- Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
- Verlag: Langen-Müller; Auflage: 1 (14. Januar 2016)
- ISBN-10: 3784433871
- ISBN-13: 978-3784433875
- Orginaltitel: De Meester
- Genre: Historischer Roman
Langen-Müller Kurzbeschreibung:
Charlotte sehnt sich nach Abenteuern und leidenschaftlicher Liebe. Weil es beides in Yorkshire nicht gibt, geht sie mit ihrer Schwester Emily nach Brüssel, um endlich mehr von Europa zu sehen. Dort erleben sie eine Achterbahn der Gefühle und tauchen ein in eine neue Welt: Die Stadt bietet französisches Flair, monumentale Bauten und zahlreiche neue Eindrücke. Im „Pensionnat Heger” verbessern die beiden Schwestern ihre Französischkenntnisse, doch Charlottes Aufmerksamkeit gilt vor allem dem charismatischen Monsieur Heger, in den sie sich hoffnungslos verliebt. Zeitgleich umwirbt sie auch der gut aussehende flämische Arbeiter Emile. Plötzlich hat sie die Wahl: eine Affäre mit einem verheirateten Mann oder eine ehrenhafte Ehe? Am Ende ist ihr Herz gebrochen und sie verarbeitet ihren Schmerz in einem Roman, den sie Jane Eyre nennt und der noch 200 Jahre später auf der ganzen Welt gelesen und geliebt wird.
Meine Bewertung: * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Die Basis für diesen Roman von Jolien Janzing ist die Zeitspanne, die Charlotte und Emily Brontë’s in Belgien verbringen und insbesonders Charlotte’s Verliebtheit für ihren Lehrer, Constantin Heger. Zu Beginn des Buches findet der Leser zur Einstimmung noch eine historische Straßenkarte von Brüssel und eine Personenübersicht.
Der Roman beginnt mit der geplanten Reise von Charlotte und Emily Brontë von Yorkshire ins mondäne Brüssel. Hier sollen die beiden jungen Frauen im Mädchenpensionat Heger ihre Französischkenntnisse verbessern, um später in ihrer Heimat selbst eine Schule zu eröffnen. Während Emily lieber zuhause in England geblieben wäre, stürzt sich Charlotte ins neue Leben, das ihr allerdings im strengen Pensionat kaum Freiräume lässt. Die Schwestern finden bei den belgischen Mädchen keinen Anschluss und so verliert sich Charlotte immer mehr in ihrer Schwärmerei für Constantin Heger, dem Mann der Direktorin. Der eher grobschlächtig aussehende Lehrer ist weder schön, noch besonders sympathisch, aber er trifft sich auf intellektueller Höhe mit Charlotte, deren Schreibstil und Erzähltalent schon damals auf hohem Niveau zu sein scheint.
Jolien Janzing hat die Unterschiede zwischen dem protestantischen England und dem mondänen Brüssel sehr gut dargestellt. Auch die Lebensweise der jungen Damen und die bevorzugten Schönheitsideale werden aufgegriffen. Dies zeigt sich auch sehr gut in einem Nebenstrang, in dem uns die Autorin die Geschichte von König Leopold und seiner zukünftigen Mätresse Arcadie erzählt. Was es damit auf sich hat, hat die meisten Mitleser in unserer Leserunde allerdings vor ein Rätsel gestellt. Vielleicht wollte die Autorin die gegensätzlichen Lebensanschauungen zweier jungen Frauen während dieser Zeitepoche darstellen oder wie wenig Mitsprache diese unbedarften Mädchen zu dieser Zeit hatten. Auch ich konnte mir keinem Reim daraus machen, jedoch wurde die oft unspektakuläre Geschichte rund um Charlotte damit etwas aufgelockert. Leider führten die beiden Erzählstränge am Ende des Romans nicht zusammen, was man als Leser eigentlich erwartet hätte.... Außerdem riss dieser eigentlich überflüssige Erzählstrang den Leser immer wieder aus dem Lesefluss und dem Haupterzählstrang heraus, was ein tieferes Eintauchen in die Geschichte verhindert.
