Im Schatten der Hanse - Henning Mützlitz



    • Broschiert: 336 Seiten
    • Verlag: Emons Verlag (15. Oktober 2015)
    • ISBN-10: 3954517205
    • ISBN-13: 978-3954517206
    • Genre: Historischer Roman, historischer Krimi



Emons Kurzbeschreibung:
Lübeck, 1376: Als der Hansekaufmann Johann Wallersen unerwartet stirbt, sieht sich dessen Sohn Jacob mit einem Erbe konfrontiert, das er besser ausgeschlagen hätte. Ihm wurden zahlreiche Verbindlichkeiten und dubiose Geschäftsbeziehungen hinterlassen. Bald droht ein Strudel aus Schulden, Drohungen und Gewalttaten die Familie in den Abgrund zu reißen. Während Jacob verzweifelt einen Ausweg sucht, befindet sich das letzte Schiff der Familie auf dem Heimweg nach Lübeck. Doch auf die Seeleute warten nicht nur die Piraten Gotlands, die sich ihrer wertvollen Fracht bemächtigen wollen...

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Jacob Wallersen wird nach dem plötzlichen Tod seines Vaters und seines älteren Bruders das Familienoberhaupt und somit auch Geschäftsmann, denn er stammt aus einer angesehenen Fernhandelsfamilie. Bald muss er jedoch erkennen, dass sein Vater ihm kein erfolgreiches Unternehmen hinterlassen hat, sondern hohe Schulden seine Familie bedrohen. Doch nicht nur Geldnot, sondern auch Überfälle und dubiose Machenschaften stecken hinter dem plötzlichen Kampf ums Überleben der Wallersen....

Meine Meinung:
"Im Schatten der Hanse" ist eine Mischung aus historischen Roman und Krimi und besteht aus zwei Handlungssträngen, die am Ende des Buches zueinander finden. Abwechselnd wird aus der Sicht von Jacob Wallersen, dem Waisenmädchen Svanja und dem Seemann Matt erzählt. Die Überschriften der jeweiligen Kapitel sind auch dementsprechend mit "ein Kaufmann", "eine Waise" und "ein Seemann" gekenntzeichnet.

Ende des 14. Jahrhunderts ist Lübeck ein wichtiger Handelsbrennpunkt und die Familie Wallersen gehört in der Stadt zu den angesehensten Handelsfamilien. Das ändert sich jedoch sehr schnell, als Familienoberhaupt Johann und sein ältester Sohn und Erbe, Hermann, völlig unerartet und kurz hintereinander sterben. Der zweitälteste Sohn Jacob, der sich eher der Kunst verschrieben hat, muss gänzlich unvorbereitet die Geschäfte übernehmen. Bald sieht er sich gemeinen Attacken seiner Konkurrenten ausgeliefert und ein Blick in die Bücher zeigt ihm, dass der vorgegeben Reichtum schon längst hohen Schulden gewichen ist. Einzig und allein die noch ausstehenden Schiffsladungen können ihn und seine Familie vielleicht noch retten....

Während Jacob ein sehr gutgläubiger und oft sehr naiver junger Mann ist und um die Anerkennung  seiner Familie und die Rettung der Geschäfte kämpft, intrigiert seine Schwester Margarethe gegen ihn. Sie will weder auf den gewohnten Luxus verzichten, noch will sie sich mit Jacob als Famlienoberhaupt abfinden. Auch seine Mutter steht ihm nicht wirklich zur Seite. Einzig Bruder Gerhard, der eher einen lockeren Lebenswandel führt, unterstützt Jacob.

In den anderen beiden Handlungssträngen lernen wir Matt, den Seemann kennen, der sich auf einer der Schiffe der Familie Wallersen befindet und sich dieser verpflichtet fühlt. Eines Tages findet er ein Mädchen in den mit Pelten gefüllten Fässern und die beiden freunden sich an. Svanja oder das Zobelmädchen, wie sie sich selbst nennt, ist eine sehr sympathische und äußerst gewitzte Person. Sie muss sich seit dem Überfall auf ihre Famlie im fernen Reval (dem heutigen Tallin, Hauptstadt von Estland) alleine durchschlagen. Mit viel Raffinesse und Pfiffigkeit schlägt sie sich durchs Leben und verliert trotz vieler Grausamkeiten nicht ihre Wertvorstellungen. Sie war eigentlich, außer Matt, die einzige Protagonistin des Buches, die ich wirklich mochte. Alle anderen konnten mich nicht wirklich überzeugen, blieben zu blass oder waren mir nicht sympathisch. Aber da viele davon auch nur einen kurzen Auftritt hatten, da hier jede Menge gemeuchelt und getötet wurde, hatte dies auch seine "guten" Seiten ;)

Die Handlung war ein wenig vorhersehbar und das Ende dann etwas zu überstürzt. Dabei blieben leider auch einige Fragen offen bzw. hatte ich das Gefühl, dass hier noch Platz für einen Nachfolgeband gelassen wurde.

Cover:
Die alte Ansicht von Lübeck und die düstere Stimmung am Cover finde ich richtig toll. Auch die erhabene Schrift des Titels sieht einfach nur wunderschön aus - gelungen!

Schreibstil:
Der Roman ist ein richtiger historischer Roman mit Themen wie Aberglaube, Absolution und Piratengedöns. Für Historieneinsteiger würde ich den doch altertümlichen Schreibstil nicht empfehlen, der Historienliebhaber darf aber tief ins Mittelalter eintauchen. Auch mir als Leserin von historischen Romanen waren einige Begriffe nicht bekannt. Die norddeutschen Ausdrücke und die als Binnenlandeinwohner gebräuchlichen Seemannsbegriffe waren für mich totales Neuland. Hier hätte ich eine Art Glossar für gut befunden.

Fazit:
Leider konnte mich der historische Kriminalroman nicht richtig begeistern. Einige Handlungen waren etwas vorhersehbar, das Ende zu überstürzt und eine Reihe Fragen blieben ebenfalls offen. Ein solider historischer Roman, den man lesen kann, aber nicht muss.


Vielen Dank an den Emons Verlag, Lovelybook und den an der Leserunde begleitenden Autor Henning Mützlitz für das Rezensionsexemplar!


1 Kommentar:

  1. Hallo,

    ich hatte das Buch mal angefangen ... aber irgendwie bin ich nicht richtig reingekommen. Ich hab nach 50 Seiten aufgehört und na ja ... hat mich nicht so vom Hocker gerissen XD. Zum Glück war es nur über Skoobe ausgeliehen. :)

    lg
    Nadine

    AntwortenLöschen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Speicherung deiner Daten. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung dieses Blogs.

 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos