In Gedenken - Ulf Schiewe

 Ein ungeplanter Post, aber gerade eben habe ich erfahren, dass einer meiner Lieblingsautoren im Genre historische Romane verstorben ist: Ulf Schiewe

© björn marquart (www. fotomarquart.de)

 Im November 2022 habe ich sein zuletzt erschienes Buch "Der eiserne Herzog" gelesen.

Eines meiner Lieblingsbücher von ihm ist "Der Attentäter", in dem es um das Attentat von Sarejewo geht.

Hier einige Bücher, die ich von ihm bereits gelesen habe:



Wir werden dich vermissen!

[Grenzfall] Ihr Schrei in der Nacht - Anna Schneider

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch; 2. Edition (26. Januar 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3596705460
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596705467
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 2 - Jahn und Krammer ermitteln



Fischer Kurzbeschreibung.
Nichts geht mehr in der Grenzregion Karwendel, heftige Schneefälle bringen über Nacht alles zum Erliegen. Mitten im Chaos verschwindet in der Jachenau eine junge Frau auf dem Weg zu ihrem Elternhaus. In Innsbruck kommt es zu einem Zwischenfall in einem Studentenwohnheim, zwei Studentinnen werden seither vermisst. Alexa Jahn und Bernhard Krammer haben alle Mühe, unter den erschwerten Bedingungen grenzübergreifend zusammenarbeiten, als zwei weitere Vermisstenmeldungen eingehen. Ein Zufall ist nun ausgeschlossen, die Fälle müssen zusammenhängen. Bald beschleicht Bernhard Krammer eine ungute Ahnung, er fühlt sich an einen alten Fall erinnert. Doch noch bevor er Alexa Jahn einweihen kann, macht sie einen folgenschweren Fehler.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Band zwei der Grenzfall-Reihe "Ihr Schrei in der Nacht" von Anna Schneider knüpft nahtlos an den ersten Band an. Diesmal liegt der Fokus jedoch bei Alex Jahn und ihrem Team in Deutschland.

Kalendarisch ist es eigentlich schon Frühling, doch ein Schlechtwettereinbruch bringt wahre Schneemassen ins Karwendelgebirge. Die Medizinstudentin Juliane bricht von München zu ihrem Elternhaus in der Jachaneu auf. Es ist ihr Geburtstag und die Eltern warten auf sie, doch Juliane kommt nie zuhause an. Am selben Abend verschwindet ein Pärchen aus der Umgebung und in Innsbruck zwei Studentinnen aus dem Studentenheim. Alexa will diesmal mehr mit ihrem Kollegen Huber zusammenarbeiten und alles richtig machen. Sie verbeißt sich in den Fall um die verschwundenen jungen Menschen. Krammer hingegen hinterfragt seine Diensttauglichkeit, denn er vermutet einen Widersacher aus einem alten Fall.

Abwechselnd lesen wir aus der Sicht von Alexa oder Krammer. So sind wir immer auf den Laufenden, was die Vermisstenfälle betrifft. Beide Ermittler-Teams arbeiten mit Hochdruck an ihren Fällen und der Verdacht erhärtet sich immer mehr, dass diese zusammenhängen. Doch erst auf den letzten 50 Seiten arbeiten Alexa und Krammer gemeinsam vor Ort. Das fand ich etwas schade. Mir hätte es besser gefallen, wenn die beiden schon früher zusammengearbeitet hätten.

Neben den aktuellen Fällen wird auch die persönliche Geschichte der beiden Ermittler weitererzählt. Alexa rätselt, ob sie in Weilheim bleiben oder sich in München eine Wohnung suchen soll. Bernhard Krammer hingegen zweifelt an seinen Fähigkeiten, ist unsicher und kämpft mit seinen privaten Problemen.

Anna Schneider erzählt wieder sehr spannend und atmosphärisch. Ich bin durch die Schneemassen gegangen, habe das Dröhnen der Musik in der alten Disco vernommen und habe Bernhard Krammers Angst gespürt, die ihm einer seiner alten ungelösten Fälle bereitet. Gelungen sind auch die Einblicke in die Leiden der vermissten Menschen, die in der Dunkelheit ihr persönliches Grauen erleben.
Die Beschreibungen sind sehr bildhaft und lebendig. Die kurzen Kapitel verführen zum immer wieder Weiterlesen, auch wenn die Augen schon langsam zufallen. Überraschende Wendungen haben die Spannung zusätzlich erhöht und mich rätseln lassen, wer der Täter sein könnte. Diesmal habe ich den Entführer jedoch bald enttarnt, was der Spannung aber keinen Abbruch tat.
Ein sehr gelungener Krimi mit zwei tollen Ermittlern!