Das Problem mit dem Roman war bei mir das völlige Fehlen von Emotionen. Ich fand beide Brontë Schwestern nicht wirklich sympathisch und konnte mit der Schwärmerei von Charlotte für Constantin Heger nichts anfangen. Bei mir kamen kein Gefühle auf und ich konnte mir nicht erklären WARUM sie diesen Mann so anhimmelt. Außerdem fand ich die Person des Monsieur Heger extrem unsympathisch. Er suhlt sich in der Bewunderung seiner Schülerinnen und zieht auch des öfteren seinen Vorteil daraus. Immer wieder geht er auf die Avancen der jungen Damen ein, während seine Frau - was zu dieser Zeit auch sehr ungewöhnlich ist - das Pensionat führt und ihrem Mann auch immer wieder zeigt, wo sein Platz zu sein hat... Eine sehr starke Frau, die einzige "Persönlichkeit", die für mich greifbar war...
Von der Verzweiflung Chalottes über die Liebe ohne Aussicht auf ein gutes Ende, spürte ich erst im letzten Teil des Romans etwas. Sie verarbeitete diese für sie schmerzliche Zeit in ihrem weltbekannten Roman "Jane Eyre", sowie in den Erzählungen "The Professor" und "Vilette".
Erwartet hatte ich mir eigentlich einen Roman, der mir mehr von Charlotte als Persönlichkeit zeigt und nicht ein unreifes Mädchen, das mir weitgehend unsympathisch war und fremd blieb.
Das ist sehr schade, denn die Autorin hat sehr lange recherchiert und ist ein bekennender Fan von den Brontë Schwestern. Ihre eigene Begeisterung konnte ich in diesem Buch leider nur teilweise wiederfinden.
Schreibstil:
Die Autorin hat sich gleich zu Beginn des Romans einem wenig verwendeten Stilmittels bedient. Sie bringt die Geschichte aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers. Dieser spricht den Leser immer wieder "persönlich" an. Man hat somit das Gefühl selbst mitten im Geschehen zu sein und erlebt die Situationen so, als wenn ein Freund einem auf gewisse Dinge aufmerksam machen würde. Das ist eher ungewöhnlich und hat einigen in der Leserunde nicht sehr gefallen. Mir sagte dieser etwas andere Schreibstil aber zu. Leider verliert sich dieses Stilmittel im Laufe des Romanes immer mehr....
Cover:
Das deutsche Cover gefällt mir hier um einiges besser. Den Titel des Buches finde ich aber im Original angemessener. Hier wird die "geheime Liebe" auch nur als Untertitel erwähnt.
Fazit:
Leider konnte mich dieser Roman über die Autorin des wunderbaren Romans "Jane Eyre" nicht wirklich begeistern. Der Schreibstil ist ungewöhnlich, aber faszinierend, die Charaktere leider weniger. Diese bleiben blass und konnten mich nicht berühren. Ich hatte mir etwas anderes von diesem Buch erwartet - schade!
Vielen Dank an den LangenMüller Verlag für das Rezensionsexemplar und Lovelybooks für die Leserunde

















Ui, ich seh grad, dass ich in deiner Sidebar auftauche. 💚
AntwortenLöschenSchade, dass das Buch nicht deinen Erwartungen entsprach..
Ich bin ja bekennender Jane-Eyre-Fan und habe das Buch schon mehr als einmal gelesen. Da wären ein paar Hintergrundinformationen zur Autorin natürlich nicht schlecht, aber dieses werde ich mir wohl dann eher nicht "antun"..
Herzliche Grüße
Jane :)
Ich mochte Jane Eyre auch sehr!!! Es ist alleridngs schon Jahrhe...was sag ich..Jahrzehnte her, dass ich es gelesen habe! Leider war dieser Roman über Charlotte und Emily Bronte jetzt nicht mein Ding...
LöschenLG Martina
Echt schade das es so herausgestellt hat. Jane Eyre hab ich zufällig letztens im Fernsehen gesehen und war hin und weg! Dann hab ich das Buch hier entdeckt aber du hast genau die Sachen aufgezählt die mir an einem Buch besonders wichtig sind ... wunder mich das du überhaupt so viele Punkt gegeben hast xD
AntwortenLöschenIch mag den allwissenden Erzähler eigentlich ganz gerne aber man liest echt ganz selten in der Sicht. Verständlich, ist ja auch schwerer zu schreiben :D
Danke für die tolle Rezi :)
Das Buch kommt wieder weg von meiner WL!
Liebe Grüße
Alisia