Viral.Blutrausch - Mark Benecke

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    • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
    • Verlag: ‎ Benevento; 1. Edition (24. Februar 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3710901405
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3710901409
    • Genre: Krimi 

     

Benevento Kurzbeschreibung:
Eine Mordserie erschüttert eine deutsche Großstadt. Leichen von jungen Frauen tauchen an unterschiedlichen Fundorten auf. Der Gerichtsmediziner macht eine grausige Feststellung: Den Frauen wurden mit chirurgischer Genauigkeit große Mengen Blut abgenommen. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Wer steckt hinter den Schneewittchen-Morden?
Hauptkommissarin Christine Peterson fordert die Unterstützung der Privatermittler Janina Funke und Bastian Becker an. Doch die Spurensuche erweist sich als schleppend. Je länger die Mordermittlungen andauern, desto mehr Verschwörungsmärchen verbreiten sich im Netz. Nach und nach entwickeln sie sich zu einer ganz eigenen, echten Bedrohung.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mark Benecke ist vielleicht denjenigen von euch bekannt, die sich für True Crime interessieren. Der anerkannte Kriminalbiologe hat schon einige Sachbücher über spektakuläre Morde geschrieben. Nun hat er sich an seinem ersten Krimi versucht. Wirklich überzeugt hat er mich allerdings damit nicht.

Der Beginn des Krimis ist spannend und ist mit einer außergewöhnlichen Leiche, die kaum mehr Blut in sich trägt, spektakulär. Die tote junge Frau im weißen Bademantel wurde außerdem feierlich mit einem Totenschädel in der linken und einer Blume in der rechten Hand auf einer stark befahrenen Straße drapiert. Bald ist vom "Schneewittchenmörder" die Rede, nachdem eine zweite, genauso dargestellte Leiche, gefunden wird. Das Ermittlerteam rund um Christine Petersen zieht deshalb den Privatermittler Bastian Becker heran, der früher im Polizeidienst gearbeitet hat und den Ruf eines guten Profilers hat. Becker hat die Polizei jedoch verlassen, als er in seinem letzten Fall das Opfer nicht mehr retten konnte. Sein Misserfolg hat ihn deswegen traumatisiert. Becker ist ein verbissener Mensch, der sich im Sozialen schwer tut. Dies bringt auch Probleme mit einer jungen engagierten Polizeibeamtin mit sich, die realtiv schnell einen Verdächtigen präsentieren kann. Doch Becker und seine Partnerin Janina Funke folgen einer anderen Spur....

Die zu Beginn noch recht vielversprechenden Ermittlungen in der Real-Vampir-Szene gefielen mir gut, verliefen aber bald im Sand und der Krimi entwickelte sich in eine völlig andere Richtung. Obwohl die ungewöhnlichen Morde mysteriös sind, ist die Spannung eher mittelmäßig. Es gibt kaum unerwartete Wendungen oder Überraschungen und es fehlt die Intensität - bis der Autor zum Thema Verschwörungstheoretiker und Querdenker kommt. Dies gefiel mir jedoch weniger und scheint im Moment ein neues heißes Motiv bei Büchern zu sein.  Becker hat, wie fast alle Ermittler in Krimis oder Thriller mit einem Trauma zu kämpfen, was mich zunehmend nervt.

Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, liest sich aber nach dem Einlesen ganz gut. Aber leider konnte mich die Story nicht wirklich überzeugen, die meistens vor sich hin plätschert. Erst zum Ende hin kommt etwas Fahrt auf. Handlung und Charaktere blieben ziemlich farblos und an der Oberfläche. Trotzdem lässt sich der eher kurze Krimi zügig lesen.
Das Cover und die Aufmachung sind hingegen gelungen und erwecken Neugierde.

Fazit:
Leider hat mich der Krimi nicht richtig überzeugen können, wobei ich die Grundsatzidee sehr gut fand. Hier gibt es definitiv Luft nach oben. Den Folgeband werde ich mir wohl eher sparen...schade!

Vielen Dank an den Benevento Verlag für das Rezensionsexemplar!

