair und Declan kennen. Die beiden sind seit ihrer Kindheit gute Freunde und kennen einander besser als irgendjemand sonst. Am Ende der Highschool wurde aus Freundschaft Liebe und die beiden ein Paar. Doch das Glück währt nur kurz, denn ein tragischer Vorfall lässt das junge Glück zerbrechen.
Vier Jahre später kommt Blair wieder zurück in ihren Heimatort. Ihre Großtante Lottie liegt im Sterben. Blair möchte ihre Mutter unterstützen und von Lottie Abschied nehmen. Um etwas Geld zu verdienen, bevor sie nach New York zieht und ihren neuen Job beginnt, sucht sie sich Arbeit. Sie bewirbt sich in einem Café in Seabrook. Umso größer ist der Schock, als sie beim Vorstellungsgespräch Declan gegenüber steht......

Der Beginn der Story und die Rückblicke in die Vergangenheit haben mir sehr gut gefallen. Man erfährt, wie Lottie wichtig für Blair und ihre Mutter wurde. In einer schwierigen Zeit, als ihr Vater die Familie verließ und ihre Mutter ohne Geld, Wohnung und Arbeit zurückblieb, war es Lottie, die sie bei sich aufnahm. Als echte Selfmade-Frau hatte sie sich nach ihrer Flucht aus Saigon mit großer Entschlossenheit ein kleines Minimarkt-Imperium aufgebaut. Von ihr und ihrer Mutter hat Blair gelernt, unabhängig zu bleiben, sich nicht auf Männer zu verlassen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. 
Mir fehlte es trotzdem an gemeinsamen Erlebnissen und Rückblicken. Es wird immer wieder erwähnt wie groß die Trauer von Blair um Lottie ist, aber über die Beziehung zueinander erfährt man zu wenig, außer den oben genannten Fakten. Ich hoffte eine besondere und emotionale Dynamik zwischen Blair, ihrer Mutter und Lottie zu erleben und zu verstehen, warum es für diese drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen so wichtig ist, als Familie zueinanderzufinden. Leider hoffte ich vergeblich, dabei hätte die Handlung so viel mehr Potenzial gehabt. Dafür nahm die Liebesgeschichte, die ein ziemliches Hin und Her war, den gesamten Raum ein. Obwohl Declan wirklich eine sogenannte "Green Flag" war, hatte ich Probleme die Chemie zwischen ihnen zu fühlen. Das Ende war mir dann absolut zu kitschig! 

Es gab zwar viele Dialoge, jedoch hätte ich am liebsten gesagt: Show! - don't tell. Das war wahrscheinlich auch der springende Punkt, warum mich die Geschichte nur teilweise berühren konnte.
Leider gab es auch einige Fehler, die das Lektorat übersehen hat. Mich stören Fehler leider immer sehr, da ich selbst oft lektoriert habe. Hier würde ich empfehlen, nochmals ein Auge darauf zu werfen!

Cover:
von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, das spanische und das englische "large Print" Buch, welches mir vom Cover her eigentlich am besten gefällt.

Fazit:
Leider konnte mich diese Small Town Second Chance Geschichte nur mäßig überzeugen. Sie war mir eindeutig zu kitschig, obwohl ich die Anziehung zwischen Declan und Blair nur teilweise fühlen konnte. Auch der Schreibstil war etwas holprig, was allerdings auch an der Übersetzung liegen könnte. Für mich leider eher eine kleine Enttäuschung.


Vielen Dank an Buchcontact für das Rezensionsexemplar!

Der Sommer, der uns blieb - Greta Herrlicher

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    • Verlag: ‎ VANI Verlag GmbH; 1. Auflage (14. April 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3691690009
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3691690002
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Vani Kurzbeschreibung:
Drei Freunde, eine alte Schuld – und ein Sommer, der alles verändert. In einer idyllischen Kleinstadt, umgeben von glitzernden Seen und endlosen Feldern, erleben Britta, Pia und Martin eine Jugend voller Abenteuer und kindlicher Träume. Doch ein verhängnisvoller Sommer reißt die enge Freundschaft der drei auseinander. Zwei Jahrzehnte später ist die verlorene Zeit zwischen ihnen zu einem fremden Land geworden. Inmitten von Schmerz und Vergebung müssen Britta, Pia und Martin entscheiden, ob ihre Freundschaft stark genug ist, um die Schatten der Vergangenheit zu überwinden. Doch ein gut gehütetes Geheimnis droht die zarten Bande, die sie miteinander verbinden, endgültig zu zerreißen.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur Book Special ABC Challenge

