Sterben ist das Letzte - Franz Zeller



    • Taschenbuch: 288 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (2. November 2015)
    • ISBN-10: 3426517728
    • ISBN-13: 978-3426517727
    • Genre: Krimi, Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Band 4 



Knaur Kurzbeschreibung: 
Sanft fällt der erste Schnee auf den Salzburger Universitätsplatz, setzt den Türmen der barocken Kollegienkirche weiße Hauben auf – und bedeckt den Müllcontainer mit Max Marthalers Leiche. Marthaler war ein skrupelloser, eiskalter Geschäftemacher, der nicht nur seine Angestellten demütigte, sondern sich auch einer Reihe Mülldivern, die noch brauchbare Lebensmittel aus den Müllcontainern der Supermärkte holen, in den Weg stellte. Chefinspektor Franco Moll und Kollege Oberhollenzer haben bald mehr Verdächtige, als ihnen lieb ist. Selbst Molls Nachbarin Melinda gerät unter Verdacht, und das, als Moll gerade zarte Bande der Liebe zu ihr knüpft. Eine neue Spur taucht erst auf, als es plötzlich zu tauen beginnt und der Schnee eine weitere Leiche freigibt.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Knaur Challenge 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Als die Leiche von Max Marthaler in einem Müllcontainer gefunden wird, gibt es kaum jemanden, der dem unsympathischen und skrupellosen Unternehmer eine Träne nachweint. So haben Franco Moll, Martina Pelegrini und Kollege Oberhollenzer jede Menge Verdächtige und viele Spuren.....fast zu viele. Denn Marthaler kannte nur einen Weg: rücksichtlos nach oben....

Meine Meinung:
Ich liebe Österreich-Krimis und "Sterben ist das Letzte" ist bereits mein zweiter Salzburg-Krimi dieses Jahr. Im Moment stecke ich auch noch in einem österreichischen Thriller, der in Linz spielt....also das wird wohl ein rot-weiß-rotes Jahr für mich werden =)

"Sterben ist das Letzte" ist bereits der vierte Fall des Ermittlerteams Moll, Peligrini und Oberhollenzer...für mich allerdings das erste Buch des Autors Franz Zeller. Man hat jedoch keinerlei Schwierigkeiten hier einzusteigen und lernt das Ermittlungstrio sehr schnell besser kennen und lieben. Alle drei sind sympathische Protagonisten, authentisch und aus dem Leben gegriffen.

Als ein abgetrennter Zeigefinger am Running Sushi Band genau vor Max Marthaler anhält, ist sich der Jungunternehmer sicher, dass dies "ein Fingerzeig" für ihn sein soll. Seit kurzem fühlt sich Marthaler nämlich bedroht. Feinde hat er genug, denn der Juniorchef einer Reinigungsfirma ist ein Ekelpaket sondergleichen. Als er tatsächlich tot in einer Mülltonne gefunden wird, ist die Anzahl der Verdächtigen groß. Seine Angestellten, insbesonders Frauen, behandelt er wie den letzten Dreck, Mülldivern vernichtet er böswillig die Lebensmittel, Vaterschaftstests und Universitätsdiplome werden gefälscht und in Geldspekulationen ist er auch verwickelt. Da wundert es den Leser nicht, dass unser Ermittlerteam alle Hände voll zu tun hat.

Der Krimi hat neben dem Mord einige interessante Themen zu bieten. Im Vordergrund steht die Verschwendung von Lebensmitteln und unser Konsumverhalten. Mit den Mülldivern, die der Autor hier beschreibt, hat er persönlich Bekanntschaft gemacht und hat diese auch selbst begleitet. Im Buch bringt uns Julian, ein freischaffender Journalist und Anführer der Mülltaucher das Problem näher. Während seine Gruppe nächtens von einem Kaufhausmüllcontainer zum nächsten pilgert, um noch nicht abgelaufene Lebensmittel für Notdürftige zu stehlen, schlemmen zur selben Zeit diverse Politiker und Unternehmer in der Alten Residenz beim barocken Buffet.
Die Einstellung der Priviligierten gegenüber den sozial Schwachen wird hier besonders hervorgehoben, ohne den belehrenden erhobenen Zeigefinger. Das Thema wird auch immer wieder in die Kriminalhandlung miteingewoben und führt wie ein roter Faden durch die Geschichte. Neben den sozialkritischen Themen gibt es jede Menge Verdächtige und in der Relation genau umgekehrt kaum handfeste Indizien und Beweise. So ist die Jagd nach dem Täter zu jeder Zeit spannend und rätselhaft. Einige überraschende Wendungen lassen den Spannungsbogen kontinuierlich ansteigen, der Aufbau und die Auflösung sind am Ende logisch und stimmig.

Schreibstil:
Die Kapitel sind relativ kurz gehalten. Der  Perspektiven und Personenwechsel erhöht das Tempo des Krimis. Der regionale Touch kommt ebenfalls nicht zu kurz. Das verschneite Salzburg während der Adventzeit bildet einen wunderbaren Hintergrund und die bildhaften Beschreibungen der Altstadt lässt mein österreichisches Herz höher schlagen ;)
Die Charaktere sind allesamt wunderbar beschrieben und aus dem Leben gegriffen. Der Humor kommt hier auch nicht zu kurz, vorallem die treffenden Kommentare von Molls Sohn Felix haben mich sehr oft zum Lachen gebracht. Auch der übergewichtige Oberhollenzer, den Peligrini kurzerhand auf Diät setzt und ihn bei einer Partnervermittlung anmeldet, hat für viele Lacher meinerseits gesorgt.

Fazit:
"Sterben ist das Letzte" ist ein spannender gesellschaftskritischer Salzburg-Krimi, der aber auch mit Humor punktet und sicherlich nicht mein letztes Buch des Autors ist. Band 3 werde ich mir demnächst kaufen....


Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar, an Lovelybooks und an Franz Zeller für die sehr interessanten Diskussionen rund um das Thema Lebensmittelverschwendung und die netten Plauderein zwischendurch ;)

1 Kommentar:

  1. Deine Rezension bestärkt mich nur darin, endlich auch mal Franz Zeller zu lesen, ich habe den ersten Band schon so lange auf meiner Leseliste, Zeit wird's, da ich ja auch eine Schwäche für österreichische Krimi-Autoren entwicklet habe. :)

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