Das Jahr, in dem ich dich traf - Cecilia Ahern


    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 3 (12. Februar 2015)
    • ISBN-10: 3810501530
    • ISBN-13: 978-3810501530
    • Originaltitel: The Year I met you
    • Genre: Roman



Fischer Kurzbeschreibung: 
Jasmine liebt ihre Schwester und ihre Arbeit. Als sie für ein ganzes Jahr freigestellt wird, weiß sie überhaupt nicht mehr, was sie tun soll – und wer sie eigentlich ist. Matt braucht seine Familie und den Alkohol. Ohne sie steht er vor dem Abgrund. Jasmine und Matt sind Nachbarn, doch sie haben noch nie miteinander gesprochen. Da Jasmine so viel freie Zeit zu Hause hat, beginnt sie, Matt zu beobachten. Sie macht sich ihre Gedanken über ihn und fängt in ihrem Kopf Gespräche mit ihm an. Nur in echt will sie mit diesem Kerl nichts zu tun haben – dafür hat sie ihre eigenen, guten Gründe. Doch dann beginnt ein Jahr voll heller Mondnächte, langer Gartentage und berührender Überraschungen – ein Jahr, das alles verändert.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich habe bis jetzt alle Romane von Cecila Ahern gelesen und einige habe ich geliebt, andere für okay befunden. Schon im Vorfeld wurde dieses Buch arg kritisiert. Trotzdem wollte ich mir unbedingt meine eigene Meinung bilden und habe es mir in der Bücherei reservieren lassen.

Als der große Störfaktor wurde unter anderem die sehr unpersönliche Höflichkeitsform beschrieben. Ich dachte zuerst es wäre wohl ein Übersetzungsfehler, doch im Englischen gibt es ja kein "Sie". Und es ist auch ganz anders zu lesen....leider nahm es mir wirklich den Erzählfluss. Immer wieder stolperte ich über diese etwas irritierenden Sätze, doch mit der Zeit gewöhnte man sich mehr und mehr daran.
Der Klappentext lässt einen Liebesroman vermuten, wie es in Aherns Romanen so üblich ist - dies ist jedoch NICHT der Fall. Das hat mich allerdings nicht wirklich gestört....

Unsere Hauptprotagonistin Jasmine ist anfangs nicht gerade die Lieblichkeit in Person, wie ihr "blumiger" Name vermuten lässt. Sie hat gerade ihren Job verloren, was für sie als Firmenmitbegründerin sehr überraschend kommt. Ihr Partner verpasst ihr auch noch ein 'Gardening Leave', ein Jahr Pause mit vollem Gehalt, das sie daran hindern soll zur Konkurrenz zu wechseln. Jasmine ist verzweifelt, denn ihr Leben bestand bis jetzt nur aus ihrer Arbeit. Ihr Haus war nichts anderes, als ein Schlafplatz, die Nachbarn sind ihr fremd und der Garten vorm Haus aus Beton. Das ändert sich aber alles, als Jasmine gezwungen wird eine "Pause" einzulegen. Aus ihrer Betonwüste soll ein blühender Garten werden.....

Die Autorin hat das 'Gardening Leave' wörtlich genommen und rund um die Geschichte jede Menge Blumen (angefangen beim Namen der Protagonistin) und Gartenbegriffe eingebaut. Außerdem ist der Roman noch in die vier Jahreszeiten eingeteilt. Neben dem Gartenjahr verfolgen wir auch Jasmines Verwandlung von einer in Selbstmitleid badenden jungen Frau, die im Laufe des Romans ihr wahres Ich findet. So symbolisieren ihr Garten, die Blumen und die Jahreszeiten das Leben von Jasmine.

Die weiteren Charaktere sind sehr verschieden. Während Matt, Jasmines Nachbar, ein ruppiger Kerl ist, der ebenfalls seinen Job verliert, sind die Malones und Dr. Jameson die Pensionisten in der Straße, die noch an eine gutue Nachbarschaft glauben. Sie nehmen die beiden arbeitslosen Workaholics in ihre Nachbarschaftsrunde auf und versorgen sie. Langsam entsteht zwischen den Vieren eine kleine Freundschaft. Matt jedoch blieb den ganzen Roman über blass und unnahbar. Außer seinen Alkoholexzessen und seinem zuerst großen, dann aber bröckelnden Selbstbewusstein, fand ich keine richtigen Charaktereigenschaften vor. Nur manchmal blitze etwas Emotion durch. Jasmines Schwester Heather, die an Trisomie 21, besser bekannt als Down Syndrom, leidet ist Jasmines großer Halt und ihre einzige weitere "Aufgabe" in ihrem Leben. Doch Heather meistert ihr Leben viel besser als Jasmine selbt.
Kevin, der Kusin der Beiden, wird auch nur sehr kurz beschrieben, obwohl am Anfang des Buches erzählt wird, dass Jasmine und er als Kinder dicke Freunde waren. Außer dass sie ihn nicht mehr mag, weil er versucht hat sie zu küssen, und er meist schäbig daherkommt, gibt es keine konkreten Charaktereigenschaften. Einzig Jasmines Vater zeigt seine eher cholerische Seite....

Positiv fand ich den Aufbau rund um den Garten und die Entwicklung der Hauptprotagonistin. Der Roman enthält dabei wunderschöne Methapern. Leser, die das Fehlen der Liebesgeschichte bemängeln, kann ich nur teilweise verstehen. Es muss ja nicht immer eine Liebesgeschichte dabei sein, au wenn Cecila Ahern drauf steht. Ich denke, dass viele Leser deswegen enttäuscht waren. Von mir gibt es deswegen aber keinen Minuspunkt.

Schreibstil:
Wie bereits oben erwähnt ist der Schreibstil Gewöhnungssache. Auch die Charakterdarstellungen sind nicht wirklich, wie man es von der Autorin gewohnt ist. Vieles wird sehr nüchtern erzählt. Ich habe heute bei Thalia kurz in die englische Ausgabe reingschnuppert und fand auch hier den Schreibstil sehr distanziert.

Ich finde es etwas schwer den Roman zu bewerten, denn ich finde ihn nicht schlecht. Er bietet viele Weisheiten und konnte mich teilweise auch überzeugen. Der ungewöhnliche Schreibstil und die blassen bzw. unsympathischen Charaktere waren nicht gerade ein Vorteil......ich denke ich gebe 3 1/2 Sterne.

Fazit:
Distanzierter und gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, manche Charaktere bleiben zu blass. Die Entwicklung der Hauptprotagonistin ist jedoch klar erkennbar. Die Aussage des Romans und die wunderschönen Methaphern finde ich sehr gelungen.



1 Kommentar:

  1. Bei dem Buch bin ich immer noch am überlegen ob ich ihn mir kaufen soll. Mir geht es übrigens genauso wie dir. Manche Bücher habe ich geliebt andere eher weniger. Die neueren habe ich sogar gar nicht mehr gelesen. Warum weiß ich allerdings auch nicht so genau ;-).

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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