Meine Meinung:
Als Kinder waren Martin, Pia und Britta unzertrennlich. Aufgewachsen in den Neunziger Jahren verbringen die Nachbarskinder ihre gemeinsame Zeit am See, beim Picknick oder bei Britta zuhause. Der Sommer nach dem Abitur sollte nochmal richtig unbeschwert werden, doch er verändert alles. Kurz nach der Abifeier verschwindet Pia - ohne sich von Martin und Britta zu verabschieden. Martin und Britta sind geschockt und kommen mit ihren verletzten Gefühlen nicht klar. Warum hat Pia sie so Knall auf Fall verlassen?
Die drei verlieren sich aus den Augen. Von Pia hört niemand mehr etwas und Britta arbeitet in einem Krankenhaus in Frankfurt. Nur Martin ist in der Kleinstadt geblieben. Er hat nie geheiratet und wohnt noch immer im Nachbarhaus bei seiner Mutter. Er arbeitet im eigenen Familienbetrieb, den er übernommen hat. 
Erst zwanzig Jahre später kommt Britta von Frankfurt wieder in ihre alte Heimat, um ihren dementen Vater zu unterstützen, der seit dem Tod der Mutter alleine lebt und nur mehr schwer zurechtkommt.  
Als Martin ein Flyer in die Hände fällt, der über eine Foto-Ausstellung berichtet, ist er sicher, dass die Frau am Foto Pia ist. Und es dauert nicht lange, bis sich die Wege der drei ehemaligen Freunde wieder kreuzen. Als sie sich wieder begegnen, wird schnell deutlich, dass etwas Unausgesprochenes zwischen ihnen liegt.....

Die Geschichte wird in zwei verschiedenen Zeitebenen und abwechselnd aus der Sicht von Britta, Martin und Pia erzählt. Wir sind in der Vergangenheit in den Neunziger Jahren und in der Gegenwart im März 2020, dem Beginn der Pandemie, die ab und zu aufgegriffen wird, aber eher als Randerscheinung "mitläuft". Ab und an habe ich mich über einige Begebenheiten zu dieser Zeit gewundert, die ich nicht ganz passend fand. 
Die langsame Annäherung der Drei fand ich hingegen gelungen und sehr authentisch. Die damaligen und späteren Entscheidungen der Charaktere, zeigen Spuren und Folgen bis in die Gegenwart. Die Themen Schuld und Vergebung ziehen sich als roter Faden durch die ganze Handlung. 
Das im Klappentext angekündigte große Geheimnis aus der Vergangenheit war für mich jedoch nicht wirklich eine Überraschung. Inhaltlich vielversprechend, bleibt die Geschichte jedoch in der Umsetzung hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Ich habe die Geschichte als weniger tiefgründig empfunden, als sie hätte sein können. Denn die Fülle an schweren Themen und Konflikten sind doch einige. Manche wurden daher nur angerissen. Dennoch schafft Greta Herrlicher es, eine angenehme Leichtigkeit zu bewahren, was das Lesen erleichtert.

Optisch kann man an diesem Buch aus dem Vani Verlag nicht vorbeigehen. Es ist ein Träumchen! Unter dem Umschlag verbirgt sich ein wunderschöner Leineneinband, der das Bild des Covers nochmals abbildet. Rundherum gibt es einen bezaubernden Farbschnitt in denselben zarten Farben und im Buch gibt es ein Page Overlay (eine illustrierte, transparente Seite), sowie ein Farbbändchen. Leserherz, was willst du mehr!? 

Jedes Kapitel beginnt mit einem kleinen Zitat, wie z.B.: "Ein kleiner Stein der Erkenntnis kann eine Lawine auslösen" oder "Entscheidungen verschwinden nicht, sondern begleiten uns leise weiter". Drunter steht der jeweilige Name des erzählenden Protagonisten.

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und lässt sich leicht lesen. Der heutige Zeitgeist ist gut eingefangen. Obwohl oftmals Zitate und Gedanken eingebracht sind, die nachdenklich machen, wirkt manches etwas oberflächlich. Die Figuren sind gut gezeichnet, wobei ich Martin nicht wirklich gemocht habe, was aber keine Rolle spielt. Was mir ein bisschen fehlte, war der Unterschied im Sprachstil der Protagonisten als Kinder und als Erwachsene. Die Rückblicke in die Neunziger Jahre fangen das damalige Lebensgefühl perfekt ein. Die sommerliche Kleinstadt-Atmosphäre hat mir ebenfalls gut gefallen.

Fazit:
Ein Kompliment an den Vani Verlag für diese Augenweide! Inhaltlich ist die Geschichte eher ruhig und nicht wirklich etwas Neues. Sie wird jedoch - trotz mancher schweren Themen - mit einer Leichtigkeit erzählt und versprüht Emotionen und Atmosphäre. Ich habe es gerne gelesen!


Vielen Dank an vorablesen und den Vani Verlag für das Rezensionsexemplar!
 

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