Die Magie der kleinen Dinge - Jessie Burton


    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: Limes Verlag (16. März 2015)
    • ISBN-10: 3809026476
    • ISBN-13: 978-3809026471
    • Originaltitel: The Miniaturist
    • Genre: historischer Roman



Limes Kurzbeschreibung: 
Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur das Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – und Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Amsterdam im 17. Jahrhundert: Die junge Nella wird nach dem Tod ihres Vaters, der das Vermögen der Familie verprasst hat, mit dem reichen Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Nach der Ferntrauung steht das schüchterne Mädchen vom Lande erwartungsvoll vor dem herrschaftlichen Haus in der Herengracht. Doch bei ihrer Ankunft ist weder ihr neuer Ehemann anwesend, noch wird sie herzlich empfangen. Ihre herrische Schwägerin Marin scheint sie zu verachten und selbst das Hauspersonal behandelt sie herablassend. Als Johannes nach Tagen endlich auftaucht bringt er seiner Ehefrau als Hochzeitsgeschenk ein Puppenhaus mit. Dieses ist der perfekte Nachbau ihres neuen Heimes - nur "befüllt" muss es noch werden. Nella sucht nach einem Miniaturisten und gibt die fehlenden Gegenstände in Auftrag. Doch nach der ersten Lieferung ist Nella mehr verstört als erfreut. Die Püppchen, die die Bewohner des Puppenhauses darstellen, sind sehr detailgetreu und außerdem den realen Menschen in der Herengracht erschreckend ähnlich. Obwohl Nella keine weiteren Lieferungen mehr haben möchte, werden ihr immer wieder Möbelstücke und Figuren unaufgefordert zugesandt. Einige davon offenbaren ihr verblüffende Geheimnisse und Nella erfährt nach und nach, was sich wirklich hinter der perfekten Fassade der Familie Brandt abspielt......

Petronella, genannt Nella, ist anfangs eine sehr schüchterne junge Frau, die mit der Ablehnung ihr gegenüber nicht wirklich klar kommt. Sie kämpft mit der ewigen Abwesenheit ihres Mannes, der sich ihr gegenüber zwar als Einziger liebenswürdig verhält, jedoch keine Nähe zulässt. Das Puppenhaus und die Päckchen, die sie vom Miniaturisten erhält, sind für sie ein Ausweg aus ihrer Einsamkeit und eine Zuflucht in eine Traumwelt.

Dieser Roman besticht durch die Aussagekraft zwischen den Zeilen. Die bigotte christliche Gemeinde, die jegliche Andersartigkeit ausschließt und sich hinter ihrer äußerlichen Fassade versteckt, ist eines der großen Themen in dieser Geschichte. Während die Familie Brandt sich für fremde Länder interessiert und sogar einen farbigen Hausangestellten hat, nennt ein Großteil der Städter den Hausdiener Otto ein Tier. Auch das noch sehr deutliche Rollenbild der Frau , aber vorallem die Kirche spielt eine übergeordnete Rolle. Die Brandt's sind anders und werden anfangs wegen ihres Reichtums trotzdem akzeptiert - bis es zu einem Vorfall kommt....

Neben der geheimnisvollen und mystischen Atmosphäre im Roman, versteht es die Autorin auch ihre Charaktere wunderbar darzustellen. Sie sind zwar teilweise etwas einseitig, aber man sich jeden von ihnen bildhaft vorstellen. Nur Nella macht im Laufe der Geschichte eine glaubhafte Wandlung von der schüchternen jungen Frau zu einer selbstbewussten Dame durch. 
Besonders bildhaft sind auch die Beschreibungen der Stadt Amsterdam, die zu dieser Zeit einen sehr großen Aufschwung erlebt hat. Hier hätte ich mir noch ein paar mehr Informationen über den Handel der Gilden in den holländischen Kolonien erhofft.

Leider blieben für mich am Ende des Buches einige Fragen offen, die mich ein bisschen enttäuscht zurück gelassen haben. Wegen der manchmal fehlenden Spannung und den offenen Fragen am Ende ziehe ich einen Stern ab.

Anführen möchte ich noch, dass Petronella Oortman wirklich gelebt hat und dieses Puppenhaus noch heute im Amsterdamer Rijksmuseum bewundert werden kann. Der Rest ist Fiktion.

Schreibstil: 
Der Schreibstil war für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, was sich nach kurzer Lesezeit aber ändert. Die eindrucksvollen Beschreibungen von Amsterdam zur Blütezeit sind sehr anschaulich. Es herrscht eine etwas düstere Stimmung im Buch, die jedoch nicht den Lesefluss hindert und verbunden mit der Mystik der Geschichte richtig gut passt.

Cover:


Wow...also ich finde sowohl die englischen, als auch die deutschen Ausgaben wunderschön! Ich kann mich nicht entscheiden welches Cover mir am Besten gefällt. Was sagt ihr dazu?

Fazit:
Ein ruhiger und geheimnisvoller Roman gespickt mit etwas Mystik, Historie und einer tolle Atmosphäre. Leider gibt es kleine Längen und einige offene Fragen am Ende.


Vielen Dank an den Limes Verlag für das Reziexemplar!

2 Kommentare:

  1. Hallöchen liebe Martina,
    uff noch eine Rezi, die nicht so ganz negaativ ausfällt. :D Ich habe gestern glaube ich, auch schon zwei gelesen, die sind auch ganz gut ausgefallen. Aber alle beschweren sich über den Einstieg und eine hatte auch wie du das Ende bemängelt. Ich bin wirklich nicht so besonders motiviert dieses Buch zu lesen.. ich hoffe, dass das noch kommt. x:

    Liebst, Lotta

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  2. Liebe Martina,
    ich hatte deinen Rezipost schon gesehen, aber mich zurückgehalten bezgl. Kommentar. Nun habe ich endlich meinen Post auch online gestellt. Ich finde, du hast es alles gut auf den Punkt gebracht!
    Besser geht nicht
    Liebe Grüße Hanne

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