- Broschiert: 364 Seiten
- Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. März 2016)
- ISBN-10: 3868275592
- ISBN-13: 978-3868275599
- Originaltitel: Fairer than Morning
- Genre: historischer Roman, christlicher Roman
- Reihe: ja - Band 1 von 3
Francke Kurzbeschreibung:
Ohio 1826. Ann Miller träumt von einem Leben an der Seite von Eli, der Arzt werden will und Literatur und Poesie genauso liebt wie sie. Doch als er ihr einen Heiratsantrag macht, verspürt sie nichts als Panik. Sie weiß, dass ihr Vater gegen eine Eheschließung ist, zumal sie sich seit dem Tod ihrer Mutter um die zwei kleinen Schwestern kümmert.
Eine Reise nach Pittsburgh soll Ann auf andere Gedanken bringen. Und tatsächlich stellt diese Reise ihr Leben auf den Kopf. Sie kommt hinter lange gehütete Geheimnisse ihres Vaters, lernt einen jungen Mann kennen, der tagtäglich ums Überleben kämpfen muss, und gerät in Lebensgefahr. Mit einem Mal stellt Ann alles infrage, was ihr bisher wichtig war. Worauf kommt es im Leben wirklich an?
Meine Bewertung: * * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Darum geht's:
Wir befinden uns in Amerika des 19. Jahrhunderts: Sklavenarbeit und Ausbeutung durch reiche Plantagenbesitzer oder Lehrherren sind alltäglich. Auch unser Protagonist Will, der seine Eltern und seine zwei Schwestern an die Schwindsucht verloren hat, wird als Sattlerlehrling bei Mister Goods in Pittsburgh eingestellt. Noch ahnt er nicht, welch grausamen Lehrherren er damit ausgeliefert ist. Hunger, Schläge und ein Schlaflager am Heuboden erwarten Will und Tom, den zweiten Lehrling, beim angesehen Sattler, der sich nach außen hin großzügig und loyal gibt, aber der kaltherzig und brutal ist. Selbst das letzte Andenken an Wills Mutter, ihre letzten Briefe, entreißt er ihm und wirft sie weg. Diese tauchen jedoch einige Zeit später in Rushville, Ohio wieder auf. In einem Fass, dass Mister Goods an den Sattlermeister Miller geschickt hat. Seine Tochter Ann nimmt die Briefe, die sie tief bewegen, an sich und schwört sich den Empfänger ausfindig zu machen. Sie ahnt nicht, dass sie in nicht allzu ferner Zukunft die Möglichkeit dazu haben wird. Zwei Jahre später bricht sie nämlich gemeinsam mit ihrem Vater und den beiden Schwestern auf nach Pittsburgh, Pennsylvania, um einen ganz besonderen Sattel auszuliefern, den er für eine reiche Familie angefertig hat. Als ihr Vater auch Mister Goods in seiner Sattlerei besucht, findet Ann bald heraus, dass die Briefe, die sie damals gefunden hat, seinem Lehrling Will gehören müssen. Der halb verhungerte und nach Schweinedreck stinkende Will hinterlässt nicht gerade einen guten Eindruck bei ihr, doch von den Briefen will sie ihm unbedingt erzählen, was sich gar nicht so einfach gestaltet. Und dann ist da noch dieser Mann mit der Bärenfellmütze, der Ann schon auf dem Dampfschiff aufgefallen ist und der sich immer wieder in der Nähe ihres Vaters herumtreibt. Was will dieser Mann von Ihnen ? Was verbirgt ihr Vater vor ihr?
Meine Meinung:
Wir haben hier zwei sehr sympathiche Protagonisten, Ann und Will, die abwechselnd aus ihrer Sicht erzählen. Ann wuchs gemeinsam mit ihren zwei jüngeren Schwestern und ihrem Vater auf einer Farm in Rushville, Ohio, auf. Nachdem ihre Mutter bei der Geburt von Mabel, der Jüngsten, im Kindbett gestorben ist, übernahm sie ihre Pflichten. Ann, die sich schon früh in den smarten Eli verliebt und seine Liebe zur Literatur teilt, ist eine mutige junge Frau. Sie liebt ihren Vater und die Schwestern und obwohl sie alle hart arbeiten müssen, gibt es einen großen Zusammenhalt. Im Laufe des Romans entwickelt sich Ann zu einer Frau, die manche Vorurteile ablegt und sich für die Armen einsetzt.