NEVER - Die letzte Entscheidung - Ken Follett

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    • Gebundene Ausgabe: 880 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe; 3. Aufl. 2021 Edition (9. November 2021)
    • Übersetzer: Dietmar Schmidt, Rainer Schumacher
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3785727771
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3785727775
    • Originaltitel: ‎ Never
    • Genre: Politthriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
In der Sahara folgen westliche Geheimdienstagenten der Spur mächtiger Drogenschmuggler. Die Amerikanerin Tamara und ihr französischer Kollege Tab gehören zu ihnen. Für ihre Liebe riskieren sie ihre Karriere - und im Einsatz für ihr Land ihr Leben. Nicht weit entfernt macht sich die junge Witwe Kiah mit Hilfe von Schleusern auf den Weg nach Europa. Als sie sich gegen Übergriffe verteidigen muss, hilft ihr ein Mitreisender. Doch er scheint nicht zu sein, was er vorgibt.
In China kämpft der hohe Regierungsbeamte Chang Kai gegen die kommunistischen Hardliner. Er hat ehrgeizige Pläne, und er befürchtet, dass die Kriegstreiberei seiner Widersacher das Land und dessen Verbündeten Nordkorea auf einen Weg leitet, der keine Umkehr zulässt.
In den USA führt Pauline Green, die erste Präsidentin des Landes, ihre Amtsgeschäfte souverän und bedacht. Sie wird alles tun, was in ihrer Macht steht, um zu verhindern, dass die USA in einen unnötigen Krieg eintreten müssen. Doch wenn ein aggressiver Akt zum nächsten führt, wenn alle diplomatischen Mittel ausgereizt sind, die letzte Entscheidung gefallen ist - wer kann dann noch das Unvermeidliche verhindern?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ken Follets neuer Politthriller hat mir nach Beenden eine Gänsehaut beschert. Begleitend zum Beginn des Krieges in der Ukraine hat diese Lektüre eine noch angsteinflößende Thematik als ohnehin schon.
Follett spielt in "NEVER" nämlich mit dem Gedanken, wie es durch viele kleine Ereignisse, wie bei einem Dominoeffekt, dazu kommen kann, dass ein dritter Weltkrieg ausbricht. Noch jetzt, fast zwei Monate nach Beenden der Lektüre, lässt mich diese viel zu aktuelle Geschichte ziemlich verängstigt zurück.

Ken Follett hat seinen Politthriller in fünf Teile aufgeteilt. Diese sind mit den DEFCON-Stufen 5 bis 1 betitelt und bezeichnen die Stufen des Alarmzustandes der Streitkräfte der Vereinigten Staaten.
Als federführende Länder hat sich der Autor China, die USA, sowie Nord- und Südkorea herausgepickt. Europa kommt im Roman kaum vor.

Hauptfiguren sind die beiden Agenten Tamara vom CIA und Tab vom französischen Geheimdienst, die beide im Tschad eingesetzt sind. Sie sind auf der Spur von Drogenschmugglern, die mit dem Drogengeld Terroristen des IS in Zentralafrika finanzieren.
Als an der Grenze zum Sudan ein US-Soldat erschossen wird, versteht der Diktator des Tschad dieses Vorkommniss als Angriff auf sein Land und übt einen militärischen Gegenschlag. Der erste Dominostein beginnt zu kippen.....
Als Leser erfährt man, wie fragil die politische Situation in Afrika ist, denn sowohl der Westen, als auch der Nahe und der Ferne Osten versuchen ihre Interessen auf dem Kontinent zu verfolgen.
Neben Tamara und Abdul begleiten wir auch die die junge Witwe Kiah, die mit Hilfe von Schleusern aus dem Tschad nach Europa flüchten möchte. Dabei trifft sie auf Abdul, der ihr bei einem Übergiff zu Hilfe kommt und der nicht zu sein scheint, was er vorgibt....

Weitere Schauplätze sind China und Nordkorea, sowie Südkorea und die USA. Etwas näher lernen wir auch den jungen Politiker Chang Kai kennen, der mit einer berühmten chinesischen Schauspielerin verheiratet ist und sich gegen die kommunistischen Hardliner durchzusetzen versucht.
Im letzten Drittel des Buches sind wir dann größtenteils in den USA, wo Präsidentin Pauline Green trotz Zunahme internationaler Spannungen einen Krieg zu verhindern versucht. Sie ist die erste weibliche Präsidentin und steht gehörig unter Druck.

"Deeskalation gehörte für gewöhnlich nicht zum Vokabular eines Tyrannen. Das ließ ihn nur schwach aussehen“

Der Spannungsbogen baut sich eher langsam auf und trotz spannenden Situationen gibt es doch auch einige Längen. Obwohl ich mehr für andere Kontinente als Afrika interessiere, war ich auf den 880 Seiten am liebsten mit Abdul und Kiah, sowie mit Tamara und Tab unterwegs.

Ken Follett beleuchtet die Zusammenhänge von verschiedenen Seiten und versucht den Leser nicht zu polarisieren. Trotzdem spürt man seine kleine Sympathie für die Vereinigten Staaten. In diesem Abschnitt zum Ende hin störten mich die persönlichen Befindlichkeiten der Präsidentin, die der Autor meiner Meinung nach etwas zu ausführlich beschreibt. Und damit meine ich nicht ihre Überlegungen betreffend atomarer Rückschläge, sondern ihre rein privaten Probleme. Damit wird der Politthriller zwar etwas aufgelockert und es zeigt die Präsidentin von ihrer menschlichen Seite, aber für mich war es zu viel Privates.

