Schlafende Vulkane - Michael Hjorth und Bjarni Thorsson

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    • Gebundenes Buch: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Wunderlich, 1. Auflage (15. Mai 2026)
    • Übersetzer: Wibke‎ Kuhn
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3805201311
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3805201315
    • Originaltitel: ‎ Våldets ö
    • Genre: Kriminalroman
    • Reihe: ja - Band aus der Helga und Bjarki Reihe


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Blond, blass und splitterfasernackt ist die junge Frau, die ermordet in einem Reitstall am Rande von Reykjavik liegt, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. Es ist die erste Mordermittlung für Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen. Die frischgebackene Polizistin vermutet, dass der Junge vor seinem gewaltbereiten Vater geflohen ist und sich in den Höhlen der isländischen Vulkanlandschaften versteckt. Eine lange Überlebenschance hat er nicht. Um ihn zu finden, bittet sie Bjarki um Hilfe, denn niemand kennt die Wildnis besser als er. Während Helga und Bjarki fieberhaft nach dem Jungen suchen, wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Der Mörder scheint seine Taten akribisch zu planen. Er ist, das wird Helga klar, so genial wie skrupellos; und bereit, über alle Grenzen zu gehen.

Meine Bewertung:n * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Thriller vom Michael Hjorth, dessen Thriller mir meine Freundin Claudia laufend ans Herz legt. Sie hat die gesamte Sebastian Bergmann Reihe verschlungen.
Hier schreibt der schwedische Autor jedoch gemeinsam mit dem Isländer Bjarni Thorsson. Der Thriller spielt auf Island.

Schon die Leseprobe hat mir sehr gut gefallen und den Wunsch geweckt, unbedingt weiter lesen zu wollen.
Als Hilmar frühmorgens die Pferde im Reitstall versorgen möchte, findet er in der einzigen leeren Pferdebox eine nackte Frauenleiche. Helga Jónsdóttir, die erst die Polizeischule beendet hat, wird wegen Personalmangels zum Tatort gerufen. Es ist ihr erster Mordfall und sie fühlt sich noch etwas unsicher. Nachdem die Tote identifiziert ist, ist man auf der Suche nach ihrem zehnjährigen Sohn Kristoffer, der anscheinend aus dem Elternhaus geflüchtet ist. Die Suche nach ihm gestaltet sich äußerst schwierig, denn Kristoffer scheint in die Richtung der gefährlichen Lavafelder gelaufen zu sein. Verkehrspolizist Bjarki, der früher bei der Mordkommission gearbeitet hat, aber wegen seiner Eigengänge versetzt wurde, macht sich mit Spürhund Salka auf die Suche. Er ist ein Einzelgänger und kennt die Gegend wie kein anderer.
Doch bald darauf passiert ein weiterer Mord. Wieder ist es eine junge alleinerziehende Frau, die in die Fänge des Täters gelangt ist. Bald ist klar: Wir haben es mit einem Incel, einem frauenverachtenden Täter zu tun, der seine Morde filmt und an den Meistbietenden im Darknet verkauft. Opfer sind alleinstehende Frauen mit Kind.

Wir lesen aus verschiedenen Sichten und raschen Perspektivwechsel erhöhen die Spannung. Auch der Täter kommt in eingeschobenen Kapiteln zu Wort. Wir dürfen in seinem Kopf schauen, was viele Szenen noch unangenehmer macht. Man ist hautnah dabei, wie er seine perversen Ideen umsetzt und diese zu Geld machen will. Er ist schlau und entkommt der Polizei immer wieder aufs Neue, was Helgas Platz als Teamleiterin nicht unbedingt stärkt. Sogar die Hintergrundgeschichte des Mörders wurde mit erstaunlicher Tiefe ausgearbeitet.

Die Charaktere sind alle voller Ecken und Kanten. Durch die verschiedenen Perspektivwechsel und Sichten der Ermittler, lernen wir alle von ihnen gut kennen. Das Team wirkt dynamisch, auch wenn Kollege Benni immer wieder seine Spitzen gegen Helga austeilt, die er abfällig "Die Schwedin" nennt. Helga, halb Schwedin und halb Isländerin, lebt gerade in Scheidung. Sie ist jung, ehrgeizig und äußerst sympathisch. Als "Frischling" im Team wird es ihr nicht immer leicht gemacht. Ihr passieren im Laufe des Falles auch noch einige Fehler, die vor allem Benni, aber auch ihren geltungssüchtigen Chef Gisli Freyr, kritisieren. Doch Helga hat ein gutes Gespür und mit Bjarki, der sich nicht immer an die Regeln hält, einen starken Partner an ihrer Seite. 

Der Schreibstil ist wunderbar atmosphärisch und bildhaft, hat aber auch ein sehr hohes Tempo. Die kurzen Kapitel verleiten einem "schnell noch ein weiteres" lesen zu wollen. Vor allem die düsteren Schauplätze, die beklemmende Stimmung und die Einblicke in das Darknet haben den Thriller noch eindringlicher wirken lassen. Nicht nur, die für uns ungewöhnlichen Namen, sondern auch die wunderbaren Naturbeschreibungen geben dem Leser das Gefühl, mit auf dieser einzigartigen Insel im Norden zu sein. Erst vor Kurzem habe ich zwei Thriller gelesen, die zwar mit einem spannenden Setting überzeugt haben, bei denen jedoch nie wirklich das Gefühl entstanden ist, tatsächlich vor Ort zu sein.
Im Gegensatz zu vielen skandinavischen bzw. isländischen Thrillern, die eher ruhig erzählt sind, setzen Hjorth und Thorsson auf ein hohes Tempo, wodurch man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Zum Ende hin wird die Spannungskurve nochmals erhöht und endet in einem richtigen Showdown, der nicht zu überzogen wirkt, wie oftmals bei anderen Thrillern. 

Cover:
von links nach rechts:
das schwedische Originalcover, das niederländische und das norwegische Cover

Fazit:
Ein fulminanter Start der neuen Island-Thriller-Reihe von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson, die ich auf jeden Fall weiterlesen werde. Spannend, atmosphärisch und düster. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Vielen Dank an vorablesen und den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

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