Die Brückenbauer - Jan Guillou



    • Taschenbuch: 800 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (9. Dezember 2013)
      ISBN-10: 3453410777
    • ISBN-13: 978-3453410770
    • Originaltitel: Brobyggarna Dandy (1)
    • Genre: Historischer Roman

Heyne Kurzbeschreibung:

Als ihr Vater vom Fischfang nicht zurückkehrt, werden Lauritz, Oscar und Sverre zu Halbwaisen. Sie sind noch Kinder, trotzdem schickt ihre Mutter sie zu einer Lehre fort in die Stadt. Die drei Jungen nehmen ihr Schicksal klaglos an. Mehr noch: Begierig und gelehrig saugen sie das Wissen in sich auf. Zwanzig Jahre später beenden sie ihr Studium mit Auszeichnung. Aus den drei Fischerjungen sind die besten Brückenbauer des Landes geworden. Doch nur einer scheint seine Bestimmung zu finden.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Meine Meinung:
Dieser Wälzer, Band 1 einer Trilogie um drei Brüder, war schon länger auf meiner Wunschliste. Lange habe ich gezögert es von der Bücherei mitzunehmen, doch beim letzten Besuch ging es dann mit.

Gleich zu Beginn des Romans ist man sofort mitten im Geschehen. Die Nachricht, dass ein Fischerboot verschollen ist, macht drei norwegische Jungen zu Halbwaisen. Lauritz, Oscar und Sverre werden daraufhin im Alter von zwölf, elf und zehn Jahren in die Lehre zu einem Seilmacher nach Bergen geschickt, da ihre Mutter alleine nicht für den Lebensunterhalt aufkommen kann. Bald entdeckt man, dass die drei Fischersöhne sehr intelligent sind. Durch den Bau eines Modellschiffs im exakten Maßstab, nur anhand eines Fotos und mit einfachsten Mitteln, zeigen sie ihre außergewöhnliche Gabe und Geschicklichkeit. Durch einen Gönner, der ihr Talent erkennt, wird ihnen mit Hilfe einer Wohltätigkeitsorganisation ihre Schulausbildung und bald darauf ein Studium in der Stadt Dresden finanziert. Durch diese Förderung binden sich die Brüder allerdings auch an die Aufgabe nach Beendung des Studiums in Norwegen eine heiß umstrittene Bahnlinie durch die Berge zu bauen und diese mit Brücken zu verbinden. Was noch keiner geschafft hat, sollen Lauritz, Oscar und Sverre nun fertig bringen.

Nach Ende des Studiums kehrt allerdings nur einer der Brüder nach Norwegen zurück und hält sein Versprechen: Lauritz. Während er in den Bergen und im Schnee gegen die Natur kämpft, versucht er diese Bahnlinie und all die Brücken zu errichten. Außerdem benötigt er Geld um seine adelige Freundin Ingeborg heiraten zu können.
Oscar, der auf die Machenschaften einer Prostituierten hereinfällt, flüchtet aus lauter Scham nach Ostafrika. Auch er  widmet sich den Brückenbau und nebenbei der Jagd.
Sverre, der Jüngste,  verliebt sich in einen Engländer und wird daraufhin von seiner Familie totgeschwiegen.

Der Wälzer lässt sich, bis auf einen etwas langatmigeren Mittelteil, hervorragend lesen. Abwechselnd erzählt der Autor die Geschichte von Lauritz in Norwegen und die von Oscar in Afrika. Während Lauritz zwar Anerkennung findet, ist er arm und ohne Vermögen. Oscar widmet sich der Jagd auf das Elfenbein, kennt keine Vorurteile gegen die Einwohner des schwarzen Kontinents und gründet später eine Firma, die ihn reich macht. Dann bricht der erste Weltkrieg über die beiden Brüder herein....

Sehr gut beschrieben wird der technische Aufschwung zur Jahrhundertwende und die Änderung des Lebens durch den ersten Weltkrieg. In Ostafrika erhält der Leser sehr viel Einblick in die afrikanischen Traditionen und die Ausbeutung der Tierwelt, aber auch der Menschen. Auch die aufkommende Frauenbewegung beschreibt der Autor durch die Feministin Ingeborg. Nicht so gefallen hat mir die Typisierung einzelner Nationen. Die Belgier werden hier z. Bsp. nur beschimpft, die Engländer kommen ebenfalls ziemlich schlecht weg, während die Norweger und Deutschen durchwegs Gutmenschen sind. Der schwedische Autor hat sich hier sehr  an Klischees bedient.

Gefehlt hat mir allerdings der dritte Bruder, der nach Ende des Studiums nicht mehr erwähnt wird. Ich hoffe in den beiden Nachfolgebänden wieder etwas über ihn lesen zu können.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr flüssig, auch wenn mir manche Stellen zu technisch waren. Der Autor liebt es über Bahnmessungen, Tunnelbau und segeln genauestens zu berichten. Dabei bleiben die Charaktere manchmal ein bisschen farblos und distanziert. Sowohl Lauritz als auch Oscar waren für mich keine Sympathieträger.

Fazit:
Ein historischer Wälzer, der sich mit dem Bahn- und Brückenbau beschäftigt. Anspruchsvoll und vollbepackt mit den technischen Aufschwung des Jahrhundertwechsels durchlebt der Leser diese Zeitepoche über mehrere Jahre hinweg. Die Charaktere bleiben teilweise etwas zu distanziert und in der Mitte gibt es einige Längen. Trotzdem eine sehr interessante Familiengeschichte, die ich weiter verfolgen werde. Band 2 und 3 sind bereits erschienen.


Die Reihenfolge der Trilogie:

  1. Die Brückenbauer
  2. Die Brüder
  3. Die Heimkehrer

2 Kommentare:

  1. Huhu Martina,

    um dieses Buch schawenzel ich auch schon eine gefühlte Ewigkeit herum. Deine Rezension ist wirklich sehr gelungen, aber ich denke, wenn es so technisch zugeht und dabei die Charaktere etwas auf der Strecke bleiben, werde ich das Buch so schnell wohl doch nicht lesen. Danke für deine Meinung!

    LG Sabine
    von http://buchwelten.jimdo.com

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    1. Liebe Sabine,
      ja, der Mittelteil hatte es da etwas in sich, aber insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich werde mal den 2. Teil lesen und dann kannst du ja wieder überlegen ;)

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