Fazit:
Mir hat der zweite Teil der Grenzfall Reihe noch besser gefallen, als der erste Band, obwohl hier Alexa mehr im Vordergrund steht und die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Deutschland viel mehr in den Hintergrund rückt. Doch die Fälle sind sehr spannend und gelungen! Ich freue mich jetzt auf Band 3, der bereits hier liegt.

Die Jahn und Krammer Reihe:

  1. Der Tod in ihren Augen *Rezi*
  2. Ihr Schrei in der Nacht 

Böses Licht - Ursula Poznanski

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Knaur HC; 2. Edition (1. März 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426227835
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426227831
    • Genre: Kriminalroman
    • Reihe: ja - Band 2 um Ermittlerin Fina Plank



Knaur Kurzbeschreibung:
Die Inszenierung von Shakespeares Richard III am Wiener Burgtheater trieft förmlich von Theaterblut, daher fällt kaum jemandem aus dem Publikum die echte Leiche auf der Bühne auf: Ulrich Schreiber, altgedienter Garderobier, wird tot auf einem Thron sitzend von der Unterbühne ins Rampenlicht gefahren. Die Tat löst Entsetzen und Ratlosigkeit gleichermaßen aus: Schreiber war allseits beliebt, ein unauffälliger Mann ohne Feinde. Anders als das nächste Opfer, das weitaus bekannter ist … Doch gleich darauf heißt es Aufbruch nach Salzburg, wo das Ensemble bei den Festspielen gastiert. Unnötig zu sagen, dass auch die junge Wiener Kommissarin Fina Plank die Reise nach Salzburg antreten muss. Verstörende Drohungen, hysterische KünstlerInnen und ein unliebsamer Kollege machen ihr zu schaffen - vor allem aber der Gedanke, dass der Fall mit der Festnahme des Mörders nicht gelöst sein wird ...

Meine Meinung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der zweite Teil der neuen Krimireihe von Ursula Poznanski spielt diesmal am Wiener Burgtheater, welches auch auf dem Cover abgebildet ist.
Der Krimi beginnt dramatisch, denn als im Schlussakt von Shakespeares "Richard III" der Thron von der Unterbühne nach oben gefahren wird, sitzt eine Leiche darauf. Es ist Ulrich Schreiber, der Gardobier des Theaters, der erstochen wurde.  Die Schauspieler sind entsetzt, denn der Mann war allseits beliebt. Niemand kann sich vorstellen, warum man ihn getötet hat. Kurze Zeit später passiert ein weiterer Mord und es betrifft wieder das Burgtheater....

Serafina Plank wird mit ihrem Team zum Tatort gerufen. Außer von ihrem mobbenden Kollegen Oliver wird sie gemocht und unterstützt. Dieser treibt noch immer seine untergriffigen und bösartigen Spielchen mit Fina, die aber mit Hilfe eines Kollegen plötzlich etwas in der Hand hat, dass Oliver verstummen lässt. Doch dann tritt ihre Schwester Calli ins Rampenlicht, die sich mehr als unangemessen gegenüber Fina verhält und auch mich unsagbar nervte. Leicht hat es Fina wirklich nicht...
Dafür ist sie im Job top und kann wiederum zeigen, wie gut sie kombinieren und Hinweise aufspüren kann.

