- Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
- Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 3 (22. Juni 2015)
- ISBN-10: 3810504815
- ISBN-13: 978-3810504814
- Originaltitel: Min mormor hälsar och säger förlåt
- Genre: Gegenwartsliteratur
Fischer Kurzbeschreibung:
Oma ist 77, Ärztin, Chaotin und treibt die Nachbarn in den Wahnsinn. Elsa ist 7, liebt Wikipedia und Superhelden und hat nur einen einzigen Freund: nämlich Oma. In Omas Märchen erlebt Elsa die aufregendsten Abenteuer. Bis Oma sie eines Tages auf die größte Suche ihres Lebens schickt – und zwar in der wirklichen Welt.
Meine Bewertung: * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Darum geht's:
Elsa ist ein superintelligentes, erst sieben Jahre altes Mädchen. Deshalb ist sie auch ein Außenseiter in der Schule und die Lehrer halten sie für dumm, weil sie sich während der Schulstunden langweilt. Ihre Eltern sind geschieden und ihre Mutter erwartet wieder ein Kind. Nur ihre Oma ist immer für sie da und ihre wichtigste Bezugsperson. Um Elsa das Leben ein bisschen bunter und einfacher zu machen entführt sie das Mädchen in das "Land-Fast-Noch-Wach", eine teilweise selbsterfundene, aber auch "reale" Märchenwelt, die ihre Probleme leichter machen sollen. Als Elsas Oma an Krebs erkrankt, ändert sich für Elsa alles....
Meine Meinung:
Nachdem ich bereits Fredrik Backman's Erfolgsroman "Ein Mann namens Ove“ gelesen habe, erhoffte ich mir vom Autor gleichen oder ähnlichen Lesespaß. Doch leider ist "Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr leid" so ganz anders und mich hat der Roman ziemlich enttäuscht.
Der Klappentext bzw. die Inhaltsangabe sagen nicht sehr viel aus, aber ich hatte mir wieder ausgefallene Charaktere, eine tolle Geschichte mit Tiefgang und trotzdem einiges an Humor erwartet. Das ist eigentlich auch alles vorhanden und trotzdem fand ich weder richtig in die Geschichte, noch konnte ich mich mit den Charakteren anfreunden.
Die ersten 50-100 Seiten sind genauso, wie ich mir den Roman erwartet hatte: mit sehr viel Humor und tiefgründigen Lebensweisheiten. Doch Elsas Oma stirbt schon nach kurzer Zeit...das kann ich hier auch verraten, denn ich hatte noch keine hundert Seiten gelesen, als der Tod eintrat und der Roman hat ja doch insgesamt fast 500 Seiten....also noch genug Inhalt.
Die Großmutter des Mädchens besitzt einen sehr grenzwertigen Humor, der mir jedoch sehr gut gefallen hat. Sie macht sich keine Gedanken, was die anderen Menschen von ihr denken und war auch als junge Frau kein Kind von Traurigkeit. Als Mitglied von Ärzte ohne Grenzen war sie in der ganzen Welt unterwegs, nur nicht zuhause bei ihrer eigenen Tochter. Das versucht sie bei ihrer Enkeltochter wieder gutzumachen. Nach ihrem Tod bekommt Elsa die Aufgabe Briefe zu finden und diese bestimmten Leuten im Haus zu übergeben. In jeden dieser Briefe entschuldigt sich die Großmutter beim Empfänger für etwas, das sie getan (oder nicht getan hat) und Elsa wird dadurch von ihrer Trauer etwas abgelenkt. Außerdem lernt sie damit die Miteigentümer des Wohnhauses kennen....
