Der Schneegänger - Elisabeth Herrmann


    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (26. Januar 2015)
    • ISBN-10: 3442313864
    • ISBN-13: 978-3442313860
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 2 um Sanela Beara





Goldmann Kurzbeschreibung: 
Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Nach "Das Dorf der Mörder" (meine Rezi) war ich schon gespannt auf die Fortsetzung der Reihe rund um Sanela Beara, die nach erfolgreicher Lösung in Band 1 von der "gewöhnlichen" Straßenpolizistin aufsteigt und sich zum Studium an der Polizeihochschule einschreibt.
Doch zuerst begegnen wir Kommissar Lutz Gehring, der an einem eisigen Wintermorgen zu einem Leichenfund im Wald gerufen wird. Der skelettierte Tote ist ein kleiner Junge, der vor vier Jahren entführt und seitdem vermisst wurde.  Dieser Fall ist einer der wenigen, die Kommissar Gehring damals untersucht und nicht aufgeklärt hat und der ihm lange schlaflose Nächte beschert hat. Nach dem Fund kommen seine Erinnerungen wieder hoch und quälen ihn erneut. Deshalb möchte er nun diesen Falll unbedingt aufklären. Da es sich bei dem Jungen um ein Kind aus einer kroatischen Familie handelt, zieht Hauptkommissar Gehring Sanela als Übersetzerin zu seinem Fall hinzu. Doch in den vier Jahren ist viel passiert und die Eltern des Jungen sind mittlerweile getrennt. Darko, sein Vater ist Wolfsforscher und lebt auf einer Wolfsstation in den brandenburgischen Wäldern. Seine Mutter Lida hat in der Zwischenzeit ihren Arbeitgeber geheiratet und lebt in der Villa, in der sie früher als Haushälterin gearbeitet hat. Alle Personen aus der Familie und dem Umkreis bleiben genauso ablehnend wie damals. Wurde der Junge ermordet, weil das Lösegeld nicht übergeben wurde? Gab es etwa eine Verwechslung? Und wurde der kleine Darijo tatsächlich gequält und misshandelt? Warum sind die beiden Söhne von Reinartz kurz nach dem Vorfall in Schulen und Internate geschickt worden?

Sanela versucht ihrerseits auf ihre gewohnt unkonventionelle Art hinter die Fassade dieser Familie zu kommen und schleust sich in die Villa als Haushälterin ein. So erfährt sie bald einige Dinge, die sich damals hinter den Mauern der Villa abgespielt haben müssen, jedoch neue Fragen aufwerfen. Gehring ist dies gar nicht recht, doch schon bald bemerkt er, das er ohne Hilfe von Sanela bei diesem Fall genauso auf der Stelle tritt, wie schon damals.

Sanela Beara und Lutz Gehring gefielen mir als Ermittlerpaar, das sich immer wieder mit gegenseitiger Skepsis begegnet, sehr gut. Sanela ist die Unkonventionelle, die aus dem Bauch heraus agiert, während Gehring versucht die Vorschriften einzuhalten. Leider blieben die restlichen Personen etwas blass, sind zu stereotyp und zeigen zu wenig Tiefe. Vorallem die Mutter des getöteten Jungen ließ bis auf einen Zusammenbruch so überhaupt keine Emotionen erkennen. Interessant und sehr gut recherchiert waren die Zusammenhänge zu den Wölfen und deren Leben in der Wildnis, sowie die Arbeit in der Wolfstation.

Im Vergleich zum ersten Band der Reihe konnte mich „Der Schneegänger“ nicht so fesseln. Einige Längen in der Mitte des Krimis förderten nicht gerade meinen Lesefluss. Zudem konzentriert sich hier die Handlung viel mehr auf die Gefühle und das Leben der beteiligten Charaktere, die besser ausgearbeitet hätten werden können. Die Aufklärung des Falles, die Gehring bereits vor vier Jahren keine Ruhe ließ und die damit einhergehende Polizeiarbeit tritt eher in den Hintergrund. Oft hatte ich das Gefühl nur Sanela arbeitet noch am Fall, awährend das restliche Polizeiteam kaum auf ihre Ideen, noch auf ihre Berichte eingingen. Doch die Wendungen und Irrwege, die die Autorin geschickt einsetzte, konnten diese Längen wieder gut ausgleichen.

Cover:
Die düstere Stimmung wird hier sehr gut vermittelt, allerdings spielt im Buch ein See keine Rolle, sondern der Wald. Genauso fand ich den Titel nicht unbedingt gut gewählt. Dieser wurde zwar kurz erwähnt, jedoch im weiteren Verlauf des Buches weder aufgegriffen, noch aufgeklärt.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich gut lesen. Nicht umsonst habe ich schon einige ihrer Bücher gelesen.

Fazit:
Der zweite Band rund um Sanela Beara und Lutz Gehring konnte leider an Band 1 der Reihe nicht anschließen. Einige Längen in der Mitte des Kriminalromans und die eher stereotypen Charaktere rund um das Ermittlerpaar konnten mich nicht richtig überzeugen. Trotzdem ein MUSS für Elisabeth Herrmann Fans und alle die diese Reihe noch weiterlesen möchten....so wie ich.


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