- Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
- Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; 1. Edition (15. August 2023)
- ISBN-10 : 3832166386
- ISBN-13 : 978-3832166380
- Genre: Roman
![]() |
| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
DuMont Kurzbeschreibung:
Sarah ist Bücherjägerin, Kartensammlerin und Restauratorin, sie liebt Manuskripte und alte Landkarten und kann generell besser mit Büchern als mit Menschen umgehen. Seit dem Tod ihrer Tante Amalia, die sie und ihre Schwester aufgezogen hat, lebt Sarah zurückgezogen in deren Kölner Villa mit dem wild sprießenden Garten. Ihre einzige Gesellschaft: die Schildkröten Bonnie und Clyde. Das ändert sich, als Benjamin, ein junger Bibliothekar aus London, vor der Tür steht. Er bittet Sarah, ihm beim Finden einer alten römischen Straßenkarte zu helfen, ein Auftrag, den Amalia kurz vor ihrem Tod angenommen hatte. Sarah zögert, und dann tut sie es doch, fährt mit Ben in seinem alten Auto einfach los, im Gepäck zwei Schildkröten, einige Atlanten und viele Fragen. So machen sie sich auf eine Reise, die sie nach Frankreich und England führt, in die Welt der Bücher und Karten, in Amalias Vergangenheit – eine Reise, die ihr Leben verändern wird.
Meine Bewertung: * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine
Meinung:
Sarah lebt seit dem Tod ihrer geliebten
Tante Amalia, die sie und ihre Schwester Milena aufgezogen hat, in deren
alten Villa in Köln, inmitten von alten Büchern. Ihre einzige Gesellschaft sind
Amalias Schildkröten Bonnie und Clyde. Sie ist Restauratorin von Büchern und alten Karten.
Die Einsamkeit stört sie nicht, denn am wohlsten fühlt sich Sarah inmitten ihrer Bücher. Beim Umgang mit anderen Menschen
hat sie hingegen Schwierigkeiten. Sarah besitzt die Fähigkeit nicht, Gefühle anhand des
Gesichtsausdrucks zu erkennen. Sie kann Emotionen anderer schlecht zuordnen und selbst auch
nicht zeigen. Mit dem Tod ihrer geliebten Tante kommt sie nur schwer zurecht. Außerdem hat sie ihr jede Menge Schulden hinterlassen und Sarah hat keine Ahnung, wie sie zu Geld kommen soll.
Eines Tages steht der Bibliothekar Benjamin Ballantyne von der British Library in London vor ihrer Tür und erklärt, dass ihn Tante Amalia vor ihrem Tod
kontaktiert hätte. Sie wäre dem fehlenden Kartenstück der "Tabula
Peutingeriana" auf der Spur gewesen. Dieser verschollene Teil der mitteralterlichen Straßenkarte wird schon seit Jahrhunderten erfolglos gesucht. Sarah kann nicht glauben, dass gerade Amalia darauf gestoßen sein soll. Nur zögerlich willigt sie ein, gemeinsam mit Ben, den verschollenen Teil der Karte zu suchen. Nach der Durchsicht von Amalias Unterlagen machen sie sich auf den Weg nach Frankreich, wo sie Jean, Amalias französischen Freund und ebenfalls Bücherjäger, um Unterstützung bitten wollen...
Ich liebe Romane, in denen Bücher im Mittelpunkt stehen. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass mir erstmalig der DuMont Verlag dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Während wir gemeinsam mit Sarah, Ben und den beiden Schildkröten auf die Reise nach Frankreich und anschließend nach Großbrtitannien aufbrechen, erfahren wir in kleinen Rückblicken mehr aus der Vergangenheit von Amalia und den beiden Schwestern, die als Kinder zu ihr gezogen sind.
Sarah war mir von Beginn an sympathisch. Sie lebt in ihrer eigenen Welt der Bücher und hat leicht autistische Züge. Sie tut sich schwer mit anderen Menschen - umso größer ist ihre Liebe zu den Geschichten. Schon als Kind hat sich Sarah nach dem Tod ihrer Eltern in die fiktive Welt geflüchtet. Ihre Entwicklung in der Geschichte hat mir gefallen.
Ihre Schwester Milena ist das ganze Gegenteil von ihr und inzwischen
verheiratet und hat zwei Jungen. Milena wurde in der Schule nie gemobbt und hatte jede Menge Freunde. Trotzdem war sie eifersüchtig auf die ganz besondere Beziehung zwischen Tante Amalia und Sarah. Als Erwachsene haben sich die Schwestern nicht mehr viel zu sagen und müssen erst wieder zusammenfinden.
Ben ist ein Nerd. Für ihn sollen besondere Exponate für die Nachwelt in der Nationalbibliothek hinterlassen werden und nicht in priavten Haushalten "verschollen". Die Jagd privater Sammler nach antiquarischen Büchern und alten landkarten kann er nicht verstehen.
Auf der gemeinsamen Reise lernen wir ihn besser kennen und erfahren mehr über seine Kindheit und Familie.
Tanta Amalia war mein Lieblingscharakter. Sie ist eine etwas verrückte und selbstbewusste Frau, die das Herz auf den rechten Fleck hat. Sie hat immer ein offenes Ohr und ist für andere da. Nur auf der Jagd nach bestimmten Büchern und Antiquitäten kann sie zur gefürchteten "Jägerin" werden, die schon mal zu illegalen Handlungen greifen kann.
Obwohl die Geschichte nicht ganz das war, was ich mir vorgestellt hatte,
habe ich sie sehr gerne gelesen. Sie regt zum Nachdenken an, die
Sprache ist wunderschön und das Thema Buch kommt auch nicht zu kurz. Es
ist eher eine leise Geschichte über Familie und Verlust.
Schreibstil:
Der Schreibstil ist etwas ganz besonderes. Er ist poetisch, melodisch und tiefgründig, aber auch humorvoll. Man findet in der Geschichte so viele wunderbare Sätze, die ich alle am liebsten sofort markiert hätte. Auch die Schauplätze in Frankreich und Großbritannien sind sehr bidlhaft beschrieben.
Neben Verlust und Trauerarbeit hat die Autorin noch einige andere Themen, wie Diversität, Rasissmus und Diskriminierung miteingebunden. Zusätzlich hat sie sich der Genderschreibweise bedient, was etwas gewöhnungsbedürftig war. Im Nachwort geht die Autorin darauf näher ein.
Fazit:
Eine tiefgründige und eher leise Geschichte, die etwas anders ist, als ich dachte. Trotzdem hat sie mir gut gefallen und ich kann den Roman all denjenigen empfehlen, die keinen Abenteuerroman suchen, sondern eine leise und emotionale Erzählung übers Abschiednehmen und einen Neuanfang.















Liebe Martina,
AntwortenLöschenanhand der Verlagsbeschreibung hätte ich auch eher einen abenteuerlichen Romantik-Roman erwartet. Aber deine Beschreibung klingt sehr verlockend...
Hab eine gute Woche und einen guten Start in den September!
Traude
🌻🌺❤️🌺🌻
https://rostrose.blogspot.com/2023/08/die-tiere-vom-tiergarten-schonbrunn.html
PS: Ganz vergessen, ich wollte noch schreiben, dass es mit leid tut, dass du durch die immersiven Ausstellungen Kopfschmerzen bekommst. Das wäre für mich auch ein Hinderungsgrund...
AntwortenLöschen