Rosmarinträume - Katrin Tempel




    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch (1. März 2016)
    • ISBN-10: 349230785X
    • ISBN-13: 978-3492307857
    • Genre: Gegenwartsliteratur




Piper Kurzbeschreibung:
Seit die junge Journalistin Anne über den Fund zweier ineinander verschlungener Skelette berichtet hat, wird sie von schrecklichen Albträumen geplagt. Die Geschichte der Liebenden lässt sie nicht los, und so geht sie den wenigen Hinweisen nach, die sie finden kann. Unterstützt wird sie dabei von dem Archäologen Lukas, den der spektakuläre Fund ebenfalls fasziniert. Bald stoßen sie gemeinsam auf die tragische Geschichte zweier Liebender am Ende des 17. Jahrhunderts, die einander nie vergessen konnten und noch im Tod aneinander festhielten.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Letztes Jahr habe ich von der Autorin den Roman "Mandeljahre" gelesen, der mir richtig gut gefallen hat und der mir noch heute öfters im Kopf herumspukt ;) Deshalb war ihr neuer Roman "Rosmarinträume" sofort auf meiner MUST HAVE Wunschliste und ich freute mich sehr, als ich das Buch von meiner Freundin zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Da auch gerade eine Leserunde bei Lovelybooks dazu läuft, habe ich dort ebenfalls gleich mitgelesen, denn in einer Runde macht es doch immer mehr Spaß!

Leider konnte mich jedoch der neue Roman der Autorin nicht wirklich überzeugen. Das liegt keinesfalls am wunderbaren Schreibstil, sondern an einigen Dingen, die ich nicht nachvollziehen konnte und auch an einem gravierenden Fehler, den sogar das Lektorrat übersehen hat - sowas geht meiner Meinung nach gar nicht!

Aber beginnen wir von vorne.....
Anne, eine sehr sympathische junge Frau arbeitet seit kurzem in einer Festanstellung bei der Donaupost, dem örtlichen Nachrichtenblatt.  Seit dem Tod ihrer Eltern, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind, wohnt sie mit ihrer Hündin Tinka alleine in ihrem Elternhaus. Dies ist ein kleines verwunschenes Häuschen mit Kräutergarten, der von ihrer Mutter liebevoll gepflegt wurde und einem alten Apfelbaum, der Anne's Lieblingsplatz ist und all ihre Sorgen und Wünsche kennt.
Als sie für eine Reportage zu einer Waldlichtung gerufen wird, ändert sich ihr Leben schlagartig. Die in inniger Umarmung gefundenen Skelette, die bereits seit Jahrhunderten dort gelegen haben, gehen ihr nicht mehr aus dem Kopf und kurz darauf wird sie immer wieder von schrecklichen Albträumen heimgesucht. Dabei geht es immer um ein unglückliches Liebespaar, dessen Schicksal sich durch eine schlimme Hungersnot, dem grausamen Überfall der Schweden, Krieg und Aberglauben beschränkt. Als Anne gar nicht mehr schlafen kann und auch noch von ihrem jungen Kollegen, der ihre ehemalige Voluntärsstelle bekommen hat, gemobbt wird, erhofft sie sich Hilfe beim Psychiater. Doch sobald Anne in Hypnose versetzt wird, erlebt sie auch im "wachen Zustand" eine unglückliche Liebesgeschichte nach der anderen. Wie kann sie den Albträumen entgehen? Und was steckt dahinter?

Genau diese letzte Frage wurde meiner Meinung zu wenig ausgearbeitet. Die beiden Erzählstränge aus der Gegenwart und der Vergangenheit führen nicht wirklich zu hundert Prozent zusammen. Sie hinterlassen zwar eine Aussage, aber trotzdem bleiben mir einfach zu viele offene Fragen.
Auch das Ende kam mir zu schnell und ich konnte Anne's Sinneswandel nicht wirklich verstehen. Sie hat auf den letzten Seiten ihr bisheriges Leben komplett hinter sich gelassen und sich um 180° gedreht. Das ist für mich nicht nachvollziehbar, auch wenn es öfters Momente im Leben gibt, wo man spontan und aus dem Bauch heraus handelt. Das will ich gar nicht abstreiten, aber im Verlauf der Geschichte und von der Charaktereigenschaft der Hauptprotagonistin her, war es für mich zu unrealistisch.
Auch die Liebesgeschichte hatte für mich zwar die richtige Dosis, nämlich nicht zu viel davon ;), aber die Gefühle erreichten mich nicht ganz.

Betreffend dem Logikfehler möchte ich mich jetzt nicht noch weiter äußern. Ich habe die Autorin in der Leserunde darauf aufmerksam gemacht und ich denke in der nächste gedruckten Auflage wird er dann verschwunden sein. Trotzdem sollte so etwas nicht passieren. Hier muss ich aber auch Kritik am Verlag üben...

Charaktere:
Kommen wir nun zu den positiven Aspekten des Romans.
Die Charaktere sind gut gezeichnet. Sie sind Menschen wie du und ich, haben ihre Stärken und Schwächen, was sie (fast) alle sympathisch macht. Vorallem unsere Hauptprotagonistin Anne ist eine sehr toughe junge Frau, die in ihrem kurzen Leben schon viele Schicksalschläge hat hinnehmen müssen. Durch ihre Albträume verliert sie allerdings etwas an Selbstbewusstsein und entscheidunsgsfreudig war sie überhaupt noch nie. Das macht sie aber umso menschlicher...
Auch die Umgebungsbeschreibungen sind wirklich gelungen. Der Geruch von Salbei und der Blick in den sternenklaren Nachthimmel unter Annes geliebten Apfelbaum hat mich zum Träumen gebracht.

Schreibstil:
Hier gibt es überhaupt nichts zu bemängeln! Ich bin durch das Buch nur so geflogen und hatte es in kurzer Zeit ausgelesen. Katrin Tempel schreibt flüssig, bildhaft und fesselnd. Die Geschichte bleibt spannend und vorallem die Handlungsstränge in der Vergangenheit haben mir sehr gut gefallen. Die historischen Gegebenheiten sind gut recherchiert und wirken für mich stimmig.

Fazit:
Es fällt mir etwas schwer das Buch zu bewerten, da mich der Schreibstil und die Handlungsstränge aus der Vergangenheit unterhalten und fesseln konnten. Doch gibt es sehr viele Kritikpunkte meinerseits und deshalb kann ich leider nur 2 1/2 Sterne vergeben.


2 Kommentare:

  1. Das Buch habe ich auch auf dem Wunschzettel, aber als ich nun deine Rezension gelesen habe, liebe Martina, habe ich ernsthaft überlegt, ob ich den Roman wirklich lesen soll, denn wir haben schon einen sehr ähnlichen Lesegeschmack, und nachdem dir das Buch so gar nicht gefallen hat, befürchte ich, dass es mir ähnlich gehen würde. Naja, da ich sowieso unter chronischem Zeitmangel leide, werde ich dieses Buch mal ganz hintenan stellen.
    Liebe Grüße
    Susanne

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    1. Warte einfach noch andere Rezensionen ab. Bei der Leserunde war es unterschiedlich, wobei eigentlich die meisetn daselbe bemängelt haben, ich aber die wenigsten Punkte für die Rezi gegeben habe.

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