All better now - Neal Shusterman

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
    • Verlag ‎ Fischer Sauerländer, Erstauflage  ( 16. Juli 2025)
    • Übersetzer: ‎Andreas Helweg
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3737374538
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3737374538
    • Originaltitel: ‎ All Better Now
    • Genre: Jugendbuch, Dystopie
    • Reihe: ja  Band 1 der Dilogie


Fischer Kurzbeschreibung:
Ein beispielloses Virus breitet sich auf dem Planeten aus. Diejenigen aber, die überleben, sind … glücklich. Stress, Depression, Einsamkeit – alle negativen Gefühle sind plötzlich verschwunden. Immer mehr Genesene genießen das neue Glücksgefühl. Doch längst nicht alle, denn innere Zufriedenheit ist schlecht fürs Geschäft. Wirtschaftsbosse und Politiker brauchen die Unzufriedenheit ihrer Kunden oder Wähler. Und so beginnt ein gefährlicher Wettlauf um einen Impfstoff, der das Unglück zurückbringen soll. Mariel lebt mit ihrer Mutter in einem verbeulten Ford Fiesta und wünscht sich nichts sehnlicher, als glücklich zu sein. Rons Vater ist Milliardär, doch obwohl ihm jeglicher Luxus offen steht, erscheint Ron das Leben sinnlos. Der Zufall bringt Mariel und Ron zusammen, und das Schicksal schleudert sie mitten hinein in den Machtkampf um eine neue Weltordnung.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auf das neue Buch von Neal Shusterman war ich schon sehr gespannt. Ich mochte seine Dystopie "Dry", die er gemeinsam mit seinem Sohn geschrieben hat. "All better now" hat mich aber leider ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Es ist der erste Teil einer Dilogie und den Plot fand ich wirklich genial. Die Umsetzung war dann eher mittelmäßig und wenn ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen hätte, hätte ich es vielleicht sogar abgebrochen. Es war nicht schlecht und die Idee ist toll, aber irgendwie fand ich nicht richtig in die Geschichte.

Nach Corona gibt es eine neue Pandemie, die die Welt heimsucht: "Crown Royal". Auch dieser Virus kann tödlich sein, doch wenn man ihn überlebt ist man von nun an glücklich und zufrieden. Hört sich doch toll an, oder? Doch dieses faszinierende Gedankenspiel gefällt nicht allen Menschen. Die Reichen und Mächtigen in der Wirtschaft und Politik würden bald ihre Macht verlieren. Glückliche und zufriedene Menschen würden nicht nach mehr streben, denn sie sind zufrieden mit dem, was sie haben., Ebenso würde die Gewalt abnehmen, denn alle Genesenen helfen den anderen Menschen - selbstlos! Zusätzlich wittert die Pharmaindustrie ihr Geschäft mit neuen Produkten gegen Crown Royal....

Die Geschichte wird hauptsächlich aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Mariel, Morgan und Rón, Mariel ist heimatlos und wohnt mit ihrer Mutter in einem alten Ford Fiesta. Sie würde sich gerne mit Crown Royal infizieren, doch bei ihr klappt es einfach nicht.
Ròn kommt hingegen aus sehr reichem Hause. Sein Vater ist der drittreichste Mann der Welt, doch Ròn ist depressiv. Außerdem leidet er unter einer bestimmten Farbenblindheit und gehört deshalb zur Risikogruppe.
Morgan ist eine sehr intelligente junge Frau, die einen Job sucht und nach der Erkrankung von Dame Havilland in deren Fußstapfen tritt. Sie wird die neue Vorsitzende deren Firmenimperiums und agiert genauso intrigant und selbstsüchtig, wie ihre Vorgängerin, die an einer Impfung gegen den Virus gearbeitet hat. Es gibt noch viele weitere Figuren, die für kurze Zeit in den Fokus gerückt werden. Manche erhalten mehr Plattform, andere weniger.

Wir besuchen im Laufe der Geschichte viele verschiedene Schauplätze und erleben wie der Virus auf der ganzen Welt auftritt und wie die Menschen darauf reagieren. Hauptsächlich sind wir jedoch in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Spitzbergen unterwegs. Die letzte Location fand ich sehr interessant, weil es ein Thema streifte, worüber ich erst vor kurzem in einem anderen Buch gelesen habe.
Als Leser wird man mit Fragen konfrontiert, die zum Nachdenken anregen. Hier hat Shusterman wieder ganze Arbeit geleistet. Leider mangelt es jedoch an der Tiefe der Charaktere. Ebenso gibt es keine wirkliche sympathische  Figur, was mich aber weniger gestört hat.
Der Autor greift auch einige ethische Themen auf, die die Menschen zum Nachdenken anregen sollen. Wie würde eine Welt aussehen, wo alle glücklich und zufrieden leben? 

