Celeste - Zwischen Himmel und Erde - Annabelle Tilly




    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: Amazon Publishing (13. Dezember 2016)
    • ISBN-10: 1503943054
    • ISBN-13: 978-1503943056
    • Genre: Historischer Roman


Amazon Kurzbeschreibung: 
Paris, 1804: In den Gassen feiern die Menschen die Krönung von Napoleon Bonaparte. Gaukler treten auf und die schöne Seiltänzerin Celeste begeistert mit einer atemberaubenden Darbietung! Vom Fleck weg engagiert sie der Ballettdirektor der Pariser Oper. Schon bald ist sie der Liebling der Stadt. Der deutsche Student Viktor von Löwenstein, der im Louvre arbeitet, will Celeste unbedingt für sich gewinnen. Romantisch umwirbt er sie, doch ihre beginnende Liebe erschüttern dramatische Ereignisse: Bei einem Einbruch im Louvre verschwinden Juwelen aus Napoleons Krone, es gibt einen Toten. Die Spur führt zu dem Mörder von Celestes Eltern …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Es ist die Zeit der französischen Revolution und der Niedergang des Adels. Die Guillotine ist im Dauereinsatz, das Bürgertum kämpft sich an die Macht. In dieser Zeit muss die kleine Celeste die Ermordung ihrer Eltern mitansehen. Das elterliche Gut wird in Brand gesteckt und alle Bewohner niedergemetzelt. Nur Celeste kann durch die Hilfe des alten Stallknechtes Pierre mit ihren Welpen Filou fliehen und überlebt das Massaker.
Paris 1804. Die ganze Stadt befindet sich in Aufruhr, denn die Krönung Napoleons zum Kaiser soll in wenigen Tagen stattfinden. Auch Celeste befindet sich mit der Gauklergruppe, die sie einst aufgenommen hat, im Zentrum der Stadt. Sie begeistert mit ihrem außergewöhnlichen Können auf dem Seil das Publikum und fällt nicht nur Viktor von Löwenstein, einem deutschen Adeligen, ins Auge, sondern auch dem Ballettdirektor der Pariser Oper. Celeste bekommt ihre große Chance und ist DIE Neuentdeckung im Opernhaus. Doch unter den Gästen und Bewunderern befindet sich auch der Mann, der damals ihre Eltern ermordet hat.....

Schon der Prolog zog mich völlig in den Bann. Das schreckliche Kindheitserlebnis von Celeste, das sie ihr ganzes Leben verfolgen soll, wird dermaßen dramatisch und bildhaft beschrieben, dass ich gar nicht anders konnte, als einfach weiterzulesen. Ich war derartig im Sog der Geschichte, die mit vielen interessanten historischen Hintergründen punkten kann. Der Leser lernt unter anderem auch den Erfinder des Fallbeils kennen, nachdem es benannt wurde: Joseph-Ignace Guillotin; ist Zeuge der Selbstkrönung von Napoleon Bonaparte oder erfährt Privates aus dem Leben von Marie Antoinette. 
Außerdem halten wir uns mit Viktor von Löwenstein, dem Neffen des Louvre-Direktors Vivant Denon, in den Gängen des weltberühmten Museums, auf. So hat das Autorenduo, das unter den Namen Annabelle Tilly ihre Romane veröffentlicht, ihre fiktive Geschichte ganz wunderbar mit den historischen Begebenheiten verknüpft. 

Die Charaktere sind vielschichtig, größtenteils sympathisch, äußerst lebendig und tragen die Geschichte. Celeste, Gilles und Viktor, die Hauptcharaktere, entwickeln sich weiter und können absolut überzeugen. Auch die Welt der Gaukler und des Balletts wird sehr bildhaft beschrieben, genauso wie das Paris um die Jahrhundertwende. Man fühlt die Stimmung unter der Bevökerung, die bereits teilweise optimistisch ist. Jedoch spürt man auch die lauernde Gefahr durch die Polizei und die Willkür der Mächtigen, die sich an ihrer momentane Macht ausleben.

Schon lange war ich nicht mehr so in einer Geschichte gefangen und fieberte mit Celeste, den Gauklern, dem sympathischen Viktor, sowie dem kleinen Dieb und Wirbelwind Gilles, richtig mit. Nicht zu vergessen ist auch Filou, der die Menschen des öfteren aus einer heiklen Situation rettet.
Durch den Einbruch in den Louvre und dem Diebstahl der Edelsteine aus Napoleons Kaiserkrone, kommt viel Spannung auf. Ebenso spielen die Katakomben unter der Stadt eine große Rolle. Es gibt einige Erzählstränge, doch sind diese keinesfalls verwirrend, sondern machen die Geschichte erst komplett. Auch der Perspektivenwechsel trägt dazu bei, dass man an den Seiten kleben bleibt. Nur ganz zum Schluss kam bei mir das Gefühl auf, dass sich die Ereignisse zu sehr überschlagen und das Ende etwas überspitzt ist. Da ich jedoch von den restlichen 350 Seiten absolut begeistert war, gibt es dennoch 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

Schreibstil:
Der Schreibstil ist absolut fesselnd, bildgewaltig und lässt sich wunderbar lesen. Man erlebt die Gefühle der Charaktere und spürt die Atmosphäre im Paris zur Zeit des großen Wandels hautnah mit.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge, der Perspektivenwechsel hebt die Spannung. Auch der Humor blitzt ab und an durch.

Fazit:
Ein atmosphärische, spannende Geschichte in Paris kurz nach der Französischen Revolution. Hier ist alles vereint, was man sich von einem tollen Buch erwartet: tolle historische Recherche, Spannung, gute Unterhaltung, eine kleine Liebesgeschichte und interessante Auszüge aus der Welt der Gaukler und der Kunst. Für mich ein richtiges Lese-Highlight und meine Empfehlung!



Vielen Dank an Annabelle Tilly für das Rezensionsexemplar und Lovelybooks für die Leserunde, die sehr interessant war.


2 Kommentare:

  1. Klingt sehr toll und sehr interessant.

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  2. Liebe Martina,

    danke für die tolle Rezi! Historie, Spannung, Unterhaltung und eine kleine Liebesgeschichte - das klingt nach einem Buch, was ich auch unbedingt lesen muss :) Ich schreib's gleich mal in meine Wuli.

    Liebe Grüße von Conny :)

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