Die australischen Schwestern - Ulrike Renk



    • Taschenbuch: 509 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (21. August 2015)
    • ISBN-10: 3746631203
    • ISBN-13: 978-3746631202
    • Genre: historischer Roman 
    • Reihe: ja - Band 2



Aufbau Kurzbeschreibung: 
Australien, 1891. Das Leben von Carola, Mina und Elsa verändert sich schlagartig, als ihre Mutter kurz nach der Geburt des jüngsten Kindes stirbt. Während Carola, die Älteste, ins ferne Deutschland geschickt wird, bleiben Mina und Elsa in Australien. So unterschiedlich sich die Lebenswege der drei jungen Frauen auch entwickeln, eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie geben nicht auf, wenn es darum geht, für ihre Träume zu kämpfen.

Eine hochemotionale Saga um das Leben dreier außergewöhnlicher Schwestern – nach einer wahren Geschichte. 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Der Folgeband zu "Die Australierin" von Ulrike Renk hat mich ins ferne Australien geführt. Wer den ersten Band der Reihe - so wie - ich noch nicht gelesen hat, lernt die Familie Lessinng kennen, die aus Deutschland nach Australien ausgewandert sind. In "Die australischen Schwestern" geht es vorwiegend um die Kinder und Enkelkinder von Emilia und Carl Gotthold Lessing die Hauptprotagonisten aus Band Eins.
Nach dem Tod von Minnie (Wilhelmine) Lessing, verheiratete de Kloot, wird die älteste Tochter Carola zur Schwester ihres Vaters nach Deutschland geschickt, während ihre vier Geschwister in Australien bei den Großeltern in Sydney bleiben. Carola ist verzweifelt und fühlt sich anfangs im fernen Deutschland sehr einsam. Ihre kinderlose Tante Mathilde ist ihr fremd und obwohl sie alle Annehmlichkeiten erfährt, bleibt ihr Herz im Australien. Auch Mina und Elsa vermissen ihre Schwester, die viel Zeit bei ihren Tanten verbringen. Doch alle drei Mädchen vernindet ein ganz besonderes Band...

Meine Meinung:
Obwohl ich "Die Australierin" nicht gelesen habe, hatte ich sehr schnell Zugang zur Familie Lessing. Nur die oft sehr ähnlichen Namen haben mich ziemlich lange irritiert und ohne den Stammbaum am Anfang des Buches, wäre ich wohl aufgeschmissen gewesen. Das hat leider auch den Lesefluss ziemlich gebremst. Wer den ersten Teil bereits gelesen hat, hat bestimmt weniger Probleme die Figurenkonstellationen zu durchblicken. Da es sich aber teilweise um eine wahre Geschichte handelt, konnte die Autorin die Namen nicht ändern, was uns Leserinnen der Leserunde sicher sehr geholfen hätte.

Band 2 "Die australischen Schwestern" kann ohne Vorkenntnisse des ersten Teils gelesen werden.

Das Hauptaugenmerk des Romanes liegt bei den drei Schwestern Carola, Mina und Elsa, wie uns der Titel bereits suggeriert. Während Carola bereits als Achtjährige die weite Reise nach Deutschland antreten muss, weil ihr Vater bankrott ist und seine Kinder verkaufen will, bleiben ihre Geschwister vorerst bei den Großeltern, die sich liebevoll um ihre Enkel kümmern. Die kleine Elsa ist bei der Abreise von Carola erst 2 Jahre alt und hat nur wenige bis gar keine Erinnerungen an Carola. Mina, die zweitälteste Schwester, verbringt viel Zeit bei ihrer Tante Till, die mit dem kaltherzigen Joseph verheiratet ist. Und Elsa hält sich während der Schulferien auf der Schafstation ihrer Tante Lily und ihrem Cousin Otto auf, in den sie schon lange heimlich verliebt ist.

Natürlich sind in einem Australienroman auch die Aboriginies ein großes Thema. Bei der Familie Lessing finden sie immer Aufnahme und werden nicht, wie von vielen anderen Einwanderern, verachtet. Man erfährt viel über die Kultur der Eingeborenen Australiens, wobei nur einige Erzählungen für mich neu waren, da ich  bereits einige Australienromane gelesen habe. Doch manche Geschichten über ihre Lebensweise waren auch für mich neu und sehr interessant. 