Ursula Poznanski lässt uns Theaterluft schnuppern und bringt die Künstleratmosphöre perfekt ins Spiel. Als Leser fragt man sich unwillkürlich, wer sich bei den Vernehmungen in einer weiteren Rolle befindet und wer nicht. Nicht umsonst beherrschen die Schauspieler die Kunst des Verstellens und Vorspielens nahezu perfekt. Zusätzlich gibt es unter ihnen auch Besetzungsneid, Intrigen, Missgunst und Eifersüchteleien.
Es werden einige Personen und wechselnde Namen (mal Vor-, mal Nachname) eingeführt, die mich zu Beginn ein bisschen verwirrt haben. Mit der Zeit findet man sich aber sehr schnell zurecht.
Umso schwerer sind die Ermittlungen für Fina, die zusätzlich ein Motiv vermissen lassen. Als das Ensemble wegen eines neuen Stückes für die Salzburger Festspiele von Wien nach Salzburg wechseln, gibt es ein Wiedersehen mit Bea und Florin aus Poznanskis älterer Krimireihe, die in Salzburg spielt. Diese Idee fand ich gelungen und ich würde mir weitere Zusammenarbeit auch für die kommenden Krimis wünschen.

Ursula Poznanski erzählt wieder aus verschiedenen Perspektiven. Wir erleben aus erster Sicht mit, wie Fina ermittelt und welche Hürden sie erklimmen muss. Außerdem dürfen wir den Regieassistenten David begleiten, der neu am Burgtheater ist und "Welpe" genannt wird. Er hat zu Beginn noch etwas Probleme sich in der Gruppe der erfahren Schauspieler einzufinden. Zusätzlich erhält auch er anonyme Drohungen.
Weiters haben wir wieder die unbekannte Person und Stimme aus dem off, die wir bereits aus dem ersten Band kennen. Sie spricht den Leser direkt an und bleibt erneut bis zum Ende unerkannt. Die weiteren Nebenfiguren erfüllen durchaus das eine oder andere Klischee, wirken aber authentisch.

Der Schreibstil ist wie immer sehr dialoglastig, modern und lebendig. Poznanski greift wieder einige aktuelle Themen, wie #metoo, Mobbingund auch Stalking auf.
Die Charaktere haben mir diesmal sehr gut gefallen, denn die Figurenbeschreibung ist, meiner Meinung nach, Poznanskis Schwäche.

Fazit:
Ursula Poznanski entführt uns in "Böses Licht" in die Theaterwelt nach Wien und Salzburg. Für mich war der zweite Band besser, als der erste und ich freue mich schon auf weitere Fälle.

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Serafina Plank Reihe:

  1. Stille blutet  *Rezi*
  2. Böses Licht

Die Haushälterin - Joy Fielding

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Goldmann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (19. Oktober 2022)
    • Übersetzer: ‎ Kristian Lutze
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 344231576X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442315765
    • Originaltitel: The Housekeeper
    • Genre: Roman, Spannungsroman



Goldmann Kurzbeschreibung:
Jodi Bishop ist erfolgreiche Maklerin und lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in Toronto. Da ihre Mutter an Parkinson erkrankt ist, beschließt sie, eine Haushälterin für ihre alternden Eltern einzustellen. Als sie die erfahrene Elyse trifft, ist sie begeistert von deren warmherziger, anpackender Art. Sogar Jodis skeptischer Vater scheint sie zu mögen. Aber schon nach kurzer Zeit nimmt Jodi beunruhigende Veränderungen wahr. Ihre Eltern verlassen kaum noch das Haus, ihre Mutter scheint sich regelrecht vor Elyse zu fürchten. Und als ihre Mutter unerwartet verstirbt, muss Jodi sich fragen: Wem hat sie da die Tür zum Leben ihrer Eltern geöffnet ...?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Es ist schon eine Ewigkeit her, seitdem ich ein Buch von Joy Fielding gelesen habe. Vor meiner Bloggerzeit habe ich so einige der Autorin verschlungen. In meinen Blogger-Anfangszeiten habe ich nur mehr ein Buch der Autorin rezensiert. Es war allerdings mein bisher letztes, denn ab diesen Zeitpunkt war es vorbei mit den Büchern der Autorin, weil mir die letzten gelesenen Bücher nicht mehr wirklich gefallen haben.
Erst jetzt, zwölf Jahre später, habe ich zu ihrem neuersten Spannungsroman gegriffen. Die Rezensionen waren gut, der Plot sehr interessant und nachdem auch Nicole von "Zeit für neue Genres" sehr positiv über "Die Haushälterin" geschrieben hat, griff ich in der Bücherei zu.