Am Ende kommt es zu einem Showdown, der zwar spannend, aber etwas unrealistisch ist. Es gibt einige Unstimmigkeiten, die das Gesamtbild stören. Für eine fast 600 Seiten lange Jugenddystopie hatte "All better now" für mich zu wenig Spannung und einige Längen - vor allem weil es sich eigentlich um einen ersten Band einer Dilogie handelt. Das Finale lässt den Leser mit einem Cliffhanger zurück. Der zweite Band soll erst im Herbst 2027 erscheinen. Ob ich ihn lesen werde? Ich denke eher nicht.

Cover:
Das Cover war ein weiteres Gesprächsthema bei der Leserunde. Viele mochten es nicht. Hier könnt ihr die beiden englischsprachigen Cover sehen, das britische (rechts) und das amerikanische Original. Welches spricht euch mehr an? Zu welchen der beiden Bücher würdet ihr in der Buchhandlung greifen?

Fazit:
Leider konnte mich die Geschichte nicht ganz abholen, trotz des sehr interessanten Plots. Ich wurde solide unterhalten, aber das war diesmal leider auch schon alles.


Vielen Dank an den Fischer Sauerländer Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Tödliche Marillenzeit - Beate Maxian

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    • Broschiert: 336 Seiten
    • Verlag: ‎ Goldmann Verlag, Originalausgabe‎ (18. September 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442495911
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442495917
    • Genre: Regionalkrimi, kulinarischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 2 um Lou Conrad


Goldmann Kurzbeschreibung:
Marillenernte in der Wachau, ein Fest für die Sinne. Auch Lou Conrad, Ex-Polizistin und Inhaberin des beliebtesten Feinkostladens der Region, möchte aus den Früchten Köstlichkeiten kreieren und fährt zum Hof ihrer Bekannten Marta. Doch dort macht Lou eine schockierende Entdeckung: Die Bäuerin liegt tot im Marillengarten. Im Ort brodelt schnell die Gerüchteküche. Beging ein Tourist die Tat? Waren es skrupellose Obstdiebe? Mit Sternekoch Fabio und Berner Sennenhund Michelin an ihrer Seite geht Lou der Sache auf den Grund und entdeckt: In diesem Fall ist das süße Gold der Wachau mit mörderischen Geheimnissen verbunden ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Marillenernte hier in der Wachau ist schon wieder vorüber. Dabei wollte ich doch pünktlich dazu meine Meinung zu Beate Maxians zweiten Regionalkrimi mit der ehemaligen Ermittlerin Lou Konrad, der genau zu diesem Zeitpunkt spielt, veröffentlichen. Wie auch immer - nun kommt die Rezension doch etwas später.... 
Die Marillenernte ist neben der Weinlese die betriebsamste Zeit in der Region. Die Wachauer Marille ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung und die Obstsorte ist äußerst beliebt. Auch Lou Konrad benötigt täglich für ihr Delikatessengeschäft die saftigen Früchte. Bei Marillenbäuerin Marta hat sie bereits ihre Ware vorbestellt und will diese nur mehr abholen, als sie ihre Freundin tot im Garten findet. Die Einwohner von Marienkirchen sind geschockt, denn Marta war allseits sehr beliebt und niemand kann sich vorstellen, dass der Mörder oder die Mörderin aus dem Ort kommt. Trotzdem wurden in letzter Zeit einige Tonnen Marillen aus Martas Garten gestohlen. Ist der Dieb auch der Mörder?
Der erste Verdacht fällt auf Martas Exmann Rainer, den auch Lous ehemalige Vorgesetzte Verena Badinger vom LKA in Sankt Pölten ins Visier nimmt. Natürlich kann auch Lou nicht still sitzen und beginnt sich in Marienkirchen umzuhören. Immer mit dabei ist ihr Berner Sennenhund Michelin.
Neben Martas Exmann gibt es bald noch einige weitere Verdächtige und bald gerät auch Lou mehr und mehr ins Visier des LKAs......

