[Waringham Saga] Das Lächeln der Fortuna - Rebecca Gablé

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    • Taschenbuch: 1200 Seiten
    • Verlag: ‎ Bastei-Lübbe; 1. Edition (25. November 1997)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 9783404139170
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404139170
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 1 der Waringham Saga



Lübbe Kurzbeschreibung:
England 1360: Nach dem Tod seines Vaters, des wegen Hochverrats angeklagten Earl of Waringham, zählt der zwölfjährige Robin zu den Besitzlosen und ist der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt. Besonders Mortimer, der Sohn des neuen Earls, schikaniert Robin, wo er kann. Zwischen den Jungen erwächst eine tödliche Feindschaft. Aber Robin geht seinen Weg, der ihn schließlich zurück in die Welt von Hof, Adel und Ritterschaft führt. An der Seite des charismatischen Duke of Lancaster erlebt er Feldzüge, Aufstände und politische Triumphe - und begegnet Frauen, die ebenso schön wie gefährlich sind. Doch das Rad der Fortuna dreht sich unaufhörlich, und während ein junger, unfähiger König England ins Verderben zu reißen droht, steht Robin plötzlich wieder seinem alten Todfeind gegenüber ... 

Meine Bewertung: * * * *undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Es hat einige Zeit gedauert, bis ich endlich zum ersten Band der Waringham Saga von Rebecca Gablé, einem monumentalen Epos mit über 1200 Seiten, gegriffen habe. Nachdem ich gerne historische Romane lese und ich die ersten vier Bände im SuB Regal stehen habe, war es mal an der Zeit diese auch zu lesen.
Schuld daran sind die liebe Andrea vom "Leseblick" und die liebe Aleshanee von "Weltenwanderer". Aleshanee hat die ersten Bände vor cirka zwanzig Jahren schon einmal gelesen und Andrea und ich haben endlich mit der Reihe begonnen. Im Februar und März haben wir den Schmöker nun gemeinsam gelesen.

Der zwölfjährige Robin von Waringham fristet sein Dasein in der Klosterschule St.Thomas, nachdem seine Mutter und seine Geschwister, bis auf seine Schwester Agnes, an der Pest gestorben sind. Sein Vater, Earl of Waringham, ist Ritter und kämpft im hunderjährigen Krieg. Im Kloster erfährt Robin, dass sein Vater gestorben und in Ungnade gefallen ist. Wegen einer Intrige erhält Robin weder den Titel, noch die Ländereien, die ihm eigentlich zustehen. Der Junge ist mittellos und Waise. Nachdem er aus der ungeliebten Klosterschule ausgerissen ist, macht er sich auf den Weg zu seinem ehemaligen Zuhause. In Waringham versucht er als Pferdeknecht unterzukommen, denn Robin hat eine besondere Gabe mit Pferden umzugehen. Ich würde ihn einen Pferdeflüsterer nennen. Der neue Besitzer der Burg und des Gestüts ist Geoffrey Dermond. Er ist ein ehemaliger guter Freund von Robins getötetem Vater, erkennt den Burschen wieder und möchte ihn gerne zum Ritter erziehen. Doch sein verschlagener Sohn Mortimer sieht in Robin den Konkurrenten, den es auszuschalten gilt. Mortimer ist hinterhältig, feige, intrigant und gewissenlos. Zwischen den beiden Jungen entsteht eine lebenslange erbitterte Feindschaft.
Robin kämpft für seine Träume und erregt die Aufmerksamkeit des noch jungen Duke of Lancaster. Er tritt in seine Dienste und findet den Weg zurück in die Welt von Hof, Adel und Ritterschaft...

Der historische Roman bietet alles, was man sich von einem Schmöker erwartet. Der hundertjährige Krieg ist immer allgegenwärtig. Das Spätmittelalter wird sehr gut dargestellt und wir erleben die typischen Machenschaften dieser Zeit: Zwangsehen, die Pest, öffentlichen Hinrichtungen und Aufstände, sowie Ränkespiele in Adelskreisen und Hinterhalte sind immer wieder Teil der Geschichte. Die geschichtlichen Hintergründe sind hervorragend recherchiert und in einer verständlichen und angenehmen Sprache zu Papier gebracht.

