- Taschenbuch: 784 Seiten
- Verlag: Knaur TB (3. Juni 2013)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3426510235
- ISBN-13: 978-3426510230
- Genre: Roman, Historischer Roman, Familiensaga
Amazon Kurzbeschreibung:
Montevideo 1843. Der Frankfurter Bankierssohn Albert Gothmann verliebt sich Hals über Kopf in die lebenslustige Rosa, Tochter einer der ältesten spanischen Familien Uruguays. Doch ihre Liebe zwingt sie zum Verzicht auf ihre Heimat, ein Schicksal, das fortan alle Nachfahrinnen ihrer Familie teilen. Sind die Frauen stark genug, um für ihre Leidenschaft zu kämpfen?
Meine Bewertung: * * * undeinhalb
Buch zur Deutschsprachigen Autoren Challenge
Meine Meinung:
Ich lese sehr gerne Familiengeschichten, die über mehrere Generationen gehen und in fremden Ländern spielen. Dieses Buch hat mich allerdings nur teilweise fasziniert und gefesselt.
Warum? Das liegt stellenweise daran, dass mich einzelne Charaktere genervt haben oder mir nicht richtig sympathisch waren. Außerdem wiederholten sich manche Begebenheiten in jeder Generation und nahmen mir etwas den Lesespaß. Doch es gab auch spannende Begebenheiten und wunderschöne Beschreibungen der Natur in Südamerika, die mir richtiges Lesevergnügen bereiteten.
Dieser dicke Schmöker, der Autorin Carla Federico, erzählt die Geschichte fünf starker Frauen über drei Generationen und beginnt im Jahr 1829 (Prolog) bzw. 1847. Der Roman ist in drei Teile gegliedert und die Handlung wechselt zwischen Montevideo in Uruguay und Frankfurt bzw. Hamburg in Deutschland.
Der Leser begleitet die Frauen der Familie de la Vegas/Gothman über ein halbes Jahrhundert, beginnend mit Rosa de la Vegas, die an den doppelt so alten Ricardo del Monte verheiratet werden soll. Die junge und sehr naive Rosa flüchtet daraufhin aus dem Elternhaus und begegnet den Deutschen Albert Gothman, der zur Zeit in Montevideo weilt. Er rettet sie vor Banditen und Rosas Bruder Julio wittert seine Chance. Er versucht gemeinsame Handelsgeschäfte nach Deutschland aufzubauen und überredet den Vater zur Heirat mit dem Deutschen, der daraufhin einwilligt. Rosa verlässt mit ihrem neuen Gemahl die Heimat und lebt mit Albert im kalten Deutschland. Dieser wird jedoch vom plötzlichem Tod seines Vaters überrascht und muss fortan die Bankgeschäfte führen und nicht wie geplant seine Geschäfte in Südamerika aufbauen. So bleibt Rosa in Deutschland, statt mit ihrem Ehemann nach Montevideo zurückzukehren. Schwiegermutter und Schwägerin lassen an der südamerikanischen und temperamentvollen Ehefrau Alberts kein gutes Haar und als auch der Ehemann immer weniger Zeit zuhause verbringt, leidet Rosa immer mehr an Heimweh. Auch die Geburt der gemeinsamen Tochter kann dies nicht ändern....nur die Liebe zur Musik und der Unterricht des Musiklehrers Fabien bringt etwas Fröhlichkeit ins Haus bis eine große Tragödie über die Fanilie hereinbricht.
Mit Rosa wurde ich anfangs gar nicht warm. Was für eine naive und einfältige Frau, die sich für kaum etwas interessiert und keine Ahnung hat, was sich außerhalb der vier Wände ihres Hauses abspielt. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich jedoch zu einem sympathischeren Charakter und findet vorerst ihren Platz im Leben - wenn auch mit vielen Entbehrungen.
Im zweiten Teil befinden wir uns mit Rosas Tochter Valeria wieder in Uruguay. Diese hat sich nach dem Rausschmiss aus dem Internat auf das Schiff von Hamburg nach Montevideo geschmuggelt, um zusammen mit ihrer Kusine Claire und ihrem Onkel Carl-Theodor das Land zu verlassen. Mit Claire verbindet sie seit der Geburt eine tiefe Freundschaft und so hilft ihr diese unbemerkt aufs Schiff zu kommen. Im Hause der De la Vegas sind allerdings die Verwandten aus Deutschland nicht wirklich willkommen. Julio, mittlerweile mit der übellaunigen und geldgierigen Leonora verheiratet, neidet Valeria ihre Schönheit und den Deutschen den europäischen Schick, während sie ihrer eigenen Tochter Isabella weder schöne Kleider noch Glück gönnt.
Als Valeria sich eines Tages bei denselben Lagerhallen, wie damals ihre Mutter, verirrt, wird sie entführt und von einer Diebesbande aus Paraguy als Geisel gehalten und außer Landes gebracht.
In diesem Abschnitt des Buches beschreibt Carla Federico die erst eher karge und dann bezaubernde Landschaft durch Uruguay und Argentinien nach Paraguy. Man spürt förmlich wie die Autorin dieses Land liebt und versucht den Leser daran teilhaben zu lassen. Flora und Fauna werden sehr interessant beschrieben. Doch auch die politischen Verhältnisse Südamerikas im 19. Jahrhundert sind sehr gut recherchiert. Auch wenn man politisch nicht interessiert ist, erfährt man ganz nebenbei Einzelheiten über den damals herrschenden Tripel-Allianz-Krieg und langweilt sich dabei keine Minute.
Im letzten Teil sind die Hauptprotagonistinnen die Zwillinge Tabitha und Carlota. Die beiden Schwestern wachsen getrennt voneinander auf und wissen nichts voneinander. Auch hier greift die Autorin auf dasselbe Schema zurück: Die immer gleichen Fehler, welche die Hauptprotagonistinnen in den drei Generationen begehen, lassen die einzelnen Geschichten recht vorhersehbar erscheinen und beginnen irgendwann zu langweilen.
Cover:
Das Cover ist wunderschön anzusehen. Es ist farbenfroh und bringt den gewünschten exotischen Touch. Erstmals habe ich auch eine "verlängerte" Buchrückseite gesehen, welche man noch nach vorne klappen und als Lesezeichen verwenden kann. Tolle Idee!
Schreibstil:
Sprache und Schreibstil fand ich sehr angenehm und gut zu lesen.
Fazit:
Leider nur mittelmaß. Die Charaktere ähneln sich viel zu sehr und die Geschichten wiederholen sich. Manche Szenen waren mir zu schwülstig. Der Rest hat mir aber ganz gut gefallen und für fast 800 Seiten war der Roman auch sehr komplex. Ein leichter Schmöker für den Urlaub.....passend für die Sonnenliege oder die Terrasse.
Der Droemer Knaur Verlag hat mir dieses Buch der österreichischen Autorin zur Verfügung gestellt! Vielen Dank!
















Das Buch lese ich gerade, habe daher deine Rezension erstmal nur überflogen, kann aber schon sagen, dass es mir in einigen Punkten ähnlich erging bzw. ergeht.
AntwortenLöschenLG
Susanne
Hey,
AntwortenLöschenschade, dass dir das Buch nicht so ganz gefallen hat... hatte es auch schon oft im Laden in der Hand und damit geliebtäugelt..aber nach deiner Rezi werde ich meinen SuB wohl doch lieber schonen ;)
LG Catherine