Das Institut der letzten Wünsche - Antonia Michaelis




    • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
    • Verlag: Knaur HC (1. April 2015)
    • ISBN-10: 3426653656
    • ISBN-13: 978-3426653654
    • Genre:Roman, Gegenwartsliteratur




Knaur Kurzbeschreibung: 
Die verträumte Mathilda arbeitet für eine Organisation, die sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche erfüllt. Ein letztes Mal Schneeflocken spüren mitten im Hochsommer, Maria Callas live erleben oder in einem stillgelegten Vergnügungspark Riesenrad fahren – alles kein Problem, kleine Tricks inbegriffen. Das ändert sich, als Mathilda Birger begegnet. Er wünscht sich, vor seinem Tod noch einmal seine frühere Freundin Doreen und ihr gemeinsames Kind wiederzusehen. Mathilda soll sie für ihn suchen – nur will sie Doreen eigentlich gar nicht finden, denn sie hat sich auf den ersten Blick in Birger verliebt.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Bücher der hochgelobten Autorin Antonia Michaelis verfolge ich schon länger und bei "Das Institut der letzten Wünsche" war ich mir sicher, das dies auch ein Roman für mich sein könnte. Der Klappentext sprach mich an und auch das zauberhafte Cover ist ein richtiger Eyecatcher. Groß war die Freude, als ich es in unserer Bücherei entdeckte.

Die Idee für das Institut der letzten Wünsche finde ich grandios. Ein Büro für Sterbenskranke, die sich ihren ganz besonderen letzten Wunsch erfüllen wollen. Einzige Bedingung ist, dass sie in den nächsten sechs Monaten sterben.
Die chaotische Mathilde, die ihr Medizinstudium abgebrochen hat, arbeitet in diesem Zwei-Frauenbetrieb mit Ingeborg, einer ehemaligen Ärztin, die ihren Job gekündigt und das Institut gegründet hat. Während Ingeborg die Pragmatischere der beiden Frauen ist und aus der Tretmühle eines Krankenhaus entkommen wollte, um sich den Sterbenden zu widmen, stolpert Mathilde zufällig hinein. Doch die beiden Frauen ergänzen sich sehr gut, bis Birger Ravenstein ins Institut kommt. Er wird an Lungenkrebs sterben und sein letzter Wunsch ist es, seine Jugendliebe Doreen und ihr gemeinsames Kind zu finden. Mathilda verliebt sich auf den ersten Blick in den um einiges älteren Mann und widmet sich bald ausschließlich Birgers Wunsch.

Während mich der poetische Schreibstil schnell gefangen nahm, konnte ich nicht wirklich in die Geschichte eintauchen. Sie plätscherte für mich einfach so dahin, auch wenn mich die verrückten Wünsche einiger Kunden des Institutes zum schmunzeln brachten. Da möchte eine alte Dame noch einmal die Callas singen hören, die jedoch bereits verstorben ist; ein älterer Mann einen Spieleabend wie früher in einer Studenten-WG erleben, eine ältere gehbehinderte Dame sich in einem weißen Kleid und einem Diadem am Kopf noch einmal in den Pferdesattel schwingen oder das meistgewünschte Erlebnis...noch einmal Weihnachten feiern. Mathilde und Ingeborg erleben so mindestens einmal im Monat Weihnachten....Es gibt immer wieder skurille und amüsante Begebenheiten, die das gewisse Etwas in diesen Roman bringen, mich aber trotzdem nicht überzeugen konnten.

Leider blieben mir auch die Figuren fremd. Ich konnte überhaupt nicht nachvollziehen, dass sich Mathilde in den mindestens fünfzehn Jahre älteren Birger verliebte, den sie beim Betreten des Büros als blassen, grauen Mann beschrieb. Die Gefühle kamen bei mir einfach nicht an. Nach 150 Seiten überlegte ich sogar das Buch abzubrechen und muss zugeben, dass ich nahe daran war. Danach war ich oftmals versucht einige Absätze und Passagen zu überspringen und muss leider sagen, dass ich mich mehr durch den Roman quälte, als ihn genoss.
Obwohl die Geschichte einige sehr tiefgründige Themen ansprach, wie etwa die Sterbehilfe, berührte sie mich nicht wirklich. Die skurillen Ereignisse, die Mathilde erlebte, fand ich zwar amüsant, aber sie konnten mich weder fesseln noch packen. Die Handlung schleppte sich einfach in meinen Augen nur zäh dahin. Da nutze auch der wirklich wunderbare Schreibstil der Autorin nichts....

In einem der Romane, die ich erst vor kurzem gelesen habe, notierte ich mir diesen Satz, der für mich hier einfach treffender nicht sein könnte: "Manchmal braucht es den richtigen Zeitpunkt für ein Buch"...
Der Zeitpunkt für diesen poetischen Roman war definitiv nicht der Richtige!

Fazit:
Leider kann ich diesem poetischen Werk der Autorin nur 2 1/2 Sterne geben. Mich hat weder die Geschichte gefesselt, noch konnte ich ein Gefühl zu den Protagonisten aufbauen. Die Grundidee zu diesem Roman fand ich reizvoll, doch ich konnte weder eintauchen in Mathildas Welt, noch konnte mich die Erzählung emotinal berühren. Schade!



3 Kommentare:

  1. Die Idee hinter dem Buch fand ich auch toll - aber die Umsetzung fand ich nicht gelungen (wie Du auf meinem Blog ja auch schon gelesen hast).

    Liebe Grüße
    Babsi
    www.buechersindfliegendeteppiche.wordpress.com

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Martina,

    ich fand den Klappentext immer interessant, aber ich glaube, nach deiner Rezi lass ich es lieber mitm Lesen :)

    Lg
    Micha

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Micha,
      ich habe auch sehr viele sehr gute Rezensionen dazu gelesen. Das Buch dürfte eben wirklich Geschmacksache sein oder man muss den richtigen Zeitpunkt dazu erwischen ;)

      Löschen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Speicherung deiner Daten. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung dieses Blogs.

 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos