Dunkelgrün fast schwarz - Mareike Fallwickl

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    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt; 3. Edition (5. März 2018)
    • ISBN-10 : 3627002482
    • ISBN-13 : 978-3627002480
    • Genre: Gegenwartsliteratur




Frankfurter Verlagskurzbeschreibung:

Raffael, der Selbstbewusste mit dem entwaffnenden Lächeln, und Moritz, der Bumerang in Raffaels Hand: Seit ihrer ersten Begegnung als Kinder sind sie unzertrennlich, Raffael geht voran, Moritz folgt. Moritz und seine Mutter Marie sind Zugezogene in dem einsamen Bergdorf, über die Freundschaft der beiden sollte Marie sich eigentlich freuen. Doch sie erkennt das Zerstörerische, das hinter Raffaels stahlblauen Augen lauert. Als Moritz eines Tages aufgeregt von der Neuen in der Schule berichtet, passiert es: Johanna weitet das Band zwischen Moritz und Raffael zu einem fatalen Dreieck, dessen scharfe Kanten keinen unverwundet lassen. Sechzehn Jahre später hat die Vergangenheit die drei plötzlich wieder im Griff, und alles, was so lange ungesagt war, bricht sich Bahn – mit unberechenbarer Wucht. 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur #12für2021 Challenge

Meine Meinung:
Gemeinsam mit der lieben Sabine von Buchmomente und der lieben Aleshanee von Weltenwanderer haben wir in einer kleinen, aber feinen Leserunde auf meinem Blog "Dunkelgrün fast schwarz" von Mareike Fallwickl gelesen. Ein Roman, der bei Erscheinen überall zu sehen war und ziemlich gehypt wurde. Auch ich bin dieser Hype ein bisschen später verfallen und habe mir das Buch gekauft. Nun wurde es im Rahmen der #12für2021 Challenge mal Zeit es davon zu befreien.

Es fällt mir ziemlich schwer zu diesem außergewöhnlichen Roman eine Rezension zu schreiben, der vorallem durch die Atmosphäre und der poetischen Sprache glänzt.
Der Roman bewegt sich auf mehreren Zeitebenen und spielt in Hallein bei Salzburg. Marie kommt aus der Stadt und zieht gemeinsam mit ihrem Mann Alexander in das Haus seiner Großeltern. Es befindet sich abgelegen und etwas außerhalb der Kleinstadt und Marie fällt es dadurch noch schwerer als Zugezogene Freunde zu finden. Ihr Mann studiert in Wien Medizin und sie verbringt die Tage alleine mit ihrem vierjährigen Sohn Moritz und ihrem Baby Sophia. Eines Tages trifft sie auf dem Spielplatz die ebenfalls Zugezogene Sabrina mit dem göleichaltigen Sohn Raffael und dem Babybruder Samuel. Raffael und Moritz werden beste Freunde, wobei Raffael immer derjenige ist, der den Ton angibt und Moritz ihm folgt. Raf und Motz nennen sie sich und sind ab nun unzertrennlich, selbst als im Gymnasium Johanna dazustößt und aus ihnen ein Trio wird. Doch kurz nach der Matura bricht alles auseinander und die drei ehemals besten Freunde haben keinerlei Kontzakt mehr....bis Raffael sechzehn Jahre später eines Tages vor Moritz Tür steht....

Mareike Fallwickl erzählt aus verschiedenen Perspektiven aus der Sicht von Marie, Moritz, Johanna und Raffael. Um nicht zu verwirren, stehen jeweils Jahreszahl und Name zu Beginn des Kapitels. Die Stimmung ist von Beginn an düster und beklemmend. Raffael ist bereits als Kleinkind manipulativ und hat später Anzeichen eines Psychopaten. Er drangsaliert seine Mitschüler und beeinflusst mit seinem gespielten Charme und seinem Aussehen die Menschen in seiner Umgebung. Er bleibt, obwohl er der rote Faden in der Geschichte ist, allerdings gegenüber den anderen Figuren etwas an der Oberfläche. Wir lernen seine Tiefen nicht kennen und ich bekam kein Gesamtbild von ihm. Er spielt mit dem Leser genauso, wie mit den Charakteren. Ich denke aber, dass dies die Autorin so gewollt hat.

