Über uns der Himmel, unter uns das Meer - Jojo Moyes




    • Broschiert: 512 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (26. Februar 2016)
    • ISBN-10: 3499267330
    • ISBN-13: 978-3499267338
    • Originaltitel: The Ship of Brides 
    • Genre: Roman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Australien 1946. Sechshundert Frauen machen sich auf eine Reise ins Ungewisse. Ein Flugzeugträger soll sie nach England bringen, dort erwartet die Frauen ihre Zukunft: ihre Verlobten, ihre Ehemänner – englische Soldaten, mit denen sie oft nur wenige Tage verbracht hatten, bevor der Krieg sie wieder trennte. Unter den Frauen ist auch die Krankenschwester Frances. Während die anderen zu Schicksalsgenossinnen werden, ihre Hoffnungen und Ängste miteinander teilen, bleibt sie verschlossen. Nur in Marinesoldat Henry Nicol, der jede Nacht vor ihrer Kabine Wache steht und wie sie Schreckliches erlebt hat im Krieg, findet sie einen Vertrauten. Eines Tages jedoch holt Frances ausgerechnet der Teil ihrer Vergangenheit ein, vor dem sie ans andere Ende der Welt fliehen wollte …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Darum geht's:
Australien 1946. Der Krieg ist zu Ende. Hunderte von Kriegsbräuten warten in Down Under auf den Bescheid an Board des nächsten Schiffes nach Großbtitannienen gehen zu können, um ihren Ehemännern zu folgen. Das Schiff für die letzte genehmigte Überfahrt ist allerdings kein Passagierschiff, sondern der Flugzeugträger "Victoria". Nicht nur der Kapitän ist alles andere als erfreut, bald um die 600 Frauen an Board zu haben, sondern auch die Frauen sind alles andere als begeistert. Doch es ist die letzte Möglichkeit zu ihren Ehemännern zu gelangen, die die meisten Frauen das letzte Mal vor ein oder zwei Jahren gesehen haben.....

Meine Meinung:
Nachdem ich zwar fast alle Jojo Moyes Bücher in meinem Regal stehen habe, aber bis jetzt erst "Ein ganzes halbes Jahr" gelesen habe, kann ich nicht wirklich sagen, ob es stimmt, dass dieses Buch der Autorin so gänzlich anders ist, als ihre anderen Romane. Aber eines stimmt auf jeden Fall...es spielt NICHT in der Gegenwart (bis auf den Prolog und eine Art Epilog zum Schluss des Buches), sondern im Jahre 1946. Das wird ja auch im Klappentext suggeriert, aber der Roman läuft unter "Gegenwartsliteratur" und nicht unter historischen Roman...keine Ahnung warum.

Jojo Moyes hat diesen Roman bereits 2005 geschrieben, der allerdings erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurde. Die Autorin ist durch ihre eigene Großmutter auf das Thema aufmerksam geworden, die selbst als Kriegsbraut damals auf der MS Victorious mitgefahren ist.
Von all den sechshundert Frauen hat sich Jojo Moyes vier ganz unterschiedliche und individuelle Charaktere für ihre Hauptprotagonistinnen ausgesucht. Die Farmerstochter Margret, genannt Maggie, die nach dem Tod der Mutter ihre Brüder und den Vater versorgt, hat ihren Ehemann Joe durch ihre Brüder kennen- und lieben gelernt. Sie tritt die Reise nach England bereits hochschwanger an. Ganz anders die erst knapp 16-jährige Jean, die kaum eine Schulbildung hat und aus ärmlichen Verhältnissen kommt. Das lebenslustige und kecke Mädchen möchte einfach ihrem alten Leben entfliehen und in England neu anfangen. Die versnobte Avice ist das komplette Gegenteil der beiden Frauen. Sie hält sich für etwas Besseres und vermeidet anfangs vorallem den Kontakt zur vorlauten Jane. Frances, die verschlossene Krankenschwester, ist die Vierte im Bunde der Mädchen, die sich gemeinsam eine Kabine teilen. Doch nicht nur Francis hütet ein Geheimnis, sondern jedes der Mädchen hat so ihre eigenen Probleme, die sie vor den anderen gerne verbergen möchte, was nicht immer einfach ist. Im Laufe der sechs Wochen werden die vier Frauen zu Weggefährtinnen, die sich gegenseitig Mut und Zuversicht zusprechen, denn alle sechshundert Bräute fürchten nichts mehr als einen Brief oder ein Telegramm zu erhalten, das die Zurückweisung oder den Tod des Ehemannes enthält.
Man spürt die Ängste und die Sorgen, die die Frauen an Board haben und kann diese nur für den Mut bewundern, die sie alle aufbringen, um in eine ungewisse Zukunft zu fahren.

Auch das Schicksal des Kapitäns, der seine letzte Fahrt vor der Pensionierung vor sich hat, wie auch des Schiffes, das nach dieser Fahrt verschrottet werden soll, wird beleuchtet. Der Roman berichtet vom Alltag an Bord, der durch die ungewöhnliche "Fracht" gänzlich ungewohnt für die Besatzung, aber auch für die Frauen ist. Natürlich kommt es auf diesem engen Raum zu einigen Zwischenfällen, die das Zusammenleben der Kriegsbräute und der Marinesoldaten nicht unbedingt erleichtert. Die Reise von Australien nach England wird von Jojoy Moyes authentisch beschrieben, jedoch kommt es im Mittelteil zu kleinen Längen. 

Schreibstil:
Der Schreibstil von Jojo Moyes ist wunderbar leicht und flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Seiten fliegen nur so dahin, auch wenn es im Mittelteil zu einigen Längen kommt. Das Thema selbst fand ich wirklich interessant, das von der Autorin hervorragend umgesetzt wurde. Die einzelnen, sehr unterschiedlichen Charaktere, wurden wunderbar beschrieben. Ich konnte sie mir wirklich sehr gut vorstellen.

Cover:

Ganze fünf Cover habe ich gefunden, wobei zwei fast gleich sind und nur die Hintergrundfarbe geändert wurde. Am Besten gefällt mir das erste Cover, das dem deutschen Titelbild auch am ähnlichsten ist.

Fazit:
Jojo Moyes hat sich für ihren Roman ein sehr interessantes Thema ausgesucht, das auch sehr gut umgesetzt wurde. Die Geschichte der Kriegsbräute, die sich vom Ende der Welt ins Ungewisse aufmachen, ist eine wahre Begebenheit, die es verdient in Buchform wiedergegeben zu werden! Durch ein paar kleine Längen im Mittelteil kann ich allerdings keine 5 Sterne geben.

 Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

4 Kommentare:

  1. Hi!
    Ich mag Jojo Moyes sehr gerne aber irgendwie hab ich nicht den Elan dieses Buch zu lesen. Ich weiß auch nicht warum.
    Lg Sonja

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  2. Klingt wie ein Buch, dass mich auch interessieren könnte. Hatte ich bisher noch nicht von gehört. :)

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  3. Hallo Martina,

    das Buch habe ich schon einige Zeit im Blick, ich denke, dass es in nächster Zeit mal hier einziehen wird. Grad den historischen Hintergrund finde ich total interessant.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  4. Hallo Martina,
    ich habe von Jojo Moyes einige Bücher gelesen. An dieses habe ich mich jedoch noch nicht rangetraut, weil mich die Thematik einfach nicht so sehr anspricht. Ich freue mich aber, dass es dir, bis auf einen kleinen Kritikpunkt sehr gefallen hat.
    Die Autorin hat einfach einen wundervoll natürlichen Schreibstil.

    Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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