Jodi Bishop lebt in Toronto, Kanada, ist erfolgreiche Maklerin, verheiratet, Mutter von zwei Kindern und sorgt sich um ihre Eltern. Ihre Mutter leidet an Parkison und ihr betagter Vater wirkt immer öfters überfordert. Ihre Schwester ist eine Egozentrikerin und ihr Mann möchte zu Hause nicht gestört werden, um seinen Roman, an dem er bereits seit zehn Jahren schreibt, zu vollenden. So bleibt alles an Jodi hängen, denn sie ernährt mit ihrem Einkommen die Familie. Als sie immer öfters auch am Abend oder am Wochenende für ihre Kunden da sein soll, wird ihr alles zuviel. Deshalb engagiert sie mit dem Einverständis ihres Vaters und ihrer Schwester Tracy eine Haushälterin für ihre Eltern und scheint mit Elyse einen Glücksgriff gemacht zu haben. Auch die anderen Familienmitglieder sind von Elyse begeistert. Doch mit der Zeit hegt Jodi Zweifel. Ihr Vater verändert sich immer mehr und Jodi ist im Elternhaus plötzlich unerwünscht.....

Der Roman wird aus der Sicht von Jodi erzählt und gleich zu Beginn wird ersichtlich, dass hier einiges nicht stimmt. Elyse erschien mir zu gut, um wahr zu sein. Mit der Zeit verändern sich die Dinge im Haushalt von Jodis Eltern immer mehr. Sie muss sich anmelden, wenn sie ihre Mutter besuchen möchte und letztendlich wird ihr der Zutritt komplett verwehrt. Ich begann zu zweifeln, wurde wie Jodi misstrauisch und nach und nach baut sich ein negatives, bedrohliches Gefühl auf. Was passiert hinter den Türen?

Der Roman beginnt solide, doch die unterschwellige Spannung ist immer vorhanden. Der Aufbau ist gelungen und die subtile und schleichende Manipulation, sowie die perfiden Psychospielchen ließ mir die Haare zu Berge stehen. Die Atmosphäre ist düster und beklemmend.

Wirklich sympathisch ist keine der Figuren in diesem Roman, was mich allerdings nicht wirklich gestört hat. Auch Jodi wirkte auf mich nicht wirklich sympathisch, trotzdem habe ich mit ihr gelitten. Sie ist ein Mensch, der immer nur gibt und nichts zurückbekommt. Im Gegenteil: Sie wird ausgenutzt und heruntergeputzt. Jodi ist ihr Leben lang auf der Suche nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. Besonders ihr Vater ist ein richtiges Ekelpaket. Ihre Schwester Tracy wurde immer bevorzugt und kreist nur um sich selbst. Sie nutzt Jodi genauso aus, wie deren Mann. Am liebsten hätte ich sie geschüttelt und ihr gesagt, sie soll sich von alll diesen negativen Menschen befreien.

Der Schreibstil ist gelungen und lässt sich flüssig lesen. Schließlich haben wir es hier mit einer Autorin zu tun, die schon seit Jahrzehnten für ihre spannende Unterhaltung bekannt ist. Es ist kein Thriller, wie viele andere Leser es erwartet haben. Auf dem Cover steht Roman drauf und dieser hat es in sich. Für mich war es deshalb ein richtig gelungener Spannungsroman. Packend bis zum Schluss! Das Ende überrascht und ist trotzdem stimmig und authentisch.

Cover:

links das englischsprachige Originalcover und rechts das französischsprachige Cover 

Fazit:
Joy Fielding hat mit "Die Haushälterin" einen tollen Spannungsroman mit einer düsteren und beklemmenden Atmosphäre geschaffen. Die perfiden Psychospielchen machen die etwas unsympathischen Figuren wett. Ich fand den Spannungsroman sehr gut und auch das Ende ist nicht wie so oft bei Geschichten dieser Art übertrieben, sondern stimmig! Ich werde wieder vermehrt zu Joy Fieldings Büchern greifen.


