Es ist die große Liebe: Léon und Louise begegnen sich an der Atlantikküste im Ersten Weltkrieg, doch dann reißt ein Fliegerangriff die beiden auseinander. Sie halten sich für tot. Léon heiratet, doch Louise, von leidenschaftlichem Temperament, geht ihren eigenen Weg - bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen. Der Beginn einer hinreißenden Dreiecks-Geschichte, die den Widrigkeiten des Lebens mit Aufrichtigkeit, Humor und Beharrlichkeit standhält.
Meine Bewertung: * * * *
Buch zur Challenge von "Die lesende Minderheit": Thema: Eigennamen
Inhalt und Meinung:
Das Buch beginnt eigentlich mit dem Ende der Geschichte. Léon ist nach einem langen Leben gestorben und die Verwandtschaft sitzt in der Notre Dame und wartet auf den Pfarrer.
Die Geschichte über Léons Leben wird von seinem Enkel erzählt und führt uns nach der Einleitung (dem Begräbnis) zurück zu Léon im Alter von 17 Jahren und in die Zeit des ersten Weltkrieges.
Léon ist gerade auf dem Weg zu seiner neuen Arbeitsstelle über ein Stellenvermittlungsprogramm des Kriegsministerium als er Loise begegnet, die ihn mit ihrer temperamentvollen Art verzaubert.
Die Beiden verlieben sich und kommen sich bei einem Fahrradausflug ans Meer näher, doch auf der Rückfahrt werden sie durch einen Bombenangriff getrennt. Jeder glaubt der andere sei tot und beide beginnen ein neues Leben.
10 Jahre später ist Léon mit Yvonne verheiratet und hat einen Sohn, als sich die Beiden kurz in der Metro wiedersehen. Ihre Liebe lässt beide nicht los, doch Léon ist ein Mensch, der Verantwortung über sein persönliches Glück stellt.
Was mir am Buch gefallen hat war, dass es keine kitschige Liebesgeschichte gibt. Man weiß hier automatisch, dass die Beiden über Jahre hinweg die große Liebe in sich tragen, aber wissen, dass es nur gestohlene Momente des Glücks geben wird. Trotzdem: Liebesroman ist dieses Buch keiner! Eher eine Familiengeschichte mit Liebesroman inkludiert.
Nicht so gut gefallen hat mir, dass man eigentlich nicht wirklich viel über Louise erfährt. Nur in einigen wenigen geschwätzigen Briefen an Léon erfährt man mehr über Ihre Gefühle, wobei aber auch diese Briefe nicht wirklich echt oder berührend rüberkommen....
Manche Charaktere bleiben flach....so auch Yvonne, die Ehefrau von Léon, die sich im Buch von Zeitepoche zu Zeitepoche wie ein Chamäleon wandelt....das kam mir sehr komisch vor! Welche Frau hat noch zehn verschiedene Frauen in sich und lebt jeweils 10 Jahre lang nur immer eines davon aus???
Auch der Krieg kommt mir zu kurz. Unser Protagonist erlebt zwei Weltkriege und besonders im 2. Weltkrieg, den er als erwachsener Mann als Nicht-Soldat in Paris erlebt, erscheint im Buch kaum etwas über Bombenangriffe, Elend, Leid oder Kriegstote im Bekanntenkreis. Sein Leben hat sich, außer auf ein paar Besuche eines SS-Offiziers in seinem Büro, kaum geändert. Das ist für mich sehr schwer vorstellbar.
Leider wurde auch nicht erklärt, warum Louises Erscheinen beim Begräbnis für solches Aufsehen sorgte...
Der Erzählstil und die Schreibweise von Alex Capus ist allerdings wieder sehr schön und poetisch. Deswegen gebe ich dem Buch doch noch vier Sterne.
Fazit: ein zeitgenössischer Familien-/Liebesroman - keine Liebesschnulze, die vom Erzählstil des Autors lebt.
















ahh, das Buch steht auch noch ungelesen im Regal. War damals von der Leseprobe ganz begeistert und wenn ich jetzt Deine tolle Rezi lese, schiebe ich es mal ganz nach vorne :-))) LG Isabel
AntwortenLöschenHerzlichen Dank für deine Empfehlung. Ich hatte es auch auf einem Bücherabend vorgestellt bekommen, nun rutscht es ganz nach oben auf der Wunschliste! LG von Rana
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