Layers - Ursula Poznanski



    • Broschiert: 448 Seiten
    • Verlag: Loewe (17. August 2015)
    • ISBN-10: 3785582307
    • ISBN-13: 978-3785582305
    • Genre: Jugendroman, Jugendthriller



Loewe Kurzbeschreibung: 
Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun?
In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf – denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält. Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Dorian lebt seit einigen Monaten auf der Straße. Eines Tages erwacht er nach einem Streit mit einem anderen Obdachlosen auf und liegt in dessen Blut. Er selbst kann sich an absolut nichts erinnern und nimmt nach kurzer Überlegung die Hilfe eines Fremden an, statt zur Polizei zu gehen. Dorian wird in eine große Villa gebracht, in der bereits andere Straßenkinder wohnen. Für Lernstunden und gewisse Botengänge bekommen die  Jugendlichen etwas zu Essen und ein Dach über dem Kopf. Welcher Plan steckt dahinter fragt sich Dorian? Wie passt er in dieses System und was verbirgt sich hinter dem Zettel verteilen und den Botengängen in Wirklichkeit?

Meine Meinung:
Die österreichische Autorin Ursula Poznanski ist in der Blogger-Welt nicht mehr wegzudenken. Auch ich habe bis jetzt alle ihre Jugendbücher außer "Erebos" und ihre Thriller, mit ebenso einer Ausnahme, nämlich "Fünf", gelesen. Die beiden ungelesenen Bücher stehen allerdings in meinem SuB-Regal.
So war ich bereits sehr auf Poznanskis neuen Jugendroman/-thriller "Layers" gespannt. Unser männlicher Hauptprotagonist Dorian ist ein sympathischer junger Mann: gutmütig, loyal und clever, aber auch etwas naiv. So kommt er in diese unbeschreibliche Situation neben einen Toten aufzuwachen, sein blutverschmiertes Taschenmesser in Händen haltend. Er kann sich jedoch an überhaupt nichts mehr erinnern und hat rasende Kopfschmerzen. Eigentlich ein Zeichen, dass auch ihm übel mitgespielt wurde bzw. er zu Beginn vom Leser als unschuldig eingestuft wird.
Man erfährt anfangs nicht sofort die Beweggründe, warum Dorian auf der Straße lebt, doch seine Verwirrung und die Schuldgefühle, die ihn quälen, werden hervorragend dargestellt. Man fühlt seine innere Zerissenheit in dieser Situation und die Frage, wen er Glauben schenken soll. So nimmt er das Angebot in der Villa zu wohnen an. Natürlich würden auch wir uns selbst fragen, was sich hinter diesem großzügigen Angebot verbirgt, denn jeder weiß, dass wir Menschen kaum etwas ohne Beweggründe tun. Und Dorians Zweifel sind berechtigt. Nachdem er verbotener Weise das Paket, das er überbringen sollte, geöffnet hat, erfährt er Erstaunliches und wird ab diesen Zeitpunkt verfolgt und gejagt. Und hier kommt auch der Titel des Buches "Layers" = Schichten zu tragen. Mit dem Öffnen von "Pandoras Büchse" erfährt Dorian und der Leser schichtweise Wahrheiten...denn nichts ist so, wie es scheint. Unter jeder Schicht versteckt sich wieder etwas Neues.....

Die Autorin versteht es mit ihrem mitreißenden Erzählstil wieder großartig, dass sich der Leser sofort in der Geschichte wiederfindet. Allerdings lässt diese Spannung ab dem Öffnen des Paketes nach. Für mich war dieser geplante Höhepunkt keine so große Überraschung und erinnerte mich stark an Marc Elsberg's Roman "ZERO". Die Verfolgungsjagd wird meiner Meinung zu lange hinausgezögert - es passiert nicht wirklich Neues. Ein weiterer Minuspunkt war für mich die viel zu schnell gehende Liebesgeschichte zwischen Dorian und Stella. Dadurch wirkte sie unglaubwürdig. Und warum musste hier überhaupt eine Liebesgeschichte eingebaut werden?
Am Schluss des Buches steigt die Spannung wieder und es kommt zu einem finalen Ende, das mich zufrieden zurückließ.

Schreibstil und Charaktere:
Wie bereits oben erwähnt ist an Poznanskis Schreibstil überhaupt nichts auszusetzen. Sie entführt den Leser, mit ihrer packenden und dramatischen Art zu schreiben, sofort in Dorians Welt...zuerst als Obdachloser und dann als Verfolgter durch die Straßen einer unbekannten Stadt (Wien?) Die Geschichte wird aus dem Blickwinkel von Dorian, jedoch in der 3. Person erzählt. So kann man seine Gefühle und Ängste sehr gut nachvollziehen.

Die Charaktere sind größtenteils schwarz-weiß gemalt, jedoch verbirgt oft ein Böser Gutes und ein Guter Böses hinter seiner "Schicht". Es gibt jede Menge Nebencharaktere, doch blieben diese, bis auf Melvin, größtenteils blass.

Fazit:
Ein Jugendroman, der trotz einiger Längen und Wiederholungen im Mittelteil, mit einem packenden Schreibstil und einer nicht zu weit hergeholten Zukunftsvision, punkten kann. Ein gutes Buch mit kleinen Schwächen.....für Poznanski Fans aber ein MUSS.




5 Kommentare:

  1. Hallo Martina,

    ich habe beim Lesen deiner Rezension jetzt ständig genickt. Ich muss dir bei allem zustimmen, den Mittelteil fand ich einfach viel zu zähl, da ist mir zu wenig passiert. Ja, es ist Wien, das habe ich an einigen Straßennamen gemerkt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  2. Hey Martina, ich habe dich getaggt und würde mich sehr freuen, wenn du mitmachen magst. Liebe Grüße, Petra http://papierundtintenwelten.blogspot.de/2015/09/der-ab-in-den-herbst-tag.html

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    1. Danke für den TAG, liebe Petra. Ich werde ihn im Oktober dann einstellen.

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  3. Hey :)

    Die Kritik mit der Liebesgeschichte verstehe ich, das war so ein Punkt, der zwar notwendig war (Ansonsten hätte Dorian ja auch einfach verschwinden können), aber etwas holprig umgesetzt wurde.

    "ZERO" fand ich aber im Vergleich lang nicht so gut geschrieben, man merkte dem Buch schon sehr deutlich an, dass Elsberg eigentlich Journalist ist, dem mehr an Fakten und Daten liegt ...

    Liebe Grüße
    Ascari

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  4. Hey Martina :)

    ich habe gerade deine Rezi gelesen und mich dabei an das Buch zurück erinnert. In Stuttgart war ich auch auf einer Lesung von Ursula Poznanski. Die Frau ist nicht nur eine tolle Autorin, sie hat auch viel Humor, ist richtig nett und nimmt sich viel Zeit für ihre Leser. Das war ein wirklich tolles Erlebnis, sie kennenzulernen.

    Liebe Grüße
    Martin
    buchwellenreiter.blogspot.de

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