Freischwimmer - Gabriel Herlich

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


     

    • Gebundene Ausgabe: 264 Seiten
    • Verlag: ‎ Pendragon; 1. Edition (15. Februar 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 386532830X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3865328304
    • Genre: Jugendbuch 


Pendragon Kurzbeschreibung:
Donnie Frey wächst in einer wohlhabenden Galeristenfamilie auf. Aber auch sie kann ihn nicht vor Ausgrenzung in der Schule und Einsamkeit schützen. Seine Sehnsucht nach Anerkennung ist groß, sodass er den Blick für wirk­liche Freunde verliert und während des Studiums in eine Welt hineingezogen wird, in der Frustration in Wut umschlägt und aus der er fast nicht wieder herausfindet. In einem Altenheim, in dem er Sozial­stunden ab­leisten muss, lernt er den ­Pfleger Vincent ­kennen. Zum ersten Mal hat er das Gefühl, akzeptiert zu werden und erfährt, was ­wahre Freundschaft bedeutet. Und dann ist da noch seine Liebe zu Meggie. Als sie sich gemeinsam auf einen Road­trip nach Frankreich begeben, um nach ­Meggies ver­­schollenem Groß­vater zu suchen, entdecken sie ein ­gemeinsames Familien­geheimnis. Alles, woran Donnie geglaubt hat, wird auf eine harte Probe gestellt …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der Debütroman von Gabriel Herlich spielt im Sommer 1999 und unser Hauptprotagonist Donatus Frey kommt aus einer wohlhabenden Galeristenfamilie und studiert an der Uni Portraitsmalerei. Seit einem Verkehrsunfall, bei dem sein geliebter Großvater verstorben ist, hat er seinen Halt verloren. Zuhause bekommt er von seiner Familie kaum Zuwendung und er wird mehr und mehr zum Einzelgänger. In der Schule wird der schüchterne Junge gehänselt und findet keine Freunde. Er sehnt sich nach Anerkennung und Zuneigung, die er erst an der Uni erfährt. Doch seine neuen Freunde haben seltsame Ansichten und Donnie gerät in einen Strudel aus Fremdenhass und Gewalt. Er wird zum Mitläufer, der nicht viel hinterfragt, um seine neuen Freunde nicht zu verlieren. Seine Familie bricht mit ihm und erst durch einen unschönen Vorfall, bei dem er Meggie begegnet, beginnt er über seine Freunde nachzudenken. Doch diesen Kreisen entkommt man nicht so rasch. Meggie ist jedoch der Anstoß zum Umdenken. Donnie nimmt seine Strafe an und leistet Sozialstunden in einem Altenheim. Dort trifft er auf Vincent, der ihn so annimmt, wie er ist. Und er lernt eine alte Dame namens Teo kennen, die für Donnie noch wichtig werden wird....

Gabriel Herlich zeichnet mit Donnie einen zutiefst unsicheren jungen Mann. Ich hatte Schwierigkeiten ihn sich mir als 21jährigen vorzustellen, denn er handelt und benimmt sich eher wie ein 16jähriger. Sein Blick auf die Welt ist eindimensional und er hinterfragt kaum. Er ist ein Mitläufer und weicht Konflikten aus.
Zu Beginn der Story ist er nicht wirklich symapthisch und man kann seine Taten nur schwer nachvollziehen. Erst durch die Begegnung mit Meggie, in die er sich verliebt und die aus einer jüdischen Familie stammt, beginnt er sein Verhlaten zu hinterfragen.
Die Figuren sind gut gezeichnet, hätten aber noch etwas mehr Charakter und Tiefe vertragen. Mitgefiebert habe ich trotzdem mit ihnen und es kamen viele verschiedene Gefühle auf: Angst, Panik, Geborgenheit, Hass, Unverständnis und Liebe auf vielen Ebenen.

Dass der Roman 1999 spielt, wird nur wenig ersichtlich. Einzig, dass nicht verwenden von Handys fällt auf. Der Schreibstil ist temporeich und fesselnd. Die Dialoge wirken allerdings manchmal etwas gezwungen, jedoch sind die Beschreibungen sehr bildhaft und plakativ. Als Film könnte ich mir diesen Roman sehr gut vorstellen!
Den Titel finde ich gelungen, denn Donnie ist ein Freischwimmer...nicht nur im Bezug darauf, dass er nicht schwimmen kann und dies am Ende des Romans lernt, sondern vorallem im Erkennen, dass er den falschen Wege eingeschlagen hat und sich von seinen alten Vorurteilen und Ansichten freischwimmt.