Es gibt kein Nachwort in "Never", aber im Internet findet man einige Interviews des Autors zu seiner Recherche und seinen Überlegungen zum Buch.

Cover:

Alle Cover sind in rot gehalten, wobei sich das grüne deutsche Cover von den anderen abhebt.
Von links nach rechts: der englische Titel, der italienische, ein weiteres englisches Cover, das ungarische und das norwegische

Fazit:
Ein erschreckendes Szenario, das leider in vielen Teilen bereits von der Realität überholt wurde bzw. ähnlich passieren könnte. Ken Follett hat mit seinen Recherchen und Überlegungen ein sehr aktuelles Bild der momentanen politischen Lage gezeichnet. Ein gelungener Politthrilller mit einzelnen kleinen Längen.

Shelter - Ursula Poznanski

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    • Gebundene Ausgabe: 432 SeitenVerlag
    • Verlag: ‎ Loewe; 1. Edition (13. Oktober 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3743200511
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3743200517
    • Genre: Jugendbuch, Jugendthriller




Loewe Kurzbeschreibung:
Die Idee war völlig verrückt und sie wären niemals darauf gekommen, wenn die Party nicht so aus dem Ruder gelaufen wäre. Aus einer Katerlaune heraus erfinden Benny und seine Freunde eine irre Geschichte über außerirdische Besucher und verbreiten sie im Internet. Gespannt wartet die Clique ab, was passiert. Zu ihrer eigenen Überraschung nehmen immer mehr Menschen die Sache für bare Münze und Bennys Versuche, alles aufzuklären, bringen ihn schon bald in Lebensgefahr. Was, wenn du dir eine völlig absurde Geschichte ausdenkst, sie zum Spaß in die Welt setzt und plötzlich glauben alle daran? Ein schockierender Thriller über einen Streich, der zur verwirrenden Realität wird. 

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
In einer gemeinsamen Leserunde auf dem Blog von Sabine Buchmomente haben wir (Sabine, Aleshanee und ich) den letzten Jugendthriller von Ursula Poznanski gelesen.
Die Autorin nimmt sich sehr oft aktuellen Themen an oder spielt mit der nahen Zukunft. Besonders zu Beginn der Pandemie haben sich viele Verschwörungstheorien auf Social Media Plattformen verbreitet, die sich noch immer halten. Poznaski hat dieses Thema aufgegriffen und lässt sechs Jugendliche in ihrem Roman zu dieser Idee greifen. Aus einer Partylaune heraus erfinden Benny und seine Freunde die abstruse Theorie, dass Außerirdische in die Welt gekommen sind. Geheimnisvolle Zeichen erinnern an Mauern oder Türen an die Einnahme der Erde und ihrer Lebewesen. Diejenigen, von denen bereits Besitz ergriffen wurde, werden "Shelter" genannt. Die Jugendlichen sind verblüfft, welche Dynamik ihre selbst inszinierte Verschwörungstheorie hat und wie schnell sie um sich greift. Doch plötzlich versucht jemand, der nicht zur Gruppe gehört, mitzuspielen und aus Spaß wird sehr schnell eine Bedrohung. Als sich die Ereignisse überschlagen, scheint sich nur mehr Benny mit der gemeinsam kreierten Verschwörungstheorie auseinanderzusetzen. Der Rest der Grupppe zieht sich desinteressiert zurück und die Jugendlichen werden zu Randfiguren. Das fand ich sehr schade und etwas unglaubwürdig.

Ein großes Manko der Autorin ist für mich ihre Figurenbildung. In jedem Jugendbuch fand ich die Charaktere zu wenig greifbar. In "Shelter" ist es genauso. Einzig von Benny, der Hauptfigur, konnte ich mir ein gutes Bild machen. Alle anderen bleiben blass und austauschbar.

Der Schreibstil und der Spannungsaufbau ist hingegen wieder absolut gelungen. Vorallem an der ersten Hälfte fand ich extrem Gefallen - trotz einiger Logikfehler. Poznanski hat die Dynamik von Verschwörungstheorien perfekt ungesetzt. Sie zeigt auf, wie schwierig es ist, mit Fakten zu argumentieren und wie verblendet manche Menschen sind, die an noch so unmöglichen Theorien glauben.