Der Krimi liest sich wieder wunderbar leicht und kurzweilig. Die Charaktere sind sehr lebendig und bis hin zum kleinsten Nebencharakter sehr authentisch beschrieben. Sie alle haben Ecken und Kanten und sind mehr oder weniger liebenswert. Der Dorftratsch lebt und die ersten Verdächtigen sind schnell gefunden. Vieles wird sehr detailliert erzählt und oftmals auch wiederholt, was etwas Spannung rausnimmt. 
Die Kulinarik kommt nicht zu kurz und mit Sternekoch Fabio, der eindeutig Lous Herz erobert hat, kommt noch etwas "gehobene Küche" und etwas Herzklopfen dazu. Mit dabei wieder viel Lokalkolorit und Humor.
Die großartigen Landschaftsbeschreibungen erzeugen Urlaubsflair. Ich bin froh, dass ich nicht weit weg von dieser Region wohne, wo andere Urlaub machen.
Bald erscheint der dritte Teil, der natürlich wieder gelesen wird!

Fazit:
Ein kulinarischer Regionalkrimi, der unsere schöne Wachau ins Rampenlicht stellt. Diesmal sind wir zur Ernte der süßen Marillen im fiktiven Marienkirchen unterwegs. Kurzweilig und mit viel Lokalkolorit - perfekt für einen lauschigen Tag auf der Terrasse und einem Glaserl "Grüner Veltliner" aus der Wachau..


 
Die Lou Conrad Reihe:
  1. Ein tödlicher Jahrgang  *Rezi*
  2. Tödliche Marillenzeit
  3. Tödliches Gold   (erscheint am 24. September)

Mostviertler Bauern - Helmut Scharner

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    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: ‎ Gmeiner-Verlag, 1. Auflage (9. Juli 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839208939
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839208939
    • Genre: Regionalkrimi, Krimi
    • Reihe: ja - Band 7 um Kommissar Brandner


Gmeiner Kurzbeschreibung:
Die Mostviertler Alm feiert Jubiläum! Eigentlich ein Grund zum Feiern, doch als Elisabeth Wagner als Funktionärin des Bauernbundes eine Festrede hält, bricht der Zorn der Landwirte über sie herein. Der anwesende Landeshauptmann springt Elisabeth zur Seite, aber als tags darauf ihre Leiche medienwirksam in einer Kuhtränke entdeckt wird, sieht er rot. Major Brandner und Inspektorin Lindner kämpfen auf dem Land nicht nur mit wortkargen Zeugen, sondern vor allem mit Druck von oberster Stelle. Als ein weiteres Verbrechen öffentlich ausgeschlachtet wird, beginnt ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich erst vor kurzem bei der Premieren-Lesung *klick* von Helmut Scharner zu "Mostviertler Bauern" war, musste natürlich auch der bereits siebente Band rund um Major Brandner gelesen werden.

Dieses Mal sind wir im süd-östlichsten Teil des Mostviertels, welches bisher eher ein Stiefkind in den Vorgängerbänden war. Im Mittelpunkt steht die Voralpen-Region rund um Lilienfeld. Die Mostviertler Alm in Türnitz  feiert 50-jähriges Jubiläum. Nicht nur die örtlichen Funktionäre, die Blasmusikkapelle und der Bauernbund ist anwesend, sondern sogar der Landeshauptmann Gerhard Lehner. Er ist es auch, der der Funktionärin des Bauernbundes, Elisabeth Wagner, zur Seite steht, als es bei ihrer Rede zu bösen Zwischenrufen kommt. Die Landwirte sind über Kürzungen und dem neuen Freihandelsabkommen der EU erbost. Es kommt zu einem Eklat. Nur Stunden später wird Elisabeth Wagner von der Bergläuferin und Influencerin Tina Eder tot in einer Kuhtränke aufgefunden....

Major Brandner und Annika Lindner werden zum Tatort gerufen. Die Spuren nach dem Fest sind unzählig und Feinde scheint Elisabeth Wagner unter den hiesigen Bauern genug zu haben. Diese halten jedoch eisern zusammen. Zusätzlich erschwerend ist die Nähe der Toten zum Landeshauptmann, der ebenfalls Druck auf die Ermittler ausübt.
Ein weiteres Problem stellt Tina Eder dar. Sie sieht in ihrem Video, der den Fund der Leiche zeigt, eine einmalige Chance ihre Reichweite drastisch zu erhöhen. Sie möchte nicht mehr mit ihrem Mann den Gasthof führen und undankbare Gäste bedienen, sondern mit ihren Videos Geld verdienen. Wird sie ihre Moral über Bord werfen und das Video online stellen? 