In den Kapiteln des Romanes erzählen abwechselnd Carola, Mina und Elsa aus ihrem Leben. Dabei hatte ich allerdings mehr den Eindruck einzelne Schicksale erzählt zu bekommen, als diese besondere Verbundenheit der Schwestern, die immer wieder hervorgehoben wurde, zu spüren. Ich konnte außer dem geschwisterlichen Zusammenhang keine so besondere Verbindung fühlen und bemerken.
Mit dem zu schnellen und abrupten Ende und einigen offenen Fragen kam ich leider auch nicht so zurecht. Die Autorin verwies in der Leserunde darauf, dass sie eine angegebene Seitenzahl nicht überschreiten darf, doch ich denke, dass man mit einer ordentlichen Aufteilung und einem besseren Konzept dies verhindern hätte können. Während manchmal für mich nicht so wichtige Passagen ausführlich erzählt wurden, hätte man hier einsparen und das Ende ausbauen können. Aber das ist jetzt "meckern auf hohem Niveau" und als Nicht-Autor kann man viel schneller kritisieren....
Im persönlichen Nachwort hat die Autorin noch einige offene Fragen beantwortet und erklärt, welche Begebenheiten historisch belegt sind und welche der Fantasie der Schriftstellerin enstspringen. Zu Erwähnen ist noch, dass die ganze Familie mit dem berühmten Dichter Gotthold Ephraim Lessing ("Emilia Galotti", "Nathan der Weise", "Minna von Barnhelm") verwandt ist. Außerdem erscheint 2016 noch ein 3. Band über die Familie Lessing.

Schreibstil und Charaktere:
Ulrike Renk hat wahre und fiktive Begebenheiten gekonnt verknüpft. Der Schreibstil ist klar und flüssig, er lässt sich gut lesen. Die bildhafte Beschreibung von Australien ist äußerst gelungen. Allerdings verwirren die vielen Personen mit oft ähnlichem (Kose-)namen erheblich.

Die unterschiedlichen Lebenswege und Entwicklungen der Schwestern sind authentisch und anschaulich beschrieben. Die Charaktere sind liebevoll skizziert, wirken lebensecht und natürlich...Menschen mit Ecken und Kanten. Besonders gut hat mir Großmutter Emilia gefallen, die die geborene Mutter/Großmutter zu sein scheint. Ohne einen Haufen Kinder um sie herum, scheint sie sich verloren zu fühlen. Die Familie geht bei ihr über alles. Auch Tante Molly, die sich über sämtliche Konventionen und Regeln hinwegsetzt, bringt frischen Wind in die Geschichte.

Fazit:
Eine interessante Fortsetzung des Romans "Die Australierin" mit einem zu schnellen Ende und einigen offenen Fragen. Trotz meiner Kritik liest sich die Geschichte um die drei unterschiedlichen Schwestern sehr gut und hat mich gut unterhalten.



Vielen Dank an den Aufbau Verlag, Lovelybooks und vorallem der Autorin Ulrike Renk für die vielen Erklärungen und die interessanten Diskussionen.


Die Reihe von Ulrike Renk.

  1. Die Australierin
  2. Die australischen Schwestern
  3.   ?    erscheint 2016

5 Kommentare:

  1. Liebe Martina,
    das Buch steht auf meiner Wunschliste, muss aber halt noch warten. Momentan bin ich auf den Trip, etliche Bücher von meinem SuB zu lesen und zwischendurch halt noch das eine oder andere Reziexemplar. Hier habe ich mich ja in den letzten Wochen sehr, sehr zurückgehalten und das muss auch so bleiben. Sonst les und rezensier ich nur noch Neues und die schönen gekauften Bücher bleiben liegen.
    Aber trotzdem, dies Buch wird ein Must-Read
    Liebe Grüße Hanne

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    1. Liebe Hanne,
      ich weiß, dass du Band 1 gelesen hast und dir dieses Buch sehr gut gefallen hat...deshalb dachte ich mir auch, dass es sicher auf deiner Wunschliste stehen wird ;)
      Liebe Grüße
      Martina

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    2. Genau so ist es. Da ich ja bald Geburtstag habe und mir entweder Gutscheine oder so wünsche, wird es bis dahin halt warten müssen. Ja Band 1 hat mir gut gefallen
      LG HANNE

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    3. Und ich kann dir auch schon verraten, dass es noch einen 3. Band geben wird!

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