Man fliegt nur so durch die Seiten und ich war extrem neugierig, wie die Lösung aussehen wird und was sich die Autorin hat einfallen lassen. Doch ab der zweiten Hälfte nimmt die Handlung eine krasse Wendung, die mir nicht gefallen hat. Plötzlich rücken andere Themen in den Vordergrund, wie Esoterik und Wunderheiler, sowie die Flüchtlingskrise. Die Verschwörungstheorie tritt in den Hintergrund und Poznanski packt einige abstruse und völlig unzusammenhängende Actionsszenen in die Geschichte, die für mich überhaupt nicht stimmig und sehr konstruiert wirken. Das große und spannende Thema der Verschwörungstherorie verlief immer mehr im Sand. Damit hat mich die Autorin schlusseindlich leider verloren....

Fazit:
Ein tolles Thema und eine spannende und großartige erste Hälfte, die mich total mitgerissen hat - trotz kleiner Logikfehler. Doch in der zweiten Hälfte hat mich die Autorin mit ihrem Themenwechsel und einem ziemlich konstruierten Aufbau leider verloren. Deshalb gebe ich noch 3 von 5 Sternen.


Johanna - Renate Welsh

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    • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
    • Verlag: ‎ Czernin; 1. Edition (21. April 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3707607224
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3707607222
    • Genre: Historischer Roman, Coming-of-Age Roman



Czernin Kurzbeschreibung:
Die 13-jährige Johanna kommt voller Hoffnung auf eine Ausbildung in ein kleines niederösterreichisches Dorf. Doch dort angekommen, muss sie auf einem Bauernhof arbeiten, unentgeltlich und unter katastrophalen Bedingungen. Johanna teilt das Schicksal vieler unehelicher Mädchen im Österreich der 1930er-Jahre, das geprägt ist durch Armut, politischen Unruhen und den aufkommenden Nationalsozialismus. Renate Welsh erzählt einfühlsam und ergreifend über Johannas Leben und verknüpft es mit dem Schicksal einer ganzen Generation.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
1979 wurde dieser Roman von Renate Welsh erstmals veröffentlicht. Letztes Jahr hat die Autorin  ihrer Hauptprotagnistin Johanna eine Fortsetzung mit dem Titel "Die alte Johanna" geschrieben. Der Czernin Verlag hat daraufhin den ersten Teil neu aufgelegt und ein gemeinsames Erscheinungsbild für beide Romane geschaffen.

Die Autorin schreibt größtenteils Jugendbücher, wo auch dieser Roman eingeordnet ist. Ich würde es jedoch als Erwachsenenroman empfehlen, auch wenn die Protagonistin zu Beginn ein 13 Jahre altes Mädchen ist.
Renate Welsh erzählt die Geschichte von Johanna, die in den 1930iger Jahren in einem österreichischen Dorf im Burgenland als uneheliches Kind zur Welt kommt. Als 13jährige schickt sie ihre Ziehmutter nach Niederösterreich, wo sie eine Schneiderlehre beginnen soll. Doch Johanna landet zuerst für eine Nacht im Armenhaus und wird danach als Dienstmagd einem Bauern zugeteilt, wo sie unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten muss - ohne Lohn, karger Kost und ohne jegliche Freizeit. Johanna gibt jedoch in all den Jahren, in denen sie gegen ihren Willen und unter menschenunwürdigen Bedingungen hart arbeiten muss, nicht auf. Sie beginnt für ihre Rechte und ihre Freiheit zu kämpfen.

Johanna ist ein Entwicklungsroman oder Coming-of-Age Roman, der kein Einzelschicksal der unterpriveligierten Schicht zu dieser Zeit darstellt. Es ist keine Geschichte einer glücklichen, unbeschwerten Kindheit. Vielmehr zeigt Renate Welsh die sozialen Missstände jener Zeit auf, wie Arbeitskräfte und auch Kinder ausgebeutet wurden. Zusätzlich erhält man ein sehr authentisches Bild der 30iger Jahre, wo "Dirn und Knecht" keinerlei Rechte hatten. Als "Bankert" (uneheliches Kind) geboren, war man in der Gesellschaft nochmals eine Stufe unter allen anderen.
Die politische Situation des damaligen Österreichs ist in den Dreißiger Jahren im Umbruch. Die Menschen sind geprägt von Armut und der Nationalsozialismus ist im Kommen.

Die landschaftlichen Beschreibungen sind bildhaft und waren für mich als Niederösterreicherin sehr gut einzuordnen. Ich erkannte viele Orte und fühlte mich heimisch. Das Landleben wird äußerst authentisch beschrieben. Heutige Jugendliche können sich dieses Leben gar nicht mehr vorstellen, was auch gut ist. Trotzdem sollte diese Lektüre ihnen auch vor Augen führen, wie Kinder und Jugendliche damals aufwuchsen.

