Ja, nein, vielleicht - Doris Knecht

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    • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
    • Verlag: ‎Hanser Berlin, 4. Auflage ( 22. Juli 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3446282882
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3446282889
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Hanser Kurzbeschreibung:
Zum ersten Mal seit vielen Jahren fühlt sie sich wieder frei: Die Kinder sind ausgezogen, in ihrem Dasein zwischen Großstadt und Landleben breitet sich Ruhe aus. Doch dann wird ihre Wohnung von ihrer Schwester besetzt, es droht ihr ein Zahn auszufallen und sie wird mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert. Während sich das eher marginale gesundheitliche Dilemma zu einer kleinen existenziellen Krise auswächst, trifft sie im Supermarkt einen Mann von früher wieder: Friedrich. Eine Begegnung, die sie vor eine Frage stellt, mit der sie sich eigentlich nicht mehr beschäftigen wollte: Ist sie bereit für eine weitere Liebesbeziehung? Oder besser gesagt: Ist sie bereit, ihr gutes Leben zu teilen, ihre innere Zufriedenheit zu riskieren, schon wieder?

Meine Bewertung: * * *

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Meine Meinung:
"Ja, nein, vielleicht" ist mein zweites Buch der Autorin, die mir von meiner Nichte empfohlen wurde, die jedes Buch von Doris Knecht verschlingt.
Nach "Die Nachricht" konnte mich aber auch ihr neuester Roman nicht komplett abholen, obwohl sich das Thema um das Älter werden und Vergänglichkeit dreht, welches (leider) in meinem Alter nun doch immer präsenter wird.
Auch die Hauptprotagonistin fühlt sich durch den baldigen Verlustes eines Zahnes plötzlich daran erinnert, dass sie in der zweiten Lebenshälfte angekommen ist. Die Kinder sind ausgezogen und leben ihr eigenes Leben, während sie zwischen der Wohnung in der Stadt und ihrem Häuschen im Waldviertel hin- und herpendelt. Der Vater der Kinder hat sich schon lange verabschiedet und nun ist endlich Ruhe in ihrem Leben eingekehrt. Mit ihrem Hund lebt sie zurückgezogen in ihrem Haus am Land und sinniert über die kommenden Jahre. Was kann sie sich noch von der Zukunft erwarten?
Als sie nach 25 Jahren ihre Jugendaffäre Friedrich in einem Supermarkt wieder trifft, fängt sie an darüber nachzudenken, ob sie nochmals eine Partnerschaft eingehen würde? Friedrich, der mit ihr gemeinsam die Milleniumsnacht in New York im Bett verbrachte, geht ihr nur mehr schwer aus dem Kopf. Doch möchte sie tatsächlich ihr geruhsames Leben am Land teilen und sich den Wünschen eines Mannes richten? Ja, nein oder doch vielleicht?
Die Gedanken sind da, doch als sich ihre Schwester Paula in der Stadtwohnung einnistet und auf ihre Anrufe nicht reagiert und die Zahnarztbesuche zunehmen, tritt Friedrich erstmal in den Hintergrund.

Im Großen und Ganzen begleiten wir die namenslose Ich-Erzählerin bei ihrer täglichen Routine, was einem das Gefühl gibt, aus einem Tagebuch zu lesen. Es passiert nicht wirklich viel. Weite Teile des Romans folgen wir einfach den Gedanken der Erzählerin. Es sind Reflexionen über die Mitte des Lebens und was wir noch erwarten können. Die Freundschaft zwischen Friedrich, die im Klappentext eine viel größerer Rolle einnimmt, spielt sich eher im Hintergrund ab. Auch die Zahnarztbesuche, die zu Beginn noch ein interessantes Metapher waren, nutzen sich durch viele Wiederholungen ab.
Das Männerbild ist durchgehend schlecht und eindimensional. Es wimmelt nur so von Narzissten, Depressiven oder Alkoholikern. Dass ihre beste Freundin Therese plötzlich wieder heiraten möchte, kann sie nicht verstehen und gibt ihr ebenfalls viel Stoff nachzudenken.

Im letzten Viertel wurde ich dann auch noch richtig getriggert, denn die Autorin nimmt das Hochwasser des letzten Jahres, welches genau meine Region betroffen hat, in ihrem Romans auf! Ihr Haus steht an einem Bach, der überflutet werden soll, wenn man den Wetterberichten Glauben schenkt. Ich war wieder im September 2024 angekommen und war beim Lesen alles andere als entspannt. Immer wieder hatte ich die Bilder vor Augen, wie vor meinem Haus die Straße zum Fluss wurde....

Am Ende erkennt die Ich-Erzählerin, was und wer wirklich wichtig ist und dass es davon in ihrem Leben doch so einiges gibt, was sich positiv anfühlt.

Fazit:
Es ist ein leiser, nachdenklicher Roman über Vergänglichkeit, dem begraben von Jugendträumen und setzen neuer Ziele. Für mich war die Geschichte teilweise leider zu belanglos, denn es passiert recht wenig. Die Gedankengänge der Protagonistin konnte ich jedoch oftmals sehr gut nachvollziehen, da ich selbst in diese Altersgruppe falle. Eine Geschichte vor allem für Frauen in der Mitte des Lebens geeignet.


2 Kommentare:

  1. Liebe Martina

    Und schon wieder....eher ruhig erzählt, nachdenklich, wehmütig ;-)

    Aber das Buch ist mir schon einige Male begegnet und ich habe auch schon sehr begeisterte Rezensionen gelesen. Ich habe es mir einmal vorgemerkt, ich habe nämlich immer noch nichts von Doris Knecht gelesen.

    Alles Liebe
    Livia

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    1. Ja, es mochten viele, aber ich werde nicht so ganz warm mit der Autorin. Meine Nichte ist ein großer Fan von ihren Romanen.
      Für mich passt es zwar altersmäßig perfekt, aber sonst war es mir irgendwie zu belanglos. Und dann das Triggern mit dem Hochwasser....puh

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