Ich mag die beiden Ermittler Leo Brandner und Annika Lindner. Vor allem Annika, die etwas ungewöhnliche Kollegin von Brandner mit der tätowierten Rose auf dem Kopf, bringt wieder frischen Wind in die Geschichte. Während ihre Lebensgefährtin Nina ein Auslandssemester in Stockholm angetreten ist, fühlt sich Annika einsam und stürzt sich in den Kriminalfall. Verdächtige gibt es mehr als genug und der Druck von oben ist diesmal gewaltig. Während Brandner die Bauern besucht und zu verhören versucht, widmet sich Annika dem Umfeld von Elisabeth Wagner, deren Tochter Anna und Wagners Büro in der Bezirksbauernkammer. Und dann passiert ein weiterer Mordanschlag....

Der Regionalkrimi ist spannend und facettenreich. Als Mostviertlerin gefällt mir an dieser Reihe natürlich das Lokalkolorit sehr. Immer wieder kenne ich einige der Schauplätze - manchmal mehr, manchmal weniger - wobei es auf die Region in der Brandner und Lindner ermitteln, ankommt. Die Charaktere sind mir bereits ans Herz gewachsen und wirken authentisch. Das Privatleben der beiden Ermittler ist zwar präsent, wird aber nur am Rande behandelt, was ich gut finde.
An den Kapitelanfängen stehen wieder Ort und Datum, damit man als Leser weiß, wo die Ermittlungen gerade stattfinden und Brandner und Lindner sich aufhalten.

Wie immer habe ich fleißig mitgeraten, aber meine Ideen oft wieder verworfen. Zum Ende hin gibt es einige unerwartete Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Die Reihe wird mit jedem weiteren Band immer stärker. Die Auflösung fand ich sehr gelungen.

Fazit:
"Mostviertler Bauern" ist ein typischer Ermittlerkrimi, der diesmal in den Voralpen um Lilienfeld spielt und mich sehr gut unterhalten hat. Spannend mit überraschenden Wendungen und einer gelungenen Auflösung.


Die Mostviertel-Reihe:
  1. Mostviertler *Rezi*
  2. Mostschlinge  *Rezi*
  3. Mostviertler Jagd  *Rezi*
  4. Mostbarone  *Rezi*
  5. Mostviertler Grafen  *Rezi*
  6. Mostviertler Kaiserin  *Rezi*
  7. Mostviertler Bauern
 

Der Sommer am Ende der Welt - Eva Völler

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    • Taschenbuch; 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Droemer TB, 2. Auflage, (21. Juli 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426564661
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426564660
    • Genre: Roman


Droemer Kurzbeschreibung:
Es soll der persönlichste Artikel ihres Lebens werden – beharrlich verfolgt die Journalistin Hanna ihren Plan, über die traumatischen Erfahrungen früherer Verschickungskinder auf Borkum zu berichten, denn auch ihre Mutter hat dort bei einer solchen Kinderkur einst Schlimmes erlebt. Doch vor Ort erhebt sich Widerstand, als Hanna die damaligen Missstände aufdecken will. Nur der Inselarzt Ole steht ihr bei ihren Nachforschungen zur Seite, beide verlieben sich Hals über Kopf. Dann wird Hanna das alte Tagebuch einer ehemaligen Kinderbetreuerin zugespielt, aus dem sich Hinweise auf ein vertuschtes Verbrechen ergeben. Dabei gerät Hanna in ein verstörendes Dilemma, denn nach und nach zeichnet sich ab, dass in Oles Familie ein schreckliches Geheimnis gehütet wird ...