Der Schreibstil ist leicht zu lesen und dem jugendlichen Leser angepasst. Renate Welsh schreibt einfühlsam und bildhaft. Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit und verknüpft Zeitgeschichte mit einer berührenden Lebensgeschichte eines jungen Mädchens.

Fazit:
Ein Roman, der unter die Haut geht und der nach so langer Zeit nach der Erstveröffentlichung noch genauso fesselt und berührt. Zeitgeschichte der etwas anderen Art, die mich sehr bewegt hat. Von mir gibt es eine Empfehlung!


Nur eine Fellnase vom Glück entfernt - Petra Schier

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins; 2. Edition (22. März 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3749903840
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3749903849
    • Genre: Liebesroman
      Reihe: Band 6 der Licherhaven Reihe

       

Harper Collins Kurzbeschreibung:
Rüde Duke versteht die Welt nicht mehr. Sein Herrchen hat ihn einfach nicht wieder abgeholt aus der Hundepension. Jetzt soll er mit zwei fremden Menschen spazieren gehen, zwischen denen eine komische Spannung herrscht. Das macht ihm Angst – wie so vieles andere auch. Doch je besser Duke Henning und Caroline kennenlernt, desto spannender findet er, was da zwischen ihnen brodelt, und er wünscht sich mit jedem Spaziergang mehr, dass sie drei ein unzertrennliches Team werden.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Es tut richtig gut wieder zurück in Lichterhaven zu sein!
"Nur eine Fellnase vom Glück entfernt" ist der sechste Band, der in Lichterhaven spielt. Petra Schier erobert mit ihren "Liebesromanen mit Hund" jedes Jahr mein Herz. Alle Bücher der Reihe können aber auch einzeln gelesen werden. Trotzdem finde ich es schöner altbekannten Figuren wieder zu begegnen, deren Geschichten ich bereits mit viel Freude gelesen habe. Denn sowohl die Sommer-, als auch die Weihnachtsromane  rund um einen flauschigen vierbeinigen Protagonisten begeistern mich immer wieder. Man kann so herrlich darin versinken und sich wohlfühlen...

In diesem Band der Reihe haben wir es nun mit Duke zu tun, einen Rottweiler, der etwas aus der Reihe schlägt. Sein Herrchen hat ihn bei Christine in der Hundepension gelassen, um in den Urlaub zu fahren. Der Besitzer von Duke verunglückt jedoch am Berg und für den tollpatschigen und ängstlichen Duke wird ein neues Herrchen gesucht. Plötzlich gibt es gleich 2 Interessenten: Henning und Caroline.
Die Beiden können sich jedoch so gar nicht ausstehen und haben unabhängig voneinander beschlossen sich einen Hund nach Hause zu holen.
Von der Hundeschule bekommen Caroline und Henning Aufgaben gestellt, damit Christine herausfinden kann, wer besser für Duke geeignet ist bzw. wen der Hund eher annimmt.
Nicht nur Duke ist etwas verwirrt....auch Henning und Caroline. Besonders Caroline reagiert sehr gereizt auf Henning, ganz egal, was er sagt oder wie er sich verhält. Einer der Ursachen steckt in ihrer Kindheit, die nicht einfach war. Carolines Elterne waren sehr streng und halten auch noch heute an veralteten Wertvorstellungen fest. Caro hat sich zwar daraus befreit, hat jedoch eine Abneigung gegen Männer, die an alten Rollenbildern festhalten. Für sie ist Henning,
der ehemalige Formel-1 Rennfahrer, mit dem Ruf eines Herzensbrechers und Machos, genauso so ein Typ. Dabei entsprach Henning vorallem dem vorgefertigten Bild seines Rennstalls und dessen Marketing, obwohl er eigentlich seit seiner Jugend ein Auge auf Caroline geworfen hat. Ob Duke ihm wohl helfen kann Carolines Herz zu erobern?

Doch nicht nur die Begegnungen mit Henning zerren an Carolines Nerven.
Die "Foodsisters", das Cateringunternehmen, welches sie gemeinsam mit ihren Freundinnen Hannah und Ella führt, ist äußerst erfolgreich. Doch dann wird den drei Freundinnen der Mietvertrag gekündigt. Wie soll es nun weitergehen und vorallem woher sollen sie so schnell eine
neue Lokalität finden, die ihren Bedürfnissen entspricht und bezahlbar ist? Henning versucht einzuspringen, was Caroline jedoch ziemlich verärgert…

Natürlich ist auch in diesem sechsten Band der Lichterhaven Reihe klar, dass sich die beiden Zankäpfel am Ende bekommen. Der Weg dorthin ist bei Petra Schier jedoch immer äußerst amüsant und auch prickelnd. Diesmal empfand ich jedoch Caroline manchmal etwas zu zickig und hat mich des öfteren richtig genervt. Henning ist hingegen ein sehr duldsamer Charakter, der bei Caroline wirklich Nerven wie Drahtseile braucht.