Moritz ist ihm von Anfang an ausgeliefert, denn er ist ein schüchternes und zurückhaltendes Kind und Jugendlicher. Sein Zeichentalent und seine Gabe die Auren der Menschen zu sehen, machen ihn ebenfalls zu einem sehr interessanten, aber passiven Charakter. Er ist harmoniesüchtig und entwickelt eine emotionale Abhängigkeit gegenüber Raffael, aus der er sich nicht lösen kann.
Johanna hat als Jugendliche ihre Eltern verloren und durchschaut die beiden Jungs von Beginn an. Sie hat etwas selbstzerstörerisches an sich und begibt sich in eine ungesunde Abhängigkeit. Sie lebt ihr Leben immer kurz vor dem Abgrund.

Die Autorin hat die zwischenmenschlichen Abgründe und die toxische Beziehung zwischen den drei Freunden sehr authentis wiedergegeben. Die Sprache ist wunderbar poetisch, wird jedoch oftmals von ziemlich derben und obszönen Sätzen oder Wörtern unterbrochen. Dabei fühlt man sich, als ob man mit dem Hammer einen Schlag auf den Kopf bekommen würde. Es ist sicherlich von der Autorin so gewollt, fand es aber nicht immer positiv.

Ich hatte während des Lesens immer das Gefühl, dass jeden Moment die Bombe platzen könnte. Ich wusste nicht, was damals passiert ist, doch die anhaltende angespannte Atmosphäre, die mir wie die Ruhe vor dem Sturm vorkam, hat mich oftmals an einen Psychothriller erinnert. Langsam setzten sich alle Puzzlestücke zusammen und Moritz muss sein Leben nochmals gründlich überdenken. Nur das Ende konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Deswegen bekommt "Dunkelgrün fast schwarz" keine 5, sondern "nur" 4 1/2 Sterne von mir. Ich empfehle dieses Debüt allerdings sehr gerne weiter und bin begeistert von dieser ganz speziellen Geschichte, die Mareike Fallwickl erschaffen hat.

Fazit:
Ein intensiver Roman, der unter die Haut geht. Die anhaltendene subtile Spannung und die Furcht, dass jederzeit die Bombe platzen könnte, erinnert an einem Psychothriller. Gekonnt setzt die Autorin die Fäden zusammen, konnte mich aber mit dem Ende nicht ganz überzeugen. Ein eindringlicher Roman, der einem noch länger beschäftigt. 

Hier die Rezensionen von meinen Mitleserinnen

Sabines Rezension *klick*

Aleshanees Rezension *klick*

4 Kommentare:

  1. Hi Martina!

    Das hast du wunderbar getroffen und es ist wirklich schwer, für diese Geschichte Worte zu finden.
    An dem Ende nage ich auch noch etwas *lach* Das hätte schon noch einen Paukenschlag geben können, aber insgesamt war es unglaublich gut aufgebaut und den Schreibstil fanden wir ja alle total klasse. Die "Derbheit" zwischendurch fand ich tatsächlich passend und hat einen überrascht, das hat mir nochmal mehr verdeutlicht und ich fand es gut, dass sie manche Szenen mir damit so mit dem Hammer präsentiert hat.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Liebe Martina,

    ich schließe mich Aleshanee an - du hast den Inhalt und auch den Stil der Geschichte wunderbar zusammengefasst!

    Auf die derbe Sprache bin ich gar nicht eingegangen - aber da hast du natürlich recht. Ich fand sie passend und zum Teil auch richtig augenöffnend.

    Beim ende waren wir uns ja einig - und auch wenn es nicht ganz überzeugt hat, ist das Buch großartig.

    Ich werde die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten!

    Liebe Grüße
    Sabine

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  3. Hallo Martina,

    was für eine gelungene Rezension! Sehr schön ausdifferenziert und formuliert. Und wie ich sehe, du schließt dich doch den äußerst positiven Meinungen an. Fein, dass es euch gefallen hat.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  4. Hallo liebe Martina

    Wie schön, dass dir das Buch so gut gefallen hat und dass dich die Autorin mit ihrem Schreibstil in ihren Bann ziehen konnte.

    Schade, dass dich das Ende nicht komplett überzeugen konnte, aber gerade bezüglich Ende sind die Meinungen ja so oder so gespalten und ich kann deine Kritik deshalb sehr gut nachvollziehen.

    Alles Liebe an dich
    Livia

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