- Broschiert: 304 Seiten
- Verlag: Sutton; Auflage: 1 (7. März 2014)
- ISBN-10: 395400190X
- ISBN-13: 978-3954001903
- Genre: historischer Krimi, historischer Roman
Amazon Kurzbeschreibung:
Zu Unrecht des Diebstahls bezichtigt, muss die junge Magd Fronika aus Mainz fliehen. Im kleinen Städtchen Dürn im Odenwald, ganz am Rande des Erzbistums, soll ihr Großonkel als Leutpriester wohnen. Nach einer gefahrvollen Reise findet sie Zuflucht im Pfarrhaus. Doch ihr Glück währt nur kurz, wenige Tage später liegt der Priester im Sterben. Auf dem Totenbett beichtet er Fronika seine größte Sünde: Er hat das Blut Christi auf dem Altartuch vergossen und plötzlich erschien das Antlitz des Herrn auf dem Tuch, das er voller Furcht einfach versteckt hat. Seine fromme Nichte muss ihm versprechen, das Tuch zu bergen und in die richtigen Hände zu geben. Doch an wen soll sich Fronika wenden? Als das Korporale seine heilende Kraft zu zeigen beginnt, gerät sie in höchste Gefahr, denn alle wollen sich des wundertätigen Tuchs bemächtigen, Priester und Gauner, Gläubige und Skeptiker. Anne Grießer entwirft ein lebendiges Bild vom Streben einer jungen Frau im mittelalterlichen Walldürn zur Zeit der Anfänge der Wallfahrt, auf die sich bis heute Pilger aus Mainz, Köln und ganz Deutschland begeben.
Meine Bewertung: starke * * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Buch zur einnmal um die Welt Challenge
Meine Meinung:
Seit etwas längerer Zeit habe ich wieder einmal einen historischen Roman - eigentlich ist dieses Buch eher ein historischer Krimi - der Ende des 14. Jahrhunderts spielt, gelesen. Die junge Magd Fronika wird zu Unrecht eines Diebstahls beschuldigt und muss Mainz verlassen. Sie flieht zum einzigen Verwandten, den sie noch hat, den Leutpriester Heinrich Otto, nach Dürn im Odenwald. Dort muss sie mit Entsetzen feststellen, dass ihr Großonkel im Sterben liegt und ihre Zukunft weiterhin im Dunklen liegt. Auf dem Sterbebett vertraut Heinrich Otto ihr seine größte Sünde an: Er hat während der Messfeier das Blut Christi auf dem Altartuch vergossen. Wie durch Zauberhand erschien darauf das Anlitz des gekreuzigten Jesus und einzelne Häupter Christi mit Dornenkrone. Voller Furcht hat er das Tuch versteckt und niemand etwas davon gesagt. Nun soll Fronika es behüten. Für das 14-jährige Mädchen, das zwar sehr gläubig erzogen wurde, ist dies eine große Last. In der kurzen Zeit, in der sie in Dürn lebt, kennt sie nur den jungen Boppo, mit dem sie sich angefreundet hat, dessen Mutter und Schwester Anna, eine Nonne, die dem Leutpfarrer seit seiner Krankheit den Haushalt führt. Doch Fronika ist nicht die Einzige, die vom Wundertuch weiß und schon bald gerät sie in große Gefahr. Wer ist der Fremde, der ihr das Leben gerettet hat und warum schleicht ihr Pfarrer Philipp Eugen immer hinterher und beobachtet sie? Außerdem sieht sie immer wieder den Geist von ihrem Großonkel, der die abergläubische Fronika in Furcht und Schrecken versetzt.
Als die ersten Morde passieren, weiß Fronika, dass sie auch in Dürn nicht bleiben kann....
Als Österreicherin war mir der Wallfahrtsort Walldürn nicht bekannt. Die Autorin hat es aber wunderbar verstanden mich nach dieser Geschichte so neugierig zu machen, dass ich im Internet nachrecheriert habe.
Wen es interessiert und wer nichts darüber weiß, kann hier *link* bei Wikipädia nachschlagen.
Die Geschichte um das verschwundene Bluttuch ist sehr spannend erzählt. Die Stimmung ist zu dieser Zeit sehr düster. Der Ort ist ärmlich, die Menschen sind sehr abergläubisch...sie streuen Salz vor die Tür aus Angst vor dem Teufel, obwohl sie selbst kaum zu Essen haben. Natürlich gibt es auch in dieser Geschichte jede Menge Bösewichte, manche davon sind auf den ersten Blick erkennbar, andere tarnen ihr wahres Ich hinter einer frommen oder freundlichen Maske. Der Aberglaube und die etwas mystische Stimmung lässt es einen oft kalt über den Buckel laufen...
Schreibstil:
Die Autorin versteht es hervorragend Spannung aufzubauen. Der Schreibstil ist der damaligen Zeit angepasst. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben. Fronika ist ein einfaches Mädchen, das weder lesen noch schreiben kann. Sie ist aber trotzdem nicht dumm, oft nur etwas naiv und gutgläubig, sowie sehr gläubig und trotzdem auch abergläubisch. Es ist die Zeit vor der Reformation und die einfachen Leute erhalten ihren Lebensmut oft nur durch die Religion.
Anne Grießer hat die Geschichte rund um das Blutwunder von Walldürn sehr glaubhaft und fesselnd erzählt. Sie hat ihre eigenen Personen erfundenen und jene, die tatsächlich gelebt haben, wunderbar verwoben und einen atmosphärisch historischen Krimi geschrieben.
Fazit:
Wer gerne historisch liest, Krimis mag und ein bisschen mehr über den Grund der Wallfahrt nach Walldürn wissen möchte, dem empfehle ich diesen Roman gerne weiter!
Ich danke den Sutton Verlag
für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplares

















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Speicherung deiner Daten. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung dieses Blogs.