Duke ist nicht der süße Welpe, wie auf dem Cover abgebildet, sondern bereits ein zwei Jahre alter und stattlicher 60kg Hund. Für so einen Hund, der noch dazu sehr ängstlich ist und sich vor Lärm fürchtet, braucht man einen erfahrenen Hundekenner, was jedoch weder Caroline noch Henning ist. Beide versuchen zwar Duke die Angst zu nehmen, jedoch empfand ich die Umsetzung in der Geschichte etwas zu leicht.

Schreibstil:
Petra Schiers Schreibsil ist einfach wunderbar locker und trotzdem intensiv. Wie immer sind die Gedanken der vierbeinigen Protagonisten in kursiver Schrift dargestellt und sehr humorvoll erzählt.
Die Lichterhaven Geschichten der Autorin sind spritzig und leicht und haben trotzdem das gewisse Etwas, was mir immer wieder sehr gut gefällt. Die bildhaften Beschreibungen der Umgebung geben mir nach dem sechsten Band das Gefühl selbst schon in Lichterhaven gewesen zu sein. Man fühlt sich heimisch und bekommt trotzdem sein Urlaubsfeeling, denn man schnuppert Seeluft und hört das Meer rauschen....

Fazit:
Ich möchte diese Reihe nicht mehr missen und freue mich jedes Jahr auf die beiden Romane mit den vierbeinigen Protagonisten, egal ob zur Sommer- oder Weihnachtszeit. Für mich bedeutet die Lichterhaven Reihe Entspannung und Wohlfühlmomente, sowie ein kleiner Ausflug ans Meer.  Deshalb empfehle ich diese leichte und amüsante Lektüre besonders als Strandlektüre!

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Die Lichterhaven Reihe:

  1. Körbchen mit Meerblick
  2. Vier Pfoten am Strand  *Rezi*
  3. Strandkörbchen und Wellenfunkeln  *Rezi*
  4. Die Liebe gibt Pfötchen  *Rezi*
  5. Vier Pfoten im Sommerwind  *Rezi*

Die Reise der Sommerfrauen - Sarah Morgan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins; 1. Edition (22. März 2022)
    • Übersetzer: Judith Heisig
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3749903603
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3749903603
    • Originaltitel : ‎ The Summer Seekers
    • Genre: Roman, Belletristik


HarperCollins Kurzbeschreibung:
Kathleen will sich wieder ins Abenteuer stürzen und lieber die große Reise quer durch die USA unternehmen – statt ins Seniorenheim zu ziehen. Ihre Tochter Liza steckt mitten im Alltagstrubel mit Mann und Kindern. Da fehlten ihr neue Sorgen um ihre Mutter gerade noch. Aber sie treffen eine Vereinbarung: Liza hütet das Cottage in Cornwall, wenn Kathleen sich von jemandem fahren lässt. Das übernimmt die junge Martha allzu gern und nutzt die Chance, endlich den Erwartungen ihrer Familie zu entfliehen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Zwei Mal im Jahr ist es Zeit für einen neuen Sarah Morgan Roman: im Frühling/Sommer und zur Weihnachtszeit.
Wie auch schon die letzten Male hat mich die Autorin wieder einmal mit ihrer Geschichte um drei sehr unterschiedliche Frauenfiguren begeistern können.

Kathleen ist eine lebenslustige Über-80jährige. Sie wohnt in einem kleinen Cottage in Cornwall und weiß sich auch während eines nächtlichen Überfalls gegen den Einbrecher zu wehren. Mit ihrer Bratpfanne schlägt sie dem Dieb eines über. Ihre Tochter Liz und ihr Mann Sean sind jedoch überzeugt, dass es mittlerweile für Kathleen viel zu gefährlich in ihrem abgelegenen Häuschen ist. Sie überlegen das Cottage zu verkaufen und Kathleen in ein Seniorenheim zu stecken. Doch Kathleen ist alles andere als damit einverstanden. Als ehemalige Moderatorin einer Reisesendung ist sie jahrelang durch die Welt gereist und hat für ihre Show "The Summer Seekers" gelebt. Was soll sie in einem Seniorenheim?
Einen Traum möchte sich Kathleen noch erfüllen und die legendäre Route 66 von Chicago bis Santa Monica befahren. Sie engagiert eine Reisebegleitung, die sie quer durch die USA kutschieren soll. Als sich die 25jährige Martha bei Kathleen vorstellt, ist die Reise trotz Lizas Bedenken fixiert. Martha ist ebenfalls glücklich, denn obwohl sie nicht gerne Auto fährt, möchte sie
ihrem schwierigen Elternhaus entfliehen. Das Jobangebot von Kathleen kommt damit gerade richtig.

