- Taschenbuch: 396 Seiten
- Verlag: Tinte & Feder (8. Mai 2018)
- ISBN-10: 2919800396
- ISBN-13: 978-2919800391
- Genre: Historischer Roman
Amazon Kurzbeschreibung:
Paris, 1885: Ihre Schwestern mögen in ihren Ehen aufgehen – Camille St. Laurent hat einen anderen Traum. Sie will sich als Journalistin beweisen. Ihre Chance bekommt sie, als der Figaro sie ins ferne New York entsendet. Sie soll über den Aufbau der Freiheitsstatue berichten, dem Geschenk der Franzosen an die Amerikaner. Allerdings unter einem männlichen Pseudonym. Dass der amerikanische Zeitungsverleger Joseph Pulitzer ihr einen Kollegen zur Seite stellt, irritiert Camille zunächst. Aber allmählich erobert Patrick O’Sullivan mit seinem irischen Charme ihr Herz. Als zwei Morde die Stadt erschüttern und die Spur des Mörders zum Bau der Freiheitsstatue führt, berichten Camille und Patrick als Verbündete gemeinsam darüber. Doch dabei gerät die schöne Französin selbst in Lebensgefahr …
Meine Bewertung: * * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Buch zur "Ich war noch niemals in New York Challenge"
Meine Meinung:
Das Autorenduo Annabelle Fagner und Tilman Schepp, die gemeinsam unter dem Pseudonym Annabelle Tilly schreiben, haben mich bereits mit "Celeste - Zwischen Himmel und Erde" begeistert.
Im neuen Roman befinden wir uns anfangs in Frankreich und danach in den Vereinigten Staaten. Es ist das Jahr 1885 und Camille St. Laurent ist eine junge Frau, die sich nicht wie ihre Schwestern in die typische Frauenrolle pressen lassen möchte. Sie schreibt für ihr Leben gerne und durfte als eine der wenigen Frauen Sprachen und Geschichte studieren. Ihr Traum ist es Journalistin zu werden, doch zu dieser Zeit war es als Frau generell kaum möglich zu arbeiten. Trotzdem gibt Jules Aragon, der Chefredakteur des "Le Figaro" ihr die Chance und entsendet die talentierte junge Frau nach New York. Sie soll die französische Delegation auf der Fregatte Isère nach Amerika begleiten, dem Schiff, auf der die Freiheitsstatue befördert wird. Die Statue wurde von Frédéric-Auguste Bartholdi entworfen und ist ein Geschenk der Franzosen an die Amerikaner zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung. Camille erhält die Aufgabe über ihrem Aufbau und die bevorstehende Einweihung berichten. Da Camille sowohl ein männlicher, als auch ein weiblicher französischer Vorname ist, erhofft Jules Aragon keine Komplikationen bei seinen Leserin in Frankreich. In New York angekommen erhält Camille ein kleines Büro im Haus der größten Zeitung der Stadt, der "New York World". Der Herausgeber ist Joseph Pulitzer, der ihr seinen Mitarbeiter Patrick O'Sullivan zur Seite stellt. Dieser ist alles andere als erfreut über eine weibliche Kollegin. Die Berichterstattung wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, denn der Sockel der Freiheitsstatue ist noch lange nicht fertig. Pulitzer ruft zu Spenden auf und verspricht jeden Spendernamen zu verewigen. Für Patrick und Camille beginnt eine spannende Recherche...
Der Spannungsbogen steigt eher langsam, da der Krimianteil anfangs eher eine Nebenhandlung ist und erst zum Ende hin mehr Raum einnimmt. Der historische Hintergrund ist sehr lebendig beschrieben. Geschichtliche Fakten, wie die Schwierigkeiten beim Sockelbau, und die fiktive Geschichte rund um Camille und Patrick, sowie die Morde an den zwei Prostituierten, ergeben einen faszinierenden und atmosphärischen Roman. Auch die Themen Frauenbewegung, Wahlrecht und der kulturelle Schmelztiegel der Stadt sind zu erwähnen. Faszinierend auch die historischen Ereignisse, wie das Testen mit 21 Elefanten der Brooklyn Bridge oder die Demonstration der Sufragetten bei der Einweihung - steht doch die Freiheitsstatue für Freiheit und Menschenrechte und nicht für Unterdrückung der Frauen und Schwarzen. Das Autorenpaar hat in diesem Roman so viele interessante Fakten miteingebaut, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Aber auch der Krimianteil bringt viel Nervenkitzel mit sich, bei dem ein sehr wertvolles Medaillon, welches eine der Prostituierten als Geschenk erhalten hat, eine große Rolle spielt. Dabei gerät die furchtlose Camille am Ende in Lebensgefahr...
Die Figuren sind vielschichtig und authentisch. Vorallem Camille ist ein sehr starker Charakter, die sich voller Tatendrang ihrer Arbeit widmet, sich für die Frauenrechte einsetzt und dabei auch ihren weiblichen Charme spielen lässt. Ihre Neugierde bringt sie vorallem zum Ende hin in eine gefährliche Situation.
Sehr gefallen hat mir auch ihre resolute Tante Catherine, die sich sehr schnell in mein Herz geschlichen hat. Ich sage nur: rauhe Schale, weicher Kern.
Auch Patrick ist ein sehr symapthischer junger Mann, dessen irische Abstammung so manches Mädchenherz höher schlagen lässt. Er hat Charme und sieht gut aus, gehört aber auch zu den besten Journalisten New Yorks. Die Nebencharaktere wie Jimmy oder Susan, sowie der berühmte Joseph Pulitzer wurden ebenfalls sehr facettenreich beschrieben.
Es gibt hier nur wenig Kritik und doch muss ich diese anbringen. Mir waren Teile der Liebesgeschichte etwas zu kitschig, was aber Ansichtssache ist. Hingegen hatte ich bei der Krimihandlung manchmal das Gefühl, dass die Auflösung nicht ganz rund sei. Es gab auch eine Szene, die ich nicht ganz schlüssig fand. Für mich als alte Thrillertante bedeutet dies deswegen einen halben Stern Abzug.
Schreibstil:
Das Autorenduo glänzt mit einem fesselnden und bildgewaltigen Schreibstil. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Camille und Patrick erzählt und sorgt deshalb für mehr persönliche Einblicke. Der Perspektivenwechsel sorgt auch für Spannung.
Fazit:
Das Autoren-Duo beherrscht es perfekt geschichtliche Ereignisse mit einer fesselnden Handlung zu einem tollen Roman zu vereinen. Die atmosphärische Erzählweise und die historischen Begebenheiten machen dieses Buch wieder zu einem Lese-Highlight. Einzig zwei kleine Details haben diesmal die volle Sternenzahl verhindert. Eine Lese-Empfehlung!
Mein Dank geht an Annabelle Fagner und Tilman Schepp für das Rezensionsexemplar!
















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