Ziemlich schwerwiegend - Elizabeth Horn





    • Taschenbuch: 408 Seiten
    • Verlag: Montlake Romance (10. Mai 2016)
    • ISBN-10: 1503937046
    • ISBN-13: 978-1503937048
    • Genre: Chick Lit, Liebesroman


Amazon Kurzbeschreibung:
Wenn Schönheit im Auge des Betrachters liegt, dann stimmt vielleicht einfach etwas mit Claras Augen nicht. Was sie da notgedrungen im Spiegel sieht, gefällt ihr überhaupt nicht. Aber auch in den Augen ihres Mannes sieht sie in letzter Zeit nur noch wenig Begeisterung. Eine mögliche Lösung des Problems wäre sicher ein erheblicher Gewichtsverlust. So quält sie sich mit mäßigem Erfolg, aber viel Selbstironie und komischer Verzweiflung durch Diäten und Sportstätten, bis ein anderer Betrachter die Situation dramatischer verändert, als ihre bisherigen Bemühungen es je vermocht hätten.

Meine Bewertung: * * * 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Diesen Roman bekam ich wieder über Lovelybooks, nachdem mich die Leseprobe wirklich begeistert hat und ich mich für die Leserunde beworben habe. Ich hatte Glück und durfte diesen Roman lesen, der mit sehr viel Humor beginnt, aber leider kontinuierlich absackt...

Sport ist Mord!  Das sagte schon Winston Churchill und der Meinung ist auch Clara. Trotzdem versucht sie sich gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marion an diversen Sportarten, um den überflüssigen Pfunden Herr zu werden.
Mit viel Witz beschreibt die Autorin das Problem der zwei Freundinnen Clara und Marion Gewicht zu verlieren bzw. Muskeln aufzubauen. Was an Clara nämlich zuviel ist, fehlt bei Marion. So probieren sie diverse Sportarten aus, obwohl beide eher Sportmuffel sind. Doch der attraktive Yoga-Lehrer ist alleine schon Grund genug, sich sportlich zu verrenken.
Während Marion als Floristin sehr erfolgreich ist, ist die quirlige Rothaarige, die von ihrer Freundin Clara seit Kindertagen liebevoll Möhrchen genannt wird, schon lange auf der Suche nach dem richtigen Mann. Clara hingegen arbeitet sporadisch ein paar Stunden die Woche in der Firma ihres erfolgreichen Ehemannes Sebastian, fühlt sich dort aber fehl am Platz. Nach ihrem Kunststudium hat sie nie einen Job ergriffen und malt nur zum Zeitvertreib. Für ihren Ehemann ist sie eher ein mittlerweile ungeliebtes Anhängsel geworden, an dem er immer wieder etwas zu bemängeln hat. Erst als Clara in einem Internetportal Konditormeister Carl kennenlernt, ebenfalls Opernliebhaber und alles andere als schlank, beginnt sie über ihre Ehe nachzudenken. Während Sebastian sie kaum mehr wahrnimmt, erfährt sie durch Carl Anerkennung und Respekt. Carl hat immer ein offenes Ohr für sie und so entsteht zwischen den Beiden eine wunderbare Freundschaft...oder ist es etwa doch mehr?

Der Titel ist hier meiner Meinung etwas irreführend, denn obwohl es im Roman zu Beginn um Figurprobleme und das Abnehmen geht, handelt der Hauptteil der Geschichte eher um Selbstfindung und Freundschaft und entwickelt sich schlussendlich zu einem eher kitschigen Liebesroman. Die ersten Kapitel sind noch voller Humor.  Der Wortwitz sprüht, man amüsiert sich köstlich und auch die wunderbare Freundschaft zwischen Marion und Clara wird hervorgehoben. Leider flacht die Geschichte ab der Hälfte sehr ab, der Handlungsstrang wirkt konstruiert und auch der Wortwitz ging irgendwie verloren. Mir fehlte die Dynamik, etwas mehr an Spannung oder überraschende Wendungen. Der Roman tümpelte nur mehr vor sich hin und ich konnte das Buch ohne weiteres aus der Hand legen und hatte nicht unbedingt das Bedürfnis weiterzulesen - es fehlten die echten Höhepunkte. Die Figuren verhielten sich sehr klischeehaft und viele Ereignisse waren bereits vorhersehbar. Außerdem fand ich das ewige "Clärchen hier, Clärchen da" mit der Zeit wirklich ätzend.

Charaktere:
Marion ist der liebenswürdigste und lebendigste Charakter in diesem Roman. Leider ist sie auch nur zu Beginn und zum Ende hin präsent. Clara hat mich polarisiert. Zu Beginn war sie mir noch sehr sympathisch, doch im Laufe der Geschichte nahm die Sympathie deutlich ab. Ich konnte zwar ihre Selbstzweifel nachvollziehen, die ihr jahrelang "eingeimpft" wurden, doch kam sie mir auch sehr egoistisch vor. Sie versucht gar nicht auf eigenen Beinen zu stehen, sondern lässt alles schleifen, bemitleidet sich selbst und pickt sich die Rosinen aus den Kuchen. Viele ihrer Handlungen konnte ich im Laufe des Romans nicht mehr verstehen. Carl ist ein gutmütiger Kerl, der sie auf Händen trägt, der mir aber auch im Laufe der Geschichte ebenfalls zu anstrengend wurde.
Die Charaktere sind zwar normale Menschen, direkt aus dem Leben gegriffen, jedoch sind sehr schwarz-weiß gemalt und haben kaum Ecken und Kanten (außer ihrem Aussehen). Sie werden in kleine Schubladen gesteckt, aufgeteilt in Gut und Böse.

Schreibstil:
Dass die Autorin schreiben kann, zeigt der Beginn des Romans, der durch viel Humor und Wortwitz besticht. Auch die Dialoge zwischen Clara und Möhrchen sind witzig und aus dem Leben gegriffen. Der Schreibstil ist einfach, flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Man ist schnell durch die Geschichte durch und dass ist eindeutig dem angenehmen Schreibstil der Autorin zu verdanken.

Fazit:
Der sehr witzige und lebendige Beginn des Romanes sackt leider nach der Hälfte zu einem stereotypischen und konstruierten Liebesroman ab. Die Charaktere sind sehr klischeehaft und der Wortwitz ging verloren - schade! Für die erste Hälfte würde ich fünf Sterne vergeben, für die zweite nur einen Stern...so werden es schlussendlich drei Sterne.

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar und an Lovelybooks für die Leserunde

2 Kommentare:

  1. Hallo liebe Martina,

    eine sehr informative Rezi, da ich das Buch nach dem Pech in der Verlosung zur Leserunde auf meinem Zettel hatte.
    Was du schreibst habe ich nun schon von mehreren Leserinnen erfahren. Schade um das Buch, es hat sich wirklich interessant angehört aber das werde ich mir nun nochmal überlegen...

    Viele Grüße
    Julia

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  2. Dass aus jeder Geschichte über Freundschaft am Ende ein Liebesroman werden muss.... allgemein aus ziemlich jeder Geschichte, geht mir echt auf den Wecker.

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