Die drei Frauen, deren Geschichte wir abwechselnd verfolgen, sind sehr unterschiedlich. Mit Liza konnte ich mich sehr gut identizifizieren. Als berufstätige Mutter managt man das gesamte Familienleben und stellt sich selbst hinten an. Liza wird von allen Familienmitglieden nur ausgenutzt. Ein Dankeschön gibt es nie - eher Gemotze von den Kindern und ein vergessesner Hochzeitstag vom Ehemann, der das Fass zum Überlaufen bringt. Doch wie entkommt Liza dem Stress des Alltags?
Obwohl sich Kathleen und Liza nicht wirklich nahe stehen, erkennt Kathleen, dass ihre Tochter dringend eine Auszeit benötigt. Mit der Bitte ein Auge auf ihren Kater Popeye zu haben, während sie durch die USA tingelt, ermöglicht sie Liza eine kleine Auszeit. Liza erkennt, dass sie so nicht mehr weitermachen kann und bleibt kurzfristig für einige Zeit im Cottage ihrer Mutter. Sie beginnt wieder zu malen und erinnert sich an ihre Träume, die sie vor der Geburt ihrer Zwillinge hatte...

Aber auch Kathleen hat eine Vergangenheit, die sie bedrückt und die der wahre Grund ist, warum sie die Route 66 und vorallem kalifornien bereisen möchte. Einfühlsam entlockt Martha Kathleen nach und nach ihre Geschichte und es entsteht eine ganz besondere Freundschaft zwischen den Beiden. Martha gewinnt an Selbstvertrauen und wächst schlussendlich über sich selbst hinaus.

Alle drei Frauen stehen durch ihr unterschiedliches Alter an völlig anderen Punkten in ihrem Leben angelangt. Trotzdem haben alle von ihnen erhebliche Probleme, die es zu bearbeiten gilt.

Schreibstil:
Sehr viel brauche ich eigentlich nicht mehr über den Schreibstil von Sarah Morgan schreiben...nicht umsonst freue ich mich jedes Mal aufs Neue auf ihre Bücher. Wie gewohnt erzählt die Autorin abwechselnd aus der Sicht der drei Hauptfiguren, sodass wir jederzeit sehr nah am Geschehen sind. Es gibt wunderbare Dialoge mit viel Lebensweisheiten und klugen Gedanken, die zum Nachdenken anregen. Sarah Morgan hat auch diesmal ihrer Geschichte wieder Tiefgang verliehen und tief verschüttete Probleme angesprochen.

Durch den Roadtrip auf der Route 66 und durch Lizas Aufenthalt in Cornwall
erhalten wir zusätzlich viele landschaftliche Eindrücke. Genauso mag ich es.
Einzig das Ende kam mir fast etwas zu schnell und überhastet. Aber das ist jetzt schon meckern auf hohem Niveau.

Cover:

von links nach rechts:
zwei englischsprachige Ausgaben und die französische Ausgabe, die überraschender Weise einen englischsprachigen Titel hat
Alle Cover sind in einem ähnlichen Stil designt, an den sich auch die deutsche Ausgabe anschließt

Fazit:
Ein weiterer wundervoller Roman von Sarah Morgan, der viel mehr Tiefgang hat, als das Cover vermittelt. Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen und bin mit Kathleen und Martha entlang der Route 66 gefahren und war mit Liza in Cornwall am Meer. Nach dem Motto: Man ist nie zu alt für eine Veränderung oder ein Abenteuer!

Vielen Dank an das Bloggerportal von harperCollins für das Rezensionsexemplar!

Verheizte Herzen - Sarah Crossan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
    • Verlag: ‎ Kiepenheuer&Witsch; 1. Edition (5. Mai 2022)
    • Übersetzer: Maria Hummitzsch 
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3462000608
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462000603
    • Originaltitel: ‎ Here is the Beehive
    • Genre: Roman