Meine Bewertung: * * * 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets Book Challenge"

Meine Meinung:
Von Eva Völler habe ich bereits einige Romane, wie die "Ruhrpott-Saga", die Dilogie um die Dorfschullehrerin und die historischen Krimis um Kriminalinspektor Carl Bruns gelesen. Mit "Der Sommer am Ende der Welt" hat sie nun einen Roman geschrieben, der in der Gegenwart spielt. Das Thema beinhaltet jedoch wieder etwas Vergangenes, nämlich geht es hier um die Kinderverschickungen zwischen den 1960iger und 1980iger Jahren. Kinder, die gesundheitlich Probleme hatten, wurden auf Anraten der Ärzte auf Kuren geschickt, um sie aufzupäppeln oder durch die frische Luft in den Bergen oder an der Nordsee gesunden zu lassen. Was jedoch oftmals zutraf, war das genaue Gegenteil und ein Aufenthalt, der traumatisierte Kinder zurückließ. Ein Thema, welches viel mehr Beachtung finden sollte!

Genau aus diesem Grund macht sich Journalistin Hanna auf den Weg zur Insel Borkum, wo in den Sechziger Jahren ihre Mutter eines dieser Kinder war. In der Villa Aurelia wurden die Mädchen und Jungen gequält und geschlagen. Hanna möchte mit einem Artikel aufdecken, wie es damals tatsächlich in vielen dieser Heime zuging. Dabei hilft ihr Sabine, die zu dieser Zeit sechs Wochen verbracht hat und mit der sie täglich kommuniziert. Besonders die unbarmherzige Tante Angela ist Sabine und auch Hannas Mutter in Erinnerung geblieben. 
Aus der ehemaligen Villa Aurelia ist nun ein Luxushotel geworden, in dem Hanna sich mit ihrer 15jährigen Tochter Katie einquartiert. Als die Betreiber des Hotel erfahren, worüber Hanna tatsächlich schreiben möchte, ändert sich ihre Freundlichkeit zu Hass. Kurze Zeit später wird ihr ein altes Tagebuch vor die Tür gelegt, welches einiges enthüllt...

Der Schreibstil von Eva Völler liest sich flüssig und wie schon in all ihren anderen Geschichten mochte ich die bildhafte Erzählweise. Jedoch hätte ich die Geschichte um die Verschickungskinder lieber auf zwei verschiedenen Zeitebenen gelesen und nicht nur als kurze Telefonate oder Tagebucheintragungen, die sich in kursiver Schrift vom Hauptstrang abheben. Außerdem hätte ich es besser gefunden, wenn man nicht nur aus der Sicht von Sabine, sondern auch von weiteren Kindern, die zur selben Zeit in der Villa Aurelia zur Kur waren, gelesen hätte.
Viel zu schnell verliert sich das Hauptthema des Buches in weiteren Nebenhandlungen, die ich nicht gebraucht hätte. Schon auf den ersten Seiten lernt Hanna den hiesigen Inselarzt Ole kennen und ihre Tochter Katie den Sohn der Hotelinhaberin, Bengt. Und hier haben wir schon von Beginn an zwei Liebesgeschichten, die mir viel zu schnell abgelaufen sind. Ich konnte absolut keine der beiden Lovestories spüren und fand beide unpassend. Ein weiteres unnötiges Thema waren die Déjà-vus von Hanna und ihre gesundheitlichen Probleme. Im letzten Drittel kommt noch ein Mordfall ins Spiel, sowie Verbrechen während der Nazizeit. Letzteres kann ich noch verstehen, denn die Erziehungsmethoden in den Heimen waren von den Idealen der Nazis geprägt. 
Durch die Menge an Themen verliert jedoch jedes einzelne an Wichtigkeit und vor allem bleibt das Thema Verschickungskinder viel zu sehr an der Oberfläche. Sehr schade!

Fazit:
Ein Thema, welches noch viel mehr aufgegriffen werden sollte. Eva Völler hat sich jedoch in ihrem Roman "Der Sommer am Ende der Welt" meiner Meinung etwas verzettelt. Das Hauptthema verliert an Wichtigkeit und weicht nichtssagenden Liebesgeschichten und Krankheitssymptomen. Leider bleibt der Roman zu oberflächlich und schrammt am Thema etwas vorbei. Schade!


