- Broschiert: 320 Seiten
- Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (7. April 2016)
- ISBN-10: 3863960815
- ISBN-13: 978-3863960810
- Genre: Gegenwartsliteratur, Liebesroman
Egmont INK Kurzbeschreibung:
Ich muss hier weg, und zwar sofort! Das ist Annikas erster und einziger Gedanke, als sie erfährt, dass ihre Mutter sterben wird. Sie weiß, dass ihnen nur noch wenig gemeinsame Zeit bleibt und dass Weglaufen keine Lösung ist. Trotzdem packt sie ihren Koffer, nimmt ihren lange überfälligen Urlaub und fährt einfach los – bis nach Südtirol, in ein kleines abgelegenes Dorf in den Dolomiten. Das Hotel, in das sie sich einmietet, ist schick, das Essen köstlich. Annika ist sich sicher, dass dies der richtige Ort ist, um die Kraft zu sammeln, die sie für die kommende Zeit so dringend benötigen wird. Allerdings war die zweiunddreißigjährige Karrierefrau im Entspannen noch nie sonderlich gut. Schon am ersten Tag droht ihr in dem gespenstisch ruhigen Wellnessbereich die Decke auf den Kopf zu fallen. Je stiller es um sie herum wird, desto erdrückender fühlt sich die Leere in ihrem Innern an. Um sich abzulenken, engagiert sie einen Bergführer, der ihr helfen soll, sich beim Gipfelstürmen auszupowern. Sie hätte nie damit gerechnet, dass diese Entscheidung nicht nur ihren Sommer, sondern ihr ganzes Leben verändern würde …
Meine Bewertung: * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge 2016
Meine Meinung:
Mein zweiter Roman in Folge über ein Pärchen, das oberflächlich betrachtet so überhaupt keine Gemeinsamkeiten hat und wo ich sagen würde: Nein, das passt so gar nicht zusammen.... Und trotzdem haben mich beide Romane wunderbar unterhalten und mir doch Zweifel an meiner Behauptung aufkommen lassen.....
Julie Leuzes Roman vermittelt vom Cover und vom Klappentext her einen eher locker, leichten Roman. Das ist er an der Oberfläche auch, jedoch geht der Inhalt wesentlich tiefer.
Bereits im Klappentext wird verraten, dass Annika flüchtet, nachdem ihre Mutter ihr eröffnet, dass sie bald sterben wird. Schon dieser Satz machte mich neugierig, denn diese Verhaltensweise war mir absolut unverständlich.
Als ich die ersten Seiten des Romans las, fand ich Annika auch nicht wirklich sympathisch. Sie ist die typisch oberflächliche Karrierefrau, ein Stadtpflänzchen, das absolut keine Ahnung vom Leben außerhalb ihres Büros, hat. Denn dort ist die erfolgsverwöhnte Pressereferentin eines Pharmakonzern, die rechte Hand ihres Chefs und ein Ass in ihrem Bereich. Sie lebt für ihren Job und außer ihrer Freundin Helene, die Annika nur ausnutzt, hat sie eigentlich niemand. Schon bald bemerkt der Leser, dass Annika bereits in ihrer Kindheit sehr vom Verhalten ihrer Eltern geprägt wurde und sie vom Vater Anerkennung nur über Leistung erhielt. So kann Annika auch nicht wirklich abschalten, als sie im Vier-Sterne-Wellnesshotel in Südtirol ankommt. Hat sie doch nie gelernt, sich zu entspannen und das Leben zu genießen. So fasst sie auch bald den Entschluss, sich beim Wandern auszupowern. Denn sie möchte Kraft finden für die Zeit nach ihrem Urlaub, um bei ihrer Mutter zu sein und sich der Vergangenheit zu stellen. Konnte ich anfangs Annikas Reaktion auf die Nachricht ihrer Mutter nicht verstehen, wird ihre Realitätsflucht langsam verständlich.
