- Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
- Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (21. August 2015)
- ISBN-10: 3351036191
- ISBN-13: 978-3351036195
- Originaltitel: Circling the Sun
- Genre: Roman, Biografie
Aufbau Kurzbeschreibung:
Aufgewachsen als Tochter eines Lords im afrikanischen Busch, interessiert sich die junge Beryl nicht für Seidenkleider und Etikette. Dafür ist sie stark und mutig wie ein Kipsigis-Junge und hat von ihrem Vater alles über Rassepferde gelernt. Doch im britischen Protektorat – dem späteren Kenia – der vorigen Jahrhundertwende ist kein Platz für solch ein ungezähmtes Mädchen. Bis sie in Karen Blixen eine Seelenverwandte findet – und in deren Geliebtem, dem Flieger und Großwildjäger Denys Finch Hutton, das Abenteuer ihres Lebens.
Meine Bewertung: * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Darum geht's:
Beryl Markham wächst ungezwungen im afrikanischen Busch auf. Auf der Ranch ihres Vaters lernt sie von klein auf mit Pferden umzugehen und mit dem afrikanischen Jungen Kibii entdeckt sie die Wildnis des großen wilden Kontinents. Als aus dem unbändigen Mädchen eine selbstständige und unkonventionelle Frau wird, stellt sich die Kolonialgesellschaft nicht nur einmal gegen sie. Doch Beryl ist stark und wird die erste weibliche Pferdetrainerin und im Laufe der Jahre der erste Mensch, der den Atlantik im Alleinflug nonstop von England aus überfliegt. Nur in der Liebe....da blieben ihr die Erfolge versagt....
Meine Meinung:
"Was für eine Frau!" waren meine ersten Gedanken, als ich diese Informationen über die mir bis dahin noch unbekannte Beryl Markham, geboren Beryl Clutterbuck, las. Und auch die Leseprobe entführte mich sofort in die flirrende Hitze Afrikas und zu einem kleinen unglücklichen Mädchen. Denn die kleine Beryl wird mit nur 4 Jahren von ihrer Mutter verlassen. Diese reiste mit dem kränklichen Sohn nach England und ließ Ehemann und Tochther einfach zurück. Deshalb war ich sehr gespannt mehr über das Leben dieser ungewöhnlichen Frau zu erfahren, die tatsächlich von 1902 bis 1986 gelebt hat.
Die Autorin Paula Mclain hat hier keine Biografie, sondern einen Roman über Beryl Markham geschrieben. Dabei hat sie auf einige Quellen zurückgegriffen, die dem Leser einen Großteil ihres Lebens näher bringen soll. Leider ist ihr das nicht ganz geglückt.
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| Beryl Markham |
Auch der britischen Hochadelsgesellschaft, die sich in Swingerclubs vergnügte und mit Drogen experimentierte, konnte ich nichts abgewinnen. Nach außen hin wurde jede kleinste Verfehlung geahndet und besonders die Frauen wurden geächtet, doch im Hintergrund trieben es die Briten in Kenia ganz schön wild. Auch mit den sinnlosen Großwildjagden, die leider auch heute unter bestimmten Gesellschaftsschichten gang und gäbe sind, kann ich nichts anfangen.
Was jedoch immer wieder erkennbar ist, ist Beryl's Liebe zu Afrika und alles ungestüme und wilde, so wie sie es auf eine besondere Art auch ist. Obwohl sie mir im Laufe des Romans immer weniger sympathisch wurde, ist diese Frau einfach zu bewundern. Was sie in dieser Zeit alles auf die Füße gestellt hat und wie sie unbeirrt ihre Ziele verfolgt hat, ist einfach nur atemberaubend.
Ihre große Liebe zu Denys Finch Hutton, den manche vielleicht aus den Film "Jenseits von Afrika" kennen, trug ebenfalls zu einigen Fehlentschlüssen von Beryl bei. Diesen Mann teilte sie mit Karen Blixen, die eine Kaffeeplantage in den Ngong Bergen bei Nairobi hatte unter dem Namen Tania Blixen Romane schrieb. Film und Buch sind sicher einigen bekannt. Denys war genauso ein Freigeist wie Beryl und sich sehr ähnlich....beide bindungsunfähig.
Schreibstil und Charaktere:
Der Roman besteht aus drei Teilen und hat 62 kurze Kapitel. Die Sprache der Autorin ist teilweise sehr emotionslos. Dadurch konnte ich keinerlei Beziehung zu den Charakteren aufbauen.
Trotz der wirklich aufregenden Lebensgeschichte von Beryl Markham, hatte der Roman etliche Längen. Besonders in der Mitte des Buches musste ich mich oft zwingen weiterzulesen, denn ich wollte endlich etwas anderes als über Männergeschichten erfahren. Der interessante Teil um die Fliegerei war viel zu kurz und auch das anfängliche Leben in den USA hätte man noch mit reinpacken können, statt der langweiligen Männergeschichten.
Die Beschreibungen von Afrika fand ich jedoch sehr bildhaft und mit Gefühl beschrieben.
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Auch Beryl Marham ging unter die Autoren und schrieb ihre Erinnerungen an Afrika im Roman "Westwärts in der Nacht" nieder. Das Buch eroberte 1942 kurz die Bestsellerliste, geriet jedoch bald in Vergessenheit. 1982 stieß George Gutekunst, ein trinkfester Büchernarr, bei der Lektüre von Briefen Ernest Hemingways an seinen Lektor Maxwell Perkins auf Markhams Namen und auf die Erwähnung ihres Romans. Hemingway pries "Westwärts in der Nacht" als "verflucht gutes Buch" und sie als schriftstellerisches Ausnahmetalent.
Cover:
Auf beiden Titelbildern ist Beryl Marham abgebildet, aber das Originalcover finde ich sehr viel schöner! Allein die warmen Farben, die die flirrende Hitze Afrikas darstellen und im Vordergrund Beryl...wunderschön!
Im Buch wird sie immer wieder als sehr attraktive Frau dargestellt. Das kann ich nicht wirklich nachempfinden, aber auf diesem Cover finde ich sie schön.
Fazit:
Was eine sehr interessante Geschichte hätte werden können, faszinierte mich nur am Anfang und am Ende. Durch die eher emotionslose Schreibweise fand ich schwer Bezug zu den Charkteren und der MIttelteil hatte mir eindeutig zu viele Längen.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag und an Lovelybooks, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte!


















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