Der Fluss ist eine Wunde voller Fische - Lorena Salazar

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    • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
    • Verlag: ‎ Blumenbar; 1. Edition (14. März 2022)
    • Übersetzer: ‎ Grit Weirauch
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3351051042
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3351051044
    • Originaltitel: ‎ Esta herida llena de peces
    • Genre: Literatur, Roman


Blumenbar Kurzbeschreibung:
Eine junge Mutter und ihr Sohn durchqueren in einem kleinen Boot den strömenden Fluss Atrato in Kolumbien. Sie ist weiß, er ist schwarz. Die beiden sind auf dem Weg zur leiblichen Mutter und im Laufe der Fahrt erfahren wir ihre gemeinsame Geschichte. Dabei fließt die Erzählung wie der Fluss, der sie trägt. Er ist die Ader der Landschaft, eines Urwalds voller Früchte, Tiere und Düfte, aber auch die Ader des menschlichen Lebens. Als der Junge entscheidet, bei wem er leben möchte, nimmt der Roman eine unerwartete Wendung ... Eine literarische Reise von großer Sinnlichkeit über die Zartheit des Mutterseins, die Kraft der Freundschaft und über die Abgründe, die unsere Herkunft mit sich bringen kann.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Diesen südamerikanischen Roman aus Kolumbien habe ich mir für den November aufgehoben. Der Grund: Meine Tochter ist den ganzen November in Kolumbien unterwegs. Deshalb möchte ich neben ihren Fotos, die sie mir schickt, auch literarisch ein bisschen in das Land eintauchen. (Und für die Weltenbummler Challenge fehlt mir auch noch ein südamerikanisches Land)
Mit nur 176 Seiten ist dieser Debütroman von Lorena Salazar Masso ein eher dünnes Büchlein. Trotzdem benötigt man seine Zeit dafür, denn der Inhalt fließt genauso ruhig dahin, wie der Rio Atrato - den Fluss, den eine junge namenslose weiße Frau und ein schwarzer Junge als Transportmittel nehmen. Sie sind auf dem Weg zur leiblichen Mutter des Jungen.
Dabei erfahrenwir einige Geschichten, die zurück in die Zeit führen, als die junge Frau den kleinen Jungen als Baby überreicht bekam, um ihn aufzuziehen. Die leibliche Mutter konnte ihr Kind nicht versorgen. Ebenfalls erhalten wir kleine Einblicke in die Lebensgeschichten der Passagiere, die sich auf dem Boot befinden.

Die für mich essenzielle Frage dieser Geschichte ist "Was macht eine Mutter aus?" Ist es die Frau, die dich geboren oder diejenige, die dich aufgezogen hat? Was heißt es Mutter zu sein? Die Verlustangst begleitet sie auf dem gesamten Weg. Auch die Hautfarbe spielt in der Geschichte eine Rolle. Dabei ist die Autorin aber nicht wertend, denn die junge weiße Frau war während ihrer Schulzeit eine der wenigen hellhäutigen Schüler. Die Bevölkerung im Chocó Department besteht nämlich aus 82 % Afrokolumbianern, 13 % Indigenen und 5 % Weißen besteht.

Die Autorin hat eine sehr bildhafte, blumige und poetische Sprache. Es ist eine eher literarisch anspruchsvollere Erzählung, die uns Lorena Salazar mit ihrer Geschichte bietet. Die Bootsfahrt ist nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich ereignisreich, sondern auch die Natur und Tierwelt spielt eine große Rolle. Die Atmosphäre auf und rund um das Boot, sowie den Menschen darauf, wird sehr bildhaft dargestellt. Neben dem Thema Mutterschaft sind der Dschungel und das Leben mit und am Fluss ein weiteres wichtiges Thema. Lorena Salazar möchte dem Leser ihre Heimat näher bringen.

Und dann kommt das Ende! Hier kommt es zu einer Wendung, die in die wunderbare Stille hereinbricht, wie ein Donnerschlag. Er traf mich mit voller Wucht und fühlte sich irgendwie unpassend an. Das Ende war mir zu schnell und es "überfährt" den Leser regelrecht.
So richtig hat mich die Geschichte nicht erreicht, jedoch war der Ausflug in eine völlig andere Kultur spannend und lehrreich.

Cover:

von links nach rechts:
Die ersten beiden, sehr unscheinbaren Cover, sind die Originalcover, die mich absolut nicht ansprechen. Danach kommt das niederländische und das dänische Cover, das wunderschöne polnische, das italienische und das ebenfalls wunderschöne englische Cover.

Fazit:
Ein dünnes, aber intensives Buch, welches jedoch am Ende mit einer unerwarteten Wendung den Leser aus seiner trügerischen Blase reißt. Vielschichtig und trotz der Kürze gab es für mich doch auch einige Längen.

8 Kommentare:

  1. Liebe Martina

    Oh, wie schade. Gerade ist es mir mit "Endling" von Jasmin Schreiber so ergangen, das Ende hat irgendwie einfach nicht gepasst. Das kann einfach so viel verändern. Was du aber zum Schreibstil erzählst, gefällt mir und macht mich neugierig. Vielleicht werde ich mir einfach einmal eine Leseprobe ansehen.

    Alles Liebe
    Livia

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    1. Liebe Livia,
      man bemerkt beim Lesen schon, dass die Autorin icht aus Europa kommt. Es war irgendwie gut, aber irgendwie war es mir auch zu wenig. Und das Ende ...tja, bei mir kann ein Ende leider meine komplette Bewertung wieder ändern.... Hier waren es aber nie 5 Sterne.
      LG Martina

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  2. Ahoi Martina,

    das Buch hat es zwar in deine Flops geschafft, aber es klingt irgendwie trotzdem interessant und ist ja auch nicht doll lang - ich sehe gerade, dass die onleihe es hat und merk es mir da einfach mal vor :)

    Liebe Grüße
    Ronja von oceanloveR

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    1. Liebe Ronja,
      es etwas ganz anderes und irgendwie fand ich das Thema faszinierend und irgendwie nicht. Es hat von mir 3 Sterne bekommen - also nicht ein richtiger Flop. Ich habe es als achtes Buch dazugenommen. Das Ende ist jedoch heftig!
      Ich bin gespannt, wie es dir gefallen wird! Ich habe es vorallem gelesen, weil meine Tochter zu dieser Zeit in Kolumbien war und gestern wieder hingeflogen ist. Sie hat ihre Liebe zu diesem Land entdeckt.
      Liebe Grüße
      Martina

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    2. Ich werde auf jeden Fall berichten, sollte ich es lesen :)
      Und ja, das kann ich mir vorstellen - ich war "nur" einen Abend lang in Cartagena und mochte es auch sehr und gerade landschaftlich soll es atemberaubend sein. meine beste Freundin macht da gerade ihre Masterforschung und ist auch hellauf begeistert und verliebt...

      Liebe Grüße
      Ronja von oceanloveR

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    3. Hi again =)
      Meine Tochter hat auch ihren Master über Kolumbien bzw. Medellin gemacht. Im November hat sie eine Rundreise durch Kolumbien gemacht und jetzt ist sie wieder in Medellin. Mal sehen, wie lange sie bleibt. Sie ist mit einem One Way Ticket rübergeflogen....
      Cartagena hat mir von ihren Fotos her auch sehr gefallen!
      LG Martina

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    4. Ach nein, wie witzig - meine Freundin ist auch in Medellin und mega verliebt in die Stadt xD

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    5. Oh, wie toll! Nina mag sie auch sehr, obwohl es ja auch sehr unsichere Viertel gibt.

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