Ein ganzes halbes Jahr - Jojo Moyes




    • Broschiert: 512 Seiten
    • Verlag: rororo; Auflage: 4 (21. März 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3499267039
    • ISBN-13: 978-3499267031
    • Originaltitel: Me Before You
    • Genre: Roman

Amazon Kurzbeschreibung:
Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.

Meine Bewertung: * * * * * 

Buch zur Sommerchallenge

Meine Meinung:
Eigentlich bin ich gehypten Büchern gegenüber sehr misstrauisch und meistens kann ich dann auch dieses Aufsehen um ein Buch, welches meistens nur einen guten Marketingmensch im Hintergrund hatte, nicht wirklich nachvollziehen. Aber bei "Ein ganzes halbes Jahr" muss ich das revidieren! Ich gebe ja nicht oft 5 Sterne, aber hier finde ich sie voll und ganz angemessen!

Obwohl der Klappentext hier etwas anderes verspricht...nämlich eine leichte Liebesgeschichte, ist es in meinen Augen weder eine richtige Liebesgeschichte, noch "leicht" zu lesen. Das nicht leicht bezieht sich nicht auf die wirklich flüssige und "einfache" Schreibweise der Autorin, die den Leser gleich packt, sondern es geht um das Thema des Buches. Denn hier ist nur an der Oberfläche "etwas Leichtes" zu finden. Wie die Autorin das Kunststück vollbracht hat, ein Thema wie Sterbehilfe und Behinderung so locker zu verpacken und daraus einen Bestseller zu machen - Hut ab!
Ich muss zugeben, dass sicherlich viel weniger Menschen zu dieser Literatur greifen würden, würde der Klappentext anders lauten und hätte der Verlag nicht auch noch so ein schönes romantisches Cover gewählt!
Denn diese Geschichte ist tieftraurig und lässt wirklich niemanden unberührt!

Ich finde, dass es anfangs einige Gemeinsamkeiten zu "Ziemlich beste Freunde" gibt. Das fiel mir schon auf, als ich einige Meinungen zu diesem Roman auf anderen Blogs las. Deshalb war ich etwas verunsichert und dachte mir, hier springt wohl jemand auf den Erfolg des Filmes auf. Trotzdem siegte meine Neugier und ich kaufte mir das Buch zum Erscheinungstermin. Es hat nun doch etwas gedauert, bis ich es dann doch gelesen habe und bin nun froh, es nicht noch länger auf meinen Bücherregal herum lag (Okay, ich geb zu -  im Vergleich zu 90% meiner anderen SUB-Leichen, habe ich relativ bald zu dieser Geschichte gegriffen ...ich war schon sooo neugierig)

Was erwartet uns? Zuerst die etwas schräge Louisa, genannt Lou, die zwar modisch ihren extravaganten Weg geht, aber sonst eher unauffälig bleibt. Mit ihren 26 Jahren arbeitet sie in einem Café und lebt noch zuhause bei den Eltern und  ihrem Großvater, der an Alzheimer erkrankt ist, und von der Mutter gepflegt wird. Ihr Vater fürchtet jeden Tag seinen Job zu verlieren, da die Fabrik in der er arbeitet, an Einsparungsmaßnahmen denkt. Ihre Schwester will wieder studieren und lebt mit ihrem kleinen Jungen im einzigen größeren Zimmer, das eigentlich für Louisa vorgesehen ist und die nun in einem winzigen Kämmerchen haust. Auch in ihrer 7-jährigen Beziehung mit Patrick, der nur für seinen Marathon und Sport lebt, ist sie eher die Randfigur. Eigentlich ist sie mit ihrem ereignislosen Leben zufrieden, bis sie eines Tages die Kündigung erhält, weil das Schloss-Café zusperren muss. Ohne richtige Ausbildung und außerdem, noch neben dem Vater, die einzige Verdienerin im Haushalt. Doch die Jobs, die sie vermittelt bekommt, sind alle nicht besonders toll und so nimmt sie einen Job als Pflegehelferin und Gesellschafterin eines Schwerstbehinderten an, obwohl sie weder eine Ausbildung vorweisen kann, noch wirklich Lust darauf hat. Aber diese Anstellung bringt viel Geld und ist auf ein halbes Jahr befristet.

