Wir sind doch Schwestern - Anne Gesthuysen


    • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
    • Verlag: Kiepenheuer&Witsch; (8. November 2012)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3462044656
    • ISBN-13: 978-3462044652
    • Genre: Roman

Amazon Kurzbeschreibung:
Katty, Paula und Gertrud treffen sich zu Gertruds 100. Geburtstag. Sie wollen ihre Zukunft planen, doch vorher gilt es, die Vergangenheit zu klären. Gertrud hat noch gute Augen, aber hören kann und will sie nicht. Paula kann kaum noch sehen, hat aber immer ein offenes Ohr für ihre Schwestern. Und Katty, das Nesthäkchen, will auch mit 84 Jahren Feste feiern, wie sie fallen, so wie damals, als sie schon meisterhaft beherrschte, was man viel später erst PR nannte. Allen gemeinsam sind Eigensinn, Humor und eine angeborene Kreislaufschwäche, die mit exorbitant starkem Kaffee und gutem Schnaps bekämpft wird – so auch in diesen Tagen auf dem Tellemannshof, wo in jedem Winkel die Erinnerung lauert.

Meine Bewertung: * * * *


Buch zur Deutschsprachigen Autoren Challenge 2013


Meine Meinung:
Dieser Roman spielt in zwei Zeitebenen: der Gegenwart und in der Zeit des zweitesn Weltkrieges und erzählt die Geschichte dreier Schwestern: Gertrud, Paula und Katharina, genannt Katty.
In der Gegenwart wird der 100. Geburtstag von Gertrud, der ältesten Schwester vorbereitet. Dazu lädt Katty, die Jüngste, 84 Jahre alt, ihre Schwester zu sich nach Hause auf den Tellemannshof ein - mit dem Hintergedanken sie überreden zu können in Zukunft bei ihr zu wohnen. Katty war schon immer ein Organisationstalent und bereitet mit Freude das große Fest vor. Doch bis es soweit ist, erinnern sich die Schwestern an die Zeit vor über 60 Jahren.
Mit Rückblenden lässt die Autorin uns an den Geschichten teilhaben, wobei das Leben von Katty  einen viel größeren Anteil einnimmt, als das der anderen Schwestern. Das fand ich sehr schade, denn gerade von Gertrud hätte ich gerne mehr erfahren, ebenso wie über Paula, denn alle drei hatten während der Kriegsjahre viel erlebt. Während Gertrud ihren Verlobten im Krieg verliert und als Lehrerin und später als Schuldirektorin arbeitet, hat Paula als einzige Kinder und Familie, doch ihr Mann hat ein großes Geheminis. Und Katty widmet sich einzig und allein dem Tellemannhof und dessen Besitzer, Heinrich Hegmann, der politisch Karriere machte und nicht unter seinem Stand heiraten würde.

Die drei Schwestern sind charakterlich sehr unterschiedlich. Während Gertrud charakterstark und mit beiden Beinen in der Welt steht, immer geradlinig und hilfsbereit ist, ist Kitty zwar ein Organisationstalent und sprüht nur so vor Ideen, doch kommen ihre Interessen oder alles was sie für wichtig findet immer an erster Stelle und stürzt damit auch andere Menschen ins Unglück. Sie mischt sich überall ein und steht gerne im Mittelpunkt.
Von Paula erfährt man leider sehr wenig, doch auch sie hat ihr Päckchen zu tragen und versucht es allen recht zu machen.
Die Autorin Anne Gesthuysen erzählt hier die Lebensgeschichte ihrer eigenen Großtanten, kombiniert mit "dichterischer Freiheit". Zuerst dachte ich, das hohe Alter aller drei Frauen, ist doch etwas zu weit hergeholt, doch im Nachwort erzählt die Schriftstellerin noch auf zwei Seiten die Zukunft der drei Schwestern bis zum Tod.
Der Roman ist interessant, jedoch konnte er mich nicht richtig fesseln. Ich vermisste, wie schon angedeutet, die Lebensgeschichten der anderen beiden Schwestern, die mir mehr ans Herz gewachsen waren als Katty. Einige angedeutete Begebenheiten wären sehr interessant gewesen und hätten der Geschichte gut getan.

Schreibstil:
Der historische Hintergrund wird sehr spannend erzählt, der leise Humor der alten Damen wird wundervoll widergespiegelt. Der Schreibstil ist locker und die Charaktere sind sehr gut beschrieben.

Fazit:
Eine interessante Geschichte über drei sehr unterschiedliche Schwestern, die jedoch noch etwas Potential gehabt hätte.


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