- Taschenbuch: 244 Seiten
- Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (22. April 2015)
- ISBN-10: 3735780628
- ISBN-13: 978-3735780621
- Genre: Gegenwartsliteratur
BoD Kurzbeschreibung:
War es früher anders? Gab es eine Zeit, in der Lena dazugehörte? Eine Zeit, in der sie normal war, nicht auffiel? Eine Zeit, in der sie "hineinpasste"? Lenas Geschichte packt: mit Eltern, die drücken, drängen und mit "den anderen" vergleichen. Packt mit Verena, der besten Freundin -. die keine Freundin ist, mit dem Schwager Manfred, einem Mister Oberwichtig, Pascha und spackig bis dorthinaus. Mit Christian, Lenas Freund, der für sie da ist, was auch passiert. Doch vor allem packt Lenas Größe, 1 Meter und 82 Zentimeter, die sich zwischen sie und andere Menschen zwängen. 1 Meter und 82 Zentimeter, die sie immer wieder aufs Neue verletzen. Aufrichtig und mit schwarzem Humor erzählt "Die Luft da oben" von einer Außenseiterin.
Meine Bewertung: * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge 2016
Meine Meinung:
Die liebe Pauline Keller hat mich vor einiger Zeit gefragt, ob ich ihren Roman gerne lesen möchte und nachdem ich in die Leseprobe reingelesen habe, sagte ich gerne zu. Leider habe ich das Buch dann doch viel zu lange hier ungelesen liegen lassen, aber nun habe ich meine Rezension zu diesem Buch, das mit dem herrlichen lustigen Cover auffällt und eigentlich Fröhlickeit versprüht.
Fröhlich fand ich diesen Roman allerdings ganz und gar nicht! Mir hat er teilweise ziemlich zugesetzt und mich heruntergezogen, denn unsere Hauptprotagonistin Lena wird von ihrer Umgebung eigentlich in jeder Weise nur schikaniert und mies behandelt.
Dabei hat Lena gerade ihr BWL-Studium bravurös gemeistert und abgeschlossen und hat ihren wundervollen Freund Christian. Eigentlich müsste sie glücklich sein, doch da sind zuerst ihre eigenen Zweifel, was sie nun nach ihrem Studienende weiter machen will. Sie kann sich noch nicht dazu entscheiden in eine bestimmte Richtung zu gehen - zum vollen Unverständis ihrer Eltern. Diese halten ihr vor, dass ihr Studium nur Zeitverschwendung war und sie längst etwas "Gescheites" hätte lernen können. Außerdem hätte sie doch bereits genügend Zeit gehabt sich bei Firmen zu bewerben. Dann schlägt ihre Mutter auch noch vor als Buchhalterin beim Mann ihrer Schwester zu arbeiten, doch Lena will nicht Buchhalterin werden und schon gar nicht in Walters Firma. Dieser Walter ist ein richtiger "Ungustl", wenn man es mal so auf österreichisch audrücken darf! Ein Mann, der mir schon nach wenigen Minuten einen dicken Hals beschert und den ich am liebsten meine Meinung sagen würde.
Nicht nur ihre Eltern und Schwager Walter wissen besser als sie, was sie zu tun hätte, sondern auch ihre angeblich "beste" Freundin Verena, die sie nur beschimpft und ausnutzt. Lena ist seit Jahren in diesem Kreis aus Anforderungen gefangen, denn seitdem sie die ungewöhnliche Größe von 1m 82 cm erreicht hat, knabbert sie an ihren Selbstzweifeln und hat null Selbstvertrauen. Sie leidet unter ihrer Größe und den gut gemeinten Sprüchen wie "Na, wie ist denn die Luft da oben?"
Und dann bekommt sie noch eine Einladung zum Klassentreffen, die ihre Mutter in ihrem Namen selbstverständlich bereits angeommen und zugesagt hat. Doch Lena fürchtet sich vor den Hänseleien der anderen und was diese wohl bereits geleistet und geschafft haben werden....
Der Lebensumstand unserer Hauptprotagonistin hat mich nicht nur wütend, sondern auch traurig gemacht und ich habe mich immer wieder gefragt, wann sie sich endlich von all diesen Menschen löst, die ihr nicht gut tun! Einzig Cristian ist ihr Fels in der Brandung und hält immer zu ihr....ein wahrer Mann und Freund. Doch dieser ist in diesem Roman wirklich der Einzige. Verstehen konnte ich Lenas geringes Selbstbewusstein, denn wenn man Jahre vorgekaut bekommt, was man nicht alles hätte besser machen können und man nur ein Versager ist, dann glaubt man das auch eines Tages. Trotzdem hätte ich sie liebend gerne geschüttelt und gefragt, wann sie endlich ihr eigenes Leben lebt und in die Hand nimmt.
Und dann - Gott sei Dank - ändert sich Lena doch noch eine kleines bisschen und Schuld daran ist das gefürchtete Klassentreffen...
Das Ende und Lenas Wandlung kam mir dann etwas zu schnell und konnte mich nicht ganz überzeugen.
Schreibstil:
Der Schreibstil passte meiner Meinung nicht ganz zu der allumfassenden drückenden Stimmung im Roman, denn dieser ist sehr jugendlich, flapsig und lebhaft. Er ist auch sehr dialoglastig, jedoch mochte ich die Ausdrucksweise nicht immer. Ebenso wirkte er manchmal sehr unruhig auf mich.
Fazit:
Eine Geschichte, über eine junge Frau, die zu sich selbst finden muss. Ein Roman, der mich nicht unbeeindruckt gelassen hat, der aber noch "Luft nach oben" hat ;)
Mein Dank gilt der Autorin Pauline Keller und dem BoD Verlag für das Rezensionsexemplar!
















Ich glaube, das würde mich super aufregen, wenn die Protagonistin dann nicht einfach mal auf den Tisch haut.
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