Auf ihren neuen Arbeitsplatz trifft Lou nun auf Will, einem Tetraplegiker (Wikipädia:  Die Tetraplegie  ist eine Form der Querschnittlähmung, bei der alle vier Gliedmaßen, also sowohl Beine als auch Arme betroffen sind). Vor seinem Unfall war er ein erfolgreicher Geschäftsmann, dem die Frauen- und Geschäftswelt zu Füßen lag, der viel reiste und dem keine Extremsportart zu ausgefallen war! Nun sitzt er im Rollstuhl und sein Alltag besteht aus Schmerzen, Hilflosigkeit und keine Aussicht auf Besserung. Er ist lebensmüde und deshalb will er weder eine neue Hilfe, noch länger leben.

Nach anfänglicher Abneigung lernen sich die Beiden langsam zu schätzen und zu respektieren. Will versucht Lou aus ihrem Alltagstrott herauszuholen und sich am Leben zu erfreuen. Er weist sie immer wieder daraufhin, wie viele Möglichkeiten sie hat aus ihrem Leben etwas Sinnvolles zu machen und ihre Fähigeiten auszuschöpfen. Und obwohl Lou eingestellt wurde, um Will aufzumuntern und ihm von seinen Selbstmordgedanken abzubringen, ist es am Ende sie, die am Meisten von dieser Freundschaft profitiert. Denn Will bringt sie endlich dazu, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Einerseits wollte ich die wundervolle und tieftraurige Geschichte so schnell wie möglich lesen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht, doch gleichzeitig hatte ich Angst viel zu schnell fertig zu sein und und dem unumgänglichen Ende entgegenzusehen aus Angst vor dem Finale.

Die Autorin versteht hier einige Tabuthemen aufzugreifen, wie ich es oft nur von Jodie Picoult kenne, und andererseits den Leser mit den sympathischen Protagonisten mitleben zu lassen. Noch lange nachdem man die letzte Seite zugeschlagen hat, denkt man über diese Geschichte nach und wie man sich wohl selbst in einem nutzlosen Körper fühlen würde und wie man sein Leben leben sollte.

Fazit: Eine wundervolle Geschichte, die zum Nachdenken anregt und trotzdem "leicht" daherkommt. Gefühlvoll wurde hier ein Tabuthema umgesetzt. Absolute Leseempfehlung!


8 Kommentare:

  1. Hallo Martina,

    ich bin auch schon wahnsinnig gespannt. Habe mir jetzt aber nach "Der 48-Stunden-Mann" vorgenommen erst "Alles muss versteckt sein" zu lesen, du hattest dieses Buch ja auch empfohlen und ich bin wirklich gespannt, weil ich außer Tess Gerritsen und Simon Beckett wenig Thriller lese und eher ab und an einen Krimi.

    Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende,
    Patricia

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    1. Ich hoffe es wird dir gefallen, nachdem unsere Meinungen bei "Sommertöchter" so auseinandergedriftet sind....
      "Alles muss versteckt sein" kommt sehr unblutig aus...ist eher ein Psychothriller....aber ich fand ihn unheimlich gut!
      LG
      Martina

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  2. Hallo Martina,
    ich habe dich getaggt. Es geht um 11 Fragen zu Büchern. Ich fand die Aktion ganz nett und würde mich freuen, wenn du dir das ganze mal anschaust und vielleicht sogar mitmachst.
    http://frans-welt.blogspot.de/2013/05/getaggt.html

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  3. Liebe Martina, nach dieser Rezi steht fest, ich werde es mir kaufen - aber ... es muss warten. Nach dem Roman "Ein Sommer und ein Tag" brauche ich etwas Abstand, solche Bücher verursachen immer einen Nachhall in mir (blöd ausgedrückt).
    Lieben Dank für deine tolle Rezi
    LG Hanne

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    1. Ja, ich kann versteehen was du meinst! "Ein Sommer und ein Tag" ist un definitv auch auf meiner Wunschliste ;)
      Liebe Grüße
      Martina

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    2. :-) Gefällt ... bin gerade dabei - eine kleine Aktion zum Muttertag fertig zu machen ... aber ich glaube, da ist nix dabei für dich :-(

      Liebe Grüße Hanne

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  4. Ich hätte sicher nicht gleich zu diesem Buch gegriffen, aber durch Deine Rezi bin ich sehr berührt. Schön, dass Autoren auch mal die nicht alltägliche Liebesgeschichte aufgreifen, sondern auch mal über andere Themen sprechen.
    Ich denke, das könnte auch etwas für meinen SUB werden.
    lg Sandra

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  5. Bin schon sehr gespannt darauf, bei mir subbt "Ein ganzes halbes Jahr" noch.

    Alles Liebe von
    Sabine

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