Die Hafenärztin: Ein Leben für die Freiheit der Frauen - Henrike Engel

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    • Broschiert: 464 Seiten
    • Verlag: ‎ Ullstein Paperback; 2. Edition (3. Januar 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3864931908
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3864931901
    • Genre: Historischer Roman, historischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 1


       

Ullstein Kurzbeschreibung:
Hamburger Hafen, 1910: Anne Fitzpatrick ist voller Hoffnung. Als eine der ersten Ärztinnen Deutschlands hat sie gerade ein Frauenhaus eröffnet. Ihre Mission ist es, Frauen zu helfen, denen Leid zugefügt wurde. Als die couragierte Pastorentochter Helene bei ihr auftaucht und mitarbeiten will, unterstützt Anne die junge Frau in ihrem Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun. Da werden neben dem Frauenhaus im Hafenbecken zwei Leichen entdeckt. Anne ist erschüttert. Die Opfer hatten Kontakt zur neuen Frauenbewegung, so wie Anne selbst auch. Die Polizei spielt den Vorfall jedoch als Mord im Milieu herunter. Aber warum ermittelt der wortkarge Kommissar Berthold Rheydt trotzdem weiter? Zusammen mit Helene sucht Anne nach Antworten und gerät dabei in immer größere Gefahr.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nach vielen sehr guten Bewertungen wurde ich auf den ersten Teil "Die Hafenärztin - Ein Leben für die Freiheit der Frauen" aufmerksam. Eigentlich wollte ich keinen weiteren historischen Roman lesen, der rund um den Hafen von Hamburg spielt und das Thema Hafenärztin/Hafenschwester hat. Doch meine Bücherei hatte das Buch da und nun bin ich wirklich froh diese Geschichte mit hohem Krimianteil gelesen zu haben.

Als die Ärztin Anne Fitzpatrick nach längerem Aufenthalt in London in ihre Heimatstadt Hamburg zurückkehrt, ahnt sie nicht, dass sie bald im Zentrum diverser Frauenmorde stehen wird. Als eine der ersten Ärztinnen Deutschlands eröffnet sie im Hamburger Hafen ein Frauenhaus, das Frauenwohl, und engagiert sich für die Ärmsten der Armen. Sie möchte hilfsbedürftigen und unterdrückten Frauen medizinische und lebensnotwendige Unterstützung anbieten. Damit macht sie sich jedoch nicht wirklich beliebt - vorallem die Männerwelt ist noch nicht bereit für selbständige und emanzipierte Frauen.
Neben Anne Fitzpatrick haben wir eine zweite zentrale Figur: die Pastorentochter Helene Curtius. Die junge Frau möchte einmal mehr als nur Hausfrau und Mutter sein. Neben der Hauswirtschaftsschule, die sie besucht, sucht sie eine sinnvolle Aufgabe. Als sich Helene bei Anne über das neu eröffnete Frauenhaus am Hafen erkundigen möchte, entdeckt sie eine Frauenleiche in einem Boot. Kommissar Berthold Rheydt wird zu seinem ersten Fall gerufen. Sehr bald gibt es einen weiteren Frauenmord und immer wieder ist Anne Fitzpatrick involviert, was sie bald in weitere Schwierigkeiten bringt. Darum sucht Anne, gemeinsam mit Helene, ebenfalls nach Antworten und gerät dabei immer mehr in Gefahr....

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Anne, Helene und Berthold Rheydt erzählt. Alle drei Hauptfiguren sind interessante Charaktere und wunderbar gezeichnet. Durch den Perspektivenwechsel fühlt und fiebert man als Leser mit ihnen mit.
Anne hat London unfreiwillig und fluchtartig verlassen. Im ersten Teil der Trilogie gibt es zwar einige Anspielungen, aber man kann nur raten
, warum sie England bei Nacht und Nebel verlassen musste und unter falschem Namen nach Deutschland zurückgekehrt ist.
Helene lebt noch bei ihrer lieblosen Familie. Sie möchte nicht in einer genauso gefühlskalten Ehe landen und interessiert sich für die Suffragettenbewegeung.
Helene ist außerdem sehr sportlich. Sie rudert in einem Verein und fährt Fahrrad. Zu dieser Zeit sehr ungewöhnlich, doch Helene ist eine moderne junge Frau.
Berthold Rheydt ist eine sehr interessante Figur. Er ist leidenschaftlicher Fußballer in einer Zeit, als dieser in Deutschland noch keinerlei Bedeutung hat. Zusätzlich
setzt er neue Maßstäbe in der Ermittlungsarbeit. Er ist einer der ersten, der den Tatort untersucht und sogar Fingerabdrücke nehmen kann. Rheydt hat einen schweren Schicksalsschlag erlittern und hat noch sehr daran zu knabbern.

Mich hat die Handlung von Beginn an gepackt.
Henrike Engel schreibt temporeich, atmosphärisch und bildhaft. Der Krimianteil ist sehr hoch und die Spannung kommt definitiv nicht zu kurz. Die Autorin widmet sich neben dem Kriminalfall vorallem den Frauenrechten, die 1910 noch ganz am Anfang standen, aber den Weg fur die folgenden Jahrzehnte bereitete.

Hamburg ist ein wundervoller Schauplatz, der hier sehr atmosphärisch in Szene gesetzt wird. Ich hatte die düsteren Gassen in Hafennähe direkt vor Augen und gruselte mich gemeinsam mit Anne und Helene, die auf Mörderjagd gehen.

Fazit:
Eine absolut gelungene Mischung aus historischem Krimi und Roman, der die damalige Zeit perfekt einfängt. Drei sehr sympathische Charaktere, eine düstere Location und viel Spannung lassen mich dem Auftaktband zufrieden zuschlagen und mit Vorfreude auf den zweiten Teil warten, der noch im Mai erscheinen wird.



7 Kommentare:

  1. Liebe Martina,
    wie schön, dass du in deiner Bücherei den Roman noch bekommen hast . Ich habe ihn auch regelrecht verschlungen und fand ihn so perfekt zeitbeschreibend und spannend und bin schon so gespannt auf den nächsten Teil.

    Liebe Grüße
    Barbara

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  2. Liebe Martina
    es freut mich, dass dir "Die Hafenärztin" auch gut gefallen hat :-) Ich hätt das Buch ja nicht gelesen, hätte ich es nicht zugeschickt bekommen (und erfahren, wer hinter dem Pseudonym steckt). Die Verbindung Sufragetten und Krimi macht es aus - und jetzt freu ich mich auf den zweiten Band, der schon auf meinem Reader wartet.

    Liebe Grüsse
    Anya

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    1. Wer steckt den hinter dem Pseudonym?

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    2. Es ist von Marie Matisek, wusstest du das nicht?

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    3. Nein, das wusste ich nicht. Danke dir Barbara!

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  3. Liebe Martina,

    das freut mcih, dass dir das Buch so gut gefallen hat! Mir wr nciht bewußt, dass der Krimi Anteil so hoch ist, daher war ich ein bisschen enttäuscht. Dann liest du bestimmt bald die Fortsetzung. :-)

    LG Sabine

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  4. Liebe Martina

    Das klingt aber sehr gut, das Buch hätte ich mir gar nicht angesehen, aber deine Rezension hat mich jetzt sehr neugierig gemacht.

    Vor allem was du zu den Perspektivenwechsel und der gelungenen Genremischung schreibst interessiert mich sehr.

    Lieben Dank für den Tipp
    Livia

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