So weit, so gut. Eine wirklich tolle Idee....doch dann entführt uns der Autor in das fantastische "Land-fast-noch-wach", das sehr oft ohne vorherige Ankündigung total zusammenhanglos in die Geschichte eingeflochten wurde. Diese Stellen waren mir eindeutig zu fantasylastig, der Realitätsbezug blieb mir an manchen Stellen total verborgen. Der Versuch eine Märchenwelt mit der Realität zu verbinden, ist dem Autor leider nur mäßig gelungen. Nachdem ich selbst aber auch kaum Fantasy lese und das Buch nicht darauf hindeutet, muss man sich darauf einlassen oder es bleiben lassen. Und ich war knapp davor abzubrechen, auch wenn ich wirklich versucht habe, mich in die Geschichte einzufühlen.....
So plätschert der Roman stellenweise einfach vor sich hin, bewegt sich zwischen Realität und Fiktion und ließ mich leider ziemlich kalt. Dabei ist die Idee wirklich sehr gut und auch die Aussage des Romanes, dass es nicht immer besser ist, so zu sein, wie das Gesellschaftsbild es einem vorlebt, ist großartig. Elsa wird ermutigt zu ihrem "Anderssein zu stehen" und überwindet so einen Teil ihrer Angst. Doch auf der anderen Seite passiert auf diesen fast 500 Seiten nicht wirklich viel, so dass die Lücken wieder mit Märchen aufgefüllt wurden. Und hier begann ich mich wieder zu langweilen.....ein ewiger Kreis...
Ich denke dieser Roman wird die Leser in zwei Lager teilen: diejenigen, die begeistert sind, und diejenigen, die nicht wirklich etwas mit der Geschichte anfangen können. Leider muss ich mich zur zweiten Leserschaft zählen.
Schreibstil und Charaktere:
Der Schreibstil ist sehr humorlastig, aber auch sehr einfach. Es gibt viele Wiederholungen und manchmal sehr gewöhnungsbedürftige Satzkonstruktionen. Es scheint, als ob sich der Autor am jungen Alter der Protagonistin zu orientieren versucht hat und so aus ihrer Sicht erzählt.
Charaktere gibt es einige, die alle größtenteils im Mietshaus, wo Elsa mit ihrer Mutter und deren Freund und auch mit ihrer Oma wohnt. Bis auf Elsas Mutter sind alle ausnahmslos schräg. Und einer davon erscheint sogar mehr fantastisch, als real anwesend. Auch der Hund kam mir mehr als unrealistisch vor. Alle erhalten noch zusätzlich andere Namen, wie sie im "Land-fast-noch-wach" genannt werden. Einzig und allein Elsa ist ein wirklich pfiffiges und aufgewecktes Mädchen, das mit ihrer Intelligenz bei anderen Kindern nicht ankommt und sehr einsam ist.
Fazit:
Eine gute Grundidee und eine tiefgründige Aussage alleine machen leider kein gutes Buch aus. Mit den märchenhaften Abschnitten der Geschichte konnte ich überhaupt nichts anfangen. Es fehlte mir auch an Spannung und so musste ich mich leider durch diesen Roman quälen. Schade - das war nach dem Eigenbrötler Ove leider nichts für mich!
















Hey Martina,
AntwortenLöschenErstmal muss ich sagen, dass du deine Rezensionen wahnsinnig gut geschrieben hast. Ich schreibe ja immer so dahin, aber du machst das sehr strukturiert. :)
Ich fand ja die ersten hundert Seiten auch lustig, aber dann war ich nur mehr genervt. Einfach von allem. Ja, ok ich weiß jetzt was du mit der Aussage des Buches meinst, aber trotzdem mir war es einfach zu wenig. Für mich war dieses Buch nicht tiefgründig und die Charaktere waren mir alle irgendwie "too much" (das würde Elsa sagen).
Liebe Grüße,
Sarah
Liebe Sarah,
AntwortenLöschenvielen Dank für deine lieben Worte!
Schade um die originelle Idee, aber ich musste mich wie bereits in der Rezi gesagt wirklich durch das Buch kämpfen.
iIebe Grüße
Martina
Liebe Grüße natürlich ;)
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