Die Rose des Herzogs - Marita Spang




    • Taschenbuch: 672 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (2. November 2018)
    • ISBN-10: 3426520222
    • ISBN-13: 978-3426520222
    • Genre: Historischer Roman


Knaur Kurzbeschreibung:
Charlotte de Rohan-Rochefort ist wenig begeistert, als der vier Jahre jüngere Louis Antoine, Herzog von Enghien, 1792 um sie zu werben beginnt. Zu frisch ist Charlottes Trauer um ihren Verlobten, der den September-Massakern in Paris zum Opfer gefallen ist. Doch Louis bleibt hartnäckig, und was als platonische Freundschaft beginnt, entwickelt sich schließlich zu einer tiefen gegenseitigen Liebe – die politischem Kalkül ebenso trotzt wie den häufigen kriegsbedingten Trennungen. Bis die Royalisten Louis zum Thronprätendenten ernennen wollen und er damit zur Bedrohung für Napoleon Bonaparte wird …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Knaur Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die historischen Romane von Marita Spang gehören immer wieder zu meinen absoluten Highlights in diesem Genre. Die starken Frauenfiguren, die die Autorin in ihren Romanen vorstellt und die ausgezeichnete Recherche, bereichern alle ihre Histo-Romane.
"Die Rose des Herzogs" hat bei mir diesmal allerdings keine 5 Sterne geschafft, ist aber trotzdem ein wunderbares Buch, welches ich allen Liebhabern von anspruchsvollen historischen Romanen ans Herz lege. Grund für meine Bewertung ist sicherlich auch, dass die Erzählung etwas Zeit benötigt, bevor sie richtig in Schwung kommt.

In ihrem neuen Roman widmet sie sich dem Schicksal von Charlotte de Rohan-Rochefort. Ausgehend vom historischen Hintergrund dieser Zeit, der Französischen Revolution, erzählt sie die Lebensgeschichte dieser starken, aber leider fast unbekannten Frau. Historische  Figuren und Begebenheiten werden dabei gekonnt mit fiktiven Geschichten verbunden. Die Umbrüche und Wirren dieser Zeit werden sehr bildhaft und authentisch erzählt.
Charlotte de Rohan-Rochefort ereilt das Schicksal vieler Adeligen beim Ausbruch der Revolution. Gemeinsam mit ihrem Vater, Bruder und Großonkel, Kardinal Louis René Eduard von Rohan-Guéméne, flieht sie ins Exil nach Ettenheim am Rhein, welches zu seiner Diözese gehört. Dort finden sich viele Emigranten, die ebenso vorerst Zuflucht finden.
Zuvor erleben wir die Aufstände in Paris, den Sturm auf die Bastille und den Tod von Charlottes Verlobten, der bei den September Massakern ums Leben kommt. Daraufhin schließt sie einen Pakt: Charlotte will sich nie wieder verlieben. Doch sie hat nicht mit der Hartnäckigkeit des jungen Louis Antoine, Herzog von Enghien, gerechnet. Erst Jahre später erlaubt sich Charlotte eine neue Liebe, doch Louis Antoines Onkel setzt alles daran diese zu verhindern....

Charlottes Geschichte wird im Rückblick erzählt. Im Prolog finden wir sie auf ihrem Sterbebett vor, wo Charlotte an ihre große Liebe und an ihr tragisches, aber ereignisreiches Leben, denkt. Danach wird der Roman in fünf Abschnitte mit den Überschriften Vincent, Ettenheim, Louis-Antoine, falcher Verdacht und Niedertracht geteilt. Nach jedem dieser Abschnitte kehrt der Leser in die Gegenwart an Charlottes Sterbelager zurück.

Marita Spang erzählt Geschichte spannend und lebendig. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz. Man begibt sich mit Louis Antoine aufs Schlachtfeld und erkennt wie sinnlos dieses Morden unter den eigenen Landsmännern eigentlich ist. Interessiert verfolgt man den Aufstieg Napoleons, wobei die Autorin hier mehr Gewicht auf die Gegner des Korsen, den Royalisten, legt. Denn Louis Antoine ist in erster Linie Soldat und für ihn gelten die Ideale der Royalisten in der Armee Condé. Seine inneren Kämpfe, die er gegen sich selbst führt, werden sehr deutlich. Aber auch seine Sturheit und die Vehemenz seiner idealistischen Einstellung tritt deutlich hervor.
Charlotte ist eine sympathische Frau, die keinerlei Standesdünkel hat und auch zupacken kann, wenn es sein muss. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und kämpft um ihre Liebe. Sie ist klug, mutig und versucht das Beste aus ihrem Leben im Exil zu machen. Erwähnenswert ist auch noch die Dogge Mohiloff, die mir sehr ans Herz gewachsen ist und eine besondere Rolle im Roman spielt.