Gabriel Herlich hat in seinem Roman viele Themen aufgegriffen, die er jedoch teilweise nur an der Oberfläche berührt. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, vorallem wenn es um die Themen Deportation, Flucht vor den Nazis, unverarbeiteter Nazivergangenheit und Neonazis geht. Der Autor hat jedoch seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung des Protagonisten gelegt und die Themen nicht richtig in die Tiefe gehen lassen....schade! Trotzdem hat mir der Roman sehr gut gefallen, auch wenn ich noch einige Kritikpunkte habe. Da es das Debüt des Autors ist, sehe ich noch Luft nach oben und bin gespannt, was er als nächstes schreiben wird.

Fazit:
Ein temporeicher Coming-of-Age Roman, der viele Themen anschneidet und bei manchen zu wenig in die Tiefe geht. Trotzdem ein gelungene Geschichte, die aufzeigt, wie schnell man an falsche Freunde gerät und die richtige Abbiegung verpasst...

Vielen Dank an den Pendragon Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexplar!

[LESUNG] Andrea A. Walter liest aus "Deine Wahrheit ist der Tod"

 Hallo meine Bücherwürmer!

Letzte Woche war ich in der Bücherei Melk bei der Lesung von Andrea A. Walter und ihrem Thriller "Deine Wahrheit ist der Tod".
Sowohl die Autorin, wie auch die Bücherei, war mir noch unbekannt, aber so ein tolles Event darf man hier nicht verpassen! In Melk habe ich noch nie eine Lesung besucht und so war ich sehr gespannt, was mich erwartete. Diesmal begleitete mich kurzfristig meine Nichte Ingrid, denn Nicole von Zeit für neue Genres hatte leider keine Zeit.

Der Psychothriller der Autorin spielt in der Wachau, also meiner unmittelbaren Heimat und die Heimat der Autorin.

Kurz zum Inhalt:

»Ein Impuls drängt mich zur Flucht, rät mir eindringlich, von hier zu verschwinden. Etwas spitzt sich zu, liegt auf der Lauer, wartet darauf, mich zu zerstören.« Klara Adam ist nach dem Tod der Eltern die Alleinerbin des Wachauer Weinimperiums. Als sie Jonas kennenlernt, scheint ihr Leben eine glückliche Wendung zu nehmen. Doch kaum lässt sie sich darauf ein, häufen sich seltsame Vorkommnisse. Klara geht es körperlich und psychisch zunehmend schlechter. Erscheinungen ihrer herrischen Mutter, Briefe ihres Stalkers und das Eindringen eines Fremden in ihr Anwesen bringen sie an den Rand des Wahnsinns. Entspringen die Geschehnisse ihrer Fantasie oder treibt jemand ein perfides Spiel mit ihr? Und welche Rolle spielen dabei Jonas und ihre Halbschwester Marisa?

__________________________________________________

Überrascht war ich, als zu Beginn der Lesung das Licht abgeschaltet wurde. Somit war fotografieren leider kaum möglich, weil die Autorin die Leselampe ganz nah bei ihr hatte und das Licht sich im Gesicht spiegelte. Trotzdem ist mir ein Foto gelungen...besser wurde es aber leider nicht...

In einer Pause wurde Andrea A. Walter interviewt, wie ihr hier sehen könnt.
Gruselige Spannung kam auf, als die Autorin beim Vorlesen stoppte, einen Brief öffnete, der an die Protagonistin gerichtet war und man plötzlich einen männlichen Schatten oben links sehen konnte und eine Stimme den Brief vorlas. Sehr mysteriös =)

Der Schreibstil von Andrea A.Walter ist sehr poetisch, was untypisch für einen Thriller ist. Ich habe bisher nur einmal einen Krimi mit ähnlichem Schreibstil gelesen und zwar von Britta Haberkost. Auch sie schreibt sehr poetisch und detailverliebt.


Natürlich habe ich mir ihren Thriller gleich gekauft und signieren lassen. Und nun bin ich gespannt, ob ich mich gruseln werde....
 
