Die Stille unter dem Eis - Rachel Weaver



    • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
    • Verlag: Pendo (5. Oktober 2015)
    • ISBN-10: 3866123973
    • ISBN-13: 978-3866123977
    • Originaltitel: Point of Direction
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Pendo Kurzbeschreibung:
Anna trampt durch Alaska. Als der junge Fischer Kyle sie auf der Straße aufsammelt und in seinem Pick-up mitnimmt, merken die beiden schnell, dass sie viel gemeinsam haben: Ihre Liebe zur wilden, einsamen Landschaft Alaskas, ihren starken Drang nach Unabhängigkeit und Abenteuer. Sie werden ein Liebespaar. Als man ihnen anbietet, den Winter in einem abgelegenen Leuchtturm auf einem kleinen Felsen vor der Küste Alaskas zu verbringen, stimmen sie zu. Seit der letzte Leuchtturmwärter zwanzig Jahre zuvor auf mysteriöse Weise verschwand, hat dort niemand mehr gewohnt. Das perfekte Abenteuer für das junge Paar. Doch in der Einsamkeit der Wildnis und dem immer gnadenloser hereinbrechenden Winter Alaskas wird mehr und mehr klar, dass beide ihre Geheimnisse voreinander haben ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

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Meine Meinung:
Den Klappentext fand ich zwar interessant, jedoch so richig weit oben auf meiner Wunschliste befand sich der Roman von Rachel Weaver nie. Die guten Bewertungen und der Tipp einer Bloggerfreundin ließen mich "Die Stille unter dem Eis" aus der Bücherei mitnehmen und ich kann sagen, ich habe es nicht bereut. Hinter diesen 288 Seiten steckt eine wunderbare Geschichte voller Intensivität. Ein Debütroman - kaum zu glauben!
Durch den Klappentext konnte ich das Buch nicht klar zuordnen und erwartete mir mehr einen Spannungsroman oder Krimi, was jedoch nicht ganz der Fall ist. Hier geht es um Abenteuer, Vergangenheitsbewältigung und man erlebt "hautnah" die rauhe Wildnis von Alaska.

Anna ist trampend auf dem Weg nach Alaska, als sie Kyle, ein Fischer, in seinem Pick-up mitnimmt. Aus der zuerst etwas distanzierten Haltung zueinander wird bald Sympathie. Beide Menschen sind Abenteurer und leben im Einklang mit der Natur. Anna als Eiskletterin und Kyle als Fischer. So entsteht zwischen den Beiden eine Freundschaft und in  der Folge so etwas wie Liebe. Nur langsam nähern sich die Beiden an, die sich durch ihre inneren Verletzungen nur schwer anderen gegenüber öffnen. Da kommt ihnen das Angebot für neun Monate im Leuchturm von Hibbler Rock, der seit Jahren nicht mehr bewohnt wurde, zu leben und diesen zu warten, gerade recht. Dies soll der geeignete Platz sein, um unabhängig voneinander ihre eigenen Traumata aufzuarbeiten.

In dieser Zeit erleben Anna und Kyle, wie die vollkommene Einsamkeit und ein auf sich selbst gestelltes Leben abgeschnitten von jeglicher Zivilisation, sich in ihre Seele einnistet. Es ist ein Leben, bei dem sie nur auf sich selbst gestellt sind. Menschlichen Kontakt gibt es nur über ein Funkgerät und alle zwei Wochen fährt die Wasserpolizei  als Routinecheck einmal an der Insel vorbei. Während sich Anna anfangs gut einlebt und besser mit der Einsamkeit umgehen kann, wird Kyle immmer seltsamer und Anna erkennt, wie wenig sie eigentlich voneinander wissen. Als immer wieder ein fremder Mann in einem Boot vor dem Leuchtturm auftaucht, eskaliert die Situation eines Tages....

Dieser Roman ist sehr leise, hat aber eine stille Dramatik. Durch die isolierten Lebensumstände holt das Unausgesprochenen die Beiden bald ein. Während Anna's Alptraum sich im Laufe der Geschichte mit Rückblenden in die Vergangenheit für den Leser schneller erschließt, bleibt Kayle's Geheimnis für längere Zeit undurchschaubar. Erst im letzten Drittel wird dieses gelüftet. Der Roman hat aber keinerlei kriminellen Komponente, sondern hier geht es vorallem um den Kampf gegen Schuldgefühle und Einsamkeit. Es geht um Liebe und Freundschaft, um menschliche Gefühle und den Kampf gegen die Natur und Verletzungen der Seele.

Schreibstil:
Die Geschichte wird aus der Sicht von Anna in der Ich-Perspektive erzählt. Der Schreibstil ist eher nüchtern und sachlich, trotzdem sehr atmosphärisch und dramatisch. Die Autorin versteht es sehr gut die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen gekonnt mit der Geschichte zu verknüpfen. Man erkennt ihre Liebe zu diesem rauhen Fleckchen Erde und der Fischerei. Die Natur Alaskas spielt eine große Rolle, denn Anna und Kyle müssen sich dieser komplett ausliefern, sowohl in den Abschnitten aus Annas Vergangenheit, als auch in der Gegenwart auf Hibblers Rock.

Cover:

Titel und Cover passen im Original viel besser zur Geschichte, auch wenn das deutsche Cover eindeutig schöner ist. Hier sieht man eine Insel und den Leuchtturm, den ich mir zwar anders vorgestellt hatte, aber die Stimmung wird hier besser eingefangen.
Auch den englischen Originatitel "Point of Direction" finde ich besser gewählt und passender.

Fazit:
Eine stille, aber eindringliche und atmosphärische Geschichte über Freundschaft, Schuld, Einsamkeit und Verletzungen der Seele. In der Mitte gab es für mich ein paar Längen, deshalb gibt es keine fünf Sterne, aber trotzdem eine Leseempfehlung.


1 Kommentar:

  1. Hm, eher keine Geschichte für mich, das wäre mir bestimmt zu bedrückend. :)

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