6 Uhr 41 - Jean-Philippe Blondel



    • Taschenbuch: 192 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (8. März 2016)
    • ISBN-10: 3442483743
    • ISBN-13: 978-3442483747
    • Originaltitel: 06 H 41 
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Goldmann Kurzbeschreibung:
Cécile hat das Wochenende bei den Eltern verbracht. Am Montagmorgen sitzt sie erschöpft im Frühzug, ist auf dem Rückweg zu Mann und Kind. Der Platz neben ihr ist frei, ein Mann setzt sich. Cécile erkennt ihn sofort: Philippe Leduc. Auch Philippe hat Cécile gleich erkannt. Doch beide schweigen sie geschockt. Jeder für sich erinnern sie sich in den eineinhalb Stunden bis Paris, wie verliebt sie vor dreißig Jahren waren. Als sie zusammen ein romantisches Wochenende in London verbringen wollten und dort alles aus den Fugen geriet. Je näher der Gare de l’Est kommt, desto größer wird die Ungewissheit: Soll er sie ansprechen? Was könnte sie – nach all den Jahren – zu ihm sagen? Was wäre, wenn ..

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Goldmann Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Schon bei der Veröffentlichung als Hardcover vor fast 2 Jahren hatte ich dieses Buch auf meinem Radar. Nun ist es als Taschenbuch bei  Goldmann erschienen (Danke liebe Sabine von Buchmomente, dass ich das Buch als Taschenbuch bei dir entdeckt habe!) und habe sofort beim Bloggerportal nachgefragt, ob ich den Roman lesen darf. Und ich durfte! =)

Cecile und Philippe waren vor fast dreißig Jahren für ein paar Monate ein Liebespaar. Er der beliebte und gutaussehende Student, sie eher schüchtern und unscheinbar. Nach der Trennung haben sich die Beiden nicht mehr gesehen und nun sitzen sie sich plötzlich im 6 Uhr 41 Zug nach Paris gegenüber. Beide wissen nicht, wie sie sich verhalten und ob sie sich zu erkennen geben sollen.
Die einst unscheinbare Cécile ist eine selbstbewusste und elegante Geschäftsfrau geworden, die ihre eigene Pflegeprodukte-Linie erzeugt und verkauft. Philippe jedoch wirkt wie ein alter Mann, dem das Schicksal übel mitgespielt hat. Der einst sportliche und hübsche junge Mann hat sich mit Bauch und Glatze in einen Durchschnittstypen verwandelt. Beide grübeln wie es den anderen wohl ergangen sein mag und beginnen, jeder für sich, an die Zeit von damals zurückzudenken. Dabei kommt auch immer wieder die Reise nach London ins Spiel, die zur Trennung der Liebenden führte.

Die ganze Geschichte spielt sich in den Köpfen der Hauptfiguren ab, die während der Fahrt ihren Gedanken nachhängen und an die Zeit von damals zurückdenken. Die einzelnen Kapitel sind in der Ich-Form und im Wechsel - einmal aus der Sichte von Cécile und einmal aus der von Philippe - geschrieben. Dabei sprechen die Beiden nicht miteinander, sondern der Leser erlebt eine Art "Was-wäre-wenn" Dialog.
Die Geschichte mutet an ein Kammerspiel und erinnerte mich an Glattauers "Die Wunderübung", auch wenn es sich hier um keine Komödie handelt, sondern der Roman eher in die Richtung Drama geht.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und bildhaft. Ich konnte mir Cécile und Philippe sehr gut vorstellen und liest sich sehr gut. Gefallen hat mir auch der französische Flair, den Romane aus Frankreich ganz einfach immer wieder besitzen.
Leider kamen bei mir die Gefühle und Empfindungen der beiden Protagonisten nicht ganz an. Auch hatte ich nicht damit gerechnet, dass Cécile und Philippe nicht wirklich miteinander sprechen würden, sondern nur in ihren Gedanken. Trotzdem regt der Roman nach dem Zuschlagen der letzten Seite zum Nachdenken an und hat mich noch einige Zeit später beschäftigt.

Fazit:
Ein netter französischer Roman ohne wirklichen Höhen und Tiefen, der aber trotzdem im Gedächnis bleibt und zum Nachdenken anregt. Eine Alltagsgeschichte mit Flair!


5 Kommentare:

  1. Gern geschehen, liebe Martina! ;-)

    Wir haben das Buch wohl beide ähnlich empfunden - vielleicht auch weil wir andere Vorstellungen von der Geschichte hatten. Ich hatte ja auch gedacht, dass es zu einem Gespräch kommen würde. Trotzdem hat das Buch auch bei mir ein paar Tage nachgehallt, auch wenn mich die Geschichte nicht richtig packen konnte.

    LG Sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, ich hatte ja bei deiner rezi schon gelesen, dass sie nicht miteinander sprechen werden und dachte mir nur: Oh, oh.... Somit war ich etwas "vorbereitet". Sonst hätte ich vielelciht noch anders bewertet...aber insgesamt ist es eine nette Geschichte.
      LG Martina

      Löschen
  2. Hallo Martina,

    dein Fazit trifft es auf den Punkt! Genauso habe ich auch empfunden, du hast genau die richtigen Worte gefunden.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Nicole! Sowas liest man immer gerne! =)
      LG
      Martina

      Löschen
  3. Ich liebe französische Romane. :)

    AntwortenLöschen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Speicherung deiner Daten. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung dieses Blogs.

 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos