- Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
- Verlag: hanserblau; 1. Edition (26. September 2022)
- ISBN-10 : 3446274790
- ISBN-13 : 978-3446274792
- Genre: Roman
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Hanser Kurzbeschreibung:
Joni wächst in der provinziellen Enge der Nachkriegsjahre auf. Als junge Diplomatengattin beschreitet sie das politische Parkett Ostberlins. Zu ihren Kindern, die beim Vater leben, hält sie engen Kontakt, während sie als Regierungsberaterin um die Welt jettet. Und während Joni versucht, den Erwartungen als Frau und Mutter zu genügen, wird ihr unangepasstes Leben plötzlich öffentlich debattiert. Sie muss erkennen: Auch ein noch so unabhängiges Frauenleben bleibt fragil.
Beatrix Kramlovsky erzählt die mitreißende Geschichte einer willensstarken, unkonventionellen Frau, die stets auf dem Drahtseil zwischen Unabhängigkeit und Eingebundensein balanciert.
Meine Bewertung: * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine
Meinung:
Die Rezension zu diesem Buch fällt mir sehr schwer. Es hat gemischte Gefühle bei mir erzeugt und der Einstieg war alles andere als einfach.
Da ich aber bereits ein Buch der Autorin gelesen habe (Die Lichtsammlerin) wusste ich, dass ich noch einiges erwarten konnte....und so war es auch.
Im ersten Drittel wusste ich nicht so recht wohin uns die Autorin führen will und was uns Joni erzählen möchte. Beatrix Kramlovsky schreibt ihre Geschichte nicht linear, sondern springt in den Zeiten und dies oftmals sehr willkürlich. Das macht es den Leser:innen etwas schwer.
Am Beginn lernen wir Joni als Kind kennen, die im österreichischen Alpenvorland - nicht weit von mir entfernt - aufgewachsen sein muss. Ihre Beschreibungenm vom Leben auf dem Lande bei ihrer Tante Federspiel ähnelt meinem in vielen Bereichen. Nur das Elternbild ist ein völlig anderes, denn Jonis Eltern sind Hippies. Trotz ihrer angesehenen Berufe - Helli ist Notarin, Didi Professor am Gymnasium - bevorzugen sie den eher unsteten Lebenswandel mit Drogen und Demonstrationen in der Wiener Hauptstadt.
"Sie schwammen auf den Wellenkämmen des Wiederaufbaus und leisteten sich den Luxus, sich darüber lustig zu machen. Es war durch und durch verlogen; vielleicht konnte der Hanf einen Schleier darüberlegen" - Zitat Seite 13
Hellis Schwangerschaft ist nicht geplant und so bleibt Joni ein eher unerwünschtes Anhängsel, dass Liebe und Geborgenheit allein bei ihrer Tante Federspiel findet. Im Nachbarsmädchen Uli findet sie eine gute Freundin, die sie ihr Leben lang begleiten wird.
Diese Fakten musste ich mir oftmals vor Augen halten, wenn ich mit der erwachsenen Joni wenig anfangen konnte.
Ich hatte eher einen Roman
erwartet, der den herausfordernden Spagat zwischen Beruf, Familie und
Kinder beschreibt. Mit einer "perfekten" Frau, die sich einzig dem Beruf
widmet und den Rest ihrer Familie die Alltagsprobleme erledigen lässt,
hatte ich nicht gerechnet. Erst als Jonis heranwachsender Sohn
mit einer unbedachten Social Media-Post eine Lawine von Shitstorms und
Hasskommentaren lostritt, ändert sich etwas in ihrem Leben. Doch die
überprivilegierte Frau erscheint trotzallem unnahbar, um am Cybermobbing
zu zerbrechen. Sie lässt lieber andere agieren und handeln...
Der vielschichtige Roman berührt so einige typische Themen unserer Zeit:
Geschlechterrollen, Rassismus und globale
Ungerechtigkeiten. Und trotzdem will er einfach zu viel. Es gibt mehrere Handlungsstränge, sowie eine Vielzahl an aktuellen politischen und
gesellschaftlichen Themen. Alles wird eher nur angerissen, aber nicht intensiver beleuchtet.
Der Schreibstil ist anspruchsvoll, oftmals poetisch und der Plot dicht.
Man sollte diesen Roman nicht parallel mit einem anderen Buch und eher
zügig lesen, damit man sich völlig der Geschichte widmen kann. Die vielen Zeitsprünge
und einige Figuren erfordern anfangs ganze Konzentration. Man muss in Jonis Geschichte hineinfinden - mögen muss man sie trotzdem nicht.
Fazit:
Ein eher schwieriges Buch, welches wichtige, aber zu viele Themen anspricht. Es fordert heraus und lässt einem seine Rolle im Leben reflektieren. Ich mag den Schreibstil der Autorin und fand ihn schon in "Die Lichtsammlerin" großartig. "Frau in den Wellen" lässt mich hingegen zwiespältig zurück. Ich kam nicht nur Joni nicht nah, sondern fand auch nur teilweise richtig in die Geschichte.















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