- Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
- Verlag: Diana Verlag (22. April 2013)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3453291409
- ISBN-13: 978-3453291409
- Genre: Roman, historischer Roman, Familiensaga
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Amazon (Kurz?)beschreibung:
1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt …
England 1881: Nach vielen entbehrungsreichen Jahren hat es Elisabeth Sherwood zusammen mit ihrem Mann John zu Geld und einem wunderbaren Anwesen in Devon gebracht. Nun sollen ihre Töchter Cathleen und Amalia ihr die Türen zur besseren englischen Gesellschaft öffnen. Als Amalia nach einer schweren Scharlacherkrankung taub wird, richtet die Mutter all ihren Ehrgeiz auf Cathleen und arrangiert eine Heirat mit Lord Edward Hampton, Sohn einer verarmten Aristokratenfamilie. Auch Amalia kennt den jungen Lord. Sie begegnet ihm häufig im einsamen Dartmoor, wo sie ausgedehnte Spaziergänge unternimmt und stundenlang malt. Zwischen den beiden entspinnt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Dann verschwindet Amalia plötzlich. Sie sei im Moor tödlich verunglückt, heißt es. Edward und Cathleen heiraten, doch ihre Familien sind gezeichnet von dem Unglück, das mit dem Verlust Amalias über sie hereingebrochen ist, und von der Schuld, die ein jeder von ihnen auf sich geladen hat …
Meine Bewertung: * * * * *
Buch zur Deutschsprachigen Autoren Challenge 2013
Meine Meinung:
Von Blogg dein Buch und dem Diana Verlag erhielt ich diesen Roman, bei dem ich zuerst nicht sicher war, ob ich mich dafür bewerben soll oder nicht. Hatte ich doch in letzter Zeit einige Familensagen oder Bücher um diverse Familiengeheimnisse gelesen, die mich alle nicht wirklich begeistern konnten. Sie waren zwar alle ganz nett - einige mehr, andere weniger - aber eben nur Durschschnitt. So war ich etwas unsicher bei meiner Bewerbung. Doch kaum hatte ich angefangen zu lesen, wusste ich, hier habe ich endlich wieder eine Geschichte in meinen Händen, die mich bezaubern kann und die mich (hoffentlich) bis zum Ende faszinieren wird. Und genauso war es...
Der Roman ist in zwei Zeitebenen geschrieben und wird im Wechsel von Melinda im Jahr 1948 und von Amalia, großteils ab 1895, erzählt. Zu Beginn des Buches werden auch einige Kapitel von Elisabeth oder Edward geschildert.
Beiden Frauen gibt die Autorin gleich viel Raum in ihrem Buch und versteht es gekonnt, beide Geschichten ineinander fließen zu lassen. Oft bevorzuge ich in Romanen, die auf zwei Zeitebenen geschrieben sind, eine der beiden Handlungsstränge. Doch Claire Winter ist es wirklich wunderbar gelungen, beide Erzählungen gleich rätselhaft und spannend zu schildern.
Die 27-jährige Melinda ist nach dem Krieg Vollwaise und ihr sehnlichster Wunsch ist es Journalistin zu werden. Das Geld ist knapp und so bewirbt sie sich beim Berliner Telegraf, um neben ihren Übersetzerjob bei der britischen Besatzungskommandantur, endlich ihren Traumberuf näher zu kommen. Als Tochter einer Engländerin und eines Deutschen, steht sie zwischen den ehemaligen Fronten.
Eines Tages erhält sie ein geheimnisvolles Paket ohne Absender. Es kommt aus England und enthält Liebesbriefe, Zeichnungen von mystischen Moorlandschaften und eine antike Schachfigur - eine roten Dame aus Marmor. Ihre Neugier ist geweckt und nachdem sie herausgefunden hat, wo diese Gegend in England liegt, meldet sie sich freiwillig beim Telegraf für eine Fortbildung in London. Sie möchte endlich mehr über ihre englische Vergangenheit wissen und sich gleichzeitig in ihrem Beruf verbessern. Doch ihre Nachforschungen und die Tatsache, dass sie Deutsche ist, gefällt einigen Menschen im Dartmoor nicht....
Die Geschichte von Amalia beginnt zuerst im Prolog im Jahre 1881, als sie an Scharlach erkrankt und in Folge des schweren Krankheitsverlaufes taub wird. Nur ihre ältere Schwester Cathleen ist weiterhin ihre große Stütze und wichtigste Bezugsperson. Ihre Eltern, Elisabeth und John Sherwood, kommen aus der untersten Schicht und haben sich hochgearbeitet. Trotzdem werden sie von der adligen Oberschicht nur als reiche Emporkömmlinge angesehen und verachtet. Durch die Krankheit von Amalia, die viele mit fehlender Intelligenz gleichsetzen, versucht Elisabeth zuerst alles, um Amalia helfen zu können. Sie wird von einem Hauslehrer unterrichtet, soll richtig sprechen lernen und von den Lippen lesen. Doch als sie erkennen muss, dass es ausichtslos ist, wird die Tochter einfach ignoriert und wie Luft behandelt. Ihr ganzer Ehrgeiz wendet sich Cathleen zu, die einmal in den höchsten Kreisen einheiraten soll.
Die deutsche Autorin Claudia Ziegler, die unter dem Pseudonym Claire Winter, diesen wunderbaren Roman geschrieben hat, gelingt es von Anfang an, den Leser zu fesseln. Die Geschichte ist zu keiner Zeit langatmig oder verliert an Tempo. Immer wieder kommt es zu neuen Wendungen, Überraschungen und Begebenheiten. Auch wenn ich nach 200 Seiten schon einiges erahnen konnte, wurde ich im weiteren Verlauf des Romans des öfteren in Erstaunen versetzt oder mit neuen Ereignissen konfrontiert, die mich nur so an den Seiten kleben ließen. Die Geschichte ist wunderbar erzählt und bringt den Leser auch die medizinische Unwissenheit des 19. Jahrhunderts näher. Die Gebärdensprache wird nicht anerkannt und taub sein wird gleichgesetzt mit dumm sein. Man fühlt sich beim Lesen genauso hilflos wie Amalia, die plötzlich in einer Welt voller Stille lebt.
Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist farblich schon ein Hingucker und das alte englische Schloss und die Briefe passen hervorragend zur Geschichte. Es lässt auch einen historischen Roman vermuten.
Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft und liest sich hervorragend. Die Charaktere sind alle sehr vielseitig und interessant dargestellt. Als Leser hat man das Gefühl, direkt in die Seele der einzelnen Protagonisten blicken zu können und all die Gefühle zu verstehen bzw. nachvollziehen zu können.
Fazit:
Ein wunderbares Buch, das endlich wieder meine Erwartungen hinsichtlich Familiensaga und alten Geheimnissen erfüllen konnte. Ich hoffe in Zukunft noch mehr von der Autorin zu hören und bin gespannt auf ihren nächsten Roman.
Für die Bereitstellung des Rezensionsexamplares möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei:
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und den Diana Verlag
der Verlagsgruppe random House

















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