Die erstaunliche Wirkung von Glück - Susanne Rehlein



    • Gebundene Ausgabe: 318 Seiten
    • Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (15. Oktober 2015)
    • ISBN-10: 3832198067
    • ISBN-13: 978-3832198060
    • Genre: Gegenwartsliteratur

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 DuMont Buchrückentext:
Dorle ist Mitte zwanzig und wohnt im Souterrain eines herrschaftlichen Hauses, in dem sonst nur wohlhabende, knarzige alte Leute wohnen. In Heimarbeit steckt sie für eine Kronleuchtermanufaktur Kristalle zusammen. Und auch sonst verlässt sie nur selten das Haus. Eigentlich geht es ihr hervorragend, findet sie. Aber dann beschließt Annegret Sonne, vierundachzig und voller Lebenslust, dass Dorle jetzt mal anfangen sollte richtig zu leben....

Meine Bewertung:  * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Dorle lebt im Untergeschoß eines Herrenhauses mit dem Schild "Concierge" vor ihrer Tür, das die Mitbewohner des Hauses leidlich ausnützen. Alle sehen in ihr nur die Frau, die das Haus sauber halten und ihnen ihre Besorgungen abnehmen soll. Dabei lebt Dorle am liebesten alleine und duldet kaum Nähe zu anderen Menschen. Doch Frau Sonne aus dem Obergeschoß macht sich so ihre Gedanken über sie und ihr Leben und beschließt Dorle zu zeigen, wie an richtig lebt....

Meine Meinung:
Die Inhaltsangabe des Romans hatte mich direkt angesprochen und ich erwartete mir eine Geschichte á la "Die fabelhafte Welt der Amelié" und "Julie weiß, wo die Liebe wohnt", die mir beide sehr gut gefallen haben. Leider bin ich nur schwer in die Erzählung reingekommen und dies hat sich das ganze Buch über nicht wirklich geändert.

Dorle ist eine Eigenbrötlerin, die sich lieber in ihre eigenen vier Wände zurückzieht und den Kontakt zu anderen Menschen meidet. Sie ist im Kinderheim aufgewachsen und hat nie wirkliche Liebe und Zuneigung erfahren. Von ihren Mitbewohnern im Haus wird sie nur ausgenutzt oder übersehen, öfters sogar beschimpft. Da sie kein Selbstvertrauen hat, ist das für sie "normal". In Heimarbeit steckt sie für eine Kronleuchtermanufaktur Kristalle zusammen. Trotzdem fühlt sie sich größtenteils wohl und hat nicht die Absicht ihr Leben zu ändern. Frau Sonne aus dem Obergeschoß sieht das aber anders und heckt einen Plan aus, wie sie etwas mehr Leben in Dorle's Tagesabläufe, die genau strukturiert sind, bringen kann. Sie bittet Dorle ihre Wohnung zu hüten und die Aufgaben, die sie ihr täglich per Fax schickt, zu erfüllen. So zieht Dorle vom Keller- ins Obergeschoß und genauso wird sie auch von den Vermietern plötzlich anders wahrgenommen. Manche bemerken nicht einmal, dass hinter ihr die junge Frau steckt, die hinter der Tür mit dem Blechschildchen "Concierge", wohnte.

Das hört sich alles sehr nett und nach einem Buch an, das uns zu erklären versucht, was einem Menschen glücklich machen kann. Während ich mit der Thematik "aus sich rausgehen und Freunde finden" gut klar kam, fand ich den Aspekt, dass man Glück auch mit Geld gleichsetzt, vollkommen falsch.
Während Dorle zuerst in einem Loch hauste und nicht einmal ein Bett ihr Eigen nennen durfte, wohnt sie jetzt in einer riesigen Wohnung mit Antiquitäten und einer sehr eigenartigen Katze. Frau Sonne's Aufgaben für sie bestehen darin zur Massage zu gehen, einen Hefezopf zu backen oder die Pfanzen mit der Klangschalen-Therapie zu beglücken. Alles Dinge, die Dorle in ihrer kleinen Welt nicht kannte, nicht einmal im Traum daran dachte. Auch neue Kleidung und Dinner in Nobelrestaurants mit bezahlter Begleitung stehen auf dem Plan. Braucht man das wirklich zum Glück?

