Rauhnächte - Ellen Sandberg

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    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag:‎ Penguin Verlag, Originalausgabe (12. November 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328604375
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328604372
    • Genre: Spannungsroman



Penguin Kurzbeschreibung:
„Sie darf das nie erfahren. Du hast es mir versprochen!“ Wie ein Faustschlag trifft dieser Satz die 22-jährige Pia an Heiligabend, als sie ein Streitgespräch ihrer Eltern belauscht. Als sie kurz darauf herausfindet, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, bricht ihre bis dahin gekannte Welt vollends zusammen. Schon ihr Leben lang fühlte sie sich anders, seltsam fremd, als ob ein Tabu sie umgibt. Nun scheint all das bestätigt. Auf der Suche nach Antworten fährt Pia nach Wasserburg am Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. Der Raureif hängt tief in den winterlichen Inn Auen und durch das mittelalterliche Städtchen tanzen schauerliche Gestalten, die nach altem Brauch die Geister vertreiben sollen. In den Rauhnächten, so sagt man, drängen alte, gut gehütete Geheimnisse wieder an die Oberfläche. Und je näher Pia der Wahrheit über ihre Mutter kommt, desto enger ziehen die Geister der Vergangenheit ihre Kreise um sie. Bis Pia in tödlicher Gefahr schwebt ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue Spannungsroman von Ellen Sandberg aka Inge Löhnig hat mich trotz kleiner Kritikpunkte von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut unterhalten.
Die Geschichte richtet sich nach dem Titel "Rauhnächte" und beschreibt genau diese Zeitspanne im Roman. Die Story beginnt am Heiligen Abend und endet mit den 6. Januar, dem Dreikönigstag.

Ich war sofort mitten im Geschehen, als Pia durch einen zufällig belauschten Streit erfährt, dass sie adoptiert worden ist. Für sie bricht eine Welt zusammen, obwohl sie sich schon immer nicht richtig zugehörig und wie ein Außenseiter in der Familie gefühlt hat. Um mehr über ihren unbekannten Vater zu erfahren, hofft sie im ehemaligen Heimatort ihrer früh verstorbenen Mutter Antworten zu finden. Doch in Wasserburg am Inn stößt sie gegen eine Mauer des Schweigens. Jeder weiß wer sie ist, doch ihr wird mit großem Misstrauen begegnet. Was wissen die Wasserburger, was Pia nicht weiß? Warum fühlt sie sich auch in ihrem ehemaligen Geburtstort ausgestoßen? Und was hat die Geschichte ihrer Vorfahrin, die als Hexe verbrannt wurde, mit ihrer Familie zu tun?  

In einem zweiten Handlungsstrang  erfahren wir mehr über Pias Mutter Sonja und ihrer Vergangenheit. Puzzlestück um Puzzlestück wird zusammengefügt, bis am Endes Pia erfährt, was wirklich damals geschehen ist.
Die durchgehend düstere Atmosphäre ist allgegenwärtig. Ellen Sandberg ist es hervorragend gelungen, die Nachforschungen zu Sonjas Tod mit der Mystik der Rauhnächte zu verweben. Brauchtum und alte Sagen lassen die Nächte, in denen das Tor zur Anderswelt offen steht, lebendig werden. 
Die unterschwellige Spannung war zu jeder Zeit spürbar und hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen.
Die Wechsel zwischen den beiden Handlungssträngen und Zeitebenen sind so gesetzt, dass man immer neugierig ist, wie es weitergehen könnte und sich vornimmt noch eine Seite und noch eine zu lesen...

Kommen wir nun zum Kritikpunkt:
Etwas ungewöhnlich war für mich die erst 22-jährige Protagonistin Pia, deren Alter man auch während des Lesens spüren konnte. Oftmals hatte man das Gefühl eine noch jüngere Protagonistin vor sich zu haben, die sehr unreif wirkt. 
In den letzten Kapiteln wächst Pia dann plötzlich über sich hinaus. Diese Entwicklung ging mir einfach zu schnell. Man erkennt, dass die Autorin ihr ehemaliges Jugendbuch in einen Erwachsenenroman umgeschrieben hat, wobei die Figur der Pia für mich etwas gelitten hat. Gerade weil die Geschichte für Erwachsene neu erzählt wurde, hätte man Pias Charakter von Beginn an etwas mehr Entwicklung geben können. 

Im Nachwort erzählt die Autorin noch, dass sie die Geschichte bereits vor zehn Jahren als Jugendroman geschrieben und veröffentlicht hat. "Rauhnächte" ist jedoch keine Überarbeitung, sondern eine vollständige Neuerzählung mit einem anderen Fokus.
Impulsgeber für Pias Geschichte war die Sage "Das Fuxerl"von Ilona Picha-Höbert, die die Autorin fasziniert hat und dessen Rechte der Penguin Verlag gekauft hat. Diese ist auch hinten im Buch abgedruckt.

Großes Lob an den Verlag für das tolle Cover! Der Fuchs (der hervorragend zur Geschichte passt) und die ästhetischen Farbtöne haben mich verzaubert! Ein absoluter Hingucker! (Und das in Zeiten von Farbschnitten)  

Fazit:
Eine sehr spannende und stimmungsvolle Geschichte um ein düsteres Familiengeheimnis, welches besonders durch den atmosphärischen Teil rund um die Rauhnächte und die weibliche Ahnenlinie überzeugt.

Vielen Dank an den Penguin Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

7 Kommentare:

  1. Hallo Martina,

    dieses Buch möchte ich wohl auch lesen. Ich habe es schon auf der Merkliste notiert und damit rückt es nun auf die Wunschliste. Genau darauf hatte ich gehofft, dass die Atmosphäre der Rauhnächte gut eingefangen und transportiert wird.

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Jetzt ist mir noch aufgefallen, dass du dieses Buch zwei Bücher mit dem Titel "Rauhnächte" gelesen hast. :D

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    2. Ja, das Buch, welches wir gemeinsam gelesen habe und in Salzburg spielte =)

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  2. Liebe Martina,
    ...lese ich gerade...deshalb schaue ich später noch mal in deine Rezension.
    Liebe Grüsse
    Irene

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    1. Bin schon neugierig, wie es dir gefallen hat!

      Liebe Grüße
      Martina

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  3. Liebe Martina

    Da ist die Rezension ja schon :-D und ich bin bald wieder up to date. Das Buch klingt ja spannend, auch wenn ich deine Kritik verstehe. Ich unterschreibe aber, dass das Cover richtig toll gestaltet ist und es freut mich natürlich sehr, dass es auch zum Inhalt passt.

    Das Buch bleibt auf der Wunschliste und ich bin gespannt, ob und wann es hier einziehen darf :-D

    Ganz liebe Grüsse
    Livia

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  4. Liebe Martina,
    Ja, in den Kritikpunkten finden wir uns. Ich korrigiere mich auch unter meiner Rezension. Ich habe einfach noch nie von Rauhnächten gehört...Livia, die aus der Nähe stammt, kennt sie...
    Liebe Grüsse
    Irene

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