Rebecca Gablé hat Robins Geschichte, beginnend vom Knabenalter bis ins Alter, spannend erzählt. Die historischen Begegenheiten rund um den "Schwarzen Prinzen" und dem hundertjährigen Krieg, den Bauernaufständen und den Kampf um den Thron Englands sind perfekt miteingebunden. Der Schreibstil ist sehr detailverliebt und oftmals auch ausschweifend. Über die ziemlich schwarz-weiß gemalten Charaktere muss man manchmal ebenso hinwegsehen.

Die sehr detaillierten und manchmal ermüdenden Gespräche zwischen Robin und seinem Gönner, dem Duke of Lancaster, haben mich allerdings ein bisschen gelangweilt. Die im Laufe der Zeit immer wiederkehrenden gleichen Namen verwirren zusätzlich. Dafür kann allerdings die Autorin nichts, denn wir brauchen nur die Ahnentafel der englischen Könige anzuzusehen und bemerken, dass immer wieder dieselben Vornamen auftauchen. Das hat sich bis heute nicht wirklich geändert...
Eine große Hilfe ist das ellenlage Personenregister am Anfang des Buches, auch wenn es beim erstmaligen Aufklappen den Leser sicherlich erschreckt.

Nicht wirklich lesefördernd bei so einem Schmöker, ist auch das Fehlen von Kapitel.  Das fand ich etwas schade! Trotzdem wird es trotz der über die tausend Seiten selten langweilig. Ich habe vorallem den Beginn der Geschichte auf Waringham und die Zeit in Fernbrook genossen. Die Passagen am Hof fand ich hingegen ein bisschen zu sehr ausgeschmückt.

Fazit:
Ein gelungener historischer Roman aus der Zeit der späteren Plantagenets mit kleinen Schwächen. Natürlich werden wir weiterlesen und ich bin schon sehr gespannt, was uns in "Die Hüter der Rose" erwarten wird.

 

3 Kommentare:

  1. Hi Martina!

    Schön, deine Rezension ist da! Meine kommt auch in den nächsten Tagen :)
    Ich hab mich so gefreut, durch euch wieder in diese historische Zeit eintauchen zu können. Mir ist auch aufgefallen, dass die Charaktere schon recht eindeutig gut/böse sind, was ich damals gar nicht so recht wahrgenommen habe -bzw. ich habs einfach so hingenommen :D
    Manches hätte man tatsächlich etwas kürzer fassen können, aber insgesamt bin ich wieder sehr begeistert gewesen!

    Die fehlenden Kapitel haben mich nicht gestört, ich glaube auch dass ich früher sehr oft Bücher ohne Kapitel hatte... aber ich kann mich auch täuschen.

    Ich würde dir übrigens raten, bei den nächsten Bänden nicht zu viel im Personenregister nachzuschauen, damit du nicht gespoilert wirst! Da stehen nämlich oft auch schon Kinder drin, von denen man anfangs noch gar nichts weiß - also wessen Kinder bzw. welche Pärchen Kinder kriegen :D

    Ich freu mich jedenfalls schon auf unsere nächste Leserunde!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Liebe Aleshanee,
      so oft habe ich gar nicht ins Personenverzeichnis geschaut ;) Ich wollte es aber angeben, weil es doch sehr unmfangreich ist.
      Ich glaube früher hat man auch gar nicht so sehr Wert darauf gelegt, dass die Figuren nicht zu sehr schwarz/weiß gezeichnet sind oder es liegt daran, dass wir jetzt so viel mehr lesen ?
      Liebe Grüße
      Martina

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    2. Ich denke, ich persönlich habe früher darüber gar nicht nachgedacht beim Lesen. Das kam erst auf als man sich hier ausgetauscht hat und plötzlich über Dinge nachgedacht, die einem früher gar nicht eingefallen sind *lach*

      Ich lese heute tatsächlich anders und auch anspruchsvoller, denke ich.
      Früher hat es einfach "nur unterhalten müssen". Wobei ich oft auch über solche Dinge hinwegsehe, wenn der Rest mich total mitnehmen kann. So wie hier.
      Mir ist das zwar aufgefallen mit den Charakteren, aber es war jetzt kein großer Punkt der mich gestört hat.

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