Es ist dies sicher auch kein Buch, das sich schnell weglesen lässt. Der Schreibstil ist sehr poetisch und lässt einem zwischen den Zeilen lesen. Eigentlich liebe ich solche Romane, doch hier sprang der Funke nicht über. Die Geschichte konnte mich weder fesseln, noch berühren.
Dorle ist eine schwierige Person, die man nicht unbedingt mögen muss, die sich aber im Laufe der Geschichte weiterentwickelt und die Vorteile, die sich ihr bieten, annimmt. Nach und nach erkennt sie auch, dass man auch "Nein" sagen kann und mehr auf sich selbst schauen sollte. Das ist an und für sich auch eine wunderbare Entwicklung, doch für mich gab es einfach viel zu viele Dinge, die einfach zu märchenhaft und unrealistisch dargestellt wurden. Man darf sich beim Lesen nicht wundern, wenn hier einiges abseits der Realität passiert. Die sehr überdrehte Art der Autorin und die teils märchenhaften Züge im Roman ließen mich mit der Geschichte nicht wirklich warm werden.
Die vielen unterschiedlichen Charaktere, die im Laufe des Romans immer mehr wurden, waren für mich teilweise fast zu viel. 

Schreibstil:
Das Buch ist aus der dritten Person geschrieben, der Schreibstil ist einserseits nüchtern und neutral, andererseits aber auch poetisch und märchenhaft. Wie man diese Eigenschaften in einen Einklang bringen kann, hat die Autorin wunderbar gelöst.

Charaktere:
Neben Dorle und Frau Sonne haben wir hier noch Jo, der Dorle täglich die Kristalle zum Zusammenbauen bringt. Er hat ADHS und kann nicht stillsitzen, außerdem redet er wie ein Wasserfall. Das ist Dorle oft zuviel und doch vermisst sie ihn, als sie ins Obergeschoß zieht und sich eine "männerfreie Zone" wünscht.
Henriette Schräubchen ist wohl - neben der Katze ;) - die skurillste Person im Buch. Sie ist die Angestellte von Frau Sonne, hat rosa Löckchen, goldene Wimpern und erinnerte mich an Effie Trinket aus "Die Tribute von Panem" ;)
Und dann gibt es noch jede Menge Senioren im Haus, größenteils Männer, bei denen ich oft Schwierigkeiten hatte, sie auseinanderzuhalten.

Dieser Roman scheint zu polarisieren! Die Meinungen der Leser sind kaum mittelmäßig. Die einen sind total begeistert, der andere Teil nicht.  Hier sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden!

Fazit:
Ich wurde leider mit den Zutaten zu "Die erstaunliche Wirkung des Glücks" nicht wirklich glücklich. Mich konnte die Geschichte weder richtig berühren, noch fesseln - sehr schade!


Vielen Dank an
http://www.bloggdeinbuch.de/ 
und den DuMont Verlag für das Reziexemplar!

4 Kommentare:

  1. Genau so habe ich dieses Buch auch empfunden. Der Funke konnte nie überspringen.
    Lg Lara

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  2. Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht. Trotz deiner Rezi möchte ich das Buch irgendwann mal lesen. Bin gespannt zu welchem Teil ich dann gehören werde. Toll geschrieben.

    Liebe Grüße, Gisela

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    1. Danke Gisela und ich hoffe dir gefällt es besser! =)
      Liebe Grüße
      Martina

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  3. Danke für deine aufschlussreiche Rezension, liebe Martina. Von der Kurzbeschreibung her hätte ich wohl auch zu dem Buch gegriffen, aber nach deiner Rezi denke ich eher, dass das Buch nichts für mich ist. Naja, irgendwo auch nicht schlimm, wenn nicht jedes Buch auf der Wunschliste landet, denn die ist eh schon so lang ;-)
    Liebe Grüße
    Susanne

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