 

Weite Sicht - Thorsten Pilz

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe; 1. Aufl. 2023 Edition (31. März 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3785728379
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3785728376
    • Genre: Roman



Lübbe Kurzbeschreibung:
Charlotte, die nach dem Tod ihres Mannes in Frage stellt, woran sie so lange glaubte. Gesine, die Hilfe braucht und nicht weiß, wie sie darum bitten soll. Sabine, die einsam ist und sich nicht damit abfindet. Und die Dänin Bente, der Freigeist, die Unruhestifterin, die fürchtet, nicht mehr genug Zeit zu haben für das, was sie noch vorhat. Nach vielen Jahren taucht Bente plötzlich wieder in Hamburg auf und wirbelt Charlottes Leben durcheinander. Mit ihrem Humor, ihrer Begeisterung für die Schriftstellerin Karen Blixen und ihrer Abenteuerlust. Vier Frauen, vier Leben. Und doch ist das, was ihnen die Sicht auf Neues verstellt, nur mit vereinten Kräften zur Seite zu schieben.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mit diesem Debütroman hat Thorsten Pilz einen sehr ansprechenden Roman über vier Frauen geschrieben, die im Herbst ihres Lebens nochmals durchzustarten versuchen.
Charlotte hat eben ihren Mann verloren und erlebt bei der Testamentseröffnung eine unvorhergesehende Überraschung. Ihre Schwester Gesine kämpft gegen ihre eigenen Dämonen. Sabine, die als Teenager bei der Familie von Charlotte und Gesine aufgenommen wurde, ist seit dem Tod ihres Mannes sehr einsam und verliert zusätzlich ihre Wohnung. Sie zieht zu Charlotte in das große Haus in Hamburg. Die vierte im Bunde ist die Dänin Bente, die eine besondere Beziehung zu Charlotte hat und nach dem Tod von Charlottes Mann wieder in ihr Leben tritt.

Nach dem Tod ihres Mannes Friedrich beginnt Charlotte ihr Leben und ihre Ehe zu hinterfragen. Fünfzig Jahre war sie verheiratet und zwei Kinder hat sie aufgezogen: Franziska und Matthias. Nun ist es an der Zeit, sich das restliche Leben neu einzurichten. Ein Neuanfang mit über Siebzig?

Charlotte, Bente, Gesine und Sabine sind sehr verschiedene Charaktere und haben unterschiedliche Lebenserfahrungen hinter sich. Charlotte steht im Mittelpunkt der Geschichte, jedoch sind die Lebenswege der vier Frauen miteinander verwoben. Die Beziehung zu ihrer Schwester Gesine ist nicht wirklich herzlich. Nach dem Tod von Charlottes Mann kommen Geheimnisse zu Tage, die die Schwestern weiter entzweien. Alle vier Frauen haben mit einem Verlust zu kämpfen, müssen sich von Erinnerungen befreien und sich im Leben neu orientieren.

"Weite Sicht" ist ein Roman der leisen Töne. Er ist nicht in Kapitel, sondern in Tage aufgeteilt. Erzählt wird teils in kurzen Rückblenden, aber vorwiegend aus der Gegenwart. Man erfährt mehr über die familiären Beziehungen und Freundschaften, die sich über die Jahrzehnte entwickelt und verändert haben. Es geht es um das Miteinander, die Entwicklung der vier Frauen und dem Finden neuer Chancen.

Der Schreibstil von Thorsten Pilz ist auf das Westentliche reduziert und trotzdem schreibt er sehr einfühlsam und der Roman hat Tiefe. Großartig fand ich, wie er sich als männlicher Autor in die weiblichen Figuren hineinversetzen konnte. Die Charaktere sind sehr lebendig und bildhaft dargestellt. Jede von ihnen konnte mich emotional berühren und ich hatte sie lebhaft vor Augen. Nur manchmal hatte ich das Gefühl die Frauen wären jünger als die angegebenen 70+. Auch die Beschreibung von Hamburg und der dänischen Ostküste sind sehr anschaulich und bildgewaltig dargestellt.

Das Ende hat mich zuversichtlich gestimmt, jedoch vermisste ich noch einige Informationen zu offenen oder angerissenen Themen aus der Vergangenheit. Das Wesentliche ist jedoch gesagt. Ein gelungener Debütroman mit einer emotionalen Tiefe, der mir sehr gut gefallen hat.

Fazit:
Eine warmherzige Geschichte mit Tiefgang über Freundschaft, Verzeihen und dem Suchen und Finden neuer Chancen im letzten Lebensabschnitt. Das Buch empfehle ich gerne weiter!

Vielen Dank an Bastei Lübbe und vorablesen für das Rezensionsexemplar!

 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos