- Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
- Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (10. Oktober 2014)
- ISBN-10: 3956490649
- ISBN-13: 978-3956490644
- Genre: Historischer Roman
Mira Kurzbeschreibung:
Wien 1892. Bei einem tragischen Sturz verliert die junge Komtess Luise von Waldenberg ihr Gedächtnis. Aber gerade das öffnet ihr die Augen: Die Dekadenz des Hofadels kommt ihr plötzlich verlogen vor, im elterlichen Palais erscheint ihr die strenge Aufteilung zwischen den Bediensteten und ihrer eigenen Familie falsch. Und warum werden treppauf und treppab Wahrheiten verschwiegen statt ausgesprochen? Doch Luise ist nicht allein: In der Werkstatt des jungen Zuckerbäckers Stephan Brucker erlebt sie eine sinnliche Welt voller Düfte, süßer Genüsse und warmer Vertrautheit. Eine Mesalliance bahnt sich an, die auf höchste Empörung stößt. Denn es gibt ungeschriebene Gesetze, die niemand brechen darf. Könnte doch davon die Zukunft der Donaumonarchie abhängen...
Meine Bewertung: * * * *
Buch zur Einmal um die Welt Challenge
Buch zur Weltenbummler Challenge
Buch zur Deutsche Autoren Challenge
Ulrike Schweikert ist ein Garant für spannende historische Geschichten, aber auch für Vampirromane. Ihren Schreibstil finde ich immer wieder wunderbar zu lesen, so wie auch in ihrem neuersten Roman "Hinter den Spiegeln". In diesem Buch wird die Donaumonrarchie in Wien hervorragend beschrieben. Man merkt richtig, dass die Autorin Wien als Lieblinsgsstadt auserkoren hat. Ich konnte mich so richtig in unsere Bundeshauptstadt am Ende des 19. Jahrhunderts zur Kaiserzeit hineinversetzen: Droschken, Barone, Komtessen, Fürsten, Grafen und deren dekandente Feste, Tanzabende, langweilige Kaffeekränzchen usw.
Die k.u.k.-Monarchie ist auch heutzutage noch in Wien zu entdecken! Wer einmal k.u.k.-Hoflieferant war, der profitiert noch heute von dieser "Auszeichnung", denn diese Geschäfte haben eine Aura der Exklusivität und versprechen eine hohe Qualität ihrer Waren.
Der Prolog führt den Leser kurzerhand ins Jahr 1916 und zu einem Tag, der ganz Wien und Österreich erschütterte: der Tod des Kaisers mitten im ersten Weltkrieg. Cosima, die Tochter unserer Hauptprotagonistin Luise wollte an diesem Tag, dem 22. November, ihre Verlobung feiern, doch der Tod des Kaisers hat diese Feier nun unmöglich gemacht. Luise erinnert sich an ihre eigene, verschobene Verlobung vor 24 Jahren....
Und hier steigt der Leser in die eigene Geschichte ein. Nach einem bösen Sturz vom Pferd erwacht Komtess Luise nach Wochen aus dem Koma. Sie kann sich an nichts mehr erinnern....weder an ihren Unfall, noch an all die Gesichter um sie herum oder an das ihres angeblichen Verlobten. Mit Hilfe des Haushofmeisters Milan und der Zofe Dana gelingt es ihr vor den anderen Familienmitgliedern zu verbergen, dass sie sich an nichts erinnern kann. Der Fund einiger ihrer Tagebücher ist ihr ebenfalls eine große Hilfe. Beim Lesen ihrer Eintragungen ist sie geschockt von ihrer eigenen Hochnäsigkeit, ihrem oberflächlichen Charakter und ebenso von der strengen Hierachie innerhalb des Adels, als auch zwischen Adel und Bürgern. Sie fängt einige Dinge zu hinterfragen an und befreundet sich mit Stephan, dem Sohn der Bruckner k.u.k. Hofzuckerbäckerei. Dort erfährt sie zum ersten Mal Wärme und Freundschaft und hilft sogar beim Herstellen von Pralinen. Doch Stephan verliebt sich, trotz des Standesunterschiedes, in die junge Komtess. Seine Mutter unterbindet daraufhin den Kontakt der Beiden. Luise, die zuhause keine Wärme und Liebe erfährt, ist erschüttert. Ihre Mutter ist kränklich und untersagt ihrer eigenen Tochter jeden Besuch. Nur Vesna, ihre Hofdame, wird von ihr geduldet. Die Familie ihrer Mutter, die aus niederem Adel stammt, lebt auf die Kosten ihres Vaters und bekommt trotzdem nicht genug. Onkel Philipp, Tante Irma, Kusin Max und Kusine Gabriele fühlen sich trotzdem benachteiligt und sehen ihre Chance gekommen um endlich an mehr Geld zu kommen.
Intrigen, Ränkespielchen und sogar Morde sind in dieser spannenden Geschichte enthalten. Während der Klappentext den Inhalt mehr als eine Liebesgeschichte zwischen Stephan und Luise ankündigt, ist der Hauptstrang ein ganz anderer: die Intrigen und Machtspielchen der Adelshäuser, Komplotte und Familiengeheimnisse. Man fliegt förmlich durch die wunderbar erzählte Geschichte.
Im Gegensatz zu meinen deutschen Kolleginnen bei der Leserunde hatte ich keinerlei Schwierigkeiten mit den Titeln und langen Namen. Obwohl es bei uns - im Gegensatz zu Deutschland - keine Adelstitel mehr gibt, sind selbst nach etwas mehr als hundert Jahren diese uns Österreicher noch immer ein Begriff.
Die Geschichte hat mich gefesselt, doch das Ende kam eindeutig zu schnell. Der doch etwas abrupte Schluss hat das Gesamtbild der Geschichte etwas geschmälert und einen etwas schalen Geschmack bei mir hinterlassen. Es bleiben auch einige Fragen offen. Schade, denn bis dahin fand das Buch richtig gut und hätte wahrscheinlich 5 Sterne bekommen....
Allerdings gibt es auch etwas Positives zu vermelden: Ulrike Schweikert hat eine Fortsetzung angekündigt und damit auch eine Auflösung, der noch offenen Fragen. Daumen hoch!
Cover:
Eine Augenweide! Weißes Cover mit goldener Schrift, nach dem Aufklappen sind auch die ersten Seiten in gold gehalten. Die Schrift ist erhaben und man denkt sich nur eines: edel und wunderschön. Ein richtiger Hingucker!
Fazit:
Ein Eintauchen in die österreichisch-ungarische Monarchie dank der wundervollen Darstellung dieser Zeit durch die Autorin. Spannung, Intrigen und Standesdünkel beherrschen die Geschichte, die sich wunderbar liest. Leider kam das Ende dann etwas zu schnell und hat das Gesamtbild des Buches geschmälert. Eine Fortsetzung wurde von der Autorin angekündigt.
Mein Dank geht an Lovelybooks, dem Mira Taschenbuch Verlag und an die Autorin Ulrike Schweikert, die uns bei der Leserunde begleitet hat. Es war eine kaiserliche Leserunde! ;)
















Das Buch sieht toll aus, und nach deiner Rezension ist es auch gleich auf meinen Merkzettel gewandert, denn ich mag die Bücher von Ulrike Schweikert sowieso sehr gerne. Ich bin gespannt.....
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Susanne