Vielen Dank an den Droemer Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Mittsommer - Lucy Foley

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    • Broschierte Ausgabe; 480 Seiten
    • Verlag:‎ Penguin Verlag, deutsche Erstausgabe (21. Mai 2025)
    • Übersetzer: Ivana Marinovi‎c
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328604006
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328604006
    • Originaltitel: ‎ The Midnight Feast
    • Genre: Thriller


Penguin Kurzbeschreibung:
Es ist Mittsommer an der Küste von England. Im kühlenden Schatten eines uralten Waldes versammeln sich die Gäste zum Eröffnungswochenende des neuen Luxushotels The Manor. Die opulent gedeckte Tafel biegt sich unter köstlichen Speisen und der Champagner fließt in Strömen, während die Sonne im Meer versinkt, um einer unvergesslichen Party die Bühne zu bereiten. Doch schon früh stören Jugendliche aus dem Dorf das Fest; immer lauter wird der Unmut der Dorfbewohner, die das Hotelgelände für sich reklamieren. Die Feier eskaliert. Wahre Identitäten werden aufgedeckt und Geheimnisse gelüftet. Feindschaften treten zutage, die unter dem Deckmantel alter Freundschaft daherkamen. Noch bevor die Nacht zu Ende ist, steht das Gebäude lichterloh in Flammen, und am nächsten Morgen wird an den meterhohen, steil abfallenden Klippen eine Leiche gefunden. Zwischen ihren Fingern klebt eine ölig schwarze Feder. Die Feder eines Rabenvogels. Etwas Dunkles hat sich geregt unter der Mittsommersonne …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wir sind an der Küste von Dorset, wo am Sonnwendwochenende "The Manor", ein neues Luxushotel eröffnet werden soll. Es wird eine Wellness-Oase für die Reichen und Schönen. Die Bewohner der anliegenden Dörfer sind alles andere als erfreut darüber. Der nahe Wald soll für luxuriöse "Holzhütten" noch weiter abgeholzt werden, auf dem eine sehr mystische Stimmung liegt. Den Kindern wird von klein auf von den schwarzen Rabenvögeln erzählt, die darin hausen. Die Geschichte soll sie vom betreten des Waldes abhalten. Doch auch die Erwachsenen meiden den Wald. Bei der Eröffnungsfeier wird ausgelassen gefeiert, während einige Dorfbewohner die Party immer wieder gezielt stören. Die Katastrophe tritt ein und das neue Hotel brennt bis auf die Grundmauern ab. Am nächsten Morgen wird  unterhalb der Klippen eine Tote mit einer schwarzen Feder in der Hand gefunden....

Wir erleben den Thriller aus der Sicht von fünf Protagonisten: Francesca, die sehr exzentrische Londoner Unternehmerin und nunmehrige Hotelbesitzerin und ihr Mann Owen, ein Stararchitekt; Partygast Bella, die ein Geheimnis verbirgt; der neunzehnjährige Kellner Eddie, der im Dorf wohnt und Detective Walker. Sie alle lassen uns teilhaben an ihren Erlebnissen während der Mittsommernacht. Zusätzlich gibt es noch Rückblenden in die Vergangenheit und Einblicke in ein Tagebuch aus dem Jahre 2010. Es erzählt über den Sommer von damals aus der Sicht eines Teenagers. Dabei spielen auch Francesca und ihre Brüder, sowie weitere Jugendliche aus dem Ort eine Rolle. 

Der Plot ist komplex und Lucy Foley hat die Handlung sehr geschickt aufgebaut. Erst nach und nach fügen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen. Dabei kommt einiges ans Tageslicht, was wiederum ganz neuen Enthüllungen Raum gibt. Alle Figuren und Handlungsstränge hängen zusammen, aber man weiß lange Zeit nicht in welcher Form. Ein bisschen hat es mir trotzdem an Spannung gefehlt und es hat etwas gedauert, bis mich die Geschichte richtig gepackt hat.
Die einzelnen Charaktere sind vielschichtig. Niemand ist derjenige, der er zu sein scheint. Die oberflächlichen Reichen und Schönen, die sich als naturverbunden darstellen, habe ich genauso empfunden, wie sie beschrieben wurden. Die Atmosphäre war greifbar und das Setting perfekt gewählt. 

Für mich kam der Teil um die Mystik der Raben und die heidnischen Bräuche und Traditionen etwas zu kurz, auch wenn ich normaler Weise in Thrillern nichts "Übernatürliches" mag. Trotzdem wird das Thema immer wieder aufgegriffen und war mir am Ende dann fast zu wenig bearbeitet. Die Auflösung war jedoch gelungen.

Als Thriller würde ich "Mittsommer" allerdings nicht wirklich einordnen. Spannungsroman passt da etwas besser.