KiWi Kurzbeschreibung:
Was passiert, wenn der heimliche Geliebte stirbt und man keinem zeigen darf, wie sehr man trauert? Wenn es keinen Ort gibt und keinen Menschen, der um die Qualen wissen darf? Ana ist Anwältin, Mutter zweier Kinder und Ehefrau von Paul. Offiziell. Insgeheim gibt es da noch Connor, Anas Klienten und heimlichen Geliebten. Doch Ana erhofft sich mehr von der Affäre als verstohlene Treffen im Hotel. Als Connor unerwartet stirbt, erfährt sie das ausgerechnet von der Person, die zwischen ihnen stand – seiner Frau Rebecca. Ana soll das Testament vollstrecken. Allein gelassen mit ihrer Trauer, sucht sie die Nähe zu Rebecca. Doch während sich der Wunsch nach einer Leidensgenossin schleichend zu einer Besessenheit steigert, vernachlässigt Ana ihre eigene Familie und wandelt dabei ständig am seelischen Abgrund.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Anwältin Ana Kelley bearbeitet Erbschaftsangelegenheiten. Sie ist verheiratet mit Paul und Mutter von zwei Kindern. Eines Tages verliebt sie sich in einen Klienten von ihr und beginnt eine Affäre. Für sie wird diese Liebelei eine immer ernster werdende Sache. Ana hofft darauf, dass Connor seine Frau Rebecca verlässt. Doch eines Tages erhält sie von ihr einen Anruf. Connor ist tot und Rebecca möchte, dass Ana den Nachlass ihres Mannes abwickelt. Ana wird durch den unerwarteten Tod ihres Geliebten völlig aus der Bahn geworfen. Sie kann ihre Trauer mit niemanden teilen, denn sie war die heimliche Geliebte. Nur ein Freund von Connor wusste von ihrer Beziehung, doch auch er geht auf Distanz. Ana muss ihre äußere Fassade aufrecht erhalten und steigert sich immer mehr in ihre Trauer hinein. Im Zuge der Verlassenschaftsabhandlung schleicht sich Ana immer mehr in die Familie von Connor ein. Ihr verzweifelter Versuch in Rebecca eine Art Leidensgenossin zu finden, wirkte für mich sehr übergriffig. Ana vernachlässigt ihre eigene Familie und driftet immer mehr ab. Bald stellt sie sich die Frage, ob Rebecca wirklich dieser schreckliche Mensch ist, wie Connor es ihr immer wieder verkauft hat....

Der Roman von Sarah Crossan ist in Versform geschrieben und in fünf Abschnitte unterteilt. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Ana erzählt. Die Gedanken von Connor bleiben unausgesprochen. Die ungewöhnliche Versform klingt gewöhnungsbedürftig und war für mich neu. Sie hat mir aber gut gefallen und lässt sich doch recht flüssig lesen.
Diese spezielle Erzählweise zeigt
die Getriebenheit und innere Zerrissenheit von Ana sehr gut. Auf der anderen Seite empfand ich aber auch eine Distanz zur Protagonistin, die mir zusätzlich alles andere als sympathisch war. Sie erschien mir emotionslos und naiv, auch wenn ich ihre beginnende Besessenheit nach dem Tod von Connor in den Zeilen nachempfinden konnte. Sie ist ihrem Geliebten komplett verfallen und kann nicht loslassen. Ana passt perfekt in das Klischee der klassischen Geliebten, die immerzu hofft, dass er seine Frau verlassen wird.
Die Ehepartner, vorallem Paul, bleiben sehr blass. Vielleicht ist diese Oberflächlichkeit aber auch von der Autorin so gewünscht, denn auch Ana bringt immer mehr Distanz zwischen sich und Paul.

Die Zeitsprünge innerhalb der Kapitel fand ich verwirrend. Man erkennt oft nicht genau, ob wir uns in der Zeit vor oder nach dem Tod von Connor befinden. Die nicht gekennzeichneten Szenenwechsel, sowie die Zeitsprünge, sind leider sehr abrupt.

Wunderschön und gelungen finde ich das Cover auf dem die Bienen erhaben dargestellt sind und glänzen. Nimmt man den Schutzumschlag ab, findet man darunter ebenfalls eine Biene.

Die Geschichte der trauernden Geliebten ist nicht unbedingt neu. Einzig die Versform gibt dem Roman etwas Besonderes. Im Endeffekt erzählt der Roman nicht wirklich mehr, als die Inhaltsangabe auf der Innenseite des Schutzumschlages. Das fand ich leider ziemlich enttäuschend. Mich konnte der Roman nicht richtig abholen und ich vergebe dafür 3 Sterne.

Cover:

 von links nach rechts:
zwei englischsprachige Cover, das italienische, polnische und ungarische Cover

Fazit:
Ein etwas anderer Roman mit einem nicht gerade neuem Thema, aber interessant durch die gewählte Versform. Leider konnte ich jedoch keine Nähe zur Protagonistin aufbauen und auch der Rest der Figuren blieb für mich zu blass. Ich habe noch einen anderen Roman der Autorin hier und hoffe, dass mir dieser besser gefallen wird.

Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar!
 

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