Als sie dann den Bergführer Samuel für ihre Zeit in den Bergen für Wanderungen engagiert, treffen Stadtpflanze und Naturbursch aufeinander - zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können...
Julie Leuze gelingt es, Annikas Verdrängungsmechanismen und ihre anschließende Selbstfindung sehr realitätsnah zu beschreiben. Allerdings wird auch das eine oder andere Klischees erfüllt.
Workaholic Annika lässt zu Beginn des Romans wirklich kein Fettnäpfchen aus und wie mir, so ging es denn meisten Lesern im Laufe der Leserunde: Die Hauptprotagonistin gewann dann an Sympathie, je mehr sie sich öffnete und zu sich selbst fand.
Die Autorin hat es auch geschafft, die Liebesgeschichte mit den Themen Selbstfindung und Trauer, gelungen und realitätsnah darzustellen und zu verweben. Annikas Zweifel und ihre Unsicherheit betreffend dem nahen Tod ihrer Mutter und die Gefühle gegenüber Samuel, sind von Julie Leuze überzeugend dargestellt worden.
In den zweiten Hauptprotagonisten, dem sympathischen Bergführer Samuel, wird sich wohl jede Leserin ein ganz klein bisschen verlieben. Wie er Annika die Natur erleben und sie die Bergwelt langsam durch seine Augen sehen lässt, ist äußerst romantisch....manchmal etwas zu kitschig. Aber auch Samuel hat seine Geheimnisse....
Schreibstil:
Julie Leuzes Schreibstil ist flüssig, dialoglastig und die Seiten fliegen beim Lesen nur so vorbei. Man befindet sich schnell mitten in der Geschichte, die Kapitel sind eher kurz gehalten. Die Darstellung der Bergwelt der Dolomiten und die wunderschöne Naturbeschreibungen sind wirklich gelungen. Die Liebesgeschichte fand ich stellenweise etwas zu kitschig.....aber das sieht jeder anders. Positiv ist die Wandlung des Charakters von Annika und wie sie schließlich zu sich selbst findet.
Fazit:
Ein Liebesroman mit Tiefe, der berührt und sich wunderbar lesen lässt. Ein bisschen kitschig und klischeehaft, aber wo auch ernste Themen wie Selbstfindung, Freundschaft, Tod und Perfektionismus zur Sprache kommen. Für Romantiker!
Mein Dank an den Egmont INK Verlag für das Reziexemplar und an Julie Leuze für die nette Begleitung bei der Leserunde bei Lovelybooks.
















Eine schöne Rezi, die du geschrieben hast. Hat mich neugierig auf das Buch gemacht.
AntwortenLöschenLiebe Grüße Karin
Ab und zu lese ich auch gern ein kitschiges, klischeehaftes Buch. Ich werde mir dieses für einen solchen Fall merken.
AntwortenLöschenHabe mich jetzt auch hier als Follower eingetragen.
Liebe Grüße, Inge
Danke dir liebe Inge! Ja, etwas Abwechslung muss sein, deswegen lese ich immer abwechselnd etwas leichtes, einen Krimi oder Thriller, dann was historisches usw.
LöschenLG Martina
Huhu!
AntwortenLöschenHätte ich dieses Buch bei uns in der Buchhandlung gesehen oder auf einem der typischen Displaysysteme gesehen, hätte ich ihm wohl kaum einen weiteren Blick geschenkt ... Das Cover in Verbindung mit dem Verlag, den ich für mich eher in die Rubrik "sehr leicht zu lesende Bücher" gesteckt habe, hätten mich wohl nicht hingreifen lassen. Aber Gott sei Dank hast du eine schöne Rezi geschrieben :). Da sieht man wieder einmal, dass man ab und zu doch die Vorurteile beiseite lassen sollte :D.
Liebe Grüße und danke fürs Vorstellen!
Luna
Da bin ich nicht romantisch genug. :D
AntwortenLöschen