Cover:
von links nach rechts:
Das italienische Cover, das niederländische, das spanische, zwei englischsprachige und das serbische Cover

Fazit:
Ein sehr interessantes Thema, welches Lucy Foley hier gewählt hat. Atmosphärisch top, aber sehr komplex und dennoch mit einigen Längen. Manche Dinge wirken etwas konstruiert. Trotz allem hat mich "Mittsommer" gut unterhalten.


[Lesung] Literatur und Wiese - Lesungen von Martin Peichl, Katharina Köller und Jessica Lind

 Hallo meine Bücherwürmer!

Mittlerweile ist es drei Jahre her, dass ich bei "Literatur & Wiese" in Wieselburg bei einer Lesung dabei war. In dieser Zeit hat sich die Location etwas verändert und die organisatorische Betreuung scheint mir noch schlechter geworden zu sein.
Da es bei uns im Juli nur geregnet hat und ich drei Ansprechpersonen kontaktiert habe, ob die Veranstaltung am 18. Juli im Freien überhaupt stattfinden wird, wartete ich bis kurz bevor ich mich auf den Weg machte auf eine Antwort - die ich nie erhielt.

Wie bei dieser Veranstaltung üblich, lesen immer drei österreichische Autor:innen aus ihren Werken. Diesmal  habe ich mich sehr gefreut, denn ich habe noch keine der drei bisher live gesehen.
Martin Pichl, Katharina Köller und Jessica Lind standen auf dem Programm und während ich "Kleine Monster" von Jessica Lind bereits gelesen hatte, stand Katharina Köllers Roman "Wild wuchern" auf meiner Wunschliste.

Nachdem es bei uns zu Hause wirklich geschüttet hat, war ich nicht sehr positiv eingestellt, dass die Lesung überhaupt stattfand. Überraschender Weise war es ca. 10km entfernt staubtrocken und in Wieselburg sogar sonnig und warm. Allerdings "verfolgte" mich das schwarze Band an Wolken die ganze Zeit und es traf auch bald vor Ort ein. Meine Fotos sind deshalb auch alles andere als gut geworden.....

Während die Organisatoren mit ihrer Getränkebar teilweise unter Dach waren, wie auch die Musikgruppe, mussten ein Teil der Zuhörer unter Bäumen sitzen (was bei schönem Wetter sehr atmosphärisch wäre) und die Autoren hatten überhaupt keine Überdachung.

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Den Anfang machte Martin Peichl, der aus seinem Roman "Es sind nur wir" las.

Mir gefiel die Sprache des Romans sehr gut. Der Schreibstil des Autors war poetisch und sehr angenehm, aber das Thema war mir zu schwermütig. 
Zwischen den einzelnen Lesungen unterhielt die Musikgruppe "Simca" die Gäste.
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Nach Martin Peichl kam bereits Katharina Köller an die Reihe, bei der ich dachte, dass sie als Schlusspunkt gesetzt wäre. Sie las aus "Wild wuchern" - meinem Wunschbuch. 


Leider begann es bereits nach den ersten Seiten, die Katharina Köller aus dem ersten Kapitel gelesen hat, zu regnen. Man musste die Lesung unterbrechen. Währenddessen unterhielt die Musikgruppe "Simca" die Zuhörer, bis der Regen nachließ. Das dauerte doch eine ganze Weile (vor allem weil ich auch nur auf einer Bank unter den Kastanienbäumen saß und mir trotz Pullover und Jacke kalt war).
Natürlich habe ich mir am Ende das Buch gekauft, weil ich es zusätzlich gerne signiert haben wollte.
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Zu meiner (negativen) Überraschung lies der Moderator nicht Katharina Köller weiterlesen, sondern startete gleich mit der nächsten Autorin.
Jessica Lind las aus ihrem Roman "Kleine Monster"


Zu "Kleine Monster" habe ich bereits, knapp nach Erscheinen des Buches, eine Rezension geschrieben *klick*
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, allerdings finde ich den Klappentext irreführend, denn man erwartet tatsächlich etwas anderes.

Nach der letzten Lesung ließ ich noch mein Buch von Jessica Lind signieren und machte mich dann sehr durchfroren und nass auf dem Heimweg.




