Verheizte Herzen - Sarah Crossan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
    • Verlag: ‎ Kiepenheuer&Witsch; 1. Edition (5. Mai 2022)
    • Übersetzer: Maria Hummitzsch 
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3462000608
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462000603
    • Originaltitel: ‎ Here is the Beehive
    • Genre: Roman


KiWi Kurzbeschreibung:
Was passiert, wenn der heimliche Geliebte stirbt und man keinem zeigen darf, wie sehr man trauert? Wenn es keinen Ort gibt und keinen Menschen, der um die Qualen wissen darf? Ana ist Anwältin, Mutter zweier Kinder und Ehefrau von Paul. Offiziell. Insgeheim gibt es da noch Connor, Anas Klienten und heimlichen Geliebten. Doch Ana erhofft sich mehr von der Affäre als verstohlene Treffen im Hotel. Als Connor unerwartet stirbt, erfährt sie das ausgerechnet von der Person, die zwischen ihnen stand – seiner Frau Rebecca. Ana soll das Testament vollstrecken. Allein gelassen mit ihrer Trauer, sucht sie die Nähe zu Rebecca. Doch während sich der Wunsch nach einer Leidensgenossin schleichend zu einer Besessenheit steigert, vernachlässigt Ana ihre eigene Familie und wandelt dabei ständig am seelischen Abgrund.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Anwältin Ana Kelley bearbeitet Erbschaftsangelegenheiten. Sie ist verheiratet mit Paul und Mutter von zwei Kindern. Eines Tages verliebt sie sich in einen Klienten von ihr und beginnt eine Affäre. Für sie wird diese Liebelei eine immer ernster werdende Sache. Ana hofft darauf, dass Connor seine Frau Rebecca verlässt. Doch eines Tages erhält sie von ihr einen Anruf. Connor ist tot und Rebecca möchte, dass Ana den Nachlass ihres Mannes abwickelt. Ana wird durch den unerwarteten Tod ihres Geliebten völlig aus der Bahn geworfen. Sie kann ihre Trauer mit niemanden teilen, denn sie war die heimliche Geliebte. Nur ein Freund von Connor wusste von ihrer Beziehung, doch auch er geht auf Distanz. Ana muss ihre äußere Fassade aufrecht erhalten und steigert sich immer mehr in ihre Trauer hinein. Im Zuge der Verlassenschaftsabhandlung schleicht sich Ana immer mehr in die Familie von Connor ein. Ihr verzweifelter Versuch in Rebecca eine Art Leidensgenossin zu finden, wirkte für mich sehr übergriffig. Ana vernachlässigt ihre eigene Familie und driftet immer mehr ab. Bald stellt sie sich die Frage, ob Rebecca wirklich dieser schreckliche Mensch ist, wie Connor es ihr immer wieder verkauft hat....

Der Roman von Sarah Crossan ist in Versform geschrieben und in fünf Abschnitte unterteilt. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Ana erzählt. Die Gedanken von Connor bleiben unausgesprochen. Die ungewöhnliche Versform klingt gewöhnungsbedürftig und war für mich neu. Sie hat mir aber gut gefallen und lässt sich doch recht flüssig lesen.
Diese spezielle Erzählweise zeigt
die Getriebenheit und innere Zerrissenheit von Ana sehr gut. Auf der anderen Seite empfand ich aber auch eine Distanz zur Protagonistin, die mir zusätzlich alles andere als sympathisch war. Sie erschien mir emotionslos und naiv, auch wenn ich ihre beginnende Besessenheit nach dem Tod von Connor in den Zeilen nachempfinden konnte. Sie ist ihrem Geliebten komplett verfallen und kann nicht loslassen. Ana passt perfekt in das Klischee der klassischen Geliebten, die immerzu hofft, dass er seine Frau verlassen wird.
Die Ehepartner, vorallem Paul, bleiben sehr blass. Vielleicht ist diese Oberflächlichkeit aber auch von der Autorin so gewünscht, denn auch Ana bringt immer mehr Distanz zwischen sich und Paul.

Die Zeitsprünge innerhalb der Kapitel fand ich verwirrend. Man erkennt oft nicht genau, ob wir uns in der Zeit vor oder nach dem Tod von Connor befinden. Die nicht gekennzeichneten Szenenwechsel, sowie die Zeitsprünge, sind leider sehr abrupt.

Wunderschön und gelungen finde ich das Cover auf dem die Bienen erhaben dargestellt sind und glänzen. Nimmt man den Schutzumschlag ab, findet man darunter ebenfalls eine Biene.

Die Geschichte der trauernden Geliebten ist nicht unbedingt neu. Einzig die Versform gibt dem Roman etwas Besonderes. Im Endeffekt erzählt der Roman nicht wirklich mehr, als die Inhaltsangabe auf der Innenseite des Schutzumschlages. Das fand ich leider ziemlich enttäuschend. Mich konnte der Roman nicht richtig abholen und ich vergebe dafür 3 Sterne.

Cover:

 von links nach rechts:
zwei englischsprachige Cover, das italienische, polnische und ungarische Cover

Fazit:
Ein etwas anderer Roman mit einem nicht gerade neuem Thema, aber interessant durch die gewählte Versform. Leider konnte ich jedoch keine Nähe zur Protagonistin aufbauen und auch der Rest der Figuren blieb für mich zu blass. Ich habe noch einen anderen Roman der Autorin hier und hoffe, dass mir dieser besser gefallen wird.

Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar!

4 Kommentare:

  1. Hallo Martina,

    schade, dass dich die Geschichte nicht gepackt hat. Ich mag die Bücher der Autorin gerne.

    Anfangs haben mich die Verse ebenfalls irritiert. Das ist schon eigen und gewöhnungsbedürftig. Der Erzählstil treibt aber auch das Tempo der Geschichte an und nach ein paar Seiten fällt mir das gar nicht mehr auf.

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Liebe Nicole,
      der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wenn er gewöhnungsbedürftig ist. Aber sonst wurde ich nicht wirklich mit der Geschichte warm.
      Liebe Grüße
      Martina

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    2. Hallo Martina,

      vom Inhalt her kann ich deine Kritik gut nachvollziehen. Thematisch wäre es auch nicht meins. Ich mag an ihren Büchern, dass sie meist Themen außerhalb der Komfortzone anspricht. Das hier wäre aber auch nicht meins.

      Vielleicht magst du es noch einmal mit einem anderen Buch versuchen.

      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Hallo Martina,
    da komm ich doch gleich mal bei dir vorbei zum stöbern!
    Die Versform fand ich auch sehr schön, ich habe von der Autorin bisher ein Jugendbuch ebenfalls in Versform gelesen und fand das so toll und gut, da haben auch die Emotionen mich abgeholt. Aber hier ging es irgendwie gar nicht. Ich mochte Ana nicht so richtig und die Sprünge in den Zeiten machten mir das lesen auch schwer.
    Liebe Grüße Anett

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