Ihr Vater Samuel Miller, ist neben seiner Arbeit als Sattler auch als Wanderprediger in Brüdergemeinden unterwegs, die von Deutschen gegründet wurden. Somit ist auch der christliche Part des Romans angesprochen, denn alle Bücher aus diesem Verlag gemeinsam haben.
Eli Bowen ist charmant und gutaussehend, kommt aus gutem Haus und möchte Arzt werden. Sein Ansporn ist allerdings nicht sehr hoch und eigentlich sucht er nur einen angesehen Beruf, wo er seiner Leidenschaft für die Poesie nachgehen kann. Ein eher oberflächlicher junger Mann, dem allerdings Anns Liebe gehört.
Will Hanby ist ein sehr sympathischer Junge, dem das Schicksal ziemlich übel mitgespielt hat und der trotzdem das Herz auf dem rechten Fleck behält. Trotz vieler Rückschläge gibt er die Hoffnung nie auf....
Alle Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte richtig weiter. Das einzige Negative dass ich hier anbringen kann ist, dass sie etwas stereotyp sind. Es gibt kaum eine Grauzone, nur gut oder böse.
Auch das Sklaventhema wird angesprochen und Ann stellt fest, wie gut es ihr eigentlich geht und wie brutal und erbarmungslos manche Menschen sich den Schwarzen, aber auch ihren Arbeitern gegenüber verhalten. Man bekommt auch einen sehr guten Einblick in die damalige Zeit, in der es fast keine Mittelschicht gab, sondern nur die armen Leute und die ganz reichen Plantagenbesitzer oder Firmeninhaber. Das große Thema in diesem Roman ist die selbstlose Nächstenliebe, die Vergebung und der Zusammenhalt.
Sehr interessant fand ich, dass der Roman auf historische Tatsachen beruht. Im Nachwort erklärt die Autorin, dass die Hauptcharaktere in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts gelebt haben. Sie verband Geschichte und Fiktion zu einem spannenden Roman, der mich fesseln konnte. Besonders erhellend fand ich, dass gerade die Stellen, die ich noch als eher "unrealistisch" bezeichnen würde, genauso vorgefallen sind. Man sollte deshalb immer wieder im Hinterkopf behalten, dass das Leben oft die schönsten, aber manchmal auch die unwahrscheinlichsten Dinge, schreibt.
Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig, angenehm zu lesen, sehr bildhaft und mitreißend. Man erfährt sehr viel aus dem Leben in den Staaten in der damaligen Zeit.
Cover:
Naja....ich finde diese Cover schon ziemlich kitschig und sie sehen eher wie ein Groschenroman aus. Man merkt doch immer wieder, wie unterschiedlich Buchcover in anderen Ländern gestaltet werden. Was dort gefällt, ist hier eher verpönt und umgekehrt. In letzter Zeit muss ich aber feststellen, dass mich die deutschen Cover bei den meisten Büchern doch mehr ansprechen...seien es Thriller oder Romane. Bei Fantasybüchern allerdings finde ich oft die englischsprachigen Cover schöner.
„Das Glück, von dem ich träume“ ist der erste Band
einer Trilogie, die in Amerika unter „A Saddler’s Legacy“verkauft wird.
The Saddler's Legacy Novel Reihe:
- Das Glück, von dem ich träume (Fairer than Morning)
- Sweeter than Birdsong
- Lovelier than Daylight
Fazit:
Ein eindrucksvoller Roman über Zusammenhalt und Nächstenliebe mit tollen Protagonisten und einem wunderbaren Schreibstil der Autorin, der auf historischen Tatsachen beruht. Berührend und spannend! Meine Leseempfehlung!
Mein Dank geht an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar und an Arwen von Lovelybooks.

















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