Lost in the wild - Antje Leser

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    • Taschenbuch: 272 Seiten
    • Verlag: ‎ Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 23. Mai 2025
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 352220297X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3522202978
    • Lesealter ‏ : ‎ Ab 14 Jahren
    • Genre: Jugendthriller


Thienemann Kurzbeschreibung:
Endlich Abi! Mit einem Trip in die Berge wollt ihr das feiern. Doch schon am ersten Tag geratet ihr in einen Bergrutsch. Einer von euch verletzt sich schwer. Ohne Ausrüstung und ohne Kontakt zur Außenwelt kämpft ihr ums Überleben. Als ihr auf Prepper beim Survivaltraining trefft, scheint plötzlich Rettung in Sicht. Ihr denkt, das Schlimmste sei vorbei, aber ist es das wirklich?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die fünf Abiturenten Timo, Jasper, Fabio, Khadra und Daria, wollen nach dem Ende ihrer Schulzeit die Freiheit genießen und brechen zu einer gemeinsamen Wandertour ins Gebirge auf. Sie sind jedoch nur leidlich ausgerüstet und kaum trainiert, was jeden, der sich etwas in den Bergen auskennt, die Haare zu Berge stehen lässt. Und es dauert auch nicht lange bis die Gruppe durch einen Bergrutsch in große Gefahr gerät. Ihre Zelte und ihre Ausrüstung werden mitgerissen. Schlechtwetter und der nicht mehr vorhandene Weg zurück zum Ausgangspunkt lassen sie willkürlich herumirren. Zusätzlich ist einer der drei Jungen verletzt. Als sie eine Hütte finden, ist die Übernachtung in den Bergen erstmals gesichert. 

Zur selben Zeit ist, trotz der ungünstigen Wetterbedingungen, eine zweite Gruppe unterwegs. Diese haben ein Überlebenstraining-Seminar bei Prepper Ragnar gebucht. Sie spielen eine Zombie-Apokalypse nach. Als sie abends in der Hütte von Ragnar übernachten wollen, treffen sie auf die fünf Jugendlichen, die sich von ihnen Hilfe erwarten. Doch sehr schnell bemerken sie, dass sie von den Erwachsenen keinerlei Unterstützung erhalten werden, sondern dass sie perfekte lebendige Feinde für die Survival-Gruppe sind, deren Anführer einige Geheimnisse hat....

Man ist von Beginn an sofort mitten in der Geschichte. Der Schreibstil ist die Sprache der heutigen Jugendlichen und liest sich locker und flüssig
Die Landschaft wird von der Autorin sehr bildhaft und plastisch beschrieben. Den Starkregen konnte ich auf meiner Haut fühlen und mit den verzweifelten Jugendlichen mitfühlen.
Die Charaktere sind sehr anschaulich beschrieben und entwickeln sich weiter. Ein zwei Leserinnen in der Leserunde hatten Probleme die Figuren auseinanderzuhalten, was ich überhaupt nicht verstehen kann! Ich fand sie einzeln sehr vielschichtig beschrieben und konnte mir von jeden ein sehr gutes Bild machen. Natürlich stehen manche mehr im Vordergrund und bekommen mehr Aufmerksamkeit. Es waren zwar viele nicht wirklich sympathisch, was jedoch teilweise den Sinn der Geschichte ausmachte. 

Antje Leser hat einen spannenden Survival-Jugendthriller geschrieben, der manchmal ganz schön brutal wird. Die Aufregung darüber, dass man diese Geschichte den Jugendlichen nicht vorsetzten kann, verstehe ich nicht. In diesem Genre kann man nicht von einem cozy Krimi ausgehen. Es gibt auch eine Triggerwarnung und zweitens habe ich in anderen Genres schon weitaus brutalere Szenen in Jugendbüchern gelesen - man denke nur an Panem etc. 
Eine kleine Kritik gibt es trotzdem: Die Autorin hat jede Menge Themen auf diesen 272 Seiten untergebracht: Umweltkatastrophen, Klimakrise, Ukrainekrieg, Migranten, LTBTQ, Staatshass und Reichsbürger. Da kommen doch einige Klischees durch....
Auch wurden einige Szenen ein bisschen überzeichnet dargestellt, aber die Spannung hielt auf den ganzen 272 Seiten. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und mit den Jugendlichen gefiebert.

Fazit:
Ein spannender Survival-Jugendthriller, der einige zu viele Themen anspricht, aber mich von Beginn an sehr gut unterhalten und etwas Gänsehaut hervorgerufen hat.


Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar! 

 

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