Trotz der Liebesgeschichte zwischen Charlotte und Louis Antoine ist dieser Roman weit entfertn von einem kitschigen Histoschinken, sondern vermittelt vorallem spannende Zeitgeschichte und erzählt über tragische Leben einer starken Frau.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin besticht durch Authentizität und Atmosphäre. Die hervoragenden Recherche ist auf jeder Seite zu erkennen. Ihr Schreibstil ist der Zeit angemessen, lässt sich aber wie immer flüssig lesen. Zu Beginn benötigte ich trotzdem eine Weile, um mich zurechtzufinden. Hier fehlte es noch etwas an Spannung bzw. fragte ich mich noch wohin die Geschichte eigentlich will. Das änderte sich allerdings rasch und die fast 700 Seiten waren wieder sehr schnell inhaliert.

Am Beginn des Buches befindet sich ein Personenregister und zwei Landkarten. Am Ende gibt es eine Zeittafel und einige Worte der Autorin betreffend Wahrheit und Fiktion zu ihrer Geschichte über Charlotte  de Rohan-Rochefort.

Fazit:
Wieder ein hervorragender historischer Roman der Autorin, der über das Schicksal der Emigranten nach dem Ausbruch der Französischen Revolution und ganz besonders über Charlotte de Rohan-Rochefort erzählt. Hier wird Geschichte lebendig und spannend erzählt. Für mich kam der Roman allerdings nicht ganz an "Blut und Seide" heran.

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar, sowie der Autorin, die die Loveybooks Leserunde bgeleitete und uns Rede und Antwort stand.

6 Kommentare:

  1. Hallo liebe Martina

    Das klingt ja wirklich toll. Ich habe damals "Hexenliebe" geliebt und bei einer Buchverlosung "Blut und Seide" gewonnen, das aber nun immer noch ungelesen hier herumliegt... Weil ich nach der Buchverlosung bei Lovelybooks von der Autorin sehr persönlich angegriffen worden bin, weil die Rezension noch nicht nach einem Monat online war, was natürlich totaler Schwachsinn war, da das weder die Bedingung, noch überhaupt realistisch war (du kannst dir vorstellen, die Buchsendung in die Schweiz alleine hat schon fast einen Monat gedauert, wie hätte ich da das Buch noch lesen und rezensieren sollen), hatte ich bisher keine Lust, zu diesem Buch zu greifen...

    Sehr schade eigentlich, da entgeht mir auf jeden Fall etwas. Aber vielleicht kann ich mich ja in diesem Jahr überwinden und sonst sortiere ich das Buch aus, schliesslich macht das sonst definitiv keinen Sinn.

    Alles Liebe dir
    Livia

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    1. Liebe Livia,
      "Blut und Seide" ist wirklich toll! Es war eies meiner Highlights! Das solltest du wirklich lesen!
      Ja, das kenne ich mit dem vorgegebenen Zeitpunkt bei LB, wenn das Buch bei mir in Österreich auch erst nach 2 Wochen oder gar später eintrudelt!! Manchmal haben schon alle rezensiert ud ich habe noch immer mein Buch nicht! Das ist oft wirklich sehr mühsam....aber wie gesgt "Blut und Seide" würde ich auf keinen Fall aussortieren!
      Liebe Grüße
      Martina

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    2. Liebe Martina

      Es war nicht einmal eine Leserunde, sondern wirklich eine Buchverlosung und somit an keinerlei Bedingungen geknüpft, weshalb ich wirklich sehr empört war.

      Aber wenn du das sagst, dann behalte ich das Buch noch da😉

      Alles Liebe dir
      Livia

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    3. Seit 2017 sind auch Buchverlosungen innerhalb kurzer Zeit rezensionspflichtig bei LB!

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    4. Es ist viel länger her, direkt nach dem Erscheinungstermin 2015 wurde das Buch verlost. Da war lediglich die Rezension Pflicht (und ist meiner Meinung nach natürlich auch selbstverständlich, wenn man schon ein Buch gewinnt), aber die Art und Weise war leider unterste Schublade und wenn man dann ohne jegliche Schuld persönlich angegriffen und auf etwas behaftet wird, was nirgends abgemacht und eben, gar nicht erst möglich ist, dann ist das natürlich schade und hinterlässt einfach keinen guten Eindruck.

      Ich finde es übrigens gut, dass es nun klarere Regeln bei LB gibt, da musste halt endlich einmal reagiert werden. Trotzdem bin ich seit einigen Jahren nicht mehr da aktiv, weil es einfach zu viele Verlockungen bietet und vor allem eben auch diese ärgerlichen Verzögerungen bei den Leserunden mein Lesevergnügen jeweils sehr gemindert haben.

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    5. Oh, na dann ist das wirklich absolut nicht vertretbar! :( Ja mit den Verlockungen hast du recht....und du weißt ja, dass es in die Schweiz und nach österreich immer viel länger dauert und oft schon enige rezensionen eingestellthaben, während ich mein Buch noch gar nicht habe. Das macht dann Druck! Deswegen will ich 2019 mich auch weniger bewerben...tja, die letzten Tage habe ich das allerdings schon wieder nicht mehr eingehalten *hust* Aber ich muss ja auch erst mal gewinnen....